Nepal: Bhaktapur, Patan & Kathmandutal
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren


Interessante Themen und Fakten für Reisende und (Wander-) Reiseleitungen.

Katmandu, Nepal

Allgemeines & Spezielles

Der Talkessel hat einen Durchmesser zwischen 25 und 35 km und ist von einem Gebirgsring mit Höhen von 2000 bis 2700 m umgeben. Sternförmig fließen etwa zehn Flüsse in diesen Kessel hinein. Einer der größten ist der heilige Fluss Bagmati, der das ganze Wasser sammelt und aus dem Tal nach Süden abführt.

Vor 200.000 Jahren war das Tal noch ein See, an dessen Ufer es schon Siedlungen gab. Nach Abfluss des Wassers (vermutlich durch Erdbeben) wurde das fruchtbare Tal besiedelt. Eine Legende erzählt eine andere Version: siehe Swayambunath.

Der Hinduismus breitete sich zwischen dem 5. und 15. Jh. im Kathmandutal aus.

Wandern im Quadrat Verkehrsanbindung

Die Lage des Kathmandutales im Gebirge sorgte über die Jahrhunderte dafür, dass die Stadt nur zu Fuß erreichbar war und sich das Land von der Außenwelt abgeschlossen halten konnte. Eine erste schwierige und windungsreiche Straße durch den Mahabharat nach Kathmandu, die über mehrere Pässe führte, wurde erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gebaut. Bis in die 70er Jahre war dies die einzige Straßenverbindung mit dem übrigen Land und Indien.

Der Hauptverkehr läuft nun über die gut ausgebaute Straße, die ab Naubise dem Trisulital bis Bharatpur folgt. Ein einziger Erdrutsch zwischen Naubise und Kathmandu konnte bis vor kurzem nach wie vor die Stadt von der Außenwelt abschneiden. Da es sich bei diesem Straßenabschnitt um den schwierigen Aufstieg zum Kathmandutal handelt, kam das praktisch in jedem Monsun vor. Mittlerweile wurde mit Japanischer Entwicklungshilfe eine völlig neue Straße östlich von Kathmandu von Dhulikhel nach Kamalamai (Sindhulimadi) gebaut. Dadurch hat das Kathmandutal nun zwei Anbindungen an den Terai und nach Indien.

Die auch in der 60er Jahren gebaute Straße von Kathmandu nach Tibet ist dagegen von etwas geringerer Bedeutung, zumal sie im nordöstlichen Teil vor der Grenze sehr häufig von Erdrutschen unterbrochen ist.

Wandern im Quadrat Architektur

Wohnhäuser: Erdgeschoss: Werkstätten, Läden, Lager. 1. Stock: Schlafräume. 2. Stock: Wohn- und Aufenthaltsräume. Dachgeschoss: Schrein, Küche.

Pagoden: Basiert auf der indischen Stupa. Wurde (möglicherweise von nepelesischen Künstlern) in China entwickelt. Ursprünglich auch zur Aufbewahrung von Reliquien oder zur Markierung von heiligen Plätzen.

Bhaktapur / Bhadgaon

Stadtplan Bhaktapur

Eine der unabhängigen Malla-Königsstädte. Bhaktapur = Stadt der Gott-Hingegebenen (Bhakta), Bhadgaon = Reis-Dorf (auch oft als Stadt der Bhadra Kali interpretiert). 15 km östl. von Kathmandu an der alten Handelsstrasse nach Tibet. 200.00 Ew., wachsend. Drittgrößte Stadt des Kathmandutales. Bewohnt von hauptsächlich Newari.

Bhaktapur erhöht immer wieder seine Eintrittspreise. Mittlerweile (2017) werden von westlichen Touristen 15 $ US verlangt. Auch mit der höheren Eintrittsgebühr kann ich einen Besuch unbedingt empfehlen. Ideal ist ein Übernachtung da man die Stadt ab 17 Uhr ohne die vielen Touristengruppen erleben kann. Wer in der Stadt übernachtet, sollte das beim Zahlen des Eintritts angeben. Dann gilt die Karte bis zur Abreise.

Wandern im Quadrat Geschichte und jüngste Entwicklung

889 n. Chr. Stadtgründung. Form eines Damru (= kleine Doppeltrommel, 2 mit den Spitzen aufeinanderstehende Dreiecke). Der älteste Teil liegt im Osten um den Dattatreya Square. Vom 14.-16. Jh. verlagerte sich das Zentrum westwärts zum heutigen Durbar Square. Viele beeindruckende Tempel und Paläste. Ausgeklügelte Infrastruktur (z.B. Wasserversorgung). 1768 eroberte Prithvi Narayan Shah die Stadt, und die Unabhängigkeit war dahin.

Die Infrastruktur und die Bauten verfielen. Die Handelsroute verlor an Bedeutung, als die Engländer die Route über Sikkim nach Tibet ausbauten.
1934 Zerstörung weiter Teile durch Erdbeben.
1950 weiterer Niedergang wegen Grenzschließung durch Chinesen.
1972 Strassenbau KTM-Lhasa, Warenströme laufen an der Stadt vorbei.
Anfang der 70er waren viele Geschäfte und Handelshäuser geschlossen, Gebäude verfallel, Dreck und Schutt in den Strassen. Dittgrößte Stadt Nepals war die armseligste von allen 26 Städten. Lokale Führer und gebildete Elite war nach KTM gezogen. Bhaktapur war heruntergekommenes Bauerndorf.

1969 besuchte der saarländische Ministerpräsident die Hochzeit König Birendras. Als Geschenk brachte er 1 Mio. DM mit für die Renovierung des Pujari Math, eines Gebäudes in Bhaktapur. 1972 mobilisierten die daran beteiligten Architekten weitere Finanzhilfen. So entstand 1973/74 das Bhaktapur Development Project. In diesem wurden alte lokale Handwerkskünste wiederbelebt, und mit einheimischen Handwerkern die gesamte Innenstadt von Bhaktapur restauriert.

2015: Erdbeben zerstören diverse Gebäude in Bhaktapur. Seit 2016 wird - auch mit deutscher Hilfe - wieder aufgebaut. Die große Nyatapola-Pagode und viele andere historische Gebäude haben dem Erdbenen glücklicherweise widerstanden.

Bhaktapur Pottery Square, NepalWandern im Quadrat Durbar Square Bhaktapur:

Beginn der Bedeutung des Platzes im 15. Jh., erste Prachtbauten.

1934 durch Erdbeben zerstört, viele Gebäude wurden nicht wieder aufgebaut. Früher 99 Höfe, 1742 waren es 12 Höfe, heute noch 6.

Hauptzugang im Westen durch das Durbar Square Gate (um 1700). Oben am Torbogen Kirtimukha (= Gesicht des Ruhmes), an den Seiten Holzfiguren von Hannuman und Bhairab.

Direkt links hinter dem Tor 2 Löwen, die die Abbildungen von Bhairab und Durga (1707) bewachen. Durga hat 18 Hände mit Waffen, die ihr von den Göttern gegeben wurden, um Dämonen zu besiegen. Hier tötet sie gerade Mahishasur, einen Dämon mit Büffelkopf. Den Bildhauern wurden nach der Fertigstellung angeblich die Hände abgehackt, damit sie nie wieder etwas Vergleichbares schaffen konnten.

Palast der 55 Fenster: Königlicher Palast aus der Rana-Zeit.

Weiter östlich: Bhaktapur Art Gallery. Der Zugang wird von Narasinha und Hanumanta-Bhairab (Mischform aus Hanuman und Bhairab) markiert.

Goldenes Tor (Sun Dhoka): 18. Jh., eine der wertvollsten Kupferarbeiten im Tal. Garuda vernichtet die Nagas (Schlangen). Darunter Abbildung dr Taleju. Eingang zu Königspalast (Gebäude von 1427) und Tempelanlage mit mehreren Höfen (Tempel nur für Hindus).

Säule mit Bhupatindra-Malla-Statue, Blick zum Königspalast und zum Taleju-Tempel (Familiengöttin der Malla). Königlicher Turban, Schwert und Schild abgelegt. Trohn wird von 4 Löwen getragen und von Schirm überdacht. Säule wurde von seinem Sohn im 18. Jh. errichtet.

Pashupatinath-Tempel an Südostseite des Platzes. Angeblich Ältester Tempel der Stadt, Datum aber unklar (15.-17. Jh.). Legende: Der König wurde durch Hochwasser des Bagmati am Besuch des Pashupatinath-Tempels bei Kathmandu gehindert. Danach gab er seinen eigenen Pashupatinath-Tempel in Auftrag. 1934 bei Erdbeben zerstört und danach rekonstruiert.

Wandern im Quadrat Taumadhi Tol (Taumadhi Square)

Nyatapola-Pagode (5-Dächer-Tempel) prägt den Platz. Erbaut 1708 von Bhupatindra Malla, mit 30 m höchste Pagode im Tal. Der Göttin Siddhi Lakshmi geweiht, um den unberechenbaren Bhairav im älteren Nachbartempel (16. Jh., erweitert 17. Jh.) in Schach zu halten. Hauptschrein unter Verschluss, nur wenige Priester haben Zutritt. Daher nicht ganz klar, welches Standbild verehrt wird. Das Dach ist 5geschossig, Aufgang zum Tempel geprägt von kolossalen Statuen, von denen jede 10 x stärker ist als die darunterliegende. Die Ringer unten (historische Figuren) ssollen 10 x stärker sein als Normalsterbliche etc.. Elefanten, Löwen, Fabeltiere, oben Tiergöttin und Löwengöttin. Beim Erdbeben 1934 kaum beschädigt.

Wandern im Quadrat Potters Square

Vom Taumadi Richtung südwesten liegt der kleine Potter´s Square. Hier hat sich das ursprüngliche Ambiente der Stadt am besten erhalten. Töpfer breiten ihre Produkte auf dem Platz aus, Bauern trocknen hier ihren Reis. Auf dem Platz steht der kleine Jeth-Ganesh-Tempel. Er wurde 1646 von einem reichen Töpfer gestiftet. Seit dem kommt der Priester des Tempels traditionsgemäß immer aus den Reihen der Töpfer.

Wandern im Quadrat Dattatreya Square (Tachupal Tol)

Kern des alten Bhaktapur. Tempel an der Ostseite ist Dattatreya-Tempel (Dreifaltigkeitstempel), einer gemeinsamen Manifestation von Brahma, Vishnu und Shiva geweiht. Der knieende Garuda vor dem Tempel betont allerdings Vishnu. Die Ringer, Nachbildungen der Ringer an der Nyatapola-Pagode, wurden 1860 hinzugefügt.

Mit dem Pujari Math, dem Gebäude an der Südostecke des Platzes, begann das Bhaktapur Development Project. Dieses zeigt einige der bedeutendsten Holzschnitzarbeiten es Tals, hier ist auch das Woodcarving Museum untergebracht. Früher diente das Haus den Priestern als Wohnsitz. Aufgrund guter Beziehungen zu Tibet gingen bis 1904 große Schenkungen von Lhasa an das Pujari Math. Auch reiche Einheimische stifteten Land, Güter und Geld, so dass die Priesterschaft hier sehr wohlhabend war.

Eine der berühmtesten Holzarbeiten im Tal, zu sehen in der Gasse östlich des Pujari Math, ist das Pfauenfenster.

Wandern im Quadrat Tipps

Wandern im Quadrat Einkehren

Gutes Essen und schöne Aussicht (Dachterrasse) auf Nyatapola-Pagode und Umgebung im Bhadgaon-Restaurant südwestlich am Taumadi Tole. Wenn voll, dauert das Essen lange!

Auch vom Nyatapola-Restaurant hat man schöne Aussichten. Die Tische sind aber klein und die Balkone eng, nichts für Gruppen.

Sunny Restaurant and Cosy Bar: Am Pottery Square (Rammandir Road). Gutes Essen, nette Bedienung, schöne Aussicht auf das Treiben in Bhaktapur. Geöffnet täglich 7:00 - 21:00 h, +977-1-661633. Auch Hotel.

Garuda Bar: Am Taumadhi-Square. Super Aussichten von der Dachterrasse, gutes internationales Essen. Auch toll für Sundowner oder Absacker. Geöffnet 9:00-22:00 h. +977 1-6610488.

Am ruhigen Dattatreya-Square liegen das Peaceful Restaurant und das Mayur Restaurant (Thai-Küche) nahe beieinander.

Wandern im Quadrat Übernachtung

Hotel Heritage: Das Hotel liegt unten am Fluss (Mangal Ghat) knapp südlich der Innenstadt. Zum Durbar Square geht man 10 min. Vom Araniko-Highway ist es nur wenige Meter zu Fuß entfernt und damit optimal per Bus von Kathmandu oder von Osten kommend erreichbar. Auch der Flughafen ist nicht weit. Schön mit Garten und Terrasse. Telefon: +977 1-6611628.

Ausflug von Kathmandu:

  • Mit Gruppen z.B. 9:30 h ab KTM, 14:30 h ab Bhaktapur zurück. 0:45 h Fahrt, 1:00 - 1:30 h Stadtführung, Rest zur freien Verfügung.
  • Taxi Thamel - Bhaktapur 800 NRS (2016), Bus ab Gongbu-Busbahnhof alle Stunde 30 NRS (2016).

Wandern im Quadrat Weitere Tipps

  • Wechselstuben und Geldautomaten am Taumadhi Thol.
  • Internet in der Gasse zum Potters Square.
  • Eintritt 15 € oder 1500 NRs. (2017).

Patan / Lalitpur

Lalitpur oder Patan ist die viertgrößte Stadt in Nepal nach Kathmandu, Biratnagar und Pokhara. Sie liegt im Kathmandu-Tal am Südufer des Bagmati im Distrikt Lalitpur und bildet mit Kathmandu eine Doppelstadt. Um das Jahr 1000 war sie mit etwa 100.000 Einwohnern die zehntgrößte Stadt der Welt. 1970 etwa 55.000 Ew, 2001 hatte die Stadt 166.674 Einwohner.

Die Geschichte der Stadt geht mehr als 2300 Jahre zurück. Der Überlieferung zufolge ist die Stadt die älteste im Kathmandu-Tal und wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. von der Kirat Dynastie gegründet. Über viele Jahrhunderte war Lalitpur Hauptstadt eines eigenen Königreiches, das erst unter König Prithivi Narayan Shah im Jahr 1768 in das Königreich Nepal eingegliedert wurde.

Yogi, NepalPatan Durbar Square

Hiranya Varna Mahaa Vihar, der Tempel der tausend Buddhas

Kumbeshwar Tempel, eine fünfstöckige Pagode

Museum behind the Golden Door (im Königspalast)

Café du Temple: Nördlich vom Durbar Square mit hoher Dachterrasse und Aussicht auf Durbar Square.
Ambience Restaurant, daneben, auch mit schöner Terrasse, 5538980.
Café de Patan: Dachterrasse. Strasse von Durbar Sq. Richtung KTM, links kleiner Platz mit Tempel, dahinder das Café. 537599.

Eintritt Durbar Sq. 250 Nrs. (2008)

weitere Orte im Kathmandutal

Wandern im Quadrat Ichangu Narayan

(nicht verwechseln mit Changu)

Dorf mit kleinem Tempel 6 km westl. von Kathmandu. Schöner Ausflug per Rad. Vishnu-Tempel aus dem 17. Jh., Vorgängerbau von 1512. Von hier 3 h sehr schöne Wanderung auf den Nagarjun-Berg mit gleichnamiger Stupa.

Wandern im Quadrat Nagarjun-Stupa / Jamacho, Forest Reserve

Dichter Dschungel, auf dem Berg (2096 m) Stupa mit schöner Aussicht. Bus Richtung Kakani, am Parkeingang aussteigen und 15 km bis Gipfel zu Fuß.

Wandern im Quadrat Changu Narayan

(nicht verwechseln mit Ichangu)

Changu Narayan (1540 m) ist ein netter kleiner Ort, der sich zu Füßen eines alten Vishnu-Tempels auf einem Grat erstreckt. Lohnenswerter Ausflug von KTM (12 km östl.). Gut zu verbinden mit Bhaktapur oder Nagarkot. Man kann schön von Changu Narayan nach Nagarkot und/oder zurück wandern.

Tempel Changu Narayan: 464 n.C. erstmals erwähnt. Heutige Form aus Beginn des 18. Jh.. Einweihung 1704. Auf der Westseite Bronzeportraits der Stifter, Königin Riddhilakshmi und ihr Sohn Bhupalendra Malla (1687-1700). Das zentrale Kultbild (4. Jh. n.C.) zeigt Vishnu (= Narayan) und Garuda. Gleiches Motiv im Standbild auf Vorplatz (9. Jh.). Weitere Darstellungen: Vishnu-Trivikrama (Vishnu als Zwerg, dem der Dämon Bali soviel Land versprach, wie er mit 3 Schritten abmessen könne. Vishnu wuchs zum Riesen und durchschritt Unterwelt, Erde und Himmel.), Vishvarupa (Vishnu als Weltenherrscher), Vishnu Narasimha (halb Mensch, halb Löwe, der einen Dämonen tötet, der weder von einem Menschen, noch von einem Tier getötet werden kann.).

Wandern im Quadrat Kirtipur

Alte Newari-Stadt 5 km südwestlich von Kathmandu. 50.000 Ew, viele Newari, viele Tempel und Gompas. Hier wohnen auch viele Studenten und Professoren.

Wandern im Quadrat Nagarkot

Beliebtes Ausflugsziel 32 km östl. von Kathmandu, 2170 m auf einem Hügel. Hier kann man übernachten, und morgens den Sonnenaufgang über dem Himalaya erleben. Empfehlenswerte Unterkunft: Farm-House, etwas hinter dem Ort und den anderen Hotels gelegen. Tipp: Wanderung nach Changu Narayan.

Literatur: Führer, Karten ...

Wanderführer, Karten, Reiseführer, Romane, Bildbände u.v.m. siehe > Nepal Literatur