Indien: Geschichte
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(Letzte Änderung: 15.10.2010)

Zeittafel
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(die Ereignisse in Südindien sind rechtsbündig dargestellt)

seit 40.000 v. Chr. Menschen im heutigen Indien
seit 7000-6000 v. Chr. möglicherweise erste Bauern

3500 v. Chr. im Norden: neolithische Revolution
ab 3300 v. Chr. Indus-Kultur-Schrift, nicht entziffert
3000 - 1500 v. Chr. Blütezeit der Indus-Kultur. Proto-Drawiden.

Einfalltore für Eroberer: pakistanisch-afghanische Grenzgebiete und Westküste des Dekkhan
arische Hirten, Skythen, Griechen, Römer, Hunnen, Juden, Araber

1500 - 500 v. Chr.: Ausbreitung der Arier aus Afghanistan und Zentralasien in Indus und Gangesebene. Verdrängung der Drawiden nach Süden. Erste Phase des Hinduismus (Vedismus).
1500 - 1200 Entstehung der Veden.

1000 v. Chr. im Süden immer mehr Eisenwerkzeuge. Eroberer aus Norden mit Eisenwaffen und Pferden, Megalithgräber. Wahrscheinlich Drawidas.

800 v. Chr.: Entstehung der Upanishaden, enthalten philospohische Doktrien.

6. Jh. v. Chr.: Buddhismus und Jainismus als Gegenbewegung zu Brahmanenkult.
563-486: Gautama Buddha
327-325 v. Chr.: Alexander der Große am Indus

320-185 v. Chr.: Maurya-Dynastie. Strassenbau in Nordindien. Entstehung der Char Dham, der Pilgerreise zu den 4 Quellen des Ganges: Yamunotri, Gangotri, Kedarnath, Badrinath.

274-232 v. Chr.: Ashoka. Beherrschte als erster (mit Ausnahme des extremen Südens) ganz Indien. Das gelang erst 2000 Jahre später wieder dem Mogulherrscher Aurangzeb. Nach Eroberung Kalingas Umkehr zur Gewaltlosigkeit. Verbreitung des Buddhismus. Rechtschaffenheit und religiöse Toleranz. Bau vieler Stupas, z.B. Kanchipuram (Chennai). Gute Kontakte zu Cholas, Pandyas, Kerala putras und Satya putras. Brahmi-Schrift (verwand mit aramäisch, vermutlich aus Iran importiert, 2. Schrift nach Piktogrammen der Induskultur, Basis für alle heutigen Schriften Indiens).

um die Zeitenwende: Epos Mahabharata, 18 Bücher, 100.000 Doppelverse. Ramayana. Ausbau der Handelsbeziehungen zum Römischen Reich unter Umgehung der Seidenstrasse.

319 nC: Das Gupta-Reich vereint den größten Teil Nordindiens.
510 nC: Gupta-Reich von Hunnen besiegt. Zerfall in Hindu-Fürstentümer, die sich bis zum Erscheinen der Moslems im 11. Jh. halten.

100-200 nC: Sagam-Zeitalter der Tamil-Kultur in Südindien
300-500 nC: Kalabhras herrschen in Südindien
400-600 nC: Aufstieg der Pallavas
630-668 nC: Mahamalla König der Pallavas
985-1012 nC: Rajaraja erneuert die Macht der alten Chola-Dynastie und ersetzt die Pallavas

8. Jahrh.: Shankara reformiert Hindu-Philosophie und -Lehre. Padmasambhava verbreitet Tantrischen Buddhismus im Himalaya.
9. Jahrh.: Hinduismus hat Buddhismus wieder überflügelt.

1001-1026: Mahmut von Ghazni aus Afghanistan fällt 17 mal in Nordindien ein

1012-1044: Rajendra, bedeutendster König der Chola
1025: Flottenexpedition gegen Srivijaya nach Sumatra
Kulottunga I aus der östlichen Chalukya-Dynastie wird durch Erbfolge Chola-König. Letzte Blütezeit des Chola-Reiches.

12. Jh.: Zerstörung der buddhistischen Klöster durch Moslems, Untergang des Buddhismus in Indien.

um 1200: Auflösung des Chalukya- und des Chola-Reiches

1192-1202 Eroberung Nordindiens durch Mohamed von Ghor aus Afghanistan
1206 Kutb-ud-Din Aibak gründet Sultanat Delhi
1300 Malik Kafur, General des Sultans, erobert das Hochland und Teile der Küstenregion
1325-1351 Mohamed Tughluk, Sultan von Delhi, erreicht größte Ausdehnung des Sultanats. Danach Beginn des Zerfalls.

1336: Harihar gründet das Reich Vijayanagar

1398-1399: Timur Lenk (=Tamerlan, Mongole) fällt in Nordindien ein, erobert Delhi, Zusammenbruch des Sultanats von Delhi

1472 Mohamed Gawan, General des Bahmani-Sultanats, konsolidiert die Herrschaft von Küste zu Küste
1500: Zerfall des Bahmani-Sultanats in 5 Teilstaaten

1509-1529: Krishnadeva Raja von Vijayanagar unterwirft Ostküste

1510: Portugiesen erobern Goa
1525: Einfall des Moghul Babur von Afghanistan nach Nordindien. Er führt seine Herkunft auf Djingis Khan und Timur Lenk zurück. Moghul-Herrschaft über Nordindien beginnt und wird bis 1707 andauern.
1542-1545: der Afghane Sher Shah unterwirft Nordindien
1554-1556: Mogul Humayun kehrt aus persischem Exil zurück und besiegt die Afghanen

1556-1605: Akbar konsolidiert das Mogul-Reich. Herrscher ab 1556. Geprägt durch autoritäre Erziehung und Intrigen am Hof von Delhi. Verlegte Hof und Regierung nach Agra. Bau des Roten Forts in Agra. Intelligente Politik. Sicherte den indischen Teil von Barburs zersplittertem Reich. Bemüht um die Vereinigung Nordindiens. Gliederte moslemische Königreiche ein, brach Widerstand der Rajputen, befreundete sich mit hinduistischen Prinzen. Ehen mit hinduistischen Prinzessinen gabe ihm Einblick in den Brahmanentum. Entfernung der Verwandten aus den Staatsgeschäften. Religiöse Toleranz, soziale Maßnahmen. Bemühung um eine neue, allumfassende Religion. Bauherr, der hinduistischen, persischen und provinziellen moslemischen Stil vereinte. Motto: "Das Reich wurde von einem Reiter gegründet, aber es kann nicht von einem Reiter regiert werden!"

1565: die Nachfolgestaaten des Bahmani-Sultanats besiegen Vijayanagar

Tempel-Elefant Indien1600: Gründung der Britischen Ostindiengesellschaft
1602: Gründung der Holländischen Ostindiengesellschaft

1605-1627: Jahangir, Sohn Akbars, in ständigem Konflikt mit seinem Vater. Vorlieben: Jagd, Wein, Opium, Kunst. Jahangir setzt Friedenspolitik Akbars fort.
1612: Britische Ostindienkompanie gründet Handelsposten in Surat/Gujarat.

1628-1658: Shah Jahan, Sohn von Jahangir. Heirat mit Mumtaz-i-Mahal (Erwählte des Palastes). Sie starb während eines Feldzuges bei der Geburt ihres 8. (oder 14.) Kindes. Shah Jahan beginnt Eroberung des Dekkan-Hochlandes. Größte Prachtentfaltung des Mogulreiches. Bau des Taj Mahal, des Roten Forts und der größten Moschee in Delhi.

1646: Marathenführer Shivaji schafft sich eine Basis im Gebiet von Puna.
1636-1644: Mogulprinz Aurangzeb ist Vizekönig des Hochlandes.
1655: Aurangzeb überfällt Golkonda.
1658-1707: Aurangzeb dehnt das Mogulreich weit aus, überspannt es, und bereitet damit seinen Zerfall vor.

1664: Gründung der Französischen Ostindiengesellschaft
1670: Shivaji plündert Surat (in Gujarat), den Haupthafen des Mogulreiches.
1680: Tod Shivajis
1681: Aurangzeb verlegt seine Hauptstadt ins Hochland und baut Aurangabad.

1690- 1756: Expansion der Britischen Ostindienkompanie

1707-1719: drei Mogulherrscher verwalten den Zerfall des Reiches.
1724: Der Vizekönig des Hochlandes, Nizam-al-Mulk, gründet unabhängigen Staat. Andere folgen seinem Beispiel.
1739: Nadir Shah von Persien erobert Delhi (Massaker) und kehrt mit den Schätzen der Mogule (u. a. Pfauentrohn) nach Persien zurück.
1742-1754: Gouverneur Dupleix von der Französischen Ostindiengesellschaft spielt die indischen Herrscher gegeneinander aus und leistet den Briten Widerstand
1760: Briten schlagen die Franzosen bei Wandiwash (Chennai).
1761: Die Marathen verlieren nördlich von Delhi eine Schlacht gegen die Afghanen (Ahmed Shah). Machtvakuum in Nordindien.
1764: Briten schlagen bei Buxar in Bihar die Allianz der Nawabs von Bengalen und Oudh und des Großmogul Alam II.
1765: Clive wird Gouverneur von Bengalen und erhält vom Großmogul die Steuerhoheit über Bengalen und Bihar für die Britische Ostindiengesellschaft.

1769: Haider Ali unterwirft weite Gebiete Südindiens und zwingt den Briten vor Chennai einen Diktatfrieden auf.

1774: Regulation Act des britischen Parlaments, Regierung Indiens durch Ostindiengesellschaft. Warren Hastings erster Generalgouverneur.

1782: Haider Ali stirbt, sein Sohn Tipu Sultan setzt den Kampf gegen die Briten in Südindien fort.

1784: Zweites Gesetz über die Regierung Indiens. Stärkung des Generalgouverneurs und Schaffung einer Kontrollinstanz in London.

1785: Lord Cornwallis löst Hastings ab, besiegt Tipu Sultan und anektiert ein Teil dessen Gebiets.
1799: Endgültiger Sieg über Tipu Sultan.

1803: Abtretung der Doab-Region durch den Nawab von Oudh an die Briten. Sie kontrollieren jetzt ganz Nordindien außer dem Panjab.
1814: Krieg der Briten mit den Gurkhas
1818: Endgültiger Sieg der Briten über die Marathen.
1843: Annektion von Sindh.
1845 Erster Sikh-Krieg. 1846 Vertrag von Amritsar. Unbeschränkter Zugang zu den Pässen im nordwestlichen Indien für die Briten.
1849: Anektion des Panjab.
1856: Anektion von Oudh. Vermessung des Karakorum.
1857: Sepoy-Aufstand der indisch-britischen Soldaten und der Grundherren von Oudh.
1858: Auflösung der Ostindienkompanie und Übernahme der Herrschaft durch britische Krone.

1861: Gründung des Imperial Legislative Council mit einigen nominierten indischen Mitgliedern.
1877: Königin Viktoria nimmt den Titel Kaiserin von Indien an.

1885: Gründung des Indischen Nationalkongresses (NK) .
1892: Reform des Imperial Legislative Council, mehr indische Mitglieder.

19. Jahrhundert "Great Game": Konflikte zwischen Briten und Russen im Bereich des Hindukusch, Karakorum und Himalaya.

1895: Briten und Russen einigen sich nach langen Konflikten auf den Wakhan-Korridor, der Afghanistan mit Sinkiang verbindet, als Pufferzone zwischen ihren Einflussbereichen.

1905: Teilung Bengalens, Boykott britischer Waren.
1906: Gründung der Muslim Liga (ML). Sven Hedin bricht von Srinagar zu seiner 2. Tibet-Expedition auf.
1907: Spaltung des NK in Gemäßigte und Extremisten.
1909: Verfassungsreform.
1911: Verlagerung der Hauptstadt von Kalkutta nach Delhi. Erster "Reiseführer" über Kashmir und Ladakh.
1916: Lakhnau-Pakt zwischen NK und ML.
1919: Rowlatt-Gesetze, erste Satyagraha-Kampagne Gandhis, Massaker von Jalianwala.
1920: Verfassungsreform.

Inderin1920/22: Gandhi übernimmt Führung der Kongresspartei. Kampagne der Nichtzusammenarbeit in Verbindung mit der Khilafat-Agitation der Muslims.
1928: Simon-Kommission und Nehru-Report.
1930: Gandhis Salzmarsch und Kampagne des bürgerlichen Ungehorsams.
1930: Erste Konferenz am runden Tisch in London, vom NK boykottiert.
1931: Gandhi-Irwin-Pakt. 2. Konferenz am runden Tisch. Gandhi nimmt teil.
1932: Wiederaufnahme der Kampagne des bürgerlichen Ungehorsams.
1934: Wahlen zum Imperial Legislative Council unter Beteiligung des NK.
1935: Verfassungsreform.
1936: Wahlsieg des NK bei Provinzlandtagswahl. Erstbesteigung des Nanda Devi.
1937: Bildung von NK-Regierungen in 7 Provinzen.
1939: Kriegsausbruch und Rücktritt der NK-Regierungen.
1940: Pakistan-Resolution, 2-Nationen-Theorie Jinnahs.
1942: Cripps-Mission, Problem der Verteidigung Indiens, Quit-India-Resolution, August-Revolution.
1944: Gandhi-Jinnah-Gespräche enden ergebnislos.
1945: Simla-Konferenz. Britische Pläne für nationale Interimsregierung scheitern an Forderungen Jinnahs.
1946: Wahlen mit starkem Gewinn durch die ML. Direct Action Day der ML in Kalkutta. Interimsregierung mit Premierminister Jawaharlal Nehru. Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung.

1947: Unabhängigkeit und Teilung, Beginn des Kashmir-Konflikts.
1948: Ermordung Gandhis.
1950: Verabschiedung der Verfassung. Präsident Prasad, Premier Nehru.
1952: Erste allgemeine Wahlen. Sieger Kongresspartei.
1957: Zweite Wahlen. Erfolg der Kongresspartei, in Kerala kommunistische Landesregierung. Beginn ausländischer Wirtschaftshilfe.
1959: Flucht des Dalai Lama nach Indien.
1961: Indische Truppen besetzen Goa.
1962: Grenzkonflik mit China.
1964: Tod Nehrus. Nachfolger Lal Bahadur Shastri.
1965: Konflikt mit Pakistan in Gujarat und Kashmir. Beginn der 2jährigen Dürreperiode.
1966: Wahl von Indira Gandhi. Bergstaaten werden zu Himachal Pradesh zusammengeschlossen.
1967: Wahlen, Gewinn der Oppositionspartei.
1968: Grüne Revolution.
1971: Vorgezogene Wahlen mit Indira Gandhi als Gewinnerin. Freundschaftsvertrag mit UdSSR. Flüchtlingsströme aus Ostpakistan. Indische Truppen befreien Bangla Desh.
1972: Dürre.
1974: Dürre. Weltenergiekrise trifft Indien hart. 30 % Inflation. Öffnung vieler Restricted Areas für Trekker, u.a. Ladakh.
1975: Unruhen in Sikkim, immer stärkerer Protest gegen nepalesische Einwanderer. Anschluss an Indien.
1975: Immer stärkere Proteste gegen Regierung, Indira Gandhi ruft Notstandsgesetze aus und verhaftet tausende Oppositionspolitiker.
1977: Kongresspartei verliert die Wahlen an Janata-Partei. Premier Morarji Desai.
1979: Desai tritt zurück. Interimsregierung unter Charan Singh.
1980: Indira Gandhi gewinnt Wahlen. Ihr Sohn Sanjay Gandhi kommt bei Flugzeugabsturz um.
1984: Verschärfung der Unruhen im Panjab. Armee stürmt im Juni Goldenen Tempel in Amritsar. Indira Gandhi wird im Oktober von ihrer Sikh-Leibwache erschossen. Rajiv wird Premier und hält im Dezember Neuwahlen ab, die er gewinnt. Bleibt bis 1989 Premier.
1985: Steuererleichterungen, Liberalisierung. Kompromisse und Neuwahlen in Assam und im Panjab.
1987: Staat Arunachal Pradesh wird gegründet.
1989: Verstärkte Aktivitäten der Separatisten in Kashmir, politische Unruhen.
1991: Rajiv Gandhi wird von Tamilen ermordet
1996: Kongress Partei verliert an BJP/United Front
1989: BJP sichert Mehrheitsregierung
1999: Kargil-Krieg zwischen Pakistan und Indien
2000: Garhwal und Kumaon werden aus Himachal Pradesh herausgelöst und zum Staat Uttaranchal zusammengeschlossen
2004: Sonja Gandhi gewinnt Wahl für Kongress, hält sich aber nach Protesten im Hintergrund

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