TOURENPLANUNG
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren

 

Planung von Wanderungen, Trekking- und Berg-Touren. Klassifizierung der Bergwanderwege, Gehzeiten berechnen u.v.m.

Wanderkarte

Verklickt?? Meine Reisetermine findest Du unter > Termine

Wandern zum SeitenanfangAllgemeines & Spezielles

Um eine Tour in den Bergen erfolgreich und sicher durchzuführen muss der Wanderer oder Bergsteiger wissen, wie lange er unterwegs sein wird.

Es versteht sich, dass man dabei im Amateurbereich recht defensiv plant. Wer in den Bergen schon mal unerwartet in die Dunkelheit gekommen ist weiß, dass es schnell gefährlich werden kann.

Hier werden Methoden zur Gehzeitberechnung vorgestellt. Durch das Errechnen von Höhenmeter und Strecke aus den Kartendaten hat der Wanderer die Möglichkeit, seine Gehzeit recht genau zu prognostizieren.

Weitere Einflüsse wie Wegbeschaffenheit, Wetter, Verfassung der Gruppe etc. müssen dann noch zusätzlich berücksichtigt werden.

Wandern im Quadrat 3 x 3 der Tourenplanung

  • zu hause
  • vor Ort
  • auf der Tour

stellt man sich die kritischen Fragen zu

  • Gelände (Schwierigkeiten, Infrastruktur)
  • Verhältnisse (Wetter und andere aüßere Bedingungen)
  • Mensch (Können, Erfahrung, Tagesform, Gruppendynamik)

zu hause: Planung

  1. ist das Gelände der Gruppe angemessen?
  2. erlauben die Verhältnisse eine Tour?
  3. sind die Gruppenmitglieder für die geplante Tour geeignet?

vor Ort: stimmen die Annahmen von zu hause mit der Situation vor Ort überein?

  1. Augenschein: ist das Gelände der Gruppe angemessen?
  2. erlauben die momentanen Verhältnisse eine Tour?
  3. sind alle Gruppenmitglieder für die geplante Tour geeignet?

auf Tour: dauernde Überprüfung

  1. Augenschein: ist das Gelände der Gruppe angemessen?
  2. verschlechtern sich die momentanen Verhältnisse?
  3. sind immer noch alle Gruppenmitglieder fit für die Fortsetzung der Tour?

Klassifizierung & Markierung von Berg-Wanderwegen

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Wandern im Quadrat Die Bergwege-Markierung und Klassifizierung ist nicht überall einheitlich:

Bayern, Salzburger Land
 
Tirol
 
Vorarlberg, Allgäuer Alpen, Schweiz
schwarz
 
schwarz
blau
rot
 
rot
rot
blau
 
-
gelb

Beachte regionale Unterschiede:

  • Was in der Schweiz rot (mittelschwer) markiert ist, kann in den Allgäuer Alpen schon blau (schwer) sein!
  • Blau bedeutet in Bayern leicht, in Vorarlberg schwer.

Beachte bei Gelb:

  • Gelbe Schilder (Schwarze Schrift auf gelbem Grund z.B. in Bayern & Tirol verbreitet) sind nicht gelb klassifizierte Wege!!
  • Gelb klassifizierte Wege (gelber Punkt) in Bayern sind als barrierefrei definiert und auch für Kinderwagen und Rollstuhl geeignet.

Wandern im Quadrat blau (gelb) = leichte Bergwege

  • Einfache, oft schmale Bergpfade. Keine absturzgefährdeten Stellen.
  • Geeignet für Anfänger, Familien, Genusswanderer.
  • Profilsohle empfehlenswert!

Aber Achtung! Leichte Bergwege sind keine Talwege, sondern können steil sein und sind den typischen > alpinen Gefahren wie Wetterumschwüngen und spärlicher Rettungs-Infrastruktur ausgesetzt.

Wandern im Quadrat rot = mittelschwer

  • Mittelschwere meist schmale Bergwege
  • oft steil angelegt
  • können absturzgefährliche Passagen aufweisen.
  • kurze versicherte Gehpassagen (z.B. Drahtseil) möglich
  • An ausgesetzten Stellen sind > Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig!
  • Für Ungeübte nur mit erfahrener Begleitung zu empfehlen!

Wandern im Quadrat schwarz (blau) = schwer

  • Schwere schmale Bergwege
  • oft steil angelegt
  • absturzgefährlich
  • gehäuft versicherte Gehpassagen und/oder einfache Kletterstellen, die den Gebrauch der Hände erfordern
  • > Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich!
  • in schwierigen Passagen Stöcke am Rucksack verstauen!
  • Bei Gewittergefahr Drahtseile und exponierte Stellen frühzeitig meiden!
  • Nur für Bergwanderer mit viel Erfahrung und bergsteigerischen Ambitionen!

Wandern im Quadrat Alpine Route

  • unmarkierte Etappen, die nicht gewartet werden
  • führt durch das freie hochalpine Gelände
  • ausgezeichnetes Orientierungsvermögen nötig
  • sichere Geländebeurteilung erforderlich
  • Voraussetzung: hochalpine Bergerfahrung
  • Neben Karte und Führer auch Kompass und GPS mitnehmen!
  • Nicht alleine unterwegs sein!
  • Nur bei guter Sicht aufbrechen!
  • Regelmäßig eigenen Standort bestimmen!

Wandern im Quadrat Bergwandercard des Alpenvereins:

Die beim Alpenverein erhältliche Bergwander-Card ist ein Instrument zur Risikoeinschätzung . Punkt für Punkt hilft sie, den richtigen Weg für meine Leistungsfähigkeit zu finden.

Die BergwanderCard zwingt zur kritischen Tourenplanung:

  • Ist der geplante Weg schwer oder leicht?
  • Wie kann ich das herausfinden?
  • Wie trittsicher bin ich?
  • Wie viel Zeit muss ich planen?
  • Wie viel konditionelle Reserve habe ich am Ende der Tour?

Eine Vergleichstabelle der Bergwegeklassifizierung ist in der BergwanderCard enthalten, eine Vergleichstabelle der Wanderwege von der Schweiz bis ins Salzburger Land ebenfalls.

www.alpenverein.de: Bergwandercard

Gehzeiten-Berechnung

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Wandern im Quadrat Reine Gehzeit berechnen:

Bei der Tourenplanung für Gruppen im Gebirge lege ich eine gängige Berechnungsmethode zu Grunde. Diese geht davon aus, dass die durchschnittliche Gruppe in einer Stunde entweder 300 hm aufwärts, 500 hm abwärts oder 4 km in der Ebene schafft. (Kleinere fittere Teams schaffen ggf. 400 hm rauf und 600 hm runter.)

Man könnte auch sagen: für 100 hm Aufstieg nehme ich 20 min. an, für 100 m Abstieg 12 min., für 1 km Strecke 15 min..

  1. Ich rechne nun die geplante Strecke (horizontal) und die geplanten Höhenmeter (vertikal) getrennt aus
  2. halbiere das kleinere Ergebnis (in den Bergen meist die Zeit für die horizontale Strecke)
  3. füge den halben kleineren Wert dem größeren hinzu
  4. und bekomme die Gehzeit

Was sich kompliziert anhört, wir an einem Beispiel klarer:

Aus der Karte entnehme ich, dass meine geplante Tour 1500 hm Aufstieg, 1000 hm Abstieg und 8 km Strecke beinhaltet.

  • 1500 hm Aufstieg = 5:00 h (1500 / 300)
  • 1000 hm Abstieg = 2:00 h (1000 / 500)
  • 8 km Entfernung horizontal = 2:00 h (8 / 4)
  • Höhenwert: 5 + 2 = 7:00 h
  • Streckenwert: 2:00 h (diesen weil kleineren Wert halbieren = 1:00 h)
  • Zeitaufwand für diese Tour: 7 + 1 = 8:00 Stunden

Aus diesem Beispiel wird schon ersichtlich, dass im Gebirge mit vielen Höhenmetern die Strecke oft kaum eine Rolle spielt. In relativ ebenem Gelände ist das umgekehrt, da dort der Höhenwert der kleinere ist und zudem noch halbiert wird.

Wandern im Quadrat Zusätzlich einplanen:

  • alle 0:30 h kurze Trink- und Umziehpause
  • alle 2:00 h eine halbe Std. Ess-Pause
  • ggf. längere Mittagspause (z.B. am Gipfel), für Picknick reichen i.d.R. 0:45 h, in einer Gaststätte mit Gruppe kann das auch schon mal 1:30 h dauern
  • je größer die Gruppe, desto länger dauert´s
  • bei schlechtem Wetter werden die Pausen automatisch kürzer
  • viele kurze Pausen (Blumen anschauen, Getränk aus Rucksack holen und wieder wegpacken, Schuhe schnüren etc.) summieren sich!
  • 10 - 20 % Sicherheitszeit (vor Dunkelheit, letzter Seilbahn etc.)

Wandern im Quadrat Zeitplan anlegen

  • Wann muss ich spätestens wo sein um im Plan zu bleiben? (siehe > Tipps & Tricks)
  • Abbruch bzw. Alternative, wenn ich aus dem Plan falle

digitale Tourenplanung

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Tourenplanung per digitaler Karte ist bei den Profis heute an der Tagesordnung. Durch die Software entfallen die aufwändigen Messungen in der Karte, und das Ergebnis ist genauer. Dazu braucht man allerdings eine zuverlässige digitale Karte mit Höhenangaben, in die man die geplante Tour mit der Maus einzeichnen kann.

Als Ergebnis kann man sich dann gleich das Höhenprofil ansehen. Die Höhenmeter und die Strecke werden angezeigt, und bei einigen Programmen kann man über die Einstellungen auch gleich feste Werte für Aufstieg, Abstieg und Strecke pro Stunde eingeben.

Wandern im Quadrat Beispiel:

Bei Garmin (z.B.) kann der Wanderer sich kostenlos die Software Mapsource oder Basecamp herunterladen. Kostenlose Karten, die damit funktionieren, gibt es auch im Internet (Reit- und Wanderkarte, OpenMTBmap ...).

Nun muss man nur noch eine Route einzeichnen, und die Werte ablesen.

Wenn man ein GPS-Gerät sein Eigen nennt, kann man Route und Karte gleich darauf kopieren und los wandern.

Hinweise dazu gibt es unter > GPS

Tipps & Tricks

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Bereite einen Ablaufplan vor. Dann kannst Du zwischendurch kontrollieren, ob Du noch gut in der Zeit liegst.

Beispiel Besteigung Watzmann-Hocheck:

  • 06:00 h Frühstück
  • 06:45 h Start vom Watzmannhaus
  • 09:45 h Hocheck-Gipfel
  • 10:15 h weiter
  • 12:15 h Watzmannhaus
  • 13:00 h weiter
  • 14:30 h Kühroint
  • 17:00 h Spaziergang zur Archenkanzel
  • 18:30 h Abendessen

weiche Faktoren bei der Tourenplanung

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Dramaturgie:

  • ´was Schönes zum Einstieg (der erste Eindruck zählt!)
  • das Schönste zum Schluss (der letzte Eindruck zählt noch mehr!)
  • zwischendurch aufsteigende Tendenz (absteiogende Tendenz frustriert ...)

Genuss:

  • den schöneren Weg aufsteigen (man schaut weniger auf die Tritte und hat länger etwas von den schönen Passagen
  • Sonne im Rücken erhöht den Genuss, Sonne von vorn behindert die Sicht
  • schönes Licht (Tageszeiten beachten)

Sicherheit:

  • den steileren Weg aufsteigen
  • Rechts oder Links rum? Knieschonend, verletzungssicher ...

Aus dem E-Mail-Postfach:

Hier ein Schriftwechsel, der gut zum Thema Tourenplanung passt:

Die Frage erklärt sich aus der Antwort:

Ein Wanderer ...

... hat das Recht, seine Wanderung zu genießen.

... sollte sich nur in Situationen begeben, in denen er/sie sich sicher fühlt.

... sollte die Tourenplanung der "schwächsten" Person der Gruppe anpassen.

... sollte andere Wanderer nicht zu Touren überreden, die deren persönliche Grenzen objektiv oder subjektiv überschreiten.

Es sei denn, es handelt sich um einen Notfall, Leistungssport oder Therapie ...

Literatur

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GPS Praxisbuch - Tourenplanung mit Garmin BaseCamp: professionelle Tourenplanung für jedermann  

GPS auf Outdoor-Touren: Praxiswissen vom Profi für die GPS-Navigation: Praxisbuch und Ratgeber für die GPS-Navigation