SIKKIM & DARJEELING
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren

 

Buddhistisches Königreich im Himalaya - Nahtstelle zwischen Indien und Tibet, Nepal und Bhutan. Auch Darjeeling gehörte früher zu Sikkim. Geographie, Geschichte und andere Themen betreffen daher die Gesamtregion.

Markt in Gangtok
Allgemeines & Spezielles
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Trekking in Sikkim und Darjeeling gehört - zu Unrecht - zu den etwas weniger bekannten Vergnügungen im Himalaya. Die Region bietet sehr schöne Treks, die zum Teil als Lodge-Trekking, meist aber im Zelt erlebt werden. Vor allem der Kangchendzönga bietet ein beeindruckendes Bergpanorama. Grüne Almen und Rhododendronwälder prägen die unteren Stufen des Gebirges. Wunderschöne Wanderungen bietet das Frühjahr mit der Magnolien- und Rhododendronblüte.

Trekking-Agenturen - wenn man eine braucht - findet man in Gangtok (für Sikkim) und in Darjeeling. Kosten etwa 20 bis € 30,- am Tag, inklusive Vollpension und Führer.

An Sonsten ist der Tourismus in dieser Gegend indisch geprägt. Hier wird man als westlicher Reisender immer wieder von Indern zum Foto gebeten. Besonders die neue Mittelschicht aus Kalkutta reist gern zu ihren tibeto-nepalesischen Landsleuten.

Trekking & Reisen
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Himatrek.de: Berichte von Trekkingtouren, auch in Sikkim

Trekking in Sikkim und Darjeeling: Dzongri-Trek und eine kulturelle Rundreise durch Sikkim, Darjeeling und Nepals Terai, Frühjahr 2010 (Himatrek).

Trekking Sikkim Goecha La Reisebericht, mit Karten und Fotos

Trekkingvorschlag Sikkim von Himalaya Fair Trekking

Trekkingvorschlag Sikkim von Moja Travel

Sikkim Stichworte & Links
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Sikkim Stichworte:

Sikkim ist ein indischer Bundesstaat im südlichen Himalaya zwischen Nepal, China und Bhutan.
Fläche gut 7.000 km²
tibetisch - nepalesische Kultur
3.-höchster Berg der Welt: Kanchenjunga
in der monsunabhängigen Region fallen jährliche Niederschlagsmengen bis zu 6000 mm.
wichtigste Transhimalayaroute
Kleinster Bundesstaat Indiens, doppelt so groß wie Luxemburg
650.000 Einwohner (2008) plus viele Militärs.
Ureinwohner Lepchas und Bhotias sind frühe tibetische Zuwanderer, später und bis heute eingewanderte Nepali bilden mittlerweile Bevölkerungsmehrheit. Bengalen aus Kalkutta prägen Stadtleben.
Reisezeit: März bis Juni und Oktober/November, ab November Schnee. Juni bis September Monsun.
Spezielles Sikkim Permit nötig, aber problemlos erhältlich. Gleich mit Indien-Visum beantragen!
Impfungen: Hepatitis A+B, Polio, Diphterie, Tetanus, Typhus; kein Malaria Gebiet.
Straße nach Tibet von 1962 bis 2006 geschlossen. Straße geht über Pass, 4.600 m üNN.
Hauptstadt Gangtok auf knapp 1.900 m üNN, 50.000 Einwohner, viele Betonklötze, aber auch Klöster und Königspalast. Recht sauber und überschaubar.
Mehr als 200 alte tibetische Klöster in Sikkim.

Links:

Wandern im Dreieck Bilder Sikkim und Darjeeling

Sikkim wird auf die Erde zurückgeholt (Neue Zürcher Zeitung): Ein sehr guter Artikel über die aktuelle (2004) politische und gesellschaftliche Situation in Sikkim. "Das ehemalige Königreich Sikkim ist seit knapp 30 Jahren Teil der Indischen Union. Trotz dem Verlust der politischen Unabhängigkeit hat es seine Identität wahren können. Selbst die massive Zuwanderung von Nepalesen scheint die kleine Berggesellschaft mit buddhistischer Gelassenheit zu absorbieren." -> weiterlesen

Internetseite der Regierung von Sikkim (englisch)

Sikkiminfo.net: Einheimisches Portal mit vielen Informationen zu Sikkim. (Die deutschen Leitseiten sind ganz lustig ... führen aber dann auch wieder zu englischen Inhalten.)

Interessante Internetseite, u. a. mit historischen Fotos aus Sikkim (englisch)

Fotos von West-Sikkim (englisch)

Fotos von Nord-Sikkim Thangu (englisch)

Fotos von Nord-Sikkim Lachung Lachen Tolung (englisch)

Feste-Kalender Sikkim

Visa über IGCS. Für Sikkim Extra-Regeln beachten! Ein normales Indienvisum reicht nicht, ein zusätzlicher Antrag ist nötig und kostet zusätzlich.

Geographie
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Sikkim grenzt im Süden an den nördlichsten Teil des indischen Bundesstaats Westbengalen, sowie im Westen an Nepal, im Nordosten an China und im Südosten an Bhutan. Sikkims Landschaft wird durch extreme Höhenunterschiede und verschiedene Klimazonen bestimmt. Das Gelände steigt von 228 m im subtropischen Flusstal des Tista bis auf über 8000 m mit alpinem Klima an.

Wandern im Quadrat Der größte Fluss in Sikkim ist die Tista, ein etwa 400 Kilometer langer Zufluss des Brahmaputra. Sie entspringt aus Gletschern des Himalaya im Norden des indischen Bundesstaates Sikkim, durchfließt diesen in einem tief eingeschnittenen Tal und bildet bei Kalimpong die Grenze zwischen Sikkim und Westbengalen. In Bangla Desh mündet sie in die Jamuna. In ihrem Oberlauf wird die Tista zum Wildwasser-Rafting genutzt.

In der monsunabhängigen Region fallen jährliche Niederschlagsmengen bis zu 6000 mm.

Wandern im Quadrat Der Kangchendzönga (engl. Kangchenjunga) (8.586 m) ist der dritthöchste Berg der Erde. Er liegt auf der Grenze zwischen Nepal und Sikkim und ist der am weitesten östlich gelegene Achttausender.

Details siehe unter Wandern im Dreieck Kangchendzönga

Religion
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Siehe auch Wandern im Dreieck Tibet Buddhismus

Siehe auch Wandern im Dreieck Hinduismus

Geschichte
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Aufgrund seiner exponierten Lage, die einen guten Zugang von Indien nach Tibet ermöglichte, erlangte Sikkim frühzeitig strategische Bedeutung.

Seit dem 13. Jh.: Tibeter wandern nach Sikkim, in die Heimat der Lepchas ein.

1641 Sikkim wird Königreich. Residenz in Yuksom.

In den folgenden 300 Jahren führten Konflikte mit Bhutan, Nepal und der Kolonialmacht Großbritannien wiederholt zu Territorialverlusten.

Im späten 17. Jh. wurde die Residenz vom 2. König Tensung Namgyal von Yuksom nach Rabdentse verlegt.

Ende des 18. Jh. wurde Rabdentse von nach Sikkim eindringenden Nepalesen zerstört. Der König Tenzing Namgyal musste nach Tibet fliehen. Sein Sohn Tsudphud Namgyal kam 1793 nach den Nepalisch-Chinesischen Friedensverhandlungen zurück und installierte das Königreich neu. Die Hauptstadt verlegte er nach Tumlong, da ihm die Lage von Rabdentse zu nah an der Grenze zu Nepal erschien.

1817: Aufgrund militärischer Überlegenheit in Bengalen erlangte die Britische Ostindien-Kompanie die Oberhoheit über Sikkim.

1835 trat der Chögyel (Dharmakönig) von Sikkim einen Teil der Region Darjiling an die Kompanie ab - eine Gegenleistung für die Unterstützung Englands im Konflikt mit den territorial expandierenden Nepalis.

1849 und 1861 erlitt er weitere Gebietseinbußen zu Gunsten der Briten - eine Gefangennahme von britischen Staatsangehörigen diente als Vorwand. Ferner musste der Kompanie volle Handelsfreiheit zugestanden werden. Dennoch gingen in der Folgezeit Einfuhr und Ausfuhr (meist Holz) stark zurück.

1861 wurde Sikkim ein Protektorat des Vereinigten Königreiches.

1888 fielen Tibeter in das Land ein und besetzten das Fort Lingtu. Die Besatzer wurden jedoch durch ein vom Vizekönig von Indien sofort ausgesandtes Expeditionskorps wieder vertrieben. Der Raja, abhängig von der britischen Regierung, der aber den Tibetern nahe stand, wurde danach von den Briten noch weiter in seiner Handlungsfreiheit eingeschränkt. Zu jener Zeit hatte Sikkim 50.000 Einwohner, die überwiegend dem Volksstamm der Lepcha angehörten.

1918 erhielt Sikkim die volle Selbstverwaltung.

1950 wurde Sikkim von Indien gezwungen, erneut einen Protektoratsvertrag zu unterzeichnen. Nur damit konnte Sikkim zu der Zeit der völligen Annexion durch Indien entkommen.

Bis zum Krieg zwischen China und Indien im Jahr 1962 unterhielt Peking in der Sommerfrische von Kalimpong an der Südgrenze Sikkims ein Konsulat, in dem es damals von chinesischen Spionen nur so gewimmelt haben soll.

1973 kam es zu einem Umsturzversuch durch die nepalesische Bevölkerungsgruppe in Sikkim. Daraufhin, diesen Vorwand nutzend, marschierten indische Truppen ein. In Sikkim wurde die konstitutionelle Monarchie eingeführt.

1974 erhielt Sikkim den Status eines assoziierten Staates der indischen Union.

1975 wurde eine von Indien stark beeinflusste Volksbefragung durchgeführt, bei der sich 60.000 von ca. 97.000 Wahlberechtigten für einen Beitritt zur Indischen Union aussprachen. Nur 1.500 Stimmberechtigte stimmten gegen den Beitritt. Daraufhin erklärte Sikkim unter der Führung des Chief Ministers Kazi Lhendup Dorji Khangsarpa seinen Beitritt zu Indien als dessen 22. Bundesstaat. Der anschließende Streit zwischen Indien und dem benachbarten China um die Anerkennung dieses Schritts wurde erst im April 2005 vertraglich beigelegt. China hat die Annexion durch Indien von 1975 aber nie anerkannt. Peking äusserte gelegentlich sogar selbst Anspruch auf die strategisch günstig gelegenen Täler. Sikkim habe früher dem Dalai Lama in Lhasa Lehen gezahlt, und da Tibet nun völkerrechtlich ein Teil Chinas sei, gelte dies auch für Sikkim, argumentierte man.

2003: Beim China-Besuch von Premierminister Vajpayee hat Peking zum ersten Mal Flexibilität signalisiert, als es sich bereit erklärte, den Nathu-La-Pass für den kleinen Grenzverkehr und später auch für Transitgüter zu öffnen. Kalkutta ist der nächste Seehafen für Tibet, und eine Öffnung der alten Handelsstrasse über den knapp viertausend Meter hohen Nathu La würde dem eingeschlossenen Kleinstaat wirtschaftlich Luft verschaffen. Dies besonders, seit die Eisenbahnstrecke von Peking nach Lhasa vollendet ist und in Tibet eine Phase der Industrialisierung einleiten könnte.

weiter bei Wandern im Dreieck Politik

Wirtschaft & Verkehr
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Markt in GangtokWirtschaft

Der Agrarsektor ist bei einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 15% wichtigster Wirtschaftsfaktor, der rund 2/3 der Bevölkerung ernährt. Der Anteil der Landbevölkerung liegt zwischen 70 und 90%. Neben Forstwirtschaft, Viehhaltung und Fischerei werden Getreide, Tee, Baumwolle und Gewürzpflanzen kultiviert. Kardamom und Ingwer zählen zu den wichtigsten Exportgütern. Neben Traditionen, Kultur und hinduistischer Religion führten die nepalstämmigen Immigranten effektive Landbaumethoden wie die Terrassierung von Feldern ein.

Der Abbau von Bodenschätzen wie Kohle, Quarz, Grafit, Kupfer und anderen Mineralien ist weniger bedeutend. Eine große Rolle aber spielt die Stromerzeugung durch Wasserkraft.

Große Hoffnung setzt die Regierung in die Tourismusbranche. Die Kultur und insbesondere die vielseitige Natur Sikkims birgt ein immenses Potenzial an Sport- und Freizeitmöglichkeiten für den internationalen Tourismus. Im Moment ist die Gegend aber besonders ein Ziel für die wachsende indische Mittelschicht.

Besonderheiten Darjeeling siehe dort.

Politik und Verwaltung
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(Informationen Stand 2010)

Sikkim ist in vier Distrikte (East , West , North , South) eingeteilt mit den jeweiligen Hauptstädten Gangtok, Geyzing, Mangan and Namchi. Jedem Distrikt steht ein district collector, der von der Zentralregierung ernannt wird, vor. Viele Gebiete stehen jedoch unter Kontrolle der indischen Armee und dürfen nur mit Sondergenehmigung betreten werden.

Schüler in GangtokBevölkerung:

Städte (Einwohnerzahl Stand 2001):

Gangtok     29.162
Upper Tadong     14.670
Singtam     5.431
Rangpo     3.724
Jorethang     2.968
Mangan     1.248

Lepchas und Bhotias, die Ureinwohner, bilden nur noch etwa 20 % der Bevölkerung. Eine gewisse Zahl von Sitzen ist aber für sie (12 von 32 Sitzen), wie auch für die 3000 buddhistischen Mönche (1 Sitz), im Parlament reserviert.

Die Politik ist geprägt von der immer noch anhaltenden Zuwanderung aus Nepal und - in geringerer Menge - aus Bengalen. Die ethnischen Umschichtungen haben sich bisher aber nicht zu offenen sozialen Konflikten zugespitzt.

Die sorgsame, ökologisch verträgliche Entwicklung des Tourismus wird hauptsächlich dem Chefminister, Pawan Kumar Chamling, zugeschrieben. Wie viele andere Politiker im Himalajagebirge beruft er sich auf die Schweiz als touristisches Vorbild. Mit einer Mischung von Anreizen und Einschränkungen konnte er seinen Staat bisher vor abschreckenden touristischen Verwüstungen wie im Nachbarland Nepal verschonen.

Frauenförderung: 33 Prozent aller Gemeinderatssitze gehen an Frauen, ebenso gross ist der weibliche Anteil an staatlichen Stellen. Alle finanziellen Zuwendungen bei Armutsbekämpfungsprogrammen gehen direkt an die Frauen und nicht an die Männer, die das Geld meist rasch vertrinken würden. Am 13. Geburtstag eines Mädchens eröffnet der Staat diesem ein Bankkonto mit 3000 Rupien. Im Alter von 50 Jahren wird der Frau ein Betrag von rund 50 000 Rupien ausbezahlt, vorausgesetzt, sie hat nur zwei Kinder gezeugt. Andernfalls muss sie einen Abzug in Kauf nehmen. Schafft es ein Mädchen in der Schule bis zur zehnten Klasse, erhält es zudem 5000 Rupien. Wenn es erst mit 21 Jahren heiratet, erhält es weitere 2000 Rupien. Jedes weitere ledige Jahr bringt 500 Rupien ein. Wenn eine Frau es schafft, bis zum 26. Lebensjahr unverheiratet zu bleiben, fliessen zusätzlich 5000 Rupien auf ihr Konto.

Besonderheiten Darjeeling siehe dort.

Kultur & Sport
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Statistiken zufolge leben 40% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Die Analphabetenrate bewegt sich bei etwa 30%.

Wandern im Quadrat Sprachen

Die wichtigsten Landessprachen sind Nepali (Nepalesisch), Lepcha, Limbu und Bhutia (ein südtibetischer Dialekt), die neben den überregionalen Amtssprachen Indiens, Hindi und Englisch auch als Amtssprachen dienen.

Nepali in Sikkim
Nepali Indoarisch
62,98 %
Bhutia (Bhotia) Tibetobirmanisch
7,73 %
Hindi (einschl. nahe verwandter Sprachen) Indoarisch
6,71 %
Lepcha Tibetobirmanisch
6,61 %
Limbu Tibetobirmanisch
6,34 %
Sherpa Tibetobirmanisch
2,57 %
Tamang Tibetobirmanisch
1,87 %
Rai Tibetobirmanisch
1,64 %
Bengalisch Indoarisch
1,18 %
Urdu Indoarisch
0,54 %
Tibetisch Tibetobirmanisch
0,37 %

Wandern im Quadrat Die Lepcha oder Róng sind ein tibetobirmanisches Bergbauern -Volk, das schon seit hunderten von Jahren in der Region des östlichen Himalajas, in Sikkim, Kalimpong und Darjiling, sowie in Bhutan und als kleine Minderheit in Nepal angesiedelt ist. Obwohl sie die Ureinwohner Sikkims sind, ist ihre Herkunft bis heute nicht eindeutig bestimmt. So wird angenommen, dass die Lepchas möglicherweise von Tibet nach Sikkim emigriert sind.

Die Lepchas gehören heute der tibetisch-buddhistischen Glaubensrichtung an. Früher übten sie eine schamanistische Religion namens Mun aus. Ihre Muttersprache ist Lepcha.

Tradition und Sprache, lepcha.info

Lepcha und ihre Tradition, sikkim.nic.in

Besonderheiten Darjeeling siehe dort.

Gangtok
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Gangtok ist Hauptstadt und die größte und wirtschaftlich bedeutendste Stadt Sikkims. Sie liegt im Südosten des Bundesstaates auf den südlichen Ausläufern des Himalaya auf etwa 1800 Metern Höhe. In der Stadt leben 30.000 Menschen (2001), sie ist das Zentrum des Tourismus in Sikkim und Verwaltungssitz.

Die genaue Bedeutung des Wortes "Gangtok" ist unklar, wahrscheinlich bedeutet es aber einfach "erhabener Hügel" . Die Stadt ist ein Zentrum des tibetischen Buddhismus mit vielen buddhistischen Klöstern und Schulen.

Wandern im Quadrat Geografie

Die Stadt wurde auf einem Hang liegend erbaut. An ihrem einen Ende steht das Haus des Gouverneurs, das The Ridge genannt wird. Das andere Ende der Stadt ist der Palast, der auf 1.828 Metern Höhe liegt. Am Fuße der Stadt fließt der Fluss Ranikhola. Die meisten Straßen sind durch die Hanglage sehr steil. Die Häuser stehen auf aufgeschütteten waagerechten Flächen. Vom Ostteil der Stadt kann man die schneebedeckten Hänge des Himalaya und den Kangchendzönga sehen.

Wegen der erhöhten und geschützten Lage der Stadt hat Gangtok das ganze Jahr über ein mildes, gemäßigtes Klima. Wie auch die meisten anderen Regionen im Himalaya spricht man in Gangtok von fünf Jahreszeiten: Sommer, Monsun, Herbst, Winter und Frühling. Die Temperaturen schwanken zwischen 25 °C im Sommer und 3 °C im Winter. Da die Temperaturen nur selten unter den Gefrierpunkt fallen, schneit es nur sehr selten. Im Winter ist das Wetter sehr wechselhaft, und kann sehr schnell von strahlender Sonne zu starkem Regen umschwenken.

Der Frühling und Herbst sind in der Regel mild und sonnig. Während der Monsunzeit, die von Juni bis September dauert, und im Winter ist die Stadt aber häufig in Nebel gehüllt. Erdrutsche sind in der Umgebung von Gangtok während der Regenzeit häufig, passieren aber auch in der trockenen Jahreszeit, da der Himalaya in dieser Region aus lockeren Felsformationen besteht. Die Stadt ist dann manchmal von anderen Teilen Sikkims abgeschnitten.

Die Flora in der Umgebung der Stadt besteht sowohl aus Laubwäldern des gemäßigten Klimas mit Pappeln, Birken, Eichen und Ulmen, als auch aus immergrünen Nadelwäldern des feucht alpinen Klimas. Die Stadt ist umgeben von dichten Wäldern. Erwähnenswert sind auch zahlreiche seltene Orchideenarten, die in dieser Region wachsen. Blütenpflanzen wie zum Beispiel Sonnenblumen, Ringelblumen und Weihnachtssterne blühen im November und Dezember.

Die Hänge um Gangtok sind stark mit Bambus bewachsen, der fortlaufend Quellwasser liefert, das an den Wurzeln abfließt.

Wandern im Quadrat Geschichte

Die frühe Geschichte von Gangtok ist weitgehend unbekannt. Erste schriftliche Überlieferungen beziehen sich auf den Bau einer Einsiedelei im Jahr 1716. Bis zur Gründung des Enchey-Klosters im Jahre 1840 blieb Gangtok eine kleine Ortschaft, dann entwickelte es sich aber schnell zu einem Zentrum für Pilger. Nach dem Sieg der Briten über die Tibeter wurde die Stadt zu einer wichtigen Station zwischen Tibet und Britisch-Indien. Fast alle Straßen und Telegrafenleitungen entstanden in dieser Zeit.

1894 verlegte Thutob Namgyal, der damalige König von Sikkim, die Hauptstadt von Tumlong nach Gangtok. Ein großer Platz und eine Reihe von Regierungsgebäuden entstanden. Nach der indischen Unabhängigkeit 1947 wurde Sikkim selbstständig. Der Handel florierte und die Stadt wuchs schnell. 1975 wurde die Monarchie in Sikkim abgeschafft und Sikkim wurde nach einem Referendum als 22. Bundesstaat an die Indischen Union angegliedert, Gangtok wurde zur Hauptstadt dieses Bundesstaates.

Wandern im Quadrat Bevölkerung

Der Großteil der Einwohner von Gangtok sind Nepalesen, die sich während der britischen Herrschaft über Indien dort ansiedelten. Neben ihnen wohnen Lepchas und Bhutias in größeren Zahlen in der Stadt, wobei erstere schon immer in dieser Region sesshaft waren. Besonders in den letzten Jahren wanderten zahlreiche Tibeter, aber auch Marwaris, Biharis und Bengalen zu.

Unter der Bevölkerung Gangtoks überwiegen Hindus und Buddhisten. Daneben gibt es auch einige Christen, wobei dies vor allem Lepchas sind, die durch die Briten im späten 19. Jahrhundert missioniert wurden. Für die kleine muslimische Gemeinde gibt es eine kleine Moschee. Die Stadt war trotz der religiösen Vielfalt nie in diesbezügliche Konflikte involviert. Gangtok hat eine der niedrigsten Kriminalitätsraten in ganz Indien.

Die meistgesprochene Sprache in Gangtok ist Nepalesisch. Englisch und Hindi sind ebenso stark verbreitet, daneben gibt es auch Menschen, die Tibetisch, Lepcha und Bhutia sprechen.

Wandern im Quadrat Wirtschaft

Da ganz Sikkim sehr bergig ist, gibt es weder Eisenbahnanschluss noch Flughafen im Ort. Deswegen ist das wirtschaftliche Potential dieser Region stark eingeschränkt. Der größte Arbeitgeber von Gangtok ist die Stadtverwaltung. Auch die Polizei beschäftigt zahlreiche Arbeitnehmer. Da jährlich ca. 200.000 Touristen ca. 9.7 Mio US-Dollar in der Stadt ausgeben, sind zahlreiche Einrichtungen, von den Hotels bis zu den Geschäften, vom Tourismus abhängig. Die produzierende Industrie ist, abgesehen von der Herstellung von Handarbeiten, Uhren und Spirituosen, in kleinen Familienbetrieben, nur sehr schwach ausgebildet. Unter den Handarbeiten ist vor allem die Erzeugung von Papier aus verschiedenen pflanzlichen Fasern erwähnenswert. Der große Marktplatz der Stadt ermöglicht es den Bauern, auch aus größerer Entfernung, in der Erntezeit ihre Waren anzubieten.

Da der Bundesstaat Sikkim eine Grenzregion ist, ist die indische Armee mit einer großen Zahl von Soldaten in der Nähe von Gangtok stationiert, die die Wirtschaft in der Region durch ihre Einkäufe stützen. Ein nicht unwesentlicher Teil der Einnahmen der Stadt wird auch durch zahlreiche Glücksspieleinrichtungen erwirtschaftet. Der wiedereröffnete Nathu La -Pass nach Tibet war bis zu seiner Schließung im Jahre 1962 die wichtigste Handelsroute für Wolle, Pelze und Gewürze.

Wandern im Quadrat Infrastruktur

Gangtok ist durch zahlreiche Quellen, die in der Nähe der Stadt liegen, im Überfluss mit Wasser versorgt. Daneben wird die gesamte Stromversorgung durch Wasserkraftwerke gesichert. In Gangtok steht die einzige Herzklinik des Bundesstaates Sikkim. Nur etwa 30 % der Häuser Gangtoks sind an das Kanalisationssystem angeschlossen. Die maximale Bauhöhe von Häusern in Gangtok beträgt 15 Meter, an diese Vorschrift hält sich aber niemand. Um umweltfreundlich zu sein, wurden Plastiktüten aus der Stadt verbannt. Nahezu alle Geschäfte verpacken ihre Waren deswegen in Papiertüten.

In Gangtok gibt es mehrere gute Schulen, aber nur ein einzige Hochschule, die nur akademische Grade in Kunst und Handel vergibt. Die Sikkim Manipal University liegt aber nur acht Kilometer außerhalb des Ortes. Andere Einrichtungen verleihen Diplome in weniger etablierten Studienrichtungen, wie zum Beispiel in buddhistischer Literatur. Viele wandern in die Städte Shiliguri und Kolkata aus, um eine bessere Ausbildung zu bekommen. Neben der fehlenden Industrie in und um die Stadt ist mangelnde Ausbildung ein Grund für die steigende Arbeitslosigkeit.

Wandern im Quadrat Verkehr

Der öffentliche Verkehr in Gangtok beschränkt sich auf Taxis, wobei größere Distanzen in die Umgebung von Sammeltaxis, den sogenannten share-jeeps bewältigt werden. Die Stadt ist die einzige indische Hauptstadt, in der eine Seilbahn gebaut wurde, ihre Fahrtstrecke beträgt aber nur weniger als einen Kilometer. Die Pendelbahn diente einst ausschließlich den Ministers of Legislative Assembly, ist mittlerweile aber für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die einzige Straße nach Gangtok ist die (schlechte) Straße NH-31A, die vom 114 Kilometer entfernten Shiliguri über Kalimpong führt und einen Abzweig nach Darjiling hat. Die Städte werden öffentlich sowohl mit Bussen als auch mit privaten Jeeps und Kleinbussen miteinander verbunden. Der nächste Bahnhof ist im 124 Kilometer entfernten New Jalpaiguri , einem Vorort von Shiliguri. Der nächste Flughafen ist der Bagdogra Airport, der 16 Kilometer von Shiliguri entfernt liegt. Gangtok wird mittels eines Helikopter-Flugservice von dort aus angeflogen.

Wandern im Quadrat Medien, Unterhaltung und Telekommunikation

In Gangtok gibt es drei Kinos, die Filme in den drei oben genannten Sprachen spielen. Es gibt außerdem eine öffentliche Bibliothek.

Internet wird zwar unter anderem in mehreren Internetcafés angeboten, Breitband-Internetzugang ist aber eher selten. Die meisten Haushalte haben Satellitenfernsehanschlüsse mit denen alle indischen und einige nepalesische Kanäle empfangen werden können. Daneben gibt es einen einzigen Radiosender, All India Radio. Die Stadt wird von drei Handynetzbetreibern versorgt.

Wandern im Quadrat Sehenswürdigkeiten

Die Palzor Stadium Road, oder auch nur P.S. Road verbindet die weiter talwärts gelegenen Stadtteile und Vororte mit dem Stadtkern. Am Ende dieser Straße gibt es zahlreiche Hotels, unter denen sich auch das Hotel Tibet befindet, in dessen letzten Stock der Dalai Lama übernachtet, wenn er die Stadt besucht.

Mahtama Gandhi Road: Die M.G. Road ist als Geschäftsstraße das Wirtschaftszentrum der Stadt.

Lal Bazar ist der am Ende der M.G. Road gelegene große Markt der Stadt, auf dem aus ganz Indien und auch aus Nepal und Bhutan am Wochenende Händler ihre Waren verkaufen.

Development Area: Etwas über der Stadt liegt dieses Gebiet, das auch Zero Point genannt wird. Es wurde von der Regierung für die zukünftige Expansion der Stadt ausgewählt. Die städtische Bibliothek liegt dort.

Der Himalayan Zoological Park stellt die Tierwelt der Himalayaregion zur Schau, wobei unter anderem Asiatische Schwarzbären, Leoparden, Schneeleoparden, Tibetische Wölfe, Muntjaks, Schleichkatzen, Kleine Pandas und Axishirsche gehalten werden. Des weiteren wachsen in den Jawaharlal Nehru Botanical Gardens unter anderem zahlreiche verschiedene Bambus - und mehr als 50 verschiedene Baumarten.

Namgyal Research Institute of Tibetology: Das auch als Tibetology Museum bekannte Museum beherbergt eine große Kollektion von Masken, buddhistischen Schriften, Statuen, Wandteppichen und über 200 buddhistische Ikonen. Es ist ein Zentrum der Lehre buddhistischer Philosophie. Im Garten befindet sich die bekannte Statue von Padmasambhava, bei deren Anblick er der Legende nach gesagt haben soll "sie sieht aus wie ich".

Rumtek-Kloster

Etwas außerhalb der Stadt befindet sich Rumtek (s.u.), eines der wichtigsten tibetisch-buddhistischen Klöster.

Enchey-Kloster

Dieses Kloster, 1840 gegründet, ist neben dem Do-drul Chorten Stupa und dem Rumtek-Kloster eine der wichtigsten buddhistische Einrichtung Gangtoks und Zentrum der buddhistischen Lehre und Kultur. Es ist ca. 200 Jahre alt und im Barockstil errichtet. Damit ist es das älteste Kloster der Stadt. Es ist Sitz des tibetisch-buddhistischen Nyingma-Ordens und beherbergt zahlreiche religiöse Artefakte und Bildnisse von Göttern.

Gangtoks höchstgelegenes Haus, die Siniolchu Lodge liegt nahe dem Enchey-Kloster, das auch nahe am 90 Meter hohen Fernsehturm des Bundesstaates Sikkim liegt.

Dro-dul Chorten

Diese Stupa, die 1945 vom Oberhaupt des Nyingma-Ordens errichtet wurde, beherbergt Reliquien, heilige Bücher und Mantras. Um das Gebäude herum befinden sich 108 Gebetsmühlen (Mani Lhakor). Zusätzlich befindet sich eine religiöse Schule in diesem Gebäude.

Ganesh Tok und Hanuman Tok

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die beiden den Hindugöttern Ganesha und Hanuman gewidmeten Tempel Ganesh Tok und Hanuman Tok.

Kloster Rumtek
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Rumtek, auch Dharma Chakra Centre genannt, ist ungefähr 24 km entfernt von der Hauptstadt Gangtok.

Das Kloster ist zur Zeit das größte in Sikkim. Das zum Kagyu-Klosterorden, einem der wichtigsten tibetischen Sekten, gehörende Kloster beherbergt einige der wichtigsten und heiligsten tibetisch-buddhistischen Schriften und religiösen Objekte. Eine goldene Stupa enthält die Überreste des 16. Karmapa. Gegenüber dem eigentlichen Kloster ist das Karma Shri Nalanda Institut für buddhistische Studien gelegen.

Ursprünglich wurde das Kloster vom 9. Karmapa errichtet. Es diente als Kloster der Karma-Kagyü -Linie, verfiel aber mit der Zeit zu einer Ruine. 1959 floh der 16. Karmapa mit einem Gefolge von über 160 Lamas, Mönchen und Laien von Tibet über Bhutan nach Sikkim, um die Lehren des tibetischen Buddhismus vor der Zerstörung zu retten. Er wählte Rumtek als seinen neuen Sitz und baute das Kloster 1960 nach dem Vorbild seines Heimatklosters in Lhasa (Tibet) neu auf. 1966 weihte der 16. Gyalwa Karmapa das neue Kloster ein.

Rumtek steht seit den 1990ern im Zentrum des Karmapa-Konfliktes zweier rivalisierenden Gruppen, die jeweils einen unterschiedlichen Kandidaten für den 17. Karmapa bevorzugen: der Karmapa Charitable Trust für Thaye Dorje und die Gruppe Tsurphu Labrang für Ogyen Trinley Dorje. Für Rumtek ging es dabei zeitweise um den Anspruch auf den Grundbesitz des Klosters. Diese Frage - allerdings nicht die der Nachfolge - wurde 2004 von den zuständigen indischen Gerichten zugunsten des Karmapa Charitable Trust entschieden.

Weblinks:

Offizielle Seite des Rumtek-Klosters

Informationen über den Rumtek-Konflikt an indischen Gerichten (englisch)

Bestätigung für den 17. Karmapa Thaye Dorje: Karmapa Charitable Trust vom Höchsten Gericht Indiens als rechtmäßiger Eigentümer des Klosters Rumtek anerkannt (Buddhismus Heute, 2004)

Pelling: Phemayangtse, Rabdentse
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Phemayangtse-Kloster: schön gelegen, von Bergen umgeben. Gilt als ältestes Kloster Sikkims, gehörte zur Residenz Rabdentse. Nyingmapa-Orden. Anfang des 18. Jh. erbaut, mehrmals von Erdbeben zerstört und wieder aufgebaut. ca. 5 km von Pelling.

Rabdentse: Zweite Residenz des Königreiches Sikkim. Im späten 17. Jh. wurde die Residenz vom 2. König Tensung Namgyal von Yuksom nach Rabdentse verlegt. Ende des 18. Jh. von nach Sikkim eindringenden Nepalesen zerstört. Der König Tenzing Namgyal musste nach Tibet fliehen. Sein Sohn Tsudphud Namgyal kam 1793 nach den Nepalisch-Chinesischen Friedensverhandlungen zurück und installierte das Königreich neu. Die Hauptstadt verlegte er nach Tumlong, da ihm die Lage von Rabdentse zu nah an der Grenze zu Nepal erschien.

Nicht sooo viel zu sehen, aber sehr schöne Lage auf Bergrücken mit Gipfelblick. ca. 7 km von Pelling

Pelling (2100 m): Der Ort ist eine moderne Hill Station in schöner Lage, aber ohne weitere Besonderheiten. Viele Hotels. Sehenswert: Kloster Sangcholing, "Land der heiligen Lehre", ältestes Kloster Sikkims von 1642. Renoviert 1966. Nyngma-Schule. 0:30 h Fußweg von Pelling.

Darjeeling - Darjiling
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Darjiling (Tibetisch: rDo-rje Gling, Englisch: Darjeeling ) liegt auf 2.185  m ü.  NN, hat rund 110.000 Einwohner und ist Verwaltungssitz des Distrikts Darjiling. Aufgrund seiner Lage hat der Ort eine hohe ethnische Diversität. Vorherrschende Sprachen sind neben der westbengalischen Amtssprache und Englisch insbesondere Nepali und Tibetisch.

Trotz beträchtlicher Regenmengen während des Monsun diente Darjiling wegen seines milden Klimas während der Kolonialherrschaft Englands als "Hill Station" (Erholungsort) für britische Kolonialbeamte und Offiziere. Sie zogen jedes Jahr während der Monsunzeit aus dem schwül-heißen Kalkutta nach Darjiling.

Heute zeichnet sich Darjiling aufgrund einer dramatisch angestiegenen Motorisierung durch eine hohe Luftverschmutzung aus.

Einkaufen:
Nehru Road, Ladenla Road, Chowrasta.

Einkehren:
nette Cafés und Teehäuser am Chowrasta.
Restaurant und Bäckerei Glenary´s, in der Nehru Road ziemlich weit oben. Reservierungen im Restaurant für Gruppen schwierig.
Restaurant Shangri-La: etwas gehobener, gutes Essen. Nehru Road ziemlich weit oben.

Übernachten:
Fortune Central Nirvana: besseres Hotel, zentrumsnah, trotzden ruhig, und noch mit Aussicht!

Geschichte

Die Region von Darjiling gehörte im 19. Jahrhundert politisch zum damaligen Fürstentum Sikkim und wurde von den Bevölkerungsgruppen der Lepchas und Bhutias geprägt. 1835 wurde die Ortschaft der British East India Company vom "Chogyal" (Fürsten) Sikkims verpachtet - eine Gegenleistung für die Unterstützung Englands in dessen Konflikt mit den territorial expandierenden Nepalis. Fortan wurde Darjiling als Luftkurort für britische Kolonialbeamte und Offiziere ausgebaut. Noch heute wird das Stadtbild von Darjiling von der Kolonialarchitektur (Villen, Kirchen, Hotels) des 19. Jahrhundert geprägt.

Wirtschaft

Seit Jahrhunderten lebte Darjiling vom Karawanenhandel zwischen Tibet und Indien. Im 19. Jahrhundert wurde die Region von Darjiling von der Kolonialmacht England zu einem Zentrum des bengalischen Teeanbaus entwickelt. Heute genießt Darjiling für seinen hochwertigen Darjeeling-Tee weltweit einen herausragenden Ruf.

Neben der Teeproduktion ist auch der Tourismus als weiteres wirtschaftliches Standbein von Bedeutung. Hier sind es vor allem inländische Touristen, die aus Kolkata, aber auch aus dem fernen Delhi und Bengaluru kommend, ihren Urlaub in der kühlen Bergregion verbringen. Von ausländischen Touristen wird die Stadt häufig als Ausgangspunkt von Expeditionen ins Himalaya-Gebiet genutzt.

Von Shiliguri nach Darjiling führt eine 610-mm- Schmalspur-Eisenbahn, die 1999 von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft worden ist, und nicht zuletzt deshalb einen touristischen Faktor der Region darstellt.

Wirtschaftslage und politische Probleme

Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und sozialer Probleme (hohe Arbeitslosigkeit) sowie fehlender politischer Mitspracherechte gründeten einige der in die Region Darjiling zugewanderten, nepalisprachigen Bewohner die Gorkha National Liberation Front (GNLF). Mitte der 1980er Jahre artikulierte die GNLF, zum Teil militant, Forderungen nach politischer Autonomie für einen freien "Gorkha -Staat" innerhalb des Bundesstaates Westbengalen. Das politische Ziel eines eigenen Staates ging bislang zwar nicht in Erfüllung, doch stellte die Landesregierung in Kolkata höhere finanzielle Mittel für den Verwaltungsdistrikt Darjiling zur Verfügung, die von sog. "Hill-Councils" für wirtschaftliche und soziale Projekte verwendet werden sollten.

Trotzdem hat sich die wirtschaftliche Situation in Darjiling in den letzten Jahren stetig verschlechtert. Ein erhebliches Problem stellt auch die hohe Jugendarbeitslosigkeit dar. In der Bevölkerung glaubt man, diese Probleme seien durch eine zunehmende Miss- und Vetternwirtschaft von Subash Ghisings GNLF verursacht worden seien. Aus diesem Unmut erwuchs 2007 die neue Partei Gorkha Jan Mukti Morcha (GJMM), die wieder die Forderung nach einem autonomen Gorkhaland erhebt. Ihr Führer Bhimal Gurung rief unter Berufung auf Mahatma Gandhi zum gewaltfreien Widerstand auf und will die westbengalische Regierung wirtschaftlich unter Druck setzen: Dem Aufruf der GJMM, die Steuern sowie Telefon- und Stromrechnungen nicht mehr zu bezahlen, folgt die Bevölkerung seit Monaten (2008). Die Landesregierung in Kolkata scheint dieser und anderen Boykottaktionen machtlos gegenüberzustehen, so dass man annehmen kann, die GJMM hat faktisch die Hoheit über den Distrikt Darjiling errungen. Die Situation in Darjiling eskalierte im Sommer 2008, als während einer Tagung von hohen GNLF-Führern aus dem Tagungslokal heraus Schüsse in die draußen demonstrierende Menge abgefeuert wurden und eine junge Anhängerin der GJMM tödlich getroffen wurde. Die führenden Leute der GNLF wurden daraufhin unter Mordverdacht inhaftiert, ihre Häuser von aufgebrachten Anhängern der GJMM verwüstet oder sogar abgebrannt. Ghising selbst, der an der Sitzung nicht teilgenommen hatte, musste die "hill areas" verlassen. Der GJMM ist es aber gelungen, die Lage wieder zu beruhigen. Am 8. September 2008 kam es in Neu-Delhi zu einem trilateralen Treffen zwischen der indischen Bundesregierung, der Landesregierung von Westbengalen und der GJMM, ohne dass dieses Treffen bisher Ergebnisse gezeitigt hat.

Sehenswertes

Bhanu Bhakta Sarani (Rundweg um den Observatory Hill am oberen Ende von The Mall mit guter Aussicht zum Kangchendzönga )

Ghoom Kloster (Gelugpa-Orden, 19. Jahrhundert)

Thupten Sangha Chöling: Großes tibetisches Kloster (Drukpa-Kagyü-Linie) im Stadtteil Dali, reich geschmückte Gebetshalle mit monumentalen Statuen (erbaut 1990 bis 1993)

Himalayan Mountaineering Institute (Museum über den Himalaya und Bergsteigerei): ein ziemliches Sammelsurium, für Bergsteigerfans aber interessant, auch wegen der alten Fotos. Auf dem Zoogelände.

Padmaja Naidu Himalayan Zoological Park (u.a. Kragenbären, Schneeleoparden, Rote Pandas, Tiger, Yaks): Wenn man mal sehen will, was man auf den Treks nur selten zu sehen bekommt. Für indische Tierschutz-Verhältnisse ein guter Zoo, für mitteleuropäische Verhältnisse ...

Lloyds Botanical Garden (Flora des Himalaya)

The Mall (Einkaufsmeile aus der Kolonialzeit)

Darjeeling Himalayan Railway, Toy Train: seit 1880, verkehrt als Schmalspur-Eisenbahn zwischen New Jalpaiguri - bzw. der kleinen Bahnstation in Shiliguri - und Darjiling. 2700 hm auf 87 km. Durchschnittsgeschwindigkeit 10 km/h. Dampfloks 1892 gebaut.

Tibetisches Flüchtlings-Selbsthilfe-Zentrum (Produktion und Verkauf handwerklicher Kunst): Lebong Cart Road.

Tiger Hill (2590 m NN, bester Aussichtspunkt für Kangchendzönga-Massiv, 8598 m): 11 km, halbe Stunde Fahrzeit. Am besten zum Sonnenaufgang da sein! Aber man teil sich dann den Aussichtspunkt mit massenhaft anderen Menschen. Oben gibt´s Kaffee. Die Aussicht ist super ... bei entsprechenden Wetterverhältnissen. Links Everest und Lhotse, etwas weiter rechts Makalu, dann weiter rechts das Kangchendzönga-Massiv mit der Pyramide Norsing, rechts davon Kabru, und dann der Kantsch.

Windamere Hotel (Traditionsreiches Hotel aus der Kolonialzeit): schönes kleines Hotel mit kolonialem Flair unterhalb des Observation Point im Grünen. Baujahr 1862, zuerst das Haus eines Tee- und Indigofarmers. Später Gästehaus, dann Hotel. Kein Fernseher im Zimmer, dafür ein Kamin. Very british. Hier lernte in den 60ern der Kronprinz von Sikkim seine spätere Frau Hope Cook aus New York kennen.

Shrubbery: Kleiner Park beim Raj Bhawan mit schönem Blick auf Kanchenjunga. Jawahar Parbat, nördlich vom Observatory Hill.

Dirdham Tempel: ein Beispiel nepalesischer Tempelbauweise. Unterhalb der Bahnstation.

Mahakal Tempel: Nepalesischer Tempel auf dem Observatory Hill.

Happy Valley Tea Estate: Teeplantage und -fabrik. Ca. 3 km nordwestlich vom Zentrum.

Söhne und Töchter der Stadt

Erick Avari, indischer Schauspieler

Lawrence Durrell, anglo-irischer Schriftsteller

Vivien Leigh, britische Schauspielerin

Tenzing Norgay, Erstbezwinger des Mount Everest

Jamling Tenzing Norgay, Bergsteiger

Lawrence Trevor Picachy, Erzbischof von Kolkata

Literatur

Barthi Kirchner (2005): Die Gärten von Darjeeling. Roman.

Karl-Heinz Krämer (1997): Integration und Unabhängigkeit: Die nepalesische Bevölkerung Darjeelings und ihr Unabhängigkeitsstreben, Südasien (Berlin) Nr. 1/1997: 36-40.

Dominique Marny (1999): Darjeeling. Familiensaga aus Indien. Roman.

Nicole C. Vosseler (2006): Der Himmel über Darjeeling. Roman.

Heiko Klein/Sabine Riese (2001): Trekking in Sikkim und Darjeeling. Reiseführer.

Arend Vollers (1981): Darjeeling - Land des Tees am Rande der Welt. Sachbuch.

Weblinks

Im Spielzeugzug in den Himalaya (Neue Zürcher Zeitung)

Schmalspur-Eisenbahn: UNESCO-Weltkulturerbe (englisch)

Kalimpong
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Kalimpong ist eine Stadt im indischen Bundesstaat Westbengalen im Distrikt Darjiling. Der Ort hat etwa 40.000 Einwohner. Am Stadtrand befindet sich ein großer Stützpunkt der indischen Streitkräfte.

Kalimpong ist für seine Bildungseinrichtungen weit über die Grenzen Westbengalens hinaus bekannt. Seit einigen Jahren ist der Ort auch für den Tourismus interessant geworden. Hier stehen viele buddhistische Tempel.

Die Stadt liegt an den Bergen Deolo Hill und Durpin Hill in den Siwaliks auf einer Höhe von durchschnittlich 1247 m. Deolo, der höchste Punkt des Ortes, liegt auf 1704 m. Der Fluss Tista in der Nähe von Kalimpong bildet die Grenze zum Bundesstaat Sikkim.

Der Ort war lange Zeit von indigenden Volk der Lepcha sowie auch der zugewanderten Bhutia und Limbu (schwach) besiedelt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Gegend abwechselnd von den Königreichen Sikkim und Bhutan regiert. Durch den Vertrag von Sinchula (1865) wurde die Gegend östlich des Tista der British East India Company zugeschlagen. Zu dieser Zeit war Kalimpong ein Weiler mit vier Familien. Nach dem Duar-Krieg 1864 wurde Kalimpong als Bergstation durch die Briten ausgebaut. Sie stellte einen Erholungsort von den heißen tieferliegenden Gegenden dar. Kalimpongs Nähe zu den Pässen Nathu La und Jelep La, Ableger der Seidenstraße, wurde zu einem Vorteil für den Außenhandel nach Tibet und dem Rest Indiens.

Die Ankunft schottischer Missionare hatte unter anderem den Bau von Schulen zur Folge. Die Scottish University Mission Institution war dabei 1886 die erste, gefolgt von der Kalimpong Girls High School. 1911 betrug die Einwohnerzahl 7880.

Nach der indischen Unabhängigkeit 1947 wurde Kalimpong Teil der Westbengalen, nachdem Bengalen in einen indischen und pakistanischen Teil gespalten wurde. Durch die Annexion von Tibet durch China 1959 flohen viele buddhistischen Mönche in die Tempel von Kalimpong, seitdem werden durch sie auch viele neue Klöster gebaut.

Der Hauptwirtschaftszweig ist der Tourismus, Hochsaison ist der Frühling und der Sommer. Die Landwirtschaft, deren Felder terrassenförmig angelegt sind, ist ein weiterer bedeutender Wirtschaftszweig. Hier wachsen vor allem Orangen und Tee. Die Militäranlagen bieten einen zusätzlichen Absatzmarkt.

Der nächste Flughafen ist Bagdogra Airport bei Shiliguri (80 km), der nächste Eisenbahnanschluss ist in New Jalpaiguri etwa 10 Kilometer südlich von Shiliguri. Kalimpong liegt am National Highway 31-A, der Shiliguri mit Gangtok verbindet.

Im Ort findet sich das Lepcha-Museum, das über die Kultur der Lepcha informiert sowie das Zang-Dhok-Palri-Phodong -Kloster mit 108 Bänden des Kangyur. Das Kloster gehört zur Gelugpa -Schule des tibetischen Buddhismus.

Der tibetische Tulku Dhardo Rinpoche lebte hier von 1954 bis zu seinem Tode im Jahre 1990. Er ist ein Beispiel für viele Flüchtlinge, die sich hier niederließen.

Links:

Information on Kalimpong from Darjeelingnews.net

Kalimpong News and Information

Kalimpong

Literatur
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Bücher über Sikkim bei Amazon 

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Jürgen C. Aschoff: Tibet, Nepal und der Kulturraum des Himalaya (mit Ladakh, Sikkim und Bhutan). Kommentierte Bibliographie deutschsprachiger Bücher von 1627 bis 1990 (Aufsätze bis zum Jahre 1900) . Garuda Verlag, Dietikon/Schweiz 1992, ISBN 3-906139-07-7

Blanche Christine Olschak: Sikkim - Himalayastaat zwischen Gletschern und Dschungeln; Zürich: Schweizer Verlags-Haus, 1965

Gabriele Fritz, Dimitri Gerasimou: Sikkim, Darjeeling & Kalimpong. Verstecktes Land im Himalaya; Langenberg: DeGe-Verlag, 1997; ISBN 3-9803677-2-X

Wandern, Trekking, Bergsteigen:

Heiko Klein, Sabine Riese: Trekking in Sikkim und Darjeeling. Bericht über eine 4-wöchige Reise in den Nordosten Indiens; Oberursel: Klein-Riese; Norderstedt: Books on Demand, 2001; ISBN 3-8311-2417-5

Roger Payne: Emerging from the Mists. The sublime alpine peaks of Sikkim, India. In: The American Alpine Journal. 2008 , S. 112-127

Willi Senft, Bert Katschner: Bhutan, Ladakh und Sikkim. Bergwandern im tibetischen Kulturkreis; Leopold Stocker Verlag, Graz, Stuttgart 1979; ISBN 3-7020-0332-0

Quellen: einige Textteile stammen aus Wikipedia.org (vom Webmaster verändert und erweitert)

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