Island: Land und Leute
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Hintergrundinfos und nützliche Daten zu Land und Leuten ... für Führer von Trekkingtouren in Island und für interessierte Reisende und Wanderer.

Blaue Lagune

Zahlen
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Trekking Kjölur, IslandGröße 103.000 qkm, wie neue Bundesländer. 1.100 qkm kultiviert, 24.000 qkm extensive Weidefläche. Über 60 % Ödnis: davon 12.000 qkm Gletscher, 11.000 qkm Lavafelder, 4.000 qkm Sandwüste, 3.000 qkm Seen. Küsten 5000 km.

Entfernungen: Grönland 287 km, Färöer 420 km, Schottland 798 km, Norwegen 970 km.

330.000 Einwohner, 65% in Reykjavik und Umgebung. 500.000 Schafe. 94% Isländer; 97% Christen (meist ev.-luth.); Arbeitslosigkeit 2,5%. 2,8 Ew/qkm. 629 PKW/1000 Ew.

Höchster Berg ist der Hvannadalshnukur im Öraefa-Jökull 2119m.
Längster Fluss: Thjórsá (230 km)
Größter See: Thingvallavatn (85 qkm)

Seit 1918 souveräner Staat, seit 1944 unabhängig von Dänemark (Jahrestag 17.06.). Wappen: auf einem Basaltblock in Form der Insel steht ein Schild mit der Nationalflagge (rotes Kreuz mit weißem Rand auf blauem Grund). Der Schild ist von den 4 Landwächtern aus dem Epos Holmskringla umgeben, die das Land in alle 4 Richtungen bewachen. Vor 1944 zeigte der Schild die Krone Dänemarks. Länderkennung IS.

Wirtschaft stark abhängig von der Fischwirtschaft (2,2 Millionen Tonnen jährlich). Weitere Wirtschaftsbereiche: Aluminium, Tourismus; Landwirtschaft nur bei 12%. Export-Partner Nr. 1 ist Deutschland mit 18,5%. MwSt. 24,5 %.

Pflanzen: isländische Flora
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... siehe jetzt > Island-Pflanzen

Tiere: isländische Fauna

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Wandern im Quadrat Islands Tierwelt

... ist umgezogen nach > Tiere der Arktis und Subarktis

Wandern im Quadrat Islandpferde:

Island ist die Heimat des Islandpferdes. Als eine von nur wenigen Pferderassen beherrscht es den Tölt, eine trittsichere, langsame bis schnelle Gangart ohne Sprungphase, bei der das Pferd also immer ein Bein am Boden hat, die deshalb für den Reiter sehr bequem ist und seinen Rücken schont.

Islandpferde dürfen wie alle lebenden Nutztiere zwar aus-, aber nicht wieder eingeführt werden. Dies soll verhindern, dass Krankheiten eingeschleppt werden, vor allem jedoch, dass nicht reinrassige Islandpferde (etwa die Föten tragender Stuten) fremdes Erbgut mitbringen und so die Ursprünglichkeit der Rasse gefährden.

siehe auch > Islandpferde

Wandern im Quadrat Vögel

Überblick und einzelne Vogelarten siehe > Tiere der Arktis und Subarktis

Wandern im Quadrat Meer und Binnengewässer

... siehe > Tiere der Arktis und Subarktis

Wandern im Quadrat Details zu einzelnen Tierarten Islands:

Papageientaucher siehe > Papageitaucher

weitere siehe > Tiere der Arktis und Subarktis

Fischerei Island

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75 - 80 % des Exports, Gefrierfisch -> USA, Frisch- und Kühlfisch -> EU, GUS, Salzfisch -> Portugal, Spanien, Italien, Trockenfisch -> Nigeria

Fang: Kabeljau, Schellfisch (Winter, Frühjahr), Lodde (Kieler Sprotte), Hering (Sommer, Herbst), weniger bedeutend: Seelachs, Rotbarsch, Scholle, Heilbutt, Krabben, Wale, Lachse (Meer, Flüsse)

1958 Erweiterung der Fischereizone auf 12 sm

1966 - 68: Heringsausfuhr sinkt um 50 %

1972 Erweiterung der Fischereizone auf 50 sm

1975 Erweiterung der Fischereizone auf 200 sm

1976: 31.000 Tonnen Heringsfang, 1965: 763.000 Tonnen

siehe auch Wandern im Dreieck Island Walfang

siehe auch Wandern im Dreieck Island Wirtschaft

Geschichte Island
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Hier gibt es eine relativ kurze Abhandlung. Für intensivere Informationen siehe:

> Zeittafel Island (bei TrekkingGuide.de)

Den schriftlichen Quellen nach wurde Island im späten 9. und frühen 10. Jahrhundert durch Auswanderer aus Norwegen und anderen skandinavischen Ländern sowie durch keltische Siedler bevölkert. Es handelt sich dabei aber offenbar um einen Gründungsmythos, denn archäologisch ist eine frühere Besiedlung nachweisbar. Auf den Westmännerinseln wurden die Grundmauern eines typisch norwegischen Langhauses unterhalb einer Lavaschicht aus dem 7. Jahrhundert entdeckt. Während in Mitteleuropa die Königtümer um die Kaiserwürde wetteiferten, steht am Anfang der isländischen Geschichte die einzigartige Entwicklung eines oligarchischen Gesellschaftssystems. Das Althing als Versammlung gleichgestellter Goden ist damit zusammen mit dem färöischen Løgting eines der ersten parlamentarischen Systeme in Europa überhaupt (nach der Demokratie im Griechenland des Altertums). Die sowohl gesetzgebende als auch rechtsprechende Versammlung trat alljährlich in Þingvellir zusammen. Eigentliches Entscheidungsorgan war dabei die Lögrétta, die Versammlung der Goden, zunächst 36 an der Zahl, dann 39, zu denen seit der Ernennung von Bischöfen für Island (1056) auch diese hinzu traten. Die Goden wurden bei den Diskussionen und Verhandlungen, die der Entscheidungsfindung voran gingen, von je zwei Assistenten unterstützt, und waren auch auf die Unterstützung ihres Gefolges freier Männer angewiesen. Zu bedenken ist jedoch, dass der Großteil der Bevölkerung damals nicht frei und männlich war.

Das Godentum, welches sich im Anschluss an die Landnahme durch 400 norwegische Häuptlingsfamilien entwickelt hatte, überdauerte fast 300 Jahre, ehe es mit der Unterwerfung unter die Norweger im Jahre 1262 endete. Eine der wichtigsten Persönlichkeiten in diesem Zusammenhang war der zuletzt in Reykholt beheimatete Snorri Sturluson.

Im Jahre 1000 beschlossen die Isländer durch das Althing in Þingvellir die Annahme des Christentums. 1262 kam Island unter norwegische Herrschaft. 1380 kam Norwegen unter dänische Herrschaft; 1397 entstand die Kalmarer Union und Island wurde mit Norwegen unter dänischer Krone regiert.

Im Jahre 1552 wurde in Island auf Anordnung des dänischen Königs Christians III. die Reformation eingeführt.

Handelsmonopole, erst norwegische, später dänische, blockierten über lange Zeit die Entwicklung Islands. Der Frieden von Kiel 1814 besiegelte noch einmal die dänische Oberhoheit, während das alte Mutterland Norwegen zwar an Schweden fiel, sich dann aber auf den Weg in die Unabhängigkeit machen konnte. Mit einer Rückbesinnung auf die alten Traditionen, dem Wiederaufleben des Althings und dem Durchbrechen der Handelsbeschränkungen beging Island 1874 mit einer Verfassung und der Finanzautonomie die Tausendjahrfeier der Landnahme. 1904 gewährte Dänemark den Isländern die Autonomie (Hjemmestyre nach dem Vorbild der irischen Home Rule). Am 1. Dezember 1918 erlangte Island die Souveränität. Der dänische König Christian X. blieb aber bis zur Gründung der Republik, am 17. Juni 1944, das isländische Staatsoberhaupt. Daher haben Mitglieder des dänischen Königshauses, die vor dem 17. Juni 1944 geboren sind, auch einen isländischen Vornamen, wie die jetzige Königin Margrethe II., die den Vornamen Þórhildur trägt.

In der isländischen Politik herrscht seit langem keine klare Position zu einem EU-Beitritt des Landes. Als problematisch für Island wird vor allem der Status der isländischen Fischereirechte angesehen, da Island wie kein anderes Land auf diese angewiesen ist. Nachdem infolge der Finanzkrise die konservative Regierung von Geir Haarde zurückgetreten war, kündigte die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurðardóttir eine Initiative zum EU-Beitritt Islands an. Das isländische Parlament bestätigte ihren politischen Kurs, somit wurde 2009 ein Beitrittsgesuch gestellt.

> Zeittafel zur Geschichte Islands

Zeittafel Island
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Tertiär: warm gemäßigtes Klima mit reichem Baumbestand

10.000 v. Chr.: Ende der letzten Eiszeit

6.-7. Jh.: Irische Mönche gründen kleine Siedlungen auf Island

Mitte 9. Jh.: Siedlungspläne von Hrafna-Flóki werden durch Wetter zerstört, er nennt das Land Island (Eisland)

um 870: Als erster Siedler Islands gilt der schwedische Wikinger Gardar Svavarsson, der um 870 in Húsavík in Nordisland überwinterte und die Insel kurzerhand nach sich selbst Garðarsholmur (Gardarsholm) nannte.

872 Harald Schönhaar macht sich zum König von Norwegen und unterdrückt andere Adelige, die deswegen zum Teil das Land verlassen

874 Ingolfur Arnarson wirft vor der Küste seine Hochsitzsäulen über Bord. 3 Jahre später werden sie in der Bucht von Reykjavik gefunden und - nach diesem Hinweis der Götter - wird die ursprüngliche Siedlung dorthin verlegt.

um 900 systematische Besiedlung

930 Gründung des Allthing, jetzt schon 25.000 Einwohner

982 und 985: Erik der Rote besiedelt nach einem Streit und darauffolgender Ächtung Grönland. Nach häufiger Darstellung entdeckte Erik der Rote im Jahr 982 n. Chr. von Island aus Grönland. In Wirklichkeit war der erste Seefahrer, der nach Ostgrönland segelte, Gunnbjörn Úlfsson, kurz danach Snæbjörn Galti, der dort sein Winterquartier aufschlug. Erik der Rote umrundete aber die Südspitze und kam an die Westküste, wo das beste Siedlungsland zu finden war.

984 Christianisierung durch Thorvaldur Kodránsson mit Hilfe des norwegischen Königs

1000 Allthing-Kompromiss: Christentum wird offizielle Religion Islands, anfangs umfangreiche Sonderrechte für traditionelle Kulte

Im Jahre 1000 landet der Isländer Leifur Eiríksson an der Nordspitze von Neufundland und gründete dort eine - nicht dauerhafte - Ansiedlung: L'Anse aux Meadows. Entdeckt hatte den neuen Kontinent schon etwas früher Bjarni Herjúlfsson, der sich verirrt hatte, die amerikanische Küste sah, aber nicht landete, sondern umkehrte und nach Grönland fuhr.

1163 Sommer des Steinewerfens, innere Konflikte zwischen den isländischen Clans

12. und 13. Jh.: immer stärkere innere Konflikte, Machtkonzentration auf immer weniger Goden, Einbeziehung des norwegischen Königs durch Allianzen

1262 nach Hungersnöten Unterwerfung unter norwegische Krone, Handelsmonopol für Norwegen, das von da an die Isländer knebelt

1389 Hekla-Ausbruch: Vernichtung der Ernte und vieler Tiere, danach Pest und schwere Epedemien

1397 Kalmarer Union: Norwegen, Schweden und Dänemark geraten unter eine Krone. Fortsetzung der Handelskontrolle durch die Dänen.

1469 Krieg England - Dänemark wegen "illegalem" Islandhandel der Engländer

1548 Bischof Jón widersetzt sich den dänischen Protestanten und zettelt Rebellion an, wird 1550 enthauptet

1662 Aufteilung Islands in 4 Wirtschaftsdistrikte, die nicht untereinander handeln durften

Anfang des 18. Jahrhundert fielen ca. 18.000 Menschen den ,Schwarzen Blattern' zum Opfer

1783 Ausbruch der Laki in Südisland. Dörfer, Viehweiden und Fischgründe werden zerstört, Aschebedeckung der Weiden, giftige Wolken, Hungersnot. 10.000 Opfer.

1800 Abschaffung des Althing durch den dänischen König

1809 Jorge Jorgensen (Däne in Diensten der Engländer) versucht auf eigene Faust Island zu befreien

1843 Althing wird wieder eingesetzt, Unabhängigkeitsbewegung von Jón Sigurdson

1854 Ende des dänischen Handelsmonopols

1874 Autonomie für innere Angelegenheiten, Vetorecht Dänemarks

1875 Ausbruch der Askja: starke Bims- und Ascheausschüttungen

ab 1904 Selbstverwaltung

ab 1909 Prohibition von Alkohol

1911 wird die Universität Island gegründet

1915 wird das Frauenwahlrecht eingeführt

1918 Unionsvertrag mit Dänemark: Island wird ein souveräner Staat mit eigener Flagge, aber mit dem dänischem König als Staatsoberhaupt
Ausbruch der Katla: starke Bims- und Ascheausschüttungen

1940 besetzten britische Truppen Island unter Verletzung seiner Neutralität, um einer möglichen Invasion durch NS-Deutschland zu begegnen. Auslaufen des Unionsvertrages mit Dänemark. Verlängerung nicht möglich, da Dänemark deutsch und Island britisch besetzt.

1941 werden britische Besatzungstruppen durch US-amerikanischen Truppen verstärkt und größtenteils ersetzt.

1944, 7. Juni: Island wird Republik mit eigener Verfassung

1946 Island wird Mitglied der Vereinten Nationen

1949 Gründung der NATO mit Island

1951 Island wird Luftwaffenstützpunkt der USA

1952, 1958, 1972, 1975: Kabeljaukriege mit England

1958 Erweiterung der Fischereizone auf 12 Seemeilen

1966 - 68: Heringsausfuhr sinkt wegen zurückgehender Bestände um 50 %

1970 Ausbruch der Hekla, 7500 Schafe sterben

1972 Erweiterung der Fischereizone auf 50 sm

1975 Erweiterung der Fischereizone auf 200 sm

1976 nur noch 31.000 Tonnen Heringsfang, 1965 waren es noch 763.000 Tonnen

1987 Aufhebung des Gesetzes zum fernsehfreien Donnerstag

ab 1989 freier Verkauf von Bier

seit 1994 ist Island Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR)

2001 tritt Island - obwohl nicht in der EU - dem Schengener Abkommen bei

2009 Beitrittsgesuch an die EU wird gestellt

Politik
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Island ist seit 1918 unabhängiges Königreich in Personalunion mit Dänemark, 1944 Ausrufung der Republik. Die Republik Island ist eine parlamentarische Demokratie, gegründet am 17.06.1944. Das isländische Parlament, der Althing, besteht aus 63 Abgeordneten, wird für vier Jahre gewählt und ist für die Gesetzgebung zuständig. Der Staatspräsident hat repräsentative Funktionen. Vigdís Finnbogadóttir, Staatsoberhaupt von 1980-1996, war bei ihrer Wahl das erste direkt vom Volk gewählte weibliche Staatsoberhaupt der Welt.

Die Regierungsgeschäfte führt der isländische Premierminister. Seit 1. Februar 2009 hat Jóhanna Sigurðardóttir dieses Amt inne. Sie führt eine Regierung aus Allianz und Links-Grüner Bewegung.

Die seit der Parlamentswahl 2007 regierende Koalition von Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkurinn; SF) und der sozialdemokratischen Allianz (Samfylkingin) unter Premierminister Geir Haarde war an der Wirtschaftskrise zerbrochen, und eine Übergangsregierung aus Allianz und Links-Grüner Bewegung unter Premierministerin Jóhanna Sigurðardóttir wurde gebildet; diese Regierung wurde bei vorgezogenen Neuwahlen im April 2009 bestätigt.

Die Judikative ist in Island zweistufig ausgebildet. Die untere Ebene bilden die Bezirksgerichte, die obere Ebene das Obergericht Hæstiréttur, der oberste Gerichtshof, das auch als Verfassungsgericht fungiert.

Island erreicht auf dem Demokratieindex der Zeitschrift The Economist den 2. Platz.

Island ist Mitglied in vielen internationalen Organisationen, aber (noch) nicht in der EU. Die stark isolatorisch geprägte Sicht der Isländer hat sich - wie in Irland - mit der Finanzkrise deutlich geändert. Ein Beitrittsgesuch zur EU ist mittlerweile gestellt.

Parteien

Seit Mitte der 1970er Jahre wurde das in Island vorherrschende traditionelle Vier-Parteien-System aufgebrochen. Diese vier bedeutenden Parteien waren die Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkur, SF, konservativ), die Fortschrittspartei (Framsóknarflokkur, FF, liberal), die Sozialdemokratische Volkspartei (Alþýðuflokkurinn, AF, sozialdemokratisch) sowie die Volksallianz (Alþýðubandalagið, AL, sozialistisch).

Der Versuch der Vereinigung aller linken Parteien führte zu der Herausbildung zweier neuer Parteien, der sozialdemokratischen und europafreundlichen Allianz (Samfylkingin; Sf) und der links-grün-patriotisch orientierten Links-Grünen Bewegung (Vinstri hreyfing-Grænt framboð; VG). In die Allianz ging auch die Frauenallianz auf, die als erste Frauenpartei der Welt in ein nationales Parlament einzog und dort bis zur Fusion durchgängig vertreten war.

Gewerkschaften

Es gibt in Island verschiedene Branchengewerkschaften und einen Gewerkschaftsbund (ASÍ); mehr als 90 % der abhängig Beschäftigten sind darin organisiert. Das Genossenschaftswesen spielt, wenn auch tendenziell abnehmend, eine weltweit fast einmalig starke Rolle. Nahezu alle wichtigen Lebensbereiche (Renten, Urlaubssonderzahlungen, Gesundheitswesen, der Schule nachgeordnete Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, viele Kulturveranstaltungen, Fischereifahrzeug-Poole und deren Ertragsverteilung uvm.) sind teilweise oder vollständig genossenschaftlich geregelt.

Bevölkerung
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Bevölkerungszahl: 309.699 (a. April 2007), Bevölkerungsdichte: 2,6 pro qkm. Im Gegensatz zu vielen anderen westlichen Staaten stieg die Bevölkerungszahl in Island bis 2008 kontinuierlich an. Am 9. Januar 2006 wurde die 300.000-Marke überschritten. In Folge der Finanzkrise ab 2008 war ein leichter Rückgang der Bevölkerungszahlen zu verzeichnen.

Die Meisten der rund 310.000 Einwohner leben in und um Reykjavik.

Landessprache ist Isländisch, verwandt mit dem Altnorwegischen.

Isländer sind vorwiegend skandinavischen Ursprungs mit keltischem Einschlag.

Religion: Isländische Staatskirche (evang.-lutherisch 93 %). Zusätzlich gibt es einige katholische Kirchen, die Heilsarmee und andere religiöse Gruppen.

Zwischen 1950 und 1990 lag der Ausländeranteil durchschnittlich bei etwa 1,5 %, bis 2003 war die Quote auf 3,5 % gestiegen. Unter den Ausländern hatten zu diesem Zeitpunkt Polen (18,2 %) den größten Anteil, gefolgt von Dänen (8,6 %), Philippinos (6,0 %) und Deutschen (5,4 %).

Ein bedeutender Trend war in den letzten Jahren die Landflucht. Besonders abgelegenere Gebiete wie etwa die Westfjorde, Snæfellsnes oder der äußerste Nordosten hatten darunter zu leiden, dass sich bedeutende Teile der Bevölkerung bessere Lebens- und Verdienstmöglichkeiten in den Städten, besonders aber in Reykjavík erhofften. Seit der Krise ab 2008 scheint dieser Trend jedoch weniger deutlich.

Gebräuche

Isländer sehen sich wie andere skandinavische Länder als eine klassenlose Gesellschaft, in der sich alle Bewohner mehr oder weniger gleichwertig fühlen. Man spricht sich mit dem Vornamen an, die Nachnamen setzen sich aus dem Vornamen des Vaters und der Endung Son (Sohn) oder Dóttir (Tochter) zusammen. Jón Magnússon ist »Jón, Sohn des Magnus«, und Sigrid Magnúsdóttir »Sigrid, die Tochter des Magnus«. Die Anrede Fröken (Fräulein) ist in Restaurants (Bedienung) und an Bord (Stewardessen) gebräuchlich. Zur Begrüßung gibt man sich die Hand.

Das Land hat eine starke literarische Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Nirgendwo werden pro Kopf so viele Bücher veröffentlicht und gelesen wie hier.

Isländer sind stolz auf ihre Identität und ihre Freiheit, hatten sie doch lange unter der Fremdherrschaft zu leiden. Einflüsse von Außen werden sehr kritisch gesehen. Kritische Bemerkungen von Reisenden z. B. über isländischen Walfang werden schnell als Einmischung in fremde Angelegenheiten interpretiert.

Besucher werden oft nach Hause eingeladen. Kleine Gastgeschenke sind gern gesehen. Isländer ziehen sich gerne schick an, Freizeitkleidung ist jedoch weit verbreitet. In den Häusern zieht man die Schuhe aus.

Sprache
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siehe unter > Sprache

Elfen und Trolle
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Landmannalaugar, IslandSeit 1994 gibt es in Reykjavik eine Elfenschule, deren Diplom man in 4 Stunden erhält.

In Hafnarfjörður wohnen Elfe, Zwerge und andere verborgene Wesen in friedlicher Gemeinschaft mit den Menschen. Viele haben schon die weiß gekleidete Elfenfrau mit dem silbernen Gürtel gesehen. Sie wohnt in einem Elfenschloss (einem Felsen an der Merkurgata). Dieser wurde beim Straßenbau umgangen, weil immer wieder Unfälle passierten. In Hafnarfjödur gibt es sogar einen Stadtplan in dem die unsichtbaren Wesen von der Seherin Erla Stefánsdóttir eingezeichnet wurden.

Ein Stein bei einer Hühnerfarm sollte für deren Erweiterung gesprengt werden. Die Hühner, so wird erzählt, hörten auf zu legen, der Betrieb ging Konkurs und wurde versteigert. Der neue Besitzer, so Magnus, habe das steinerne Elfenheim respektiert und bald wieder schwarze Zahlen geschrieben. Heute steht der Stein als nationales Kulturgut unter der Obhut des staatlichen Museums Reykjavik.

Man geht im Bauministerium davon aus, dass es zwei bis drei mal so teuer wird, wenn man beim Bau die Heime der Elfen zerstört, statt auf ein Gebiet auszuweichen, das nicht vom versteckten Volk bewohnt ist. Darum akzeptieren die Behörden die Existenz der unsichtbaren Wesen einfach aus ökonomischen Gründen.

> Islands Mythologie

Essen in Island
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Fisch und Lammfleisch sind die Hauptspeisen der isländischen Küche. Die europäische Gastronomie, insbesondere die der anderen skandinavischen Länder, hat die isländische Küche stark beeinflusst. Isländischer Lachs ist eine besondere Delikatesse und wird auf verschiedene Arten zubereitet. Sehr beliebt ist marinierter Gravedlachs. Gemüse wird in Gewächshäusern gezogen, die mit geothermalem Heisswasser beheizt werden. Besondere Leckerbissen der isländischen Speisekarte sind Hangikjöt (geräuchertes Lammfleisch), Hardfiskur (getrockneter Fisch) und isländischer Sild (eingelegter Hering). Auch Skyr (Quark) ist sehr schmackhaft. In Cafés kann man für den Preis einer Tasse Kaffee so viel trinken, wie man möchte bzw. es steht eine Kanne zum Nachschenken bereit. Das Nachgießen sollte nicht zu sehr ausgenutzt werden, mittlerweile gibt es mehr Cafés, die das Nachschenken nicht mehr kostenfrei anbieten. Europäische Biere, Weine und Spirituosen sind mittlerweile in jeder Kneipe zu bekommen, zu kaufen aber nur in staatlichen Monopolgeschäften, ATVR genannt (RIKID). Der einheimische Brennivin wird aus Kartoffeln gebrannt und ähnelt dem Aquavit.

Nur noch selten auf den Tisch kommt fermentierter Hai, den man am besten zusammen mit "Schwarzer Tod" - einem einheimischen Schnaps - genießt. Der Hai hat keine Nieren und die Stoffwechselprodukte werden nicht abgebaut. Das wird erst mit der langen Lagerung und Fermentierung erreicht ... nicht für jeden ein kulinarisches Highlight. Das rohe Fleisch liegt einige Wochen draußen in einer Kiste. Danach wird es noch 4-6 Monate zum Trocknen aufgehängt.

Auch Papageientaucher und Walfleisch sind heute eher Besonderheiten auf der Speisekarte. Dafür gibt es in Reykjavik vom Argentinischen Steakhaus bis zum Nepali oder Thai alle Varianten der internationalen Küche.

Ein typisches sommerliches Nationalvergnügen ist das Is, Softeis. Es gibt spezielle Läden, in denen man sich ins eigentliche Softeis diverse geschredderte Süßigkeiten, Nüsse und die erstaunlichsten anderen Dinge einrühren lässt. Das ersetzt dann (fast) eine volle Mahlzeit.

Übersicht einiger typischer Gerichte:

Hangikjöt: geräuchertes gepökeltes Lamm
Lax: Lachs

Hardfiskur: Trocken- oder Stockfisch, als Ysa (Schellfisch) sehr gut
Sild: eingelegter Hering

Is: sahniges Softeis
Mysingur: brauner, süsser Molkekäse als Brotaufstrich
Pylsur: Hot Dogs (med öllu = mit Allem)
Rugbraud: dunkles süsses Roggenbrot (entfernt verwandt mit Pumpernickel)
Skyr: Weichkäse, wie Quark
Vinarbraud: dänischer Kuchen mit Marzipan, Nuss oder Fruchtfüllung

Wandern zum Seitenanfangvon Andreas Happe