Alpen: GTA - Grande Traversata delle Alpi

Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren

 

Trekking in einem ursprünglichen Berggebiet zwischen Wallis und Mittelmeer, Frankreich und Italien.

Allgemeines
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Die Grande Traversata delle Alpi (GTA) ist ein Weitwanderweg, der in rund 1000 km und 55 - 65 Tagesetappen den gesamten piemontesischen Westalpenbogen durchzieht, von den Walliser Alpen, Grajischen Alpen über die Cottischen Alpen bis zu den Seealpen und Ligurischen Alpen. Da dieser Teil der Alpen in zahlreiche Quertäler gegliedert ist, verlaufen die Tagesetappen oft über Pässe, die hochgelegene Talorte miteinander verbinden; andere Etappen sind Höhenwege innerhalb eines Tals.

Route
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Brunnen im PiemontEs wird zwischen einem Nordteil und einem Südteil unterschieden, als Grenze gilt das tief eingeschnittene Susa-Tal.

Die GTA kann in beide Richtungen begangen werden. In den deutschsprachigen Führern wird sie meist von Nord nach Süd beschrieben:

Der Einstieg in den Nordteil ist etwas problematisch. Der ursprüngliche Plan, die GTA am Lago Maggiore beginnen zu lassen, ist mangels geeigneter Unterkünfte nie realisiert worden. Eine für aus der Schweiz anreisende Wanderer attraktive Variante beginnt am Griespass; ein anderer Einstieg beginnt in Saas Almagell und trifft die GTA-Etappen erst in Alagna Valsesia.

Der offizielle Einstieg ist bei Molini di Calasca im Valle Anzasca, viele wählen aber auch Forno im Valstrona. Der Weg führt auf der Nordseite des Valsesia nach Alagna am Monte Rosa. Das westlich anschließende Aostatal wurde ausgespart. Der Weg biegt nach Süden ab, berührt den Wallfahrtsort Oropa und erreicht in Quincinetto am Durchbruch der Dora Baltea mit 295 m den tiefsten Punkt der gesamten GTA.

Der Weg führt sodann in sechs Etappen nach Westen, am Gran Paradiso vorbei bis in die Nähe der französischen Grenze, der er von dort an Richtung Süden folgt. Nach Querung von drei Tälern, die alle bei Lanzo Torinese in die Tiefebene münden, erreicht man nach insgesamt 26 Etappen den Ort Susa.

Im Südteil teilt sich die GTA mehrmals in verschiedene Varianten auf. Eine voralpine, schon ab Anfang Juni begehbare Variante ("Ostroute") ist im Bereich zwischen Susa- und Varaitatal aufgegeben worden: es gibt nicht überall Unterkünfte, Markierungen sind nur noch sporadisch zu finden, und Wege wachsen zu. Dem entgegen ist die westlichere Hauptvariante durchgehend begehbar. Die Infrastruktur ist etwas besser als im Nordteil.

Vom Susatal aus verläuft die GTA Richtung Süden. Sie quert die Täler Chisone, Germanasca und Pellice. Anschließend muss man den markanten Monviso umgehen. Das geht westlich durch das französische Queyras, oder östlich über zwei Hütten des italienischen Alpenvereins. Beide Varianten vereinen sich im Valle Varaita. Die GTA quert sodann die Täler Maira, Grana, Stura, Gesso und Vermenagna, bevor er in die Ligurischen Alpen führt und dort in Viozene (Gemeinde Ormea) nahe der Grenze zu Ligurien endet (Übergänge nach Frankreich in den Nationalpark Mercantour sind vom Stura-, Gesso-, und Vermenagna-Tal möglich).

Die GTA ist in der Regel ab Ende Juni bis Anfang Oktober schneefrei. Unter dieser Voraussetzung ist sie ein Bergwanderweg ohne technische Schwierigkeiten. Anspruchsvoll ist hin und wiedert die Orientierung in einsamem Gelände bei unregelmäßiger Markierung (rot-weiß-rot) und nicht immer eindeutig erkennbarem Wegverlauf. Die physische Schwierigkeit ergibt sich aus der Führung der Route quer zu den Tälern. Immer wieder geht es von Tal zu Pass zu Tal ... Die Höhenunterschiede liegen oft bei 600 - 1200 hm Auf- und Abstieg pro Tag. Besonders im Nordteil sind einige Etappen sehr lang.

Übernachtet wird kaum in Hütten, statt dessen meist in kleinen Gasthöfen und Privatquartieren in den Tälern.

Infrastruktur
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Alnhütten PiemontDer Weg kann von Forno bis Viozene ohne Zelt begangen werden. An allen Etappen sind Übernachtungsgelegenheiten eingerichtet ("posto tappa", mit rot-weiß-roter GTA-Markierung gekennzeichnet). Mit wenigen Ausnahmen wird dort Halbpension angeboten. Die Mehrheit der Posti Tappa befindet sich in hochgelegenen Talorten, wo es zumeist auch eine Einkaufsgelegenheit gibt. Ein Teil der Unterkünfte ist eher spartanisch (Schlafsaal mit Doppelstockbetten, zum Beispiel in einem alten Schulhaus oder in einem Almgebäude), ein Teil aber auch mit alten Möbeln in Privathäusern.

Einige wenige Etappen enden in Alpenvereinshütten. In den Wallfahrtsorten werden Pilgerunterkünfte genutzt.

Die GTA verläuft teilweise gemeinsam mit dem Sentiero Italia sowie der Via Alpina (roter/ blauer Weg). Der Weg ist einheitlich in rot-weiß-rot markiert, zum Teil mit schwarzem Schriftzug "gta", zuweilen auch "S.I.". Im Rahmen der neueren, EU-geförderten Initiative Via Alpina wurden Übersichtstafeln in den Etappenorten geschaffen. Dennoch gilt der Einstieg in den Weg in größeren Orten oft als schwer zu finden, und die wenigsten Einheimischen kennen die GTA. Unterwegs ist die Markierung von sehr unterschiedlicher Qualität, oft ändert sie sich auf der Passhöhe. Die 50.000er Karten des Istituto Geografico Nazionale sind uneinheitlich.

In deutscher Sprache liegt ein regelmäßig neu aufgelegter Wanderführer von Bätzing vor. Ergänzende Informationen und aktuelle Korrekturen werden auf zwei Webseiten bereitgestellt (s.u.). Ein italienischer Führer in Buchform ist nur für den Südteil erschienen, aber seit den 1990er Jahren vergriffen.

Landschaft und Kultur
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Wandern PiemontDie GTA ist im Sinne der ökologischen Höhenstufen kein alpiner, sondern ein überwiegend montaner und subalpiner Weg. Sie verläuft ganz überwiegend durch früher intensiv genutzte, dicht besiedelte Kulturlandschaft.

Die traditionelle Berglandwirtschaft ist im Verlauf des 20. Jahrhunderts weitgehend zusammengebrochen. Die von der GTA berührten Täler haben von 1870 bis 2000 einen Bevölkerungsrückgang von oft 80 % erlitten; obere Talorte sogar von 90 bis 95%. Manche Weiler, in denen früher hundert Menschen lebten, sind ganz aufgegeben, in anderen wohnen noch ein oder zwei alte Leute. Zum Teil kehren Nachkommen in den Sommermonaten zurück und richten sich das geerbte Anwesen als Zweitwohnung her, zum größeren Teil verfallen die Häuser ungenutzt.

Da der Zusammenbruch der traditionellen Strukturen deutlich später als im benachbarten Frankreich erfolgt ist, hat man auf der GTA noch reichhaltige Gelegenheit, Relikte der alten Wirtschaftsweise zu beobachten. Oft verläuft die GTA auf alten Wegen, die früher die einzelnen Weiler einer Gemeinde miteinander verbanden. Besonders beeindruckend (und angenehm zu nutzen) sind die befestigten "Mulattieras" (Maultierpfade) in den Kastanienwäldern der kollinen Höhenstufe. Diese Stufe war dicht besiedelt, bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine Kastanienkrankheit die bisherige Ernährungsgrundlage schlagartig vernichtete. In höheren Lagen kann man immer wieder Begrenzungsmauern alter Ackerterassen entdecken, da in jeder Gemeinde zur Selbstversorgung auch Getreide angebaut wurde. Lebendig ist in einigen Gegenden, insbesondere im Nordteil, noch die Almwirtschaft.

Die Alpentäler waren kulturell eigenständig und hatten über zahlreiche fußläufige Passverbindungen hinweg engeren Kontakt mit benachbarten Gegenden in Frankreich und in der Schweiz als in die Po-Ebene. Bis ins 20. Jahrhundert hinein bildete der Alpenhauptkamm auch keine Sprachgrenze. Das Valsesia ist altes Siedlungsgebiet der Walser. In den Lanzo-Tälern wurde wie im Aosta-Tal Frankoprovenzalisch ("Arpitan") gesprochen. Im unteren Susa-Tal wurde wie in der Tiefebene Piemontesisch gesprochen. Südlich des Susatals war geschlossenes okzitanisches Sprachgebiet. Erst in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs lernte ein nennenswerter Teil der Bevölkerung Italienisch. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Rückgang der Regionalsprachen nicht mehr aufzuhalten; in einigen abgelegenen Tälern leben aber auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch Familien, die zu Hause Okzitanisch sprechen.

Eine weitere kulturelle Besonderheit war die Gemeinschaft der vorreformatorisch-evangelischen Waldenser, die in den Waldensertälern Chisone, Germanasca und Pellice, von grausamen Verfolgungen unterbrochen, ein toleriertes Rückzugsgebiet hatten.

Geschichte der GTA
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Wanderschuhe am SeeDie Idee für die GTA stammt aus Frankreich, wo um 1970, zeitgleich mit der Erfindung der Europäischen Fernwanderwege, eine Grande Traversée des Alpes eingerichtet wurde. Ab Mitte der 1970er Jahre begann eine Gruppe Turiner Bergbegeisterter um die Rivista della Montagna und die libreria della montagna das Konzept eines Fernweges entlang des piemontesischen Alpenbogens auszuarbeiten. Das ehrenamtliche Comitato Promotore konstituierte sich später als ein Verein, die Associazione GTA. Man legte eine Trasse fest, organisierte Übernachtungsgelegenheiten, engagierte nebenamtliche Gastgeber, trieb öffentliche Mittel auf, um die Unterkünfte zu möblieren, markierte die Wege, und beschrieb immer neue Etappen in Zeitschriftenartikeln; 1981-89 erschienen Wanderführer in Buchform. 1982 wurde erstmals ein organisiertes Trekking angeboten, und bis Mitte der 1980er Jahre wurde intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit betrieben.

Infolge dieser Bemühungen erlebte die GTA ab 1979 einen Boom mit bis zu 300 Übernachtungen pro Saison und Etappenort. Nach wenigen Jahren erlahmte das Interesse der italienischen Wanderer jedoch und einige 'posti tappa' auf der Ostroute im Südteil wurden geschlossen. Auch das Engagement der Initiatoren ließ stark nach; nach einer großartigen ehrenamtlichen Aufbauleistung schaffte man es nicht, der GTA eine dauerhaft tragfähige Organisationsstruktur zu geben und Mittel aus der Tourismus- und Berggebietsförderung zur Finanzierung eines Sekretariats einzuwerben. Im Verlauf der 1990er Jahre schliefen die Aktivitäten der Associazione weitgehend ein.

Seit 1985 wird die GTA im deutschen Sprachraum von Werner Bätzing als Beispiel für ökologisch verträglichen Tourismus propagiert; 1989 brachte er einen Wanderführer heraus, der seitdem regelmäßig aktualisiert wird. Durch Zeitschriftenartikel und Bildbände machten neben Bätzing auch einige weitere Reisejournalisten und Wanderleiter wirksame Öffentlichkeitsarbeit für die GTA. Tatsächlich nahm die Zahl der Trekkingtouristen aus dem deutschen Sprachraum ab Mitte der 1980er Jahre stark zu und glich den Rückgang der italienischen Wanderer ungefähr aus.

Heute (2000er Jahre) wird die GTA ganz überwiegend von Wanderern aus dem deutschen Sprachraum begangen. Die Wanderer sind im Mittel eine gute Woche auf der GTA unterwegs; es gibt viele Wiederholer. Die Übernachtungszahlen in den einzelnen Etappen sind nicht ermittelbar, dürften aber typischerweise in der Größenordnung von 100 bis 200 pro Saison liegen (woraus man erschließen kann, dass pro Saison um die 1000 Fernwanderer auf der GTA unterwegs sind). Es ist klar, dass jedes Absinken der Übernachtungszahlen den Fortbestand einzelner Etappenunterkünfte und damit die Attraktivität der GTA als ganzer gefährden würde.

Links
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michael-kleider.de/service: Michael Kleider gibt hier Infos zum GTA, auch viele schöne Fotos.

Fotojournalistin Iris Kürschner

gtaweb: Allgemeine Tipps und aktuelle Etappeninformationen

Bericht und sehr aussagekräftige Photos aus dem Nordteil der GTA

Facebook-Seite über die GTA mit vielen Reportagen und eindrucksvollen Photos

GTA bei Wikipedia

Literatur, Karten
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Grande Traversata delle Alpi / gta: Teil 1: Der Norden. Rotpunktverlag Zürich.

Grande Traversata delle Alpi, Teil 2, der Süden. Rotpunktverlag Zürich.

EmpfehlungIris Kürschner & Dieter Haas: GTA - Grande Traversata delle Alpi: Durch das Piemont bis ans Mittelmeer. 65 Etappen. Mit GPS-Tracks. Bergverlag Rother München 2011.

Eberhard Neubronner: Der Weg vom Monte Rosa zum Mittelmeer. Grande Traversata delle Alpi. Verlag Berg und Tal München 2006.

Gillian Price: Through the Italian Alps: Grande Traversata Delle Alpi (GTA). Cicerone Press Limited, 2005.

Luisa Vogt: Regionalentwicklung peripherer Räume mit Tourismus? Eine akteursorientierte Untersuchung am Beispiel des Trekkingprojektes Grande Traversata delle Alpi. Fränkische Geographische Gesellschaft, Erlangen 2008.

Bericht in der DAV-Panorama 02/2011

Teile des Inhalts stammen aus Wikipedia.org, überarbeitet und erweitert vom Webmaster
Wandern zum Seitenanfangvon Andreas Happe