Nepal: Geschichte
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Letzte Änderung: 10.09.2014

Rani Pokhri - Kathmandu

Geschichte
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Ursprünglich war das heutige Kathmandu-Tal ein großer von Bergen umrahmter See. Nachdem dieser infolge eines Erdbebens und einer aufbrechenden Schlucht abgeflossen war, wanderten viele Menschen aus umliegenden Gebieten ein und vereinigten sich zum Mischvolk der Newar. Das Tal war fruchtbar und es ließ sich Landwirtschaft, später auch mit Bwässerung, einfach betreiben. Die Newari entwickelten große Fertigkeiten im Handwerk, die in ganz Ostasien bekannt wurden.

So entstand im 7. Jh. in China der von Nepalesen aus dem Kathmandutal entwickelte Pagoden-Baustil, der sich auch in Japan ausbreitete. Nepalesische Handwerksmeister waren weithin gefragt. Zu dieser Zeit begann der Buddhismus, sich in Nepal auszubreiten, Er konnte sich jedoch gegenüber dem Hinduismus nie ganz durchsetzen.

Nachdem Nepal lange Zeit unter der Herrschaft aus Indien einmarschierter Rajputen gestanden hatte, gelang es im 14. Jh. schließlich dem Newar Jayasthiti Malla, das Tal zu einigen und zu befreien. Sein Enkel, Yakasha Malla, konnte das Herrschaftsgebiet später noch weiter ausdehnen und so in seinem Königreich für großen Wohlstand sorgen. Seine vier Söhne jedoch teilten das Land wieder unter sich auf und schwächten es damit.

Durch diese Schwächung ein leichtes Opfer geworden, wurde Nepal 1786 vom Gurkha König Prithvia Narayan eingenommen. Seine Herrschaft wurde nach einem zwei Jahre dauernden militärischem Konflikt mit den Briten (1814 bis 1816), bei dem die Gurkhas unterlagen, mit Auflagen (z. B. bzgl. der Außenpolitik) auch von den Briten anerkannt.

Schon 1846 brachte sich dann Jang Bahadur Rana durch ein blutiges Massaker an die Macht und installierte sich als sog. Ministerpräsident. Den König konte er aus religiösen Gründen nicht absetzen. Er führte ein neues Regierungssystem ein, wonach das Amt des Ministerpräsidenten erblich war. Der König (ab 1911 Tribhuvan) behielt nur nominell seine Macht, der jeweilige Ministerpräsident war alleiniger Herrscher. Der politische Kurs der Ranas zielte auf eine Isolation Nepals.

Gegenüber den Briten (die in vielerlei Hinsicht als politisches Vorbild galten) war die Politik freundlich, aber distanziert.

1914 stellte der damalige Ministerpräsident Chandra Shamsher den Briten noch vor der offiziellen Kriegserklärung 200.000 Gurkhasoldaten zur Verfügung, wie auch später im Englisch-Afghanischen Krieg und im Zweiten Weltkrieg, und machte damit seinen Status als unabhängiger Verbündeter klar. Dadurch wurde Nepals diplomatischer Status enorm aufgewertet und die vollständige Souveränität sichergestellt. Jetzt war Nepal frei, diplomatischen Kontakt zu anderen Staaten aufzunehmen. Davon wurde aber zunächst nur sparsam Gebrauch gemacht.

Die immer wieder angestrebte formelle Anerkennung der Königswürde der Ranas konnte nicht umgesetzt werden. Deshalb und auf Druck zurückgekehrter Kriegsveteranen verkündete Premierminister Padma Shamsher 1948 eine neue, liberalere Verfassung. Padma wurde jedoch vor deren Einführung vom Militär unter Mohan Shamsher gestürzt. 1950 ging König Tribhuvan, der auf Wiederherstellung seiner Königswürde hoffte, ins Exil nach Indien. Kurz darauf brachen Unruhen aus.

Die Ranas behielten militärisch zunächst die Oberhand. Um zu verhindern, dass China die politischen Unruhen in Nepal zur Durchsetzung seiner Annexionsansprüche ausnutzt, griff Indien ein und zwang die Ranas und den König dazu, wieder eine konstitutionelle Monarchie einzuführen. Sowohl die Ranas wie auch die oppositionelle Nepali Congress Partei erhielten einen Teil der Macht im Parlament. Die ausbeuterische Diktatur der Rana war jedoch beendet.

Der Nepali Congress zersplitterte schnell in kleinere Parteien, die nach Macht rangen. Die politischen Unruhen wurden in den folgenden Jahren durch Überschwemmungen und Hungersnöte verstärkt, so dass König Tribhuvan 1952 den Notstand ausrief und diktatorische Alleinmacht erlangte. Nach dem Tod seines Vaters übernahm 1955 Mahendra Bir Bikram Shah Dev die Macht. Dieser wurde 1959 vom Nepali Congress gezwungen, Parlamentswahlen abzuhalten, die der Congress klar gewann.

Der neue Premierminister Koirala nahm sich ehrgeizige Reformen zur Bekämpfung der Rückständigkeit Nepals vor, auch wenn weiterhin ein großer Teil der Macht dem König vorbehalten war. Doch viel Erfolg hatte Koirala nicht, da 1960 der König die Autokratie in Form einer geschichtlich bisher einzigartigen Hindu - Monarchie wieder einführte und alle politischen Parteien streng verbot.

Zwei Jahre später wurde die Verfassung um das sogenannte Panchayat-System erweitert, das eine Art dörflicher Selbstverwaltung durch lokale Räte, den Panchayats, einführte. Das Parlament wurde weiterhin gewählt, und zwar wurden 112 Abgeordnete direkt vom Volk gewählt und 28 weitere vom König ernannt. Dieses Parlament wählte wiederum den Ministerpräsidenten.

Der König war formell nun Spitze der Exekutive, konnte aber mit seinem Vetorecht alle relevanten Entscheidungen beeinflussen. Seine Außenpolitik war hauptsächlich auf Indien und China gerichtet, und er erreichte von Peking beträchtliche Wirtschaftshilfe. Auch der Sohn von Mahendra, König Birendra, änderte nichts an der Verfassung, obwohl man sich zuerst größere Offenheit gegenüber einer westlich geprägten Demokratie von ihm versprach.

In den folgenden Jahren herrschte Stagnation vor, außer dem Ausbau der Infrastruktur und des Kommunikationswesens gab es keine besonderen Fortschritte. Die wirtschaftliche und soziale Situation verschlechterte sich weiter, und Nepal blieb auf umfangreiche Entwicklungshilfe, größtenteils aus Deutschland, angewiesen. 1980 erzwangen Demonstranten eine nationale Abstimmung über das Panchayat-System, dieses wurde aber mit 55 % der Stimmen knapp bestätigt.

Was weiter geschah ... siehe unter Wandern im Dreieck Nepal Politik

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