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KÖNIGSSEE,
Obersee
& Sankt Bartholomä ...
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren

 

... der dunkle Fjord am Watzmann.

Obersee am Königssee

St. Bartholomä vom Halsköpfl

Wandern zum SeitenanfangAllgemeines

Berchtesgadener Land: Eine der schönsten Landschaften der Alpen wird durch den Königssee und seine beiden kleinen Brüder Obersee und Mittersee geprägt. Dieser steile Fjord hat dazu geführt, dass die Region um den Watzmann Ende der 70er Jahre zum Nationalpark erklärt wurde. Erst der tief eingeschnittene Königsee macht den Watzmann zu dem hoch aufragenden Monument mit seiner berühmten Ostwand, die 1800 m fast senkrecht in den Königssee abfällt.

Die Seen gehören zur Gemeinde Schönau am Königsee bei Berchtesgaden. Die einzige Zufahrt trifft beim Dorf Königssee auf den See. Dort, an der Seelände, starten die Boote nach St. Bartholomä und Salet.

Der Königssee ist ein internationales Reiseziel. Etwas die Hälfte der Besucher kommt aus dem Ausland. Trotzdem ist der Reiz des Sees nicht gestört, denn die Besucher konzentrieren sich mit Kurzbesuchen auf St. Bartholomä, Salet und den Ort Königssee. Insgesamt sind die Besucherzahlen etwas zurück gegangen.

Wandern zum SeitenanfangKönigssee
Königsee
Fläche: 5,220 km²
Länge/Breite: 7,5 km / 1,3 km
Umfang: 20 km
maximale Tiefe: ca. 200 m
mittlere Tiefe: ca. 100 m
Zuflüsse (Westufer): Eisbach
Schreinbach (Schrainbach)
Zuflüsse (Ostufer): Königsbach
Kesselbach
Reitlgraben
Fallaugraben
Brandgraben
Obersee/Mittersee
Abflüsse: Königsseer Ache
Höhe über NN : 603 m
Einzugsgebiet: 137 km²

Während der letzten Eiszeit wurde der tiefe Graben des heutigen Sees von Eisströmen ausgeschürft. Die Schönheit des Sees und seines Ufers gaben den Ausschlag für den Nationalpark Berchtesgaden, der auch einen Großteil des Sees umfasst.

Gespeist wird der Königssee im wesentlichen durch den südöstlich gelegenen Obersee und fließt durch die Königsseer Ache und Berchtesgadener Ache zur Salzach ab. Im Westen öffnet sich zur Ostwand des Watzmann das tief eingeschnittene Eistal. Aus dem Eistal bricht der Eisbach hervor, der durch den mitgeführten Schutt eine Halbinsel gebildet hat, die rund 85 Hektar große Hirschau, auf der die alte Wallfahrtskirche St. Bartholomä und ein Jagdschlösschen (mit Gasthaus im Parterre) liegen. Der See ist sehr reich an Forellen und Saiblingen und wird durch einen Berufsfischer genutzt. Einen schönen Blick auf den See hat man von den Aussichtspunkten Feuerpalven (Nähe Gotzenalm), Archenkanzel (Nähe Kuhroint-Alm) und Malerwinkel (beim Ort Königssee).

Der See wird von der Bayerische Seenschifffahrt mit 17 großen Elektrobooten befahren, hinzu kommt noch ein kleineres Elektroboot, welches das Meisterstück eines Bootsbaumeisters ist. Die ersten Elektroboote gingen 1909 zu Wasser, das älteste noch fahrende Schiff wurde im Jahr 1920 gebaut. Erst 2003 wurden statt dem üblichen Holzrumpf zwei Boote mit Stahlrumpf gebaut. Neben dem Ausgangspunkt Ortsteil Königssee werden die Haltestellen Kessel (Bedarfshaltestelle), St. Bartholomä und Salet (Saletalm) angefahren. Auf etwa halber Fahrtstrecke nach St. Bartholomä wird Touristen mittels Trompete vom Bootsführer das beeindruckende Mehrfach-Echo an den steilen Gebirgshängen demonstriert.

Motorboote fahren kaum auf dem Königssee. Genehmigungen dafür haben nur der Fischer, die 2 Übersee-Wirte, die Bundespolizei, der Jäger und die Almbauern.

Der Fischer von St. Bartholomä hat das Monopol auf den Fischfang, den er mit Zug- und Stellnetzen betreibt. Er verkauft neben der Kapelle leckeren frisch geräucherten Fisch.

Am nördlichen Ende des Sees liegt östlich des Abflusses in die Königsseer Ache der Ortsteil Königssee. Etwa 250 m südlich des Abflusses zur Königsseer Ache und ca. 30 m vom Ostufer, noch im seichteren Nordteil des Sees und direkt an der Abbruchkante zur Tiefe liegt die kleine Felseninsel Christlieger (ca. 25 x 60 m). Eigentümer ist der Freistaat Bayern.

Da im Einzugsbereich des Sees (außer etwas Almwirtschaft) keine Landwirtschaft betrieben wird und die Ansiedlungen am See seit den 1980er Jahren an die Kanalisation angeschlossen sind, ist der See ausgesprochen nährstoffarm, sehr sauber und hat Trinkwasserqualität.

Baden im See ist erlaubt und es gibt ein paar schöne Stellen dazu. Besonders erwärmend ist dieses Vergnügen aber nur im übertragenen Sinne, denn die Wassertemperatur treibt den Schwimmer meist recht schnell wieder ans Ufer. Nach warmen windstillen Wetterlagen jedoch sind die oberen Schichten von ihrer Temperatur her durchaus erträglich.

Wegen seiner Größe friert der See nur in sehr kalten Wintern zu, im Schnitt etwa alle 5 - 10 Jahre. Voraussetzung hierfür sind ein sehr kaltes Wetter mit Windstille. Die Schifffahrt wird dann eingestellt. Wenn sich eine ausreichend dicke Eisdecke gebildet hat (mind. 15 cm), wird ein Wanderweg über das Eis nach St. Bartholomä markiert und für Fußgänger, Radfahrer und Langläufer freigegeben. Der markierte Weg sollte eingehalten werden, da die westliche Seite des Sees immer eine dünnere Eisdecke aufweist als die östliche. Mahnung an die Übermütigen ist der VW-Käfer, der - ohne Erlaubnis - am 19. Januar 1964 nachts über den See fuhr und auf dem Rückweg von St. Bartholomä mitsamt Fahrer in die Tiefe sank. Erst 1997 wurden das Fahrzeug und die sterblichen Überreste des Fahrers mittels U-Boot in einer Tiefe von 120 m gefunden.

Mehr Details zu der Geschichte und das interessante Video einer U-Boot-Tauchfahrt, auf dem man den VW Käfer sehen kann, bekommt man unter koenigssee.berchtesgadeninfo.de.

> Wochenend-Wander-Touren am Königssee

Wandern zum SeitenanfangObersee & Mittersee
Obersee am KönigsseeDer Obersee ist ein natürlicher Bergsee. Vom wenig nördlich gelegenen Königssee ist er durch einen Moränenwall und einen Bergsturz aus dem 11. Jh. getrennt.

Das Einzugsgebiet des Sees erstreckt sich über 38 km², mit einer mittleren Tiefe von 30 m und einer maximalen von 50 m. Mit einer Länge von 1,3 km, einer Breite von 400 m und einem Umfang von 3,5 km umfasst er eine Wasserfläche von 57 Hektar. Sein Wasserspiegel liegt bei 613 m.

Am Südufer liegt auf einer Höhe von 620 m die 500 Jahre alte Fischunkelalm, die von Mitte Mai bis Mitte Oktober von zwei Sennerinnen bewirtschaftet wird.

An den Längsseiten des insellosen Sees ragen 1000 m hohe Felswände auf, während am südlichen Ufer das Gelände zuerst sanft ansteigt. Von der dahinter aufsteigenden 470 m hohen Röthwand stürzt der Röthbachfall als höchster Wasserfall Deutschlands - manchmal nur in einem dünnen Faden - auf den Almboden herab. Von der nördlich sich anschließenden Brustwand kommt der Landtalgraben herunter. Die Bäche vereinigen sich, versickern in der Fischunkel, dem hintersten Teil des Tals, und fließen dem Obersee unterirdisch zu. Der Obersee verliert sein Wasser über einen rund 600 m langen Wildbach an den Königssee.

Auf halbem Wege zum Königssee weitet sich der Bach nach Süden zum kleinen Mittersee. Dieser ist rund 110 m lang und 60 m breit. Der Wasserspiegel liegt auf einer Höhe von 608 m.

Der Obersee wird seit der Schaffung des Nationalparks Berchtesgaden nicht mehr befischt. Heute finden sich im Obersee zahlreiche Fischarten, darunter vor allem der Seesaibling und die Seeforelle.

Im Sommer kann man am Obersee in der Fischunkelalm (einfach) einkehren, aber nur im Freien. Gasträume sind nicht vorhanden. In der Nähe der Alm gibt es auch schöne Badeplätze. Handynetz nur für Notrufe.

An sonsten Einkehr in > Salet (drinnen und draußen, erinnert drinnen an Kantinen-Atmosphäre). Aber: Mitte Oktober bis Ende April gehen keine Boote nach Salet, dann ist dort geschlossen.

Wandern zum SeitenanfangSankt Bartholomä

Wallfahrtskapelle neben dem Jagdschloss der Wittelsbacher auf der Halbinsel Hirschau. Sie ist nur per Schiff oder über lange Fußmärsche zu erreichen.

Die Kapelle stammt in einigen Teilen noch aus dem 12. Jahrhundert. Seit dem 17. Jahrhundert ist sie im Stil des Barock gestaltet. St. Bartholomäus galt als Schutzherr der Almbauern und Sennerinnen. Die Kapelle besitzt zwei Zwiebeltürme und rote Kuppeldächer. Der Grundriss imitiert von der Form den Salzburger Dom. Die Kirche enthält Stukkaturen des Salzburger Künstlers Josef Schmidt und einen Dreikonchenchor, die Altäre in den einzelnen Konchen sind jeweils St. Bartholomäus, St. Katharina und St. Jacobus geweiht. Die Kapelle sollte 1867 abgerissen werden, da der Pfarrei das Geld für die Instandhaltung fehlte. Ludwig II verhinderte den Abriss durch eine großzügige Spende aus seinem Privatvermögen.

Die traditionelle Wallfahrt findet einmal im Jahr Ende August statt. Die Wallfahrer (im Jahr 2006 waren es über zweitausend) steigen in einem 15-stündigen Fußmarsch beginnend in Österreich über das Steinerne Meer und den Funtensee nach Sankt Bartholomä ab.

Neben der Kapelle liegt das gleichnamige ehemalige Jagdschloss aus dem 14. Jahrhundert (damals aber nur ein Fischerhaus), mehrmals umgebaut. Das Gebäude war bis 1803 eine Beherbergungsstation der Berchtesgadener Fürstpröpste . Danach war es ab 1810 Jagdschloss der Wittelsbacher, und heute ist es eine Gaststätte.

Empfehlenswert ist ein gemütlicher Spaziergang um die Halbinsel oder, etwas mühevoller, bis zur Eiskapelle, einer Höhle im Firn unterhalb der Watzmann-Ostwand. Gehzeit ca. 1:30 h.

Eine Übernachtung kann man in St. Bartholomä nicht buchen.

Wandern zum Seitenanfang empfehlenswerte Literatur, Karten etc.

Rund um den Königssee: Wanderführer mit Tourenkarten und Höhenprofilen (KOMPASS-Wanderführer)

Vergessene Pfade um den Königssee: 32 außergewöhnliche Touren abseits des Trubels (Bruckmann)

Nationalpark Berchtesgaden, Watzmann, Königssee: Topographische Karte 1:25000 (Alpenverein)

weitere siehe > Watzmann Literatur

Wandern zum Seitenanfang© ANDREAS HAPPE