HARZ: Oberharzer Wasserregal
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Wandern und Radeln im Weltkulturerbe.

Huttaler WiderwageHarzer Wasserwirtschaft

Oberharzer Wasserregal und Bergbau im Harz

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Wandern im Quadrat Tipp:

Zum Oberharzer Wasserregal gibt es einen empfehlenswerten Wanderführer: Oberharzer Wasserregal - Oberharzer Wasserwirtschaft (Basiswissen für Draußen): In den letzten Jahren wurden rund um die Bergstadt Clausthal-Zellerfeld 22 Wasserwanderwege angelegt. Sie führen entlang von Seen und Teichen, Wasserläufen und Gräben ... immer mittendrin in der wasserreichen Bergbaugeschichte des Harzes. Viele der Wanderwege sind nur ein paar Kilometer oder auch nur wenige Hundert Meter lang und eignen sich für kurze Spaziergänge. Andere bieten tagesfüllende Wanderungen. Die Autorin Nicole Wunram beschreibt nicht nur diese Wege, Sie führt auch umfassend und kurzweilig in die Bedeutung des Wasserregals ein. Am sichtbaren Objekt zeigt sie die erstaunlichen Zusammenhänge zwischen den Systemen und die ausgefeilte Technik, mit der trotz einfacher Hilfsmittel das bedeutendste Energieversorgungs und -managementsystem seiner Zeit erbaut wurde ... und alles beruht auf Wasserkraft. Die Wegbeschreibungen enthalten neben praktischen Tipps zu Parkmöglichkeiten, ÖPNV-verbindungen, Empfehlungen für Einkehr und Unterkunft und Hinweise auf weitere interessante Sehenswürdigkeiten auch Infos, wo geangelt oder gebadet werden kann. Gut gefallen hat mir auch die Liste der aktiven Teiche. So lassen sich schöne Wanderausflüge für die ganze Familie planen. Wenn Du technisch und/oder historisch interessiert bist, ist dies ein empfehlenswertes Infopaket.

Wandern im Quadrat Das Oberharzer Wasserregal

... ist ein im 16. bis 19. Jh. geschaffenes System zur Umleitung und Speicherung von Wasser, das Wasserräder und Pumpen in den Bergwerken des Oberharzer Bergbaus antrieb. Es gilt als das weltweit bedeutendste vorindustrielle Wasserwirtschaftssystem im Bergbau. Die Anlagen wurden zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Sie werden zu einem großen Teil weiterhin betrieben, wobei Zweck überwiegend die Pflege der historischen Kulturlandschaft, Naturschutz, Tourismus und Badebetrieb sind. Einige Stauteiche spielen noch eine Rolle im Hochwasserschutz und bei der Trinkwassergewinnung. Sie erstrecken sich über ein Gebiet von rund 200 qkm im niedersächsischen Teil des Harzes.

Regal bedeutet in diesem Zusammenhang königliches Hoheitsrecht. Mit dem Bergregal verlieh der Landesherr das Recht, Bergbau zu betreiben und mit dem Wasserregal, das Recht das zur Verfügung stehende Wasser dafür zu nutzen. Andere Wassernutzer, z. B. Wassermühlen, hatten eine niedrigere Priorität. Dieses Wasserregal war Bestandteil der Bergfreiheiten und in Niedersachsen bis in die 1960er Jahre gültig. Sehr häufig wird auch der Begriff Oberharzer Wasserwirtschaft für diese historischen Anlagen verwendet. Dieser ist aber nicht ganz eindeutig, da im Oberharz in den letzten hundert Jahren auch eine intensive moderne Wasserwirtschaft durch Talsperren entstanden ist.

Wandern im Quadrat Der Oberharzer Bergbau

Der Oberharz gehörte einst zu den bedeutendsten Metallrevieren Europas. Die Hauptprodukte des Oberharzer Bergbaus waren Silber, Kupfer, Blei und Eisen, ab dem 19. Jh. auch Zink.

Haupteinnahmequelle war Silber. Ab 16. bis Mitte 19. Jh. wurden etwa 40-50 % des in ganz Deutschland geförderten Silbers im Oberharz gewonnen. Die darauf zu entrichtenden Abgaben trugen erheblich zu den Steuereinnahmen der Fürsten- und Königshäuser von Hannover und Braunschweig-Wolfenbüttel bei und sicherten ihnen Macht und Einfluss innerhalb des Deutschen Reichs. Die Lukrativität des Bergbaus rechtfertigte einen hohen Einsatz an Investitionen und führte zu Innovationen und technischen Erfindungen (z. B. Drahtseil).

Heute wirkt der Harz wie eine Naturlandschaft. Der Bergbau im Harz begann aber schon in der Bronzezeit vor etwa 3000 Jahren und hat die Region reich gemacht. Nicht nur die Harzer Bergstädte profitierten von der Ausbeutung der Kupfer-, Blei-, Eisen- und vor allem Silberbergwerke. Der Reichtum sicherte auch den Einfluss der alten Kaiserstadt Goslar und der Fürsten und Könige von Hannover und Braunschweig-Wolfenbüttel. Lange Zeit war der Oberharz eines der bedeutendsten Metallreviere Europas und politisch und technologisch der Zeit weit voraus. Hier wurde z.B. das Drahtseil erfunden und über Jahrhunderte fast die Hälfte des in Deutschland geförderten Silbers ans Tageslicht gebracht. Um 1700 lagen die Abbaugebiete schon 300 m unter der Erdoberfläche, und um 1830 hatte man sich in 600 m Tiefe schon bis unter den Meeresspiegel gegraben.

Interessante Schaubergwerke vermitteln dem heutigen Besucher die beeindruckenden Techniken des historischen Erzabbaus. Eine Liste mit Adressen der Schaubergwerke und Bergbaumuseen bekommen Sie bei den Touristinformationen oder im Internet unter www.harzlife.de/extra/bergwerk-museum.html.

Wandern im Quadrat Bergbau und Wasser

Bergbau ist, besonders unter Tage, sehr energieintensiv. Im Oberharz wurde Gangerzbergbau betrieben. Der Abbau folgte den fast senkrecht stehenden Erzgängen in die Tiefe. Doch schon nach wenigen Metern erschwerte einsickerndes Wasser den Abbau. Zunächst wurde dieses von auf Leitern stehenden Männern, den sogenannten Wasserknechten, mit Ledereimern abgeschöpft. Durch den Einsatz von Pferden und Göpelanlagen konnten dann größere Wassermengen gehoben werden. Pferde waren aber teuer und mussten regelmäßig nach wenigen Stunden ausgewechselt werden. Daher bemühte man sich, zumindest bei den ergiebigen, tiefen Bergwerken, auf wasserbetriebene Konstruktionen auszuweichen. Sie arbeiteten nach ihrem Bau ohne Pause 24 h am Tag. Dazu wurden Bäche auf Wasserräder umgeleitet, die Kolbenpumpen antrieben, um aus größerer Tiefe und in größeren Mengen Wasser abzupumpen. Das Prinzip hieß: Wasser durch Wasser heben. Für den Betrieb der Wasserräder war ständig die ausreichende Versorgung mit Aufschlagwasser notwendig. Der Oberharz ist zwar mit Jahresniederschlägen von über 1300 mm /Jahr recht niederschlagsreich, doch die Bergwerke lagen meist sehr hoch in der Nähe der Wasserscheiden, wo es nur wenige dauerhaft ergiebige Bäche gab. Darüber hinaus führen die Gebirgsbäche im felsigen Gelände sehr wechselnde Wassermengen. Nach wenigen niederschlagsarmen Wochen war oft die Energieversorgung der Bergwerke gefährdet. Wassermangel führte bei einigen Bergwerken sogar dazu, dass sie aufgegeben werden mussten.

In ihrer Blütezeit gehörten die Oberharzer Bergwerke zu den tiefsten der Welt. So wurden bereits um 1700 Schachtteufen von 300 m überschritten. Um 1830 erreichte man eine Tiefe von 600 m und befand sich damit unter dem Niveau des Meeresspiegels. Große Schachtteufen bedingen einen höheren Energieaufwand zur Förderung von Erz und Grubenwasser und zwangen zu besonders großen Anstrengungen. Häufig errichteten die Bergleute neue Wasserbauwerke in den Perioden, in denen aufgrund des Mangels an Aufschlagwasser keine Förderung möglich war. Wenn sich die Wasserräder nicht mehr drehten, konnte das untertage einsickernde Grubenwasser nicht mehr gefördert werden; das Bergwerk "soff ab", und der Bergmann wurde "ausgetrieben". In diesen Phasen konzentrierte sich die Beschäftigung auf den Ausbau der Anlagen des Oberharzer Wasserregals.

Wandern im Quadrat Wasserleitungs- und Speicherungselemente

Insgesamt wurden 143 Stauteiche, 500 km Gräben und 30 km unterirdische Wasserläufe zur Sammlung, Umleitung und Speicherung des Oberflächenwassers angelegt. Zusätzlich können dem Wasserregal Wasserlösungsstollen (= Entwässerungsstollen) von zirka 100 Kilometer Länge zugeordnet werden. Die Harzwasserwerke betreiben heute 65 Stauteiche, 70 Kilometer Gräben und 20 Kilometer Wasserläufe und halten sie instand.

Das Prinzip besteht darin, das Wasser in fast parallel zu den Höhenlinien verlaufenden Gräben zu sammeln und in die Bergbauregion zu leiten. Diese Hanggräben können durchaus zehn oder mehr km lang sein. Oft wurde das so eingesammelte Wasser nicht direkt zu den Wasserrädern geleitet, sondern in Stauteichen gespeichert, um auch in trockenen Perioden genügend Aufschlagwasser zur Verfügung zu haben. Von den Grundablässen der Stauteiche konnte das Wasser in ein separates Grabensystem zur Beaufschlagung der Wasserräder eingeleitet werden. Meist ordnete man mehrere Wasserräder kaskadenartig hinter- und untereinander an, so dass das Wasser mehrere Wasserräder nacheinander antreiben konnte. Um das Wasser über möglichst viele Wasserräder leiten zu können, musste es jeweils auf einem möglichst hohen Niveau gesammelt, gespeichert und weitergeleitet werden. Die damalige Technik erlaubte es nicht, Staudämme mit einer Höhe von mehr als etwa 15 m zu bauen. Auch dies sprach dafür, eher viele kleine Teiche als wenige große anzulegen. Durch die Kaskadenanordnung sind mehrere landschaftsprägende Teichkaskaden entstanden, die aus 4 bis 6 Teichen bestehen.

Die meisten Wasserräder waren "Kunsträder" und wurden zum Antrieb von Pumpen eingesetzt. Mitunter musste die Kraft über mehrere hundert Meter lange Transmissionen zum Pumpenstandort übertragen werden. Bedeutendere Bergwerke verfügten darüber hinaus über ein Kehrrad, welches zur Förderung der Erze eingesetzt wurde. Alle Wasserräder wurden oberschlächtig beaufschlagt. Bis auf einige Rekonstruktionen sind die Wasserräder während des letzten Jh. verschwunden.

Oberharzer WasserregalWandern im Quadrat Bauwerke

Wandern im Dreieck Stauseen

Die 143 Stauteiche und Talsperren werden durch Erddämme angestaut. Die Dammhöhen variieren zwischen 4 und 15 m, das Stauvolumen liegt bei etwa 150.000 Kubikmeter.

Wandern im Dreieck Gräben

Die Gräben sind höhenlinienparallele Hanggräben mit einem sehr geringen Gefälle von weniger als einem Promille und werden von einem Grabenweg begleitet.

Wandern im Dreieck unterirdische Wasserläufe

Die zwischen 20 und 1000 m langen Wasserläufe (unter einem Wasserlauf versteht man den unterirdisch verlaufenden Teil der Gräben ) waren die teuersten Investitionen des Oberharzer Wasserregals. Sie lohnten sich dennoch wegen ihrer geringeren Betriebskosten und der höheren hydraulischen Leistungsfähigkeit.

Wandern im Dreieck Sonderbauwerke

Der Sperberhaier Damm ist ein von 1732 bis 1734 errichtetes Aquädukt mit über 900 m Länge und 16 m Höhe.

Der Oderteich weicht hinsichtlich seiner Baustoffe und Abmessungen ganz erheblich von den übrigen Oberharzer Teichen ab. Er war nach seiner Fertigstellung im Jahre 1722 bis zum Beginn des modernen Talsperrenbaus im Jahre 1892 die größte Talsperre Deutschlands.

In der Polsterberger Hubkunst konnte Wasser des Dammgrabens mittels Wasserkraft auf ein 8 Meter höheres Niveau gepumpt werden.

Die Huttaler Widerwaage kann Wasser in zwei verschiedene Richtungen fließen lassen.

Wandern im Quadrat Touristische Erschließung

Aufgrund der Vielzahl der Bauwerke und der Länge der Gräben lässt sich das Oberharzer Wasserregal am besten wandernd (oder mountainbikend) besichtigen. Auf Betreiben der Harzwasserwerke wurden in den letzten Jahren viele Wasserwanderwege angelegt. Anhand von Hinweistafeln auf markierten Wegen kann man die typischen Elemente des Oberharzer Wasserregals kennenlernen.

Bis auf wenige Ausnahmen können die meisten Teiche im Sommer zum Baden benutzt werden. Der überwiegende Teil ist an örtliche Angelvereine verpachtet.

Wandern im Quadrat Geschichte und Entwicklung des Oberharzer Wasserregals

ab 200 n. Chr.: Bergbauliche Tätigkeiten im Oberharz lassen sich für diese Zeit anhand archäologischer Funde nachweisen.

12. & 13. Jh.: Blütezeit, als der Bergbau im gesamten Harz durch die Mönche des Zisterzienserklosters Walkenried organisiert und verwaltet wurde. In diese Zeit fällt auch der erste Einsatz von Wasserrädern zur Energieversorgung der Bergwerke.

Die mittelalterliche Pest entvölkerte den Harz weitgehend und brachte den Oberharzer Bergbau nahezu zum Erliegen.

ab 1520: Eine deutliche Wiederbelebung erfolgte auf Veranlassung des Braunschweig-Wolfenbütteler Herzogs Heinrichs des Jüngeren. Besonders dessen Sohn Herzog Julius von Wolfenbüttel forcierte den begonnenen Oberharzer Erzbergbau und veranlasste die Anlage einer Vielzahl von Teichen und Gräben.

Die großräumige Nutzung der Wasserkraft machte den Aufschwung des Bergbaus im Oberharz möglich. Die immer tiefer werdenden Bergwerke benötigten mit der Zeit immer mehr Energie. Wassermangel nach niederschlagsarmen Monaten oder nach längeren Frostperioden war immer wieder ein begrenzender Faktor für den Bergbau. Der Ausbau erfolgte durch Erhöhung bestehender Teichdämme, Anlage neuer Staudämme, Anlage neuer Gräben und Verlängerung bestehender Grabentouren.

Wandern im Dreieck Weitere Verbesserungen: Wasserläufe und Wasserlösungsstollen

16. - 17. Jh.: Etwa 80-90 % der Stauteiche des Oberharzer Wasserregals entstanden, während das Dammgrabensystem noch bis Mitte des 19. Jh. weiter ausgebaut wurde. Diese Bauwerke trugen erheblich dazu bei, dass der Harz in der frühen Neuzeit zum größten Industriegebiet Deutschlands wurde.

im 19. Jh.: Ein Beispiel für den weiteren Ausbau des Wasserregals ist die Optimierung einiger Grabenrouten (Dammgraben, Oberer und Unterer Rosenhöfer Fall) durch Anlage von sogenannten Wasserläufen (unterirdische Wasserüberleitungsstollen). Durch sie konnte die Grabentour deutlich abgekürzt werden. Dadurch war ein sicherer Winterbetrieb möglich, da Wasser unter Tage nicht einfriert. Des Weiteren war der Unterhaltungsaufwand für eine kurze Tunnelstrecke gegenüber einer längeren Grabentrasse deutlich geringer. Ein besonderer Vorteil lag aber auch in der höheren hydraulischen Leistungsfähigkeit: Durch die kürzere Distanz bei gleichem Höhenunterschied hatte der Wasserlauf ein höheres Gefälle. Anfangs wurden die untertägigen Strecken mühsam mit Schlägel und Eisen aufgefahren. Später wurde auch Schwarzpulver als Sprengstoff zu Hilfe genommen, was den Bau der Wasserläufe erheblich erleichterte und vorantrieb.

Da die meiste Energie für das Abpumpen von Grubenwasser benötigt wurde und der Bedarf hierfür mit den tiefer werdenden Bergwerken immer mehr anstieg, versuchte man schon früh, das Wasseraufkommen durch Anlage von Wasserlösungsstollen zu reduzieren. Hierzu wurden vom Bergwerk aus Strecken in die tiefergelegenen Täler aufgefahren, durch die das Wasser im freien Gefälle ablaufen konnte. Je tiefer das Entwässerungsniveau lag, um so länger mussten die Stollen werden. Der längste dieser Stollen, der Mitte des 19. Jh. erbaute Ernst-August-Stollen, ist 35 Kilometer lang. Er sammelt das Wasser aus den Bergwerken in Bockswiese, Lautenthal, Zellerfeld, Clausthal und Wildemann und führt es nach Gittelde an den Harzrand.

Die Erfindung der Dampfmaschine und der Elektrischen Energie änderte nicht sofort die Wasserkraftnutzung. Diese Energieformen wurden aber sukzessive im Oberharz eingeführt. Bei der Einführung der Dampfmaschine spielten bis zum Bau der Innerstetalbahn auch die Schwierigkeiten, Kohle in ausreichenden Mengen heranzuschaffen, eine Rolle.

1864: Mit der Verstaatlichung der Bergwerke durch das Königreich Hannover fielen neben den Bergfreiheiten auch sämtliche Wassernutzungsrechte an den Staat. Damit beanspruchte das Königreich Hannover auch das Wasserregal. Nach dem Anschluss des Königreiches Hannover an das Königreich Preußen übernahm die Königlich-Preußische Bergbauinspektion und später die Preussag den Betrieb der Bergwerke des Oberharzes. Eine Bestandsaufnahme aus dem Jahre 1868 ergab, dass durch das Oberharzer Wasserregal insgesamt 198 Wasserräder mit unterschiedlichen Durchmessern und einer Gesamtleistung von etwa 3000  PS (ca. 2,2 MW) angetrieben wurden.

Um 1900 wurden Schachtteufen von 1000 Metern erreicht. Die Förderung der Erze wurde damit immer aufwendiger. Gleichzeitig musste man bei immer besser werdenden Transportmöglichkeiten auch mit anderen Metallgewinnungen im In- und Ausland konkurrieren. Raubbau während des Ersten Weltkrieges und sehr niedrige Metallpreise in der Weltwirtschaftskrise verursachten auf deren Höhepunkt um 1930 eine große Stilllegungswelle, als große Bergwerke in Clausthal-Zellerfeld, Bockswiese und Lautenthal schließen mussten.

1930: Nach Einstellung des Bergbaus wurde das Wasser aus dem Oberharzer Wasserregal von der Preussag zur Stromerzeugung genutzt, wobei teilweise neue Bauwerke errichtet wurden.

Anfang 1980er Jahre: Die Wasserkraftwerke wurden stillgelegt, nachdem die Wasserrechte erloschen waren und die Wirtschaftlichkeit der Kraftwerke bei stark steigenden Löhnen und stagnierenden Strompreisen immer mehr zurückging. In Sankt Andreasberg wird das Wasser des Oderteichs, welches über den Rehberger Graben herangeführt wird, noch heute zur Stromerzeugung genutzt. Neben den Kraftwerken Teichtal und Grundstraße befinden sich zwei Kraftwerke in der Grube Samson: In 130 m Teufe das Kraftwerk Grüner Hirsch sowie das Kraftwerk Sieberstollen auf 190 Meter Teufe.

Harzer Wasserregalab 1991: Um den Landeshaushalt zu entlasten, wurden die Harzwasserwerke mit der Aufgabe betraut, 65 Stauteiche, 70 Kilometer Gräben und 20 Kilometer Wasserläufe zu betreiben und instand zu halten. Die Betreuung des Oberharzer Wasserregals lassen die Harzwasserwerke von ihrem Betriebshof Clausthal durchführen. Öffentliche Mittel werden hierfür nicht eingesetzt: Die Kosten für die Unterhaltung, jährlich ein siebenstelliger Betrag, müssen die Harzwasserwerke über ihren Trinkwasserverkauf selbst erwirtschaften. Neben den von den Harzwasserwerken betreuten Anlagen gibt es noch eine Vielzahl von Dammresten, Wasserlaufmundlöchern und vor allem mehrere 100 km Gräben, die nicht gepflegt werden. Diese Bauwerke genießen einen so genannten passiven Denkmalschutz . Das bedeutet, dass sie dem natürlichen, sehr langsamen Verfall preisgegeben sind, aber auch nicht durch moderne Maßnahmen ohne denkmalschutzrechtliche Genehmigung zerstört werden dürfen.

bis 1992: In Bad Grund wurde der Oberharzer Erzbergbau noch fortgeführt, doch war für den Betrieb nur ein kleiner Teil der Anlagen des Oberharzer Wasserregals erforderlich.

Siehe auch unter > Wirtschaft im Harz

Wandern im Quadrat Ähnliche Systeme

Vergleichbare Systeme zur Energieversorgung von Bergwerken gibt es mit der Revierwasserlaufanstalt im historischen Silberbergbau bei Freiberg, in Kongsberg (Norwegen), in Schemnitz (heute Slowakei) sowie mit dem Unterharzer Teich- und Grabensystem im Unterharz. Es ist gesichert, dass zwischen diesen Gebieten ein reger Erfahrungsaustausch stattfand. Das Oberharzer Wasserregal ist jedoch das umfangreichste und am meisten vernetzte System, sowohl bezüglich der Anzahl als auch der Größe (Grabenlängen, Stauvolumina etc.) der Bauwerke.

Wandern im Quadrat weitere Links zum Oberharzer Wasserregal

www.ohwr.de: Sehr interessante Führungen zum Thema Wasserwirtschaft und Bergbau im Harz für Wanderer, mit dem Rad und auf viele andere Arten und Weisen bis zum Pferdeschlitten. Die Themen reichen vom Harzer Wasserregal über den Nationalpark bis zur Hirschbrunft im Herbst...