Murmeltiere
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(Letzte Änderung: 14.04.2013)

Murmeltiere

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Die Murmeltiere sind Erdhörnchen (Marmotini), die in Europa, Asien und Nordamerika verbreitet sind.

Für Nagetiere sind Murmeltiere recht groß: Sie haben je nach Art eine Kopfrumpflänge von 30 bis 60 cm, hinzu kommt ein 10 bis 25 cm langer Schwanz. Das Gewicht liegt zwischen 3 und 7 kg. Die Farbe unterscheidet sich von Art zu Art, ist aber meistens ein brauner Ton. Das Vancouver-Murmeltier ist einfarbig schwarz.

Wandern im Quadrat Verbreitung und Lebensraum:

In Mitteleuropa sind Murmeltiere Bewohner der Hochgebirge. Auch in Asien haben sich viele Arten an ein Leben in alpinen Regionen angepasst. Es gibt jedoch auch Murmeltiere, die Grassteppen bewohnen (z. B. das Steppenmurmeltier im Osten Polens). Das Verbreitungsgebiet ist relativ geschlossen von Osteuropa über Nord- und Zentralasien bis Ostsibirien und Xinjiang. In Mitteleuropa gibt es nur in den Alpen, den Karpaten und der Hohen Tatra wilde Murmeltiere, sowie eingeführte Populationen in den Pyrenäen. In Nordamerika leben die meisten Arten in deb subarktischen Gebieten Kanadas und Alaskas. Das Waldmurmeltier ist in der gesamten Nordhälfte der USA verbreitet. Alle Murmeltiere leben in gemäßigten und arktischen Breiten der Nordhalbkugel und fehlen in wärmeren Gegenden.

Wandern im Quadrat Lebensweise:

Murmeltiere bauen sehr ausgedehnte Gangsysteme. Oft ist es schwierig, Fluchtröhren und Wohnbau zu unterscheiden, da nicht jeder Bau fertiggestellt und genutzt wird und auch tote Gänge als "Toiletten" genutzt werden. Die Gänge können eine Länge von 10 bis 70 m haben. Der bisher gemessene Rekord war ein Tunnel von 113 m Länge.

Am Tage verlassen die Murmeltiere ihre Bauten. Sie sind vorwiegend am Boden aktiv und können kaum klettern. Ihre Nahrung sind Gräser und Kräuter, Früchte, Samen und Insekten.

Im Winter halten Murmeltiere Winterschlaf, der zwischen sechs und sieben, aber auch bis neun Monate dauern kann. Der Schlafkessel wird dafür mit weichem Gras ausgepolstert, in dem sich die Tiere zusammenrollen. Für diese lange Ruhezeit fressen sie sich während der kurzen Sommermonate große Fettreserven an. Während der Ruhephase können Darm und Magen von Murmeltieren um die Hälfte verkleinert werden, um Energie zu sparen.

Das Sozialverhalten der Murmeltiere unterscheidet sich von Art zu Art. Das Waldmurmeltier ist ein Einzelgänger, das seinen Bau gegen Artgenossen verteidigt. Beim Gelbbauchmurmeltier lebt ein einzelnes Männchen mit einem Harem aus verwandten Weibchen zusammen. Auch hier sind die Männchen aggressiv gegen Geschlechtsgenossen, die sie nicht in die Nähe des eigenen Baus lassen. Die Mehrzahl der Murmeltiere lebt aber wie das Alpenmurmeltier in Kolonien, die aus einem dominanten Paar sowie deren jugendlichen und jungen Verwandten bestehen. Murmeltiere begrüßen sich, indem sie die Nasen aneinander reiben, und die Köpfe zusammen stecken. Nach etwa zwei Jahren verlassen die ausgewachsenen Tiere die Kolonie. Danach können sie versuchen, die Führung einer fremden Kolonie zu erlangen, indem sie das dortige dominante Männchen vertreiben und dessen Nachwuchs töten.

Murmeltiere verständigen sich untereinander durch Pfeiftöne, die leicht mit Vogelstimmen verwechselt werden können. Die Pfiffe werden auch zur Ankündigung von Gefahr ausgestoßen, wobei je nach sozialem Rang des Rufers die Flucht ausgelöst wird, oder völlige Reaktionslosigkeit.

Nach einer Tragzeit von dreißig Tagen bringen Murmeltiere zwei bis fünf Junge zur Welt, wobei die einzelgängerischen Arten größere Würfe als die kolonienbildenden haben.

MurmeltierWandern im Quadrat Menschen und Murmeltiere:

Die Bedrohung der verschiedenen Arten ist sehr unterschiedlich.

Das Waldmurmeltier ist in Nordamerika in den letzten Jahrzehnten immer häufiger geworden. Die Abholzung der Wälder kam seinen Beständen zugute. In Teilen der USA gilt es inzwischen als Schädling, da es Getreide frisst und seine Gänge so dicht unter der Oberfläche verlaufen, dass Vieh und landwirtschaftliche Maschinen regelmäßig einbrechen.

Die anderen Arten sind seltener. Das Alpenmurmeltier ist aus zahlreichen Gebirgen Europas im Laufe der letzten Jahrhunderte verschwunden. Das Steppenmurmeltier war wegen der Pelzjagd in den 1920ern kurz vor der Ausrottung, seine Bestände konnten sich aber wieder erholen.

Zwei Arten werden als schutzwürdig geführt: das Menzbier-Murmeltier im Status Gefährdet, und das Vancouver-Murmeltier im Status Bedroht. Von letzterem leben nur etwa 300 Exemplare.

Wandern im Quadrat Sonstiges:

Murmeltiere sind seit dem Miozän in Nordamerika belegt. Erst im Pleistozän (Eiszeiten) gelang ihnen der Übergang nach Eurasien. Der Name "Murmeltier" hat nichts mit Murmeln zu tun. Er geht auf das althochdeutsche murmunto zurück, das wiederum aus dem lateinischen mus montis ("Bergmaus") entlehnt ist.

Literatur-Empfehlungen Murmeltiere
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Murmeltiere der Welt: Marmota  

Murmeltiere: Ein Jahr im Leben der Alpenmurmeltiere

Lebendige Wildnis. Tiere der Gebirge. Große Pandas, Kondore, Braunbären, Lamas, Makaken, Gemsen, Murmeltiere, Dickhornschafe.  

Murmeltiere (für Kinder und Jugendliche)  

Wandern zum Seitenanfang© ANDREAS HAPPE