Rucksäcke
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren


Ein paar grundsätzliche Überlegungen vor dem Rucksack-Kauf ... und das richtige Packen des Rucksackes.

Rucksäcke auf dem Ausangate-Trek (Peru)

Allgemeines

Den Rucksack sollte man lieber zu groß, als zu klein kaufen. Wenn man erst mal gezwungen ist, alles mögliche draußen dranzubinden, dann läßt sich das Gewicht kaum noch optimal verteilen. Wenn man mal weniger mitnimmt, kann man immer noch das Schlafsackfach leerlassen, oder den Schlafsack nur locker (mit größerem Volumen) in den Rucksack hineinstopfen. Das ist für den Schlafsack sowieso besser.

Einen dauerhaft wasserdichten Rucksack habe ich noch nicht gesehen. Daher muß man sich immer über einen Regenschutz Gedanken machen. Die einfachste und billigste Lösung ist ein stabiler Müllsack: in den Rucksack gestülpt, und darein dann die Sachen (der Müllsack über dem Rucksack ist schnell kaputt). Nachteil: Dazu muß die Trennung zum Schlafsackfach offen sein, und man kommt dann nur noch von oben an seine Sachen. Daher sind Regenhauben für Rucksäcke auch gut, können aber leicht beschädigt, und damit undicht werden.

Und dann noch ein Tipp für ein besonderes Modell eine Kombination Reisetasche/Rucksack: Eine Reisetasche mit Rollen (Trolley), die man auch als Rucksack benutzen kann: Osprey Travel Sojourn Rucksacktrolley 80 Liter. Sehr empfehlenswert für längere Reisen, wenn man den Rucksack nicht dauernd tragen muss oder will.

Wie packe ich meinen Rucksack?

Rucksäcke: GewichtsverteilungWie packe ich meinen Rucksack?

Gehen wir mal von einer Wanderung oder Trekkingtour aus. Hier kommt es darauf an, den Rucksack möglichst kraftsparend zu transportieren:

Schwere Sachen gehören nah an den Rücken und möglichst weit nach oben, um den Schwerpunkt des Rucksacks nahe an oder über den Körperschwerpunkt zu bringen. Den Schlafsack also am besten nach unten. Die Verbindung zwischen Schlafsackfach und Hauptfach ist bei mir immer auf. Dann lässt es sich leichter packen. Dann die Kleidung, das ist meist der geringste Teil. Schwerer Proviant und Kocher kommen nahe an den Rücken, während weitere Kleidung, Zelt, Apotheke und so vom Rücken weg untergebracht werden. Je höher ich den Rucksack packe, desto eher bekomme ich den Schwerpunkt über meine Körpermitte. Ggf. den Schlafsack sehr locker packen, damit die schweren Sachen auf Höhe der Schulterblätter oder des Kopfes liegen können. So variieren kann man aber nur, wenn der Rucksach groß genug ist (siehe Foto).

Beim Klettern sieht die Sache etwas anders aus:

Wenn es darauf an kommt, möglichst sicher zu klettern oder auf ausgesetzten Pfaden zu steigen, dann sollte der Schwerpunkt des Rucksackes nicht zu hoch liegen. Das Gleichgewicht hält man am besten, wenn die schweren Sachen nah am Rücken, aber nicht zu hoch liegen ... zwischen Gürtel und Schulter wäre optimal.

Da man aber auch im ausgesetzten Gelände keine Kraft zu verschenken hat, sucht man sich einen guten Kompromiss aus beiden geschilderten Systemen, je nach Gelände und eigener Trittsicherheit. Schwerpunkt am Rücken > größere Trittsicherheit, Schwerpunkt über dem Rücken > kraftsparendes Tragen.

Konstruktion

Der Schnitt der Rucksäcke (= Gewichtsverteilung) hängt von der jeweils spezifischen Anwendung ab. Immer sollte der Schwerpunkt möglichst nahe am Körper sein. Liegt der Schwerpunkt sehr hoch, dann kann man ihn gut über die Körpermitte bringen. Das ist grundsätzlich gut, beim Klettern aber z.B. verliert man aber leichter das Gleichgewicht. Ist der Rucksack sehr flach und breit, dann kann das an engen Stellen stören, hält aber den Schwerpunkt nahe am Rücken.

Tragesysteme gibt es viele. Vor allem muß der Rucksack passen. Ich habe mal lange mit zwei Verkäufern diskutiert, ob ich wirklich einen Rucksack Größe L mit einem Bauchgurt Größe M bekommen kann. Aber sonst hätte er nicht gepaßt. Gerade beim Bauchgurt braucht man schon mal etwas Spielraum. Auf einer harten Tour (vielleicht noch mit ordentlich Durchfall) nimmt man schnell mal ein paar Kilo ab. Auch dann muß der Gurt noch eng sitzen. Der Bauchgurt ist eins der wichtigsten Teile am Rucksack. Er sollte relativ steif (um die Lastverteilung zu gewährleisten) und möglichst breit und bequem sein. Die Tragegestelle liegen heute meißt innen und bestehen aus Metallstreben. Es gibt auch gute Rucksäcke mit einer durch Streben verstärkten Rückenschale. Außengestellrucksäcke sind zwar etwas aus der Mode gekommen, sind aber zum Tragen schwerer Lasten auch gut geeignet, solange man keine engen Stellen passieren muß.

Je mehr man am Rucksack einstellen kann, desto individueller kann man ihn anpassen. Zuerst sollte man den Hüftgurt anpassen, und alles andere locker lassen. Dann, wenn dieser gut an den Hüften sitzt, die Schultergurte straffen, aber so, dass das Gewicht weiter auf der Hüfte getragen wird, und nicht auf den Schultern. Zuletzt die kleinen Riemen an der Schulter, die den Rucksack nahe an den Rücken ziehen, straffen. Am Ende darf der Schultergurt nicht fest auf der Schulter aufliegen. Man sollte noch den kleinen Finger drunterschieben können. Das Gewicht liegt auf der Hüfte, der Rucksach liegt nah am Rücken.

Hersteller

RucksäckeMein Favorit, besonders für Rucksäcke um 80 Liter, ist Gregory, eine amerikanische Firma. Ich habe meinen großen Gregory seit 20 Jahren. Das absolute Superteil ist z. B. der Gregory Denali Pro 105. Leider auch nicht billig und nicht überall zu bekommen. Aber wer oft schwer tragen muß und öfter unterwegs ist, für den lohnt sich die Ausgabe.

Die Rucksäcke von Arcteryx sind im 40 l Bereich vielleicht noch etwas besser (und noch teurer)!

Tipp für gut und günstig: Tatonka Trekkingrucksäcke Tatonka Yukon 50 oder Tatonka Yukon 60. Für um die 200 Euro bekommt man einen ausgereiften Rucksack mit sehr gutem Tragesystem. Auch etwas kleiner geht´s mit den sehr gut tragbaren Tourenrucksäcken Kings Peak für unter 200 €. Ich war beim Testen sehr positiv überrascht!

Osprey ist auch ein guter Tipp. Die Rucksäcke funktionieren super, sind leicht und sitzen gut, nur die Haltbarkeit scheint nicht immer mit den Mitbewerbern in der höheren Preisklasse mitzuhalten.

Deuter ist eine Traditionsfirma mit viel Erfahrung, was Rucksäcke angeht. Nach meinem Eindruck waren sie zwischendurch mal etwas auf der Strecke geblieben, machen jetzt aber wieder sehr (!) gute Rucksäcke, die den modernen Bedürfnissen entsprechen. Neben kleineren Wanderrucksäcken und Daypacks jetzt auch große Trekking-Rucksäcke und Schlafsäcke im Sortiment.

Karrimor ist ein britischer Rucksack-Produzent mit z. T. ganz guter Ware, die es z. B. auch bei Karstadt im Sporthaus gibt.

Weitere gute Firmen für Rucksäcke: Salewa, Lowe Alpine, Berghaus, VauDe.

Dies & Das: was mir oft auffällt

Tagesrucksäcke mit umlaufendem Reißverschluss:

  • Die meisten Leute schließen den Reißverschluss so, dass sich die Zipper oben in der Mitte treffen. Das führt dazu, dass sich die Rucksäcke öffnen.
  • Leichte Abhilfe: wenn man die beiden Zipper auf der Seite zusammenführt, wirkt die Kraft günstiger und der Rucksack bleibt zu.