Tiere der Arktis und Subarktis
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren

 

Die Fauna in Grönland, Island, Norwegen, Schweden .... Besonders die Tierarten, die auf Trekkingtouren zum Thema werden können. Die Seite ist gedacht als Informationsquelle für Wanderer, Trekkingguides und Reiseleiter.

 

Papageientaucher Island

Wandern zum SeitenanfangAllgemein

Auf dieser Seite sammeln sich nach und nach immer mehr kurze Abrisse über einzelne Tiere des hohen Nordens, besonders aus dem Blickwinkel des Wanderers.

Wandern zum SeitenanfangBesonderheiten Island

Wandern im Quadrat Islands Tierwelt ...

... ist interessant, aber nicht sehr artenreich. Vor der Besiedlung durch den Menschen gab es hier nur Vögel, Fische, Insekten, Robben, Polarfüchse und manchmal Eisbären, die zufällig mit einer Eisscholle von Grönland hierher trieben. Mit den Menschen kamen die Haustiere, insbesondere Schafe und Pferde, aber auch Mäuse und Ratten wurden auf Schiffen eingeschleppt.

Anders als bei anderen Tierklassen ist die Vielfalt der Vögel enorm groß. Im Landesinneren leben z.B. Goldregenpfeifer, Rotdrossel, Kurzschnabelgans und das Schneehuhn, in den Küstenregionen unzählige Seevögel.

IslandschafeWandern im Quadrat Landsäugetiere:

Der Polarfuchs ist ein Landsäugetier Islands, das schon vor der Ankunft des Menschen hier lebte. Anders der aus Pelztierfarmen entwichene Amerikanische Nerz, der die Vogelwelt nicht unerheblich gefährdet. Mäuse und Ratten verbreiteten sich von Schiffen aus. An der Küste kann man Seehunde beobachten.

Alle Nutztiere der Insel führten die nordischen Siedler im Zuge der Landnahme ein, darunter auch die heutigen Islandschafe. Bis heute überlässt man die gut markierten Tiere den kurzen Sommer über sich selbst, man lässt sie innerhalb festgelegter Landwirtschaftsbezirke frei herumziehen. Sollten sie jedoch die trennenden Zäune oder natürlichen Hindernisse (Flüsse, Wüsten, Berge) überwinden, werden sie zur Seuchenprävention auf der Stelle getötet. Im Herbst dann fängt man die Tiere beim Viehabtrieb (Réttir) wieder ein. Die Schafhaltung ist heute quotiert, um die Überweidung zu verhindern.

1771 brachte man 13 Rentiere aus Norwegen ins Land, man hoffte auf Vermehrung, um sie zu bejagen und aus ihrer Haltung anderweitig Nutzen zu ziehen. Heute leben etwa 3.000 Tiere dieser Art wild im östlichen Hochland der Insel; sie haben nie die erhoffte wirtschaftliche Bedeutung erlangt.

Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte man auch, den Moschusochsen anzusiedeln - jedoch ohne größeren Erfolg.

Einzelne Tierarten siehe unten.

Islandpferde:

Island ist die Heimat des Islandpferdes. Als eine von nur wenigen Pferderassen beherrscht es den Tölt, eine trittsichere, langsame bis schnelle Gangart ohne Sprungphase, bei der das Pferd also immer ein Bein am Boden hat, die deshalb für den Reiter sehr bequem ist und seinen Rücken schont.

Islandpferde dürfen wie alle lebenden Nutztiere zwar aus-, aber nicht wieder eingeführt werden. Dies soll verhindern, dass Krankheiten eingeschleppt werden, vor allem jedoch, dass nicht reinrassige Islandpferde (etwa die Föten tragender Stuten) fremdes Erbgut mitbringen und so die Ursprünglichkeit der Rasse gefährden.

siehe auch > Islandpferde

KüstenseeschwalbeWandern im Quadrat Vögel:

Besonders berühmt ist Island für seine Vogelwelt, vor allem die zahlreichen Vogelfelsen sind ein Magnet für Vogelbeobachter aus aller Welt. Als bekanntester Vogel Islands gilt der Papageitaucher. An den Vogelfelsen sind aber u. A. auch Trottellummen, Dickschnabellummen, Eissturmvögel, Gryllteisten und Basstölpel anzutreffen.

Im Landesinneren trifft man auf den Goldregenpfeifer, das Odinshühnchen, das Thorshühnchen, und auch der Sterntaucher ist an Gletscherseen zu beobachten. Auf den Sandern kann man häufig Skuas und Küstenseeschwalben beobachten, vor deren (Schein-)Angriffen man sich etwas in Acht nehmen muss, z. B. in dem man einen Stock über seinen Kopf hält.

Weiterhin kommen in größerem Umfang Singschwan, Zwergschwan und als einziger europäischer Brutstandort der eigentlich in Nordamerika beheimatete Trompeterschwan vor.

Der See Mývatn ist ein Ort ungewöhnlichen Artenreichtums an Wasservögeln, zum Beispiel Bergente und Spatelente. Überhaupt findet sich an diesem See in den Frühjahrs-, Sommer- und frühen Herbstmonaten die weltweit größte Vielfalt an Entenarten. Etwa ein Drittel der Enten- und Sägerarten überwintert auch am See.

In der Greifvogelwelt Islands kommen Gerfalke und Wanderfalke relativ häufig vor.

Einzelne Vogelarten siehe unten.

Wandern im Quadrat Meer und Binnengewässer

Die Gewässer um Island sind besonders fischreich, da der warme Golfstrom und der kalte Ostgrönlandstrom vor der Küste aufeinandertreffen. Zudem ist das Wasser kaum mit Giftstoffen belastet. Pflanzen wachsen bis zu einer Tiefe von 40 m, und in den Gewässern um Island leben rund 270 Fischarten.

EiderenteNach Island benannt ist die Islandmuschel, die ein Alter von über 400 Jahren erreichen kann.

In den isländischen Gewässern leben zahlreiche Walarten, wie zum Beispiel Nördlicher Zwergwal, Blauwal, Finnwal, Seiwal, Buckelwal, Schweinswale, Weißschnauzendelfin, Weißseitendelfin, Grindwal, Schwertwal, Nördlicher Entenwal und der Pottwal. Aktuellen Bestandszählungen zufolge gibt es in den Gewässern um Island etwa 50.000 Zwergwale und 17.000 Finnwale. Die Gesamtzahl der Wale wird auf rund 230.000 geschätzt.

Island hat 2003, nach knapp 20 Jahren Pause und trotz internationaler Proteste, wieder ein Walfangprogramm aufgenommen. In Island selbst wird über die Einstellung des Walfangs diskutiert, da die Anbieter von Walbeobachtungstouren einen Einbruch der Besucherzahlen befürchten. Die überwiegende Meinung der Bevölkerung ist dem Walfang gegenüber aufgeschlossen, wenn auch das Interesse an Walfleisch trotz intensiver Vermarktung stark nachgelassen hat. Japan ist der wichtigste Absatzmarkt für isländisches Walfleisch.

In Islands Binnengewässern ist die Vielfalt an Fischen nicht so artenreich wie vor der Küste. In den Flüssen und Seen leben Aale, Forellen, Lachse, Stichlinge und Saiblinge, also fast ausschließlich Lachsartige (Salmonidae), die teilweise für Wochen und Monate ins Meer wandern.

Wandern im Quadrat Details zu einzelnen Tierarten Islands:

Papageientaucher siehe > Papageitaucher

Islandpferde siehe > Islandpferde

Weitere Tier-Arten siehe unten.

Wandern zum SeitenanfangKrabbentaucher

Der Krabbentaucher (Alle alle) gehört zur Familie der Alkenvögel. Er ist der kleinste Alkenvogel und durch den kurzen Schnabel gekennzeichnet. Krabbentaucher brüten in großen Kolonien in der Arktis und können im Winter bis in die Nordsee ziehen. Er spielt eine große Rolle in der klassischen Ernährung der Inuit (siehe > Grönland).

Krabbentaucher sind mit einer Körperlänge von 19 - 21 cm und einer Flügelspannweite von 34 - 38 Zentimetern etwa halb so groß wie Papageitaucher. Abgesehen von der Schnabellänge besteht kaum ein Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern. Männchen sind etwas schwerer als Weibchen.

Bei erwachsenen Krabbentauchern im Prachtkleid sind der Kopf, der Hals, die obere Brust, die Oberseite des Rumpfes und die Oberseite der Flügel schwarz, die Unterseite des Rumpfes und die Unterschwanzdecken weiß und die Unterseite der Flügel grau. Die Schulterfedern sind weiß gerandet. Der Schwanz ist ebenso wie der schwarze Schnabel sehr kurz. Im Winter sind die Kehle und die vordere Seite des Halses, die Brust und die Seiten des Kopfes bis zu den schwarzen Wangen weiß. Die Iris ist schwarz und die recht kurzen Beine grau.

Der Flug ist geradlinig mit schnellen, schwirrenden Flügelschlägen. Zwischen den Tauchgängen liegt der Krabbentaucher mit hängenden Flügeln und eingezogenem Hals sehr tief im Wasser.

Der Krabbentaucher ist während der Brutzeit in den Kolonien sehr ruffreudig, ansonsten meistens stumm.

Lebensraum und Verbreitung

Krabbentaucher brüten in großen Kolonien in der Arktis auf steilen Küstenklippen und küstennahen Berghängen. Die größten Brutkolonien finden sich in der Thule-Region im Nordwesten Grönlands und auf Spitzbergen. Die dort befindlichen Brutvögel repräsentieren etwa 90 % der brütenden Krabbentaucher weltweit.

Während des Winterhalbjahrs kommen Krabbentaucher von der Grenze des Treibeises südlich von Nova Scotia im Westen des Atlantiks bis nach Großbritannien im Osten vor. Einige Ausnahmen erreichen sogar die Azoren und Florida.

Fortpflanzung, Aufwachsen

Krabbentaucher brüten in Kolonien, wobei die Koloniegröße zwischen tausend und mehreren Millionen Brutpaaren variieren kann. Die Brutkolonien finden sich gewöhnlich an Felsküsten mit einer Neigung von 25 bis 35 Grad. Sie nutzen aber auch Berghänge, die sich bis zu 30 km im Inland befinden können. Die Nester werden bis zu einer Höhe von 400 m üNN errichtet. Das Gelege besteht aus nur einem Ei.

Das Nest wird auf Geröllfeldern gebaut und liegt häufig in Spalten bis zu 1 m unterhalb der Oberfläche. Das einzelne Ei wird in eine Mulde aus kleinen Kieseln gelegt. Ein Felsen in der Nähe des Nestes wird für die Balz und als Startplatz für Flüge genutzt und gegenüber anderen Krabbentauchern verteidigt.

Das Ei wird meist im Juni gelegt. Es wird von beiden Elternvögel bebrütet, die sich durchschnittlich vier Mal am Tag abwechseln. Die Brutdauer beträgt etwa 29 Tage. Die Jungvögel benötigen 2 - 4 Tage und manchmal sogar bis zu 7 Tage, um zu schlüpfen. Das Weibchen bringt in den ersten Lebenstagen den größten Teil der Nahrung herbei, ab dem fünften Lebenstag übernimmt das Männchen allein die Fütterung.

Die jungen Krabbentaucher wachsen sehr schnell heran. Die Nestlingszeit beträgt etwa 28 Tage. Gewöhnlich fliegt der Jungvogel vom Nest in der Dunkelheit fort und wird von einem oder mehreren adulten Vögeln begleitet. Das Verlassen der Kolonie durch die Jungvögel verläuft weitgehend synchronisiert und die meisten Jungvögel sind innerhalb von 2 oder 3 Tagen aus der Brutkolonie verschwunden. Während sie die Kolonie verlassen, sind die Jungvögel einer großen Gefahr durch Raubmöwen und Eismöwen ausgesetzt.

Auf See wird das Küken ebenfalls von einem erwachsenen Vogel begleitet, meist handelt es sich dabei um den männlichen Elternvogel.

Nahrung

Krabbentaucher fangen ihre Nahrung unter Wasser. Hauptsächlich fressen sie Zooplankton in einer Größe zwischen 3 und 30 mm sowie Fischbrut. Meist sammeln sich Krabbentaucher zu großen Schwärmen, bevor sie auf Nahrungssuche gehen. Die bislang beobachteten Tauchgänge betrugen im Durchschnitt 25 Sekunden. Während der Tauchgänge legen die Vögel bis zu 25 m zurück.

Bestand und Gefährdung

Die Bestandserfassung ist schwierig und beruht auf Schätzungen.

Der Krabbentaucher wird häufig Opfer von Meeresverschmutzungen nach Öltankerhavarien. Die Überfischung der Meere hat aufgrund seiner Spezialisierung auf Krebstiere einen geringen Einfluss auf den Krabbentaucher.

Zu den Feinden adulter Krabbentaucher zählen Polarfuchs und Eismöwe. Gerfalken und Schneeeulen zählen ebenfalls dazu, haben aber eine geringere Bedeutung. Polarfüchse fressen auch die Eier und Jungvögel der Krabbentaucher. Auf Franz-Josef-Land wurden auch Eisbären beobachtet, die Brutvögel aus ihren Brutnischen herausgruben.

Literatur

Der Kosmos Vogelführer: Alle Arten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens. Svensson, Grant, Mullarney, Zetterström. Kosmos Verlags-GmbH & Co.

Wandern zum SeitenanfangKüsten-Seeschwalbe
  • Küstenseeschwalbeschwarze Kappe, roter Schnabel, kurze Beine
  • brütet an Stränden
  • brütet in großen Kolonien mit anderen Seeschwalben
  • verteidigt sehr agressiv ihr Gelege
  • legen über 20.000 km auf ihren Wanderungen zurück

Wandert man durch eine Kolonier von Küstenseeschwalben, so ist man der Angriffslustigkeit der mutigen Seevögel ausgesetzt. Dabei hilft ein Stock oder Hut, denn die Seeschwalbe hackt mit ihrem Schnalen immer auf den höchsten Punkt des Eindringlings. Also: Stock über den Kopf halten!

Küstenseeschwalbe bei Wikipedia

Wandern zum SeitenanfangPapageientaucher

Papageientaucher, IslandDer Papageitaucher aus der Familie der Alkenvögel brütet in Erdhöhlen an und auf Klippen und an deren Fuß im nördlichen Atlantik sowie im westlichen Nordpolarmeer. Man stuft den Papageitaucher derzeit als ungefährdet ein.

  • Wappentier Islands.
  • brütet an unzugänglichen Grashängen, Schutz vor Raubtieren.
  • Vorkommen an der Felsküste des Nordatlantik (Island, Irland, Norwegen, Spitzbergen).
  • schwimmt und taucht besser als er fliegt.
  • die bestzugängliche Papageitaucherkolonie Islands liegt auf Heimaey, jedes Jahr im August watscheln die jungen Puffins in die Stadt auf der Suche nach Nahrung. Die Kinder sammeln sie in Kartons ein und werfen sie an der Küste ins Meer.
  • im Sommer werden in Island bis zu 16.000 Tiere mit Netzen an drei Meter langen Stangen eingefangen
  • wird als Delikatesse gekocht oder gebraten, häufig mit Currysauce serviert
  • junge Papageientaucher werden noch nicht gegessen (ungeschriebenes Gesetz auf Island)
  • je älter der Papageitaucher, umso besser wird er

Merkmale

Der Papageientaucher ist etwa so groß wie eine Haustaube. Die Männchen sind etwas größer und schwerer als die Weibchen. In Europa ist die Art durch die weißen Kopfseiten und den großen, dreifarbigen Schnabel unverkennbar. Jungvögel haben einen kleineren, dunkelgrauen Schnabel mit rötlichen Streifen und dunkelgrauer Augenregion.

Verbreitung und Lebensraum

Das Brutareal der Art umfasst die Küsten und vor allem Inseln des nördlichen Atlantiks sowie des westlichen Polarmeeres.

In Europa brütet die Art u. a. auf > Island, Spitzbergen, entlang der Murmanküste bis Süd- Norwegen, auf den Färöer-Inseln, in Großbritannien und Irland sowie lokal an der Küste Schwedens und der Bretagne. Bis 1830 war die Art noch Brutvogel auf Helgoland. Derzeit gibt es auf Helgoland wieder vermehrt Sommerbeobachtungen, aber bislang noch keine Brutversuche.

Zur Brutzeit werden die Oberkanten grasbewachsener, steiler Klippen oder Geröllhalden an deren Fuß aufgesucht. Die besiedelten Klippenbereiche weisen meist eine mindestens 20 cm dicke, grabfähige Schicht auf, in der sich Höhlen befinden oder in der Höhlen gegraben werden können. Außerhalb der Brutzeit sind Papageitaucher noch stärker an das offene Meer gebunden als Lummen und Tordalke.

Papageientaucher, IslandWanderungen

Außerhalb der Brutzeit, von Ende August bis Anfang April, leben Papageitaucher ausschließlich auf dem offenen Meer. Papageitaucher verteilen sich weiträumig einzeln oder in kleinen Gruppen über den Atlantik, Konzentrationen in bestimmten Regionen sind nicht bekannt. Da fast alle Wiederfunde beringter Vögel angeschwemmte kranke oder tote Papageitaucher betreffen, sind die Winterquartiere vieler Populationen unbekannt. Insgesamt umfasst das Gebiet wohl den gesamten nördlichen Atlantik bis Nordafrika und das westliche Mittelmeer.

Ernährung

Hauptnahrung des Papageitauchers ist Fisch, im Winterhalbjahr können aber auch Vielborster und Krebstiere eine große Rolle bei der Ernährung spielen. Erbeutet werden die tagsüber erreichbaren Schwarmfische, vor allem Sandaal, Sprotte, Lodde und Hering.

Die Nahrung fängt der Vogel tauchend, die Vorwärtsbewegung unter Wasser geschieht mit den Flügeln. Papageitaucher tragen die gefangenen Fische quer im Schnabel. Sie werden mit der Zunge gegen den Oberschnabel gedrückt, bis die ganze Schnabellänge mit Fisch gefüllt ist. Während der Brutzeit liegen die Nahrungsgründe der Papageitaucher im Normalfall nicht mehr als 10 km von der Kolonie entfernt. Es wurden aber auch einzelne Papageitaucher beobachtet, die die Fische aus einer Entfernung von 70 km herantrugen. Papageitaucher können bis zu 2 min lang und bis zu 70 m tief tauchen, finden jedoch ihre Nahrung i. d. R. in geringeren Tiefen.

Kolonien

Papageitaucher brüten in dichten Kolonien. Die Ankunft in den Kolonien erfolgt in Westeuropa Anfang bis Mitte April, im Nordpolarmeer variiert die Ankunft durch die Abhängigkeit von der Schneeschmelze stark. Die Balz beginnt mit der Ankunft am Brutplatz, die Vögel kommen bereits als Paare dort an. Papageitaucher führen eine monogame Saisonehe, wobei der weit überwiegende Teil der Paare bereits im Vorjahr zusammen war. Kopulationen finden auf dem Wasser statt.

Zur Brut werden meist selbst gegrabene Höhlen benutzt. Seltener werden auch Höhlen von Sturmtauchern oder Wildkaninchen übernommen. Bruten in horizontalen Felsspalten oder zwischen Geröll kommen auch vor. Nur die unmittelbare Umgebung des Höhleneingangs wird vom Männchen gegen Artgenossen verteidigt. Die Höhlen werden mit dem Schnabel gegraben, das Material wird mit den Füßen nach draußen befördert. Die gegrabenen Höhlen sind im Normalfall maximal 0,75 - 1,50 m lang, selten bis 3 m. Die Öffnung ist 30 - 40 cm weit, der Gang hat einen Durchmesser von etwa 12,5 cm und die Nestkammer einen Durchmesser von 30-40 cm.

Die Eier werden auf den Höhlenboden oder auf eine dünne Schicht aus Federn, Pflanzenteilen und Seetang gelegt. Das Gelege besteht nur aus einem Ei, die Brutzeit beträgt 35-38 Tage.

Beide Partner brüten, hudern und füttern etwa zu gleichen Teilen. Das Futter wird den Nestlingen vorgehalten oder in der Nesthöhle fallen gelassen.

Die Nestlingsdauer ist abhängig von der Nahrungssituation. Gut ernährte Jungvögel fliegen nach ca. 40 Tagen. Wenige Tage vor dem Ausfliegen verlassen die Jungvögel nach Einbruch der Dunkelheit die Höhle, um das Fliegen zu trainieren. Diese Ausflüge erfolgen bis zu 10 mal pro Nacht und dauern meist nur bis zu 2 min. Die Jungvögel entfernen sich dabei maximal 15 - 20 m von der Höhle. Das endgültige Ausfliegen erfolgt selbständig, gut ernährte Jungvögel fliegen zum Meer, schlechter ernährte laufen oder hüpfen hangabwärts. Sobald das Meer erreicht ist, schwimmen die Jungvögel selbständig auf das Meer hinaus und kommen nicht wieder zur Kolonie zurück. Die Altvögel suchen die Kolonie noch bis zu 3 Wochen danach auf.

Bestand und Gefährdung

Der Bestand in Europa liegt um 7 Mio. Paare, man stuft den Papageitaucher derzeit als ungefährdet ein. Den mit Abstand größten Bestand hat Island mit allein 3 - 4 Mio. Paaren. Große Populationen leben außerdem in Norwegen, in Großbritannien und auf den Färöern.

In Großbritannien hat die Art zwischen 1900 und etwa 1950 stark zugenommen, danach blieb der Bestand dort lange unverändert.

Auf Island und den Färöern werden Papageitaucher in großem Umfang gefangen und gegessen. Anfang des 20. Jh. wurden auf den Färöern jährlich etwa 270.000 Exemplare gefangen, in den 70er Jahren immer noch rund 100.000 pro Jahr. Der Einfluss auf die Bestandsgröße ist jedoch gering.

Literatur

Svensson, L.; Grant, P. J.; Mullarney, K.; Zetterström, D.: Der Kosmos Vogelführer: Alle Arten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart. 1999.

Hans-Günther Bauer, Einhard Bezzel und Wolfgang Fiedler (Hrsg): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Alles über Biologie, Gefährdung und Schutz: Band 1: Nonpasseriformes - Nichtsperlingsvögel , Aula-Verlag Wiebelsheim, Wiesbaden 2005.

Urs N. Glutz von Blotzheim, Kurt M. Bauer: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Bd.8/2, Charadriiformes: Schnepfen-, Möwen- und Alkenvögel. Aula, Wiesbaden, 1999.

Wandern zum Seitenanfangweitere Vögel des hohen Nordens

Wandern im Quadrat Häufig zu sehende Vögel der Arktis und der Nordländer:

Alpenschneehuhn (Wikipedia)

Austernfischer " rote Stelzen " langen orangefarbener Schnabel " kräftige Stimme " brütet an Küsten, Seen und auf Wiesen in Bodenmulden

Regen-Brachvogel " langer, krummer Schnabel " dunkel gestreifter Scheitel " kichernde Stimme " brütet in Mooren und auf feuchten Heiden

Dickschnabellumme

Dreizehenmöwe: " tiefschwarze Flügelspitzen ohne Flecken " gelber Schnabel, kurze dunkle Beine " nimmt Beute an der Wasseroberfläche auf

Eiderente: brütet an der Meeresküste, sonst in seichten Buchten und Binnenseen, sehr gesellig - fliegen in langen Ketten niedrig über dem Wasser, wird gezüchtet für teure Daunen

Eismöwe: brütet in Felswänden in Küstennähe, häufig in der Nähe von Seevögelkolonien, auf Island und in Russland zuhause

Eissturmvogel: gedrungener Körper " schützt sich und seine Brut mit einem übelriechenden Sekret (wird deshalb auch oft Stinkmöwe genannt) " gleitet mir starr gehaltenen Flügeln  

Eistaucher: Brütet an Seen und Meeresbuchten in der Tundra. In Europa nur auf Island (300 Paare). Überwintert an der nord- und westeuropäischen Küste.

Gänsearten (z. B. Nonnengans, Schneegans, Meerente, Blässgans u. a.)

Goldregenpfeifer: Typisches Pfeifen wie wehmütige Stimme im Moor. Brütet auf der feuchten Bergtundra. Vorkommen im skandinavischen Fjäll.   Goldregenpfeiffer

Gryllteiste

Kiebitz: typische Federhaube

Koklrabe

Kormoran, Scharbe

Krabbentaucher

Kragenente " aus Nordamerika stammend und in Europa nur auf Island brütend " an reißenden Bächen oder Küsten mit starker Brandung " überwintert auf Island

Küstenseeschwalbe siehe > Küstenseeschwalbe

Odinshühnchen (Wikipedia)

Papageientaucher siehe > Papageitaucher

Reiherente: Tauchente. Brütet an größeren, nicht zu flachen Seen, und an der Küste. Auch an langsamen Flüssen zu sehen.

Rotdrossel

RotschenkelRotschenkel

Scharbe, Kormoran

Schneeammer

Schneeeule

Seeadler

Singschwan: Gelber Schnabel mit Höcker. Hält Kopf fast aufrecht. Ruft fast ständig.

Skua: Raubmöwe, zählt i. d. R. zu den Regenpfeiferartigen

Spatelente " brütet in Lavahöhlen und an der Laxá " überwintert auf eisfreien Seen (Myvatn)

Alpen-Strandläufer " Schnabel vorne etwas nach unten gebogen " fliegen in großen Scharen mit ausgezogener Spitze " brütet an der Küste und in Mooren

Tordalk " großer seitlich zusammengedrückter Schnabel " ähnlich der Trottellumme aber nicht so langer, spitzer Schnabel " schneller Flügelschlag und Schwanz überragt die ausgestreckten Füße " Einzelpaare brüten bevorzugt in Lummenkolonien

Thorshühnchen: brütet in der nassen Tundra, Küstenvogel auf Island, Spitzbergen, Bäreninsel

Trottellumme: entengroß, sitzt meist in aufrechter Haltung - brütet in großen dicht gedrängten Kolonien in Felsvorsprüngen - außerhalb der Brutzeit mindestens einige Kilometer von der Küste entfernt

Wiesenpieper: - warnt in Nestnähe mit zirpenden Rufen - hält sich häufiger am Boden auf - helle, schrille Stimme - brütet in Mooren und Feuchtwiesen - baut kunstvolle Bodennester

Zaunkönig: winziger Vogel häufig in Wassernähe - bei Erregung gestelzter Schwanz - sehr lebhaft und huscht häufig wie eine Maus durch Gestrüpp und Bodenbewuchs - brütet im Moosnest

Wandern zum SeitenanfangSäugetiere

Eisbär (Ursus maritimus, grönlandisch: Nanoq)

Moschusochse (Ovibos moschatus),

Rentier, Karibu (Rangifer tarandus): einziger domestizierter Hirsch und einziger, bei dem auch Weibchen Geweih tragen

Hermelin (Mustela erminea)

Lemming (Lemmus lemmus)

Polarwolf (Canis lupus arctos)

Polarhase (Lepus arcticus)

Polarfuchs (Alopex lagopus)

Wandern im Quadrat Meeressäuger

Minkwal

Buckelwal

Beluga

Schwertwal

Narwal

Grönlandwal

Walross

Robben: Grönlandrobben, Sattelrobben, Bartrobben, Ringelrobben

Die Inuit zählen auch den Eisbär zu den Meeressäugern, weil dieser die meiste Zeit seines Lebens auf dem Meer oder Pack- und Treibeis verbringt.

Wandern zum SeitenanfangLodde - Kapelan

Die Lodde oder der Kapelan (Capelin) ist ein kleiner Fisch, der in großen Schwärmen im Arktischen Ozean lebt. Die Lodde ist ein Schwarmfisch. Die Biomasse der riesigen Schwärme kann Millionen von Tonnen betragen. Sie leben in einer Meerestiefe von 0-300 m.

Die gemeine Lodde lebt je nach Jahreszeit im Arktischen Ozean und im Nordatlantik bis auf die Höhe von Neufundland. Eine Unterart (auch Pacific Capelin genannt) lebt im Nordpazifik bis auf die Höhe von Japan.

Erscheinungsbild und Name

Die Männchen werden rund 20 cm lang, die Weibchen bis 25 cm. Der Rücken ist olivfarben mit einem fließenden Übergang zu den silbernen Flanken- und Bauchschuppen. Die sehr kleinen Schuppen sind von dunklen Pünktchen umgeben. Die Körperform ist schlank und nur wenig gewölbt. Die Zähne sind winzig und kaum sichtbar.

Die Männchen tragen in der Laichzeit Reihen haarartig besetzter Schuppen an den Seiten, wahrscheinlich zum Zwecke besseren Kontakts mit den Weibchen beim Laichen. Sie erinnern angeblich an die Kleidung eines Geistlichen (oder möglicherweise auch an eine Mönchstonsur), weshalb der Fisch in Frankreich den Namen capelan trägt, wovon die englische Bezeichnung capelin und das deutsche Kapelan abgeleitet ist. Von diesem Zottenbesatz kommt auch der Name Lodde (= zottig) und der lateinische Beiname villosus (= zottig, behaart).

Lebenszyklus

Die Lodde verbringt die meiste Zeit ihres Lebens in Schwärmen auf hoher See, bis sich Teile des Schwarms einmal im Jahr (im Sommerhalbjahr) zum Laichen in das flache und wärmere Wasser in der Nähe der Küsten begeben. Bevorzugte Laichplätze sind die Küsten von Neufundland, > Grönland und Russland, die Südküste von > Island und die Fjorde der Finnmark, wobei die Lodden auch in Brack- und Süßwasser vordringen. Die pazifische Unterart laicht an den Küsten von Alaska und Britisch-Kolumbien.

Ein einzelnes Weibchen legt im flachen Brandungswasser zwischen 6.000 und 12.000 Eier ab, die in Trauben aneinanderkleben. Die Brandung spült die Eier bis zu 10 Zentimeter tief in den Meeresgrund. Viele der Fische laichen nur ein einziges Mal im Leben, die meisten sterben direkt nach dem Laichen. Eine große Anzahl geht an Entkräftung und Verletzungen zugrunde oder wird an den Strand gespült, noch bevor sie im flachen Küstenwasser Opfer von Seevögeln und Seehunden werden. Für die Inuit (Eskimo) sicherte das "Einsammeln" oder Fangen der Lodden einen Teil ihrer Nahrungsversorgung.

Nahrungskette

In den Laichgebieten ist die Lodde ein wichtiger Teil der Nahrungskette. Laich und Jungfische sind eine wichtige Nahrungsquelle für den Kabeljau. Große Kabeljauschwärme folgen der Lodde deshalb in ihre Laichgebiete. Auch zahlreiche Seevogelarten sind von ihrem regelmäßigen Laichen abhängig.

Die Lodde selbst ernährt sich hauptsächlich von tierischem Plankton am Rande des Eisschelfs. Ausgewachsene Lodden fressen auch Krill, kleine Schalentiere und Fische. Zu ihren Nahrungskonkurrenten gehören Polardorsch und Hering.

Fischerei

Die Lodde ist aufgrund ihrer großen wirtschaftlichen Bedeutung auf der isländischen 10-Kronen-Münze abgebildet.

Die regionalen Fischer fingen schon immer die Lodde in ihren Laichgebieten. Seit den 50er Jahren wird sie aber in Massen mit Schleppnetzen auf hoher See gefangen. Seit dem ist die Fangmenge stark gestiegen. Die Ausbeutung der Loddenbestände stieg dadurch in den 70er Jahren bis zur Gefährdung des ganzen Bestandes.

Seit den 80er Jahren gibt es staatliche Fangquoten. Die Bestände der Lodde haben sich seither nur teilweise erholt.

Die Weibchen werden vor allem wegen ihres Rogens gefangen, der im Handel als "Capelinrogen" oder "Isländischer Kaviar" angeboten wird. Besonders in Japan ist die Lodde auch ein beliebter Speisefisch ("Norwegischer Shishamo"). In ihren Laichgebieten wird die Lodde als Trockenfisch verzehrt. Die Männchen werden auch zu Fischmehl und Fischöl verarbeitet.

Wandern zum SeitenanfangLiteratur