GRIECHENLAND: GESCHICHTE
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Die Geschichte der Griechen.

Avliotes, Korfu, Griechenland

Zeittafel

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Wandern im Quadrat Altertum:

3300-1100 v. Chr.: Minoische Kultur. Einwanderer aus Kleinasien vermischten sich mit der Urbevölkerung. Kontakte zu Ägypten und Mesopotamien wirkten befruchtend. Große Handelsflotte, aber kaum Befestigungen, daher vermutlich kaum kriegerische Konflikte.

um 2000 v. Chr.: Einwanderung indogermanischer Stämme (Achäer, Ioner), Vermischung mit Urbevölkerung (Pelasger).

Zypernab 1600 v. Chr.: Mykenische Kultur, erste Hochkultur des europäischen Festlands und früheste Kultur, die Schriften in griechischer Sprache hinterließ. Einflüsse der minoischen Kultur finden sich hier wieder.

Um 1450 v. Chr. eroberten die Festlandsgriechen das minoische Kreta, die Kykladen, die Dodekanes (um Rhodos) und weitere Ägäisinseln sowie die minoischen Siedlungen an der kleinasiatischen Küste.

1250 - 1100 v. Chr.:

  • Klimawandel, der am östlichen Mittelmeer zu extremen Trockenphasen führt.
  • Zeitgleich bricht der Handel zusammen und es werden viele mykenische Zentren zerstört. Die Gründe sind unklar. Oft werden die sog. Seevölker dafür verantwortlich gemacht, die in weiten Teilen des östlichen Mittelmeerraumes viele Staaten (z.B. Mykene, Ägypten, Hethiter) bedrohen und tlw. (Mykene, Hatti) zerstören. Die Herkunft der Seevölker ist ungeklärt.
  • Der Kampf um Troja (Ilias) spiegelt Konflikte der Festlandsgriechen mit den Kleinasiatischen Stadtstaaten wider.

1200 - 1000 v. Chr.: Einwanderung der Dorer aus Nordwesten. Sie waren durch ihre eisernen Waffen strategisch im Vorteil ggü. den mit Bronzeschwertern kämpfenden mykenischen Kriegern.

Wandern im Quadrat Antike:

Ab 8. Jh. V. Chr.:

  • Die Griechen übernehmen die relativ einfache Schrift der Phönizier und entwickelten sie weiter. Mündlich überlieferte Mythen und Sagen werden schriftlich festgehalten. Ob es Homer wirklich als Person gegeben hat, ist umstritten.
  • Die Polis als Staatsform entsteht. Die Versammlung der freien männlichen Bürger bestimmt die Politik überschaubarer Gebiete, die von einer Stadt dominiert werden.
  • Sparta und Athen, daneben auch Theben, werden zu den wichtigsten Stadtstaaten. Sparta ist vom kriegerischen Geist durchdrungen und zieht seine Bedeutung aus militärischer Stärke, Athen wächst als Handelsmacht.
  • Seeexpeditionen der Hellenen (Bewohner des Festlandes). Erforschung des Mittelmeeres bis an den Atlantik und über das Schwarze Meer bis zum Kaukasus. Im ganzen Mittelmeerraumwerden zahlreiche griechische Kolonien gegründet.

6. Jh. v.Chr.:

  • Perserkönig Kyros erobert sein Großreich zwischen Indien und Kleinasien. Mit der Eroberung Phöniziens erbeuteten die Perser eine große Flotte und bedrohten den Mittelmeerraum.

490 v. Chr.:

  • Schlacht bei Marathon: Sieg der Athener über das persische Eroberungsheer, das mit großer Flotte aus Kleinasien über die Inseln angriff.

480 v. Chr.:

  • Perserkönig Xerxes zieht mit einem Landheer über die Dardanellen auf Griechenland zu, während die Flotte parallel angreift. An einem engen Pass, den Termopylen, halten die Griechen die Übermacht der Perser auf, bis ein Verräter den Angreifern einen Weg zeigt, der die Verteidiger umgeht. König Leonidas hält mit 300 Spartanern die Perser noch so lange auf, dass sich die griechischen Verbände zurück ziehen konnten. Alle Spartaner ließen dabei ihr Leben.
  • Durch den Zeitgewinn können die Griechen sich auf ihre Schiffe zurück ziehen, während die Perser Athen plündern und abbrennen. In der Seeschlacht bei Salamis besiegen die Griechen dann die haushoch überlegene persische Flotte. Daraufhin zieht sich Xerxes zurück.
  • Im Folgejahr versuchten die Perser ihren letzten Angriff, wurden aber bei Platää zurückgeschlagen.
  • Anschließend wurden von den griechischen Verbündeten nach und nach die Inseln und die kleinasiatischen Küstengebiete zurückerobert.

Ab 5. Jh.v. Chr.:

  • Stadtstaaten prägen die klassische Periode, vor allem Athen, Sparta und Theben.
  • In Athen entwickelt sich eine Demokratie mit Gleichheit vor dem Gesetz, Verfassung und (Scherben-)Gericht.
  • Nach dem Sieg über die Perser in den Perserkriegen brechen alte Konflikte neu aus und vor allem Athen und Sparta bekämpfen sich.
  • 406 geht Sparta als Sieger aus den peloponnesischen Kriegen hervor, Athen musste seine langen Mauern abreißen und seine große Flotte wurde auf 12 Schiffe reduziert.
  • 371 fällt Sparta nach Aufständen der griechischen Städte. Grund war u.a. die Struktur Spartas, in der eine kleine Kriegerelite die Herrschaft über die Massen nicht halten konnte.

359 - 336 v. Chr.:

  • Philipp II unterwirft als König von Makedonien die zerstrittenen griechischen Städte. Theben wird zerstört, Athen von Zerstörung verschont.
  • Das Volk der Makedonen ist mit den Griechen verwandt, wird von letzteren aber als Barbaren bezeichnet.
  • 336 v. Chr. wird Philipp II ermordet. Sein Sohn Alexander übernimmt die Macht.

Nach 330 v. Chr.:

  • Alexander der Große erobert mit dem Perserreich den größten Teil der damals bekannten Welt.
  • Der Schüler des Aristoteles versucht, Hellenismus, persische und indische Kulturen zu verbinden.
  • Nach seinem Tod wird das Reich auf die drei Diadochen, seine Freunde und Generäle, aufgeteilt.
  • In Griechenland brechen viele Konflikte aus, was letztlich die Römer auf den Plan ruft.

Wandern im Quadrat Römer:

146 v. Chr.:

  • Pergamon, Rhodos und Athen rufen die Römer gegen die Makedonen zur Hilfe. Die Römer besiegen die Makedonen, unterjochen aber auch die griechischen Städte. Große Teile der griechischen Intelligencia werden als "Edelsklaven" nach Rom gebracht.
  • Griechenland wird an das Römische Reich angeschlossen. Damit endet die Unabhängigkeit für fast 2000 Jahre. Die griechische Kultur lebt aber im Römischen Reich fort und prägt zunehmend die römische Gesellschaft. Die griechische Kultur wird in Rom modern.

um 50 n. Chr.:

  • Erste christliche Gemeinden entstehen in Griechenland durch die Missionierung der Apostel Paulus und Andreas.

Wandern im Quadrat Byzanz:

330 n. Chr.

  • ... verlegt Kaiser Konstantin seinen Sitz nach Konstantinopel und legt den Grundstein für das oströmische, Byzantinische Reich.
  • Byzanz formt das kulturelle Erbe Griechenlands und Roms zu einer neuen christlichen Zivilisation.
  • Unter den Byzantinern erfolgte besonders auf dem Peloponnes ein wirtschaftlicher Aufschwung.

7. & 8. Jh.: Viele Slawen wandern nach Griechenland ein, füllen die von der Pest entvölkerten Gebiete und werden assimiliert.

1202:

  • Kreuzzug, 1204 wird Konstantinopel von den Franken erobert. Auch weite Teile Griechenlands werden von Franken und Venezianern erobert. Letztere setzten sich bis zum Ende des 14. Jh. immer weiter durch.

Wandern im Quadrat Osmanen:

1453:

  • Das Byzantinische Reich fällt nach langen Kämpfen endgültig an die Osmanen.
  • Die Griechen leben fast 400 Jahre lang unter osmanischer Herrschaft.
  • Sie bewahren ihre Sprache, Religion und byzantinische Identität.

1458-1503:

  • Venezianer und Osmanen ringen um Griechenland.
  • Nach 1503 gehört Griechenland zum Osmanischen Reich.
  • Die Griechen behalten ihre Sprache und Kultur und ziehen sich nach innen zurück.

1699 - 1715:

  • Venezianer greifen die Osmanen an.
  • Peloponnes wird Königreich Morea unter venezianischem Schutz.
  • 1715 wird Morea von den Osmanen zurückerobert, Burgen und viele Städte zerstört.

Wandern im Quadrat Befreiung bis Weltkrieg II

1815: Die Ionischen Inseln erklären sich zur Republik.

1821 erheben sich die Griechen (mit Hilfe von England, Frankreich und Russland) gegen die geschwächten Türken und erkämpfen ihre Unabhängigkeit. In dieser Zeit kam es, gefördert durch Deutsche, Engländer und Franzosen, zu einer Änderung der Identität der Griechen: Sie sehen sich zunehmend als Nachfahren der antiken Hellenen und nicht mehr als Byzantiner.

  • 1827: Briten, Franzosen und Russen vernichten die osmanische Flotte bei Navarino.
  • 1828: Die Osmanen verlassen Griechenland.
  • 1832: Prinz Otto von Bayern wird auf ausländischen Druck König von Griechenland (> Otto von Nafplion).
  • 1862: Militärputsch, der dänische Prinz Georg wird König. Ausbau der Infrastruktur.
  • 1864 fallen die Ionischen Inseln an Griechenland.
  • 1869 Eisenbahnbau beginnt.
  • 1881 Teile von Epirus und Thessalien kommen an Griechenland.
  • 1893 Kanal von Korinth wird gebaut.
  • 1913: Kreta, die Ostägäis und Makedonien kommen nach den Balkankriegen an Griechenland.
  • 1919 kommt auch Westthrakien an Griechenland, das damit fast seine heutigen Grenzen erhält.
  • 1947 werden die Dodekanes-Inseln an Griechenland übergeben.

Nach 1910:

  • Ministerpräsident Venizelos enteignet Großgrundbesitzer und Orthodoxe Kirche und verteilt das Land in kleinen Einheiten an landlose Bauern.

Im 1. Weltkrieg

  • ... kämpft Griechenland auf Seiten der Entente, anschließend allein weiter gegen die Türken.
  • 1922 Niederlage, große Flucht und Vertreibung der Griechen aus Kleinasien.

1929/30:

  • Weltwirtschaftskrise trifft Griechenland stark.
  • Hauptexporte Rosinen, Wein und Tabak werden fast unverkäuflich.

1935:

  • Erste Militärdiktatur unter General Metaxas, mit Zustimmung des Königs.
  • Opposition wird brutal unterdrückt.

Nach 1940:

  • Italien greift Griechenland an. Die griechischen Streitkräfte halten Stand.
  • 1941 kommt Deutschland Italien im Balkanfeldzug zu Hilfe, beide besetzen Griechenland.
  • Partisanen leisteten erbitterten Widerstand. Die Deutschen antworten mit Terror und Massakern. Für einen getöteten deutschen Soldaten werden 100 Zivilisten durch die SS hingerichtet.

Wandern im Quadrat Nachkriegszeit

Nach 1944: Der Befreiung bei Kriegsende schließt sich ein 4-jähriger Bürgerkrieg an. Verschiedene Partisanengruppen, Familienclans und die Exilregierung kämpfen um Einfluss. In den Bürgerkrieg greifen britische Truppen ein, um den westlichen Einfluss auf Griechenland zu sichern. Der Bürgerkrieg fordert 100.000 Todesopfer und verursacht große Verwüstungen.

1952: NATO-Beitritt, Investitionen der westlichen Industrieländer (Rohstoffverarbeitung, Asbestfabriken, Aluminiumhütten).

Die Clans der Karamanlis und Papandreou wechseln sich an der Macht ab. In der ersten Zeit dominieren die Karamanlis. Das Militär erhält riesige Anteile am Staatshaushalt.

Papandreou arbeitet zuerst erfolgreich an einem liberalen Kurs. Er muss aber nach Konflikten mit dem König, dem Verteidigungsminister und den Amerikanern zurücktreten. In Folge unterstützt der König verschiedene Minderheitenregierungen. Ämter werden ge- und verkauft, die Korruption explodiert.

Wandern im Quadrat Diktatur

Die Wahlen 1967, wo es wahrscheinlich eine linke Mehrheit gegeben hätte, wurden durch einen Putsch des Militärs verhindert. König Konstantin stellte sich anfangs auf die Seite der Putschisten. Ob die CIA in den Putsch involviert war, ist umstritten.

Bus1967 - 1974: Militärdiktatur unter Oberst Papadopoulos. Unterdrückung der Opposition und Terror. Der König, vom Volk als Unterstützer des Putsches gehasst, geht mit seiner Familie ins italienische Exil.

1973: Studenten, Schüler und Arbeiter beteiligen sich an Aufständen, die brutal unterdrückt werden. Papadopoulus wird abgesetzt, und der Geheimdienstchef Ionnidis übernimmt die Macht.

Ionnidis unterstützt den Anschluss > Zyperns und löst damit die zweite Zypernkrise aus. Nach massiven Repressionen gegen die türkische Minderheit besetzt das türkische Militär den Norden der Insel (siehe > Geschichte Zypern). Nach diesen Aggressionen gegen einen NATO-Partner verlor Ionnidis die Unterstützung des Militärs und der USA und musste zurück treten.

Wandern im Quadrat Nach der Diktatur

1975: Abschaffung der Monarchie. Griechenland wird parlamentarische Präsidialdemokratie. Karamanlis (Nea Dimokratia, bürgerlich) und Papandreou (PASOK, sozialdemokratisch) wechseln sich wieder an der Staatsspitze ab, wo der Präsident große Macht hat.

1981 Mitglied der EWG

Wirtschaftliche Miseren, klamme Staatsfinanzen, Skandale, Vetternwirtschaft und Korruption prägen die Politik. Reform- und Sparpolitik ist extrem unpopulär und wird regelmäßig mit Abwahl bestraft.

1999: Die Beziehungen zur Türkei bessern sich. Beim Erdbeben in der Türkei helfen griechische Einsatzkräfte, Griechenland befürwortet unter bestimmten Bedingungen einen Beitritt der Türkei zur EG.

2002: Aufnahme Griechenlands in die Euro-Währungsunion.

Wandern im Quadrat Wanderführer, Reiseführer, Karten und weitere Literatur

... siehe unter > Literatur