MUSTANG - Tibetisches Königreich in Nepal
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren

 

Als ich meine Diplomarbeit 1988 in dieser Gegend geschrieben habe, war Mustang noch ein abgeriegeltes Stück Tibet in Nepal. Ein unerreichbarar Traum. Heute ist das alte Königreich auch für Trekker geöffnet - wenn auch mit einigen Einschränkungen.

bei Jomsom

Yaks in Jomsom, MustangAngebot für Gruppen ab 6 Teilnehmern:

Wandern im Quadrat TREKKING IN MUSTANG. Letztmalig durchgeführt 31.10. - 20.11.2011 (21 Tage)

Wandern im Dreieck Ich schicke gern nähere Infos per Mail. Interesse? -> eMail

Das geheimnisvolle Himalaya-Königreich gilt als eines der wenigen Gebiete, in denen die ursprüngliche tibetischer Kultur erhalten geblieben ist. Es war lange von der Außenwelt abgeschottet und wird auch heute von nur wenigen Touristen besucht, die eine Sondergenehmigung brauchen. Politisch zu Nepal gehörend hat sich Mustang seine kulturelle Eigenständigkeit bewahrt.

Eine Gruppe von idealerweise 6 bis 16 Teilnehmern wird die einzigartige Landschaft zwischen Annapurna, Dhaulagiri und tibetischer Grenze zu Fuß durchqueren. Beeindruckende Felsformationen, Burgen und buddhistische Klöster vor schneebedeckten Eisriesen prägen das Gebiet. Eine einheimische Begleitmannschaft mit Sherpas, Pferdetreibern und Küchencrew sorgt für den Gepäcktransport, den Aufbau der Zelte und das leibliche Wohl. Die Höhe der Übernachtungsorte bleibt mit maximal ca. 4000 Metern für nepalesische Verhältnisse moderat. Gehzeiten bis sieben Stunden sollten aber für die Teilnehmer kein Problem darstellen. Am Ende der Reise wird die Gruppe im Kathmandu-Tal die alten nepalesischen Königsstädte besuchen.

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Allgemeines & Spezielles zu Mustang

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Mustang (auch Mustan) war ehemals ein unabhängiges buddhistisches Königreich im Himalaya. Es gehört heute zu Nepal und bildet den nördlichen Teil des nepalesischen Distrikts Mustang. Der Name ist nepalesischen Ursprungs. In der Landessprache wird das Land Lo (Süden) genannt.

Die Bezeichnung für die Landesbewohner von Lo lautet Lopa. Sie stehen in Kultur und Religion den Tibetern nahe. Die Lowa oder Lopa genannte Sprache ist ein tibetischer Dialekt. Sie wird von 7.500 Menschen gesprochen. Auch weitere tibetische Dialekte und Nepali sind in Gebrauch.

Die Bevölkerung von ca. 6.000 Einwohnern lebt in 32 Siedlungen. Der größte Teil lebt nahe dem Fluss Kali Gandaki. Die wegen der hohen Lage rauen Bedingungen haben jedoch eine jahreszeitliche Wanderung eines Teils der Bevölkerung in die tiefergelegenen Regionen Nepals zur Folge.

Trekking & Reisen in Mustang

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Wandern im Quadrat Trekking in Mustang

Mustang: Verborgenes Königreich hinter dem Himalaya. Ein sehr schöner Reisebericht mit super Fotos aus dem Dezember.

Schöne Fotos aus Mustang (Oktober): auch als Diashow anschaubar

Schöne Bilder von einer Mustang-Reise bei Himatrek

Übersicht oberes Kali Gandaki Tal (Nepal-Dia.de) mit Karte. Wanderungen, Treks, Hintergrundinfos.

Muktinath und Ranipauwa (Nepal-Dia.de): u. a. viele Fotos

www.mustang-treck.at: private Seite zu Mustang von Anton Thaler

Dhakmar, MustangWandern im Quadrat Trekkingvorschlag 1:

Hin auf der Westseite, zurück auf der Ostseite, 12 Tage.

Anmerkung: Der Hinweg auf dieser Route hat durch die neue Straße (2011) sehr verloren. Ich würde bis Lo Manthang daher jetzt eher auf der Route gehen, die im nächsten Vorschlag als Rückweg dargestellt ist.

Tag 1: Flug von Pokhara nach Jomsom (2740m), Trek nach Kagbeni (5 Std., + 160 m).

Jomsom (auch Jomosom, 2770 m) im oberen Kali Gandaki -Tal ist der Hauptort des Distriktes Mustang und liegt auf dem Annapurna Circuit. Jomsoms Flugplatz wird von Pokhara aus angeflogen und ist häufig Ausgangs- oder Endpunkt für Trekkingtouren. Am südlichen Ortsende ist das Mustang Eco Museum mit einer Fotogalerie, einer Sammlung von örtlichen Trachten und einer Bücherei zu finden. Seit 2008 führt eine unbefestigte Straße (für rustikale Busse, Jeeps und Motorräder befahrbar, aber oft von Bergrutschen versperrt) von Pokhara nach Jomsom und weiter zur Pilgerstätte Muktinath. Wenige Kilometer südlich von Jomsom liegt das bekannteste Apfel- und Aprikosenanbaugebiet Nepals (Marpha, Tukuche). ... > mehr: Jomsom bei Wikipedia.

Kagbeni (2810 m, Kag = blockieren, Beni = Mündung) an der Mündung des Dzong Khola, der von Muktinath herunter kommt. Kontrollposten am nördl. Ortsausgang.

Kloster Kakchosde, 15. Jh, Sakyapa, Zentralbild Shakyamuni aus Bronze, Aussicht vom Dach.
Ausflug: Tiri, westl. des Flusses, nördl. von Kagbeni, 0:40 h 1W. Kloster oberhalb, Nyingma, steiler Aufstieg, super Aussicht.

Tag 2: Kagbeni - Chele (3090m) (6 Std., + 700 m, - 400 m).

Weg erst am Fluss (Ostseite), läuft später in die Hügel auf sanft ansteigendem Plateau.

Tangbe (Tage, Taye. 3060 m), sehr kleiner Ort. Dzong, Sakya-Gompa (oft zu).

Vor Chhusang sw oberhalb des Flussbettes Kloster Kunza Chöling (Insel der Lehre), nach Errosion der Konglomerate nicht mehr erreichbar

Chhusang (Tshuk, Trakar, Chomnang, Tsekye, Kyangma). Mittagspause?

Oberhalb des Flusses weiter nach Chele, steiler Aufstieg.

Tag 3: Chele - Geling (3520m) (7 Std., + 1050 m, - 580 m).

Über den Kali Gandaki auf die Westseite, Schlucht des Ghyakar Khola, Aufstieg zum Taklam La (3624 m) und weiter nach Samar (= rote Erde, 3660 m). Hier beginnt das Obere Mustang. Der kleine Weiler besteht aus 2 unansehnlichen bauerngehöften und einigen weiteren Gebäuden.

Alternativroute ab Samar (direkt hinder dem Ort) möglich, führt am Höhlenheiligtum Chyungsi Rhanchung Chörten (3480 m) vorbei.

In Syangboche (kleiner Weiler, 3773 m) treffen sich beide Routen wieder.

Syangboche La (3850 m) - Geling.

Tag 4: Geling/Ghiling - Tsarang La (3.870 m) - Charang: (6-7 Std., + 850 m, - 830 m).

Tag 5: Charang - Loh-La-Pass - Lo Manthang (3830m) (4 Std., + 300 m, - 100 m).

Tag 6: Lo Manthang.

Tag 7: Lo - Yara (3610 m) (6 Std., + 650 m, - 970 m).

Tag 8: Yara - Tangge (3260m) (6-7 Std., + 550 m, - 980 m).

Tag 9: Tangge - Bee/Paha (4200 m) (5 Std., + 1000 m).

Bee ist nur eine Alm, kein Ort. Ab November schon sehr kalt, Wasserstelle kann dann gefroren sein!

Tag 10: Bee - Choksang/Tetang (3150m) (6 Std, + 300 m, - 1350 m).

Tag 11: Tetang - Muktinath (3740m) (6-7 Std., + 1100 m, - 300 m).

> Muktinath

Tag 12: Muktinath - Jomsom (2740m) (6 Std., - 1020 m).

bei Muktinath, MustangWandern im Quadrat Trekkingvorschlag 2:

Hin- und Rückweg auf der Westseite. 11 Tage.

Tag 1: Flug von Pokhara nach Jomsom (2740m), Trek nach Kagbeni (5 Std., + 160 m).

Tag 2: Kagbeni - Chhusang (mittag) - Chele (3090m) (6 Std., + 700 m, - 400 m).

Tag 3: Chele - Bhena (mittag) - Syangboche (3850 m) - Geling (3520m) (7 Std., + 1050 m, - 580 m).

Tag 4: Geling/Ghiling - Ghemi (3510 m, mittag) - Tsarang La (3870 m) - Tsarang (3560 m): (6-7 Std., + 850 m, - 830 m).

Tag 5: Tsarang - Lo-La (3960 m) - Lo Manthang (3830m) (4 Std., + 300 m, - 100 m).

Tag 6: Lo Manthang: Namgyal-Gompa, Dzong

Tag 7: Lo - Marang La (4230 m) - Lo Gekar (3920 m, mittag) - Dhakmar (3820 m) (6 Std., + 400 m, - 400 m).

Tag 8: Dhakmar - Nyi La (4020 m) - Tamagaon (mittag) - Syangboche (3800 m) (5:00 Std.)

Tag 9: Syangboche (3800 m) - Chyungsi Rhanchung Chörten (3480 m) - Samar (3620 m, mittag) - Chele - Chhusang (2980 m) (7:00 Std.)

Tag 10: Chhusang - Muktinath (3740m) (6-7 Std., + 1100 m, - 300 m).

Tag 11: Muktinath - Dhangla Danda (3875 m) - Lupra (3000 m) - Jomsom (2740m) (6 Std., - 1020 m).

Wandern im Quadrat Muktinath:

In Muktinath - Chumig Gyatsa, auch Muktichetra (3.790 m) - befindet sich ein uraltes buddhistisches und hinduistisches Heiligtum. Die ältesten Wege durch die Schlucht des Kali Gandaki, die nach Muktinath führen, werden auf eine Entstehung um 1000 v. Chr. geschätzt, seither dürfte das Heiligtum besucht werden.

108 Quellen, welche aus einer Wand entspringen, sind den Hindus heilig, während eine brennende Erdgasflamme, welche neben einer Quelle austritt, den Buddhisten heilig ist. Die beiden Religionen beten und meditieren hier seit Jahrhunderten problemlos miteinander.

Muktinath ist oft Ziel von Trekkingtouren und von Pilgerreisen von Anhängern des Hinduismus und Buddhismus. Muktinath ist auch Ausgangspunkt (oder Ziel) für den Übergang ins (vom) Manang-Tal über den 5.416 m hohen Pass Thorong La am Annapurna Circuit.

www.muktinath.org

Bilder aus Muktinath

Pilger in MuktinathWandern im Quadrat FAQ für den Mustang-Trek:

? Lieber Baumwoll- oder Wollsachen mitnehmen, oder Microfaser?

! Ich würde für´s Wandern lieber Microfaser nehmen, da man die verschwitzte und staubige Kleidung dann schnell mal waschen und trocknen kann (ggf. Rei in der Tube einpacken!). Abends und im Zelt ist Baumwolle vielleicht angenehmer.

? Ist Micropur forte erforderlich.

! Ich würde etwas Micropur Forte (oder - wenn sowieso vorhanden - einen Filter) mitnehmen. Die Anschaffung eines Filters würde ich mir aber sparen. Oft gibt es auch Trinkwasser zu kaufen bzw. wird Wasser durch unsere Crew abgekocht.

? Freuen sich die Leute dort über Trekking-Sandalen?

! Wenn man am Ende der Tour Kleidung oder andere Dinge an die Crew verschenken will, dann freuen sich die Träger, Köche, Küchenjungs etc. über fast alles. Schuhe und auch Trekkingsandalen stehen besonders hoch im Kurs, wenn sie noch nicht all zu herunter gelaufen sind.

? Sollte das Gepäck wasser- und staubdicht verpackt sein?

! Ja, unbedingt. Mustang ist sehr trocken und entsprechend staubig. Trotzdem kann es auch im November noch ein paar Monsunausläufer mit Regen geben. Wenn das Gepäck getragen wird, ist es dem Wetter und Staub ausgesetzt - und scheuert evtl. auch mal an einem Felsen lang. Falls man Plastiktüten oder Müllsäcke einsetzt: die äußere Hülle muss stabil sein, also das Gepäck in die Säcke, die Müllsäcke dann in die Reisetasche ... nicht die Tasche in den Müllsack, sonst hängt der schnell in Fetzen.

? Kann die Isomatte extra verpackt sein?

! Ja. Während des Fluges sollte sie dann aber auch wie das Hauptgepäck mit Namen, Reiseziel, Handynummer etc. beschriftet sein und beim Einchecken einen eigenen Baggage-Tag bekommen. Wenn man sie nur unter die Riemen des Rucksackes schiebt, geht sie schnell verloren.

? ... diverse Fragen zum Thema Schlafsack:

! Ich hatte auf meinen Webseiten mal dies verfasst:

"... Statt eines sehr warmen Expeditionsschlafsackes, mit dem ich in weniger kalten Gebieten nichts anfangen kann, nehme ich einen guten 3-Jahreszeiten-Schlafsack, und erweitere ihn im Falle extremer Kälte um einen 500 g leichten Daunenschlafsack (z.B. Yeti Pound), den ich wie ein Inlet in den Hauptschlafsack einziehe. Das Ergebnis ist eine sehr gute Isolation und gute Variationsmöglichkeiten. Vor allem bei relativ dünnen Menschen kommt noch dazu, dass der Körper im Schlafsack wesentlich weniger Luftvolumen erwärmen muss - weil der äußere Schlafsack den inneren schön nah an den Körper drückt ..."

? Kann ich in Kathmandu noch einen dünnen Fleece Schlafsack kaufen?

! Ja, da gibt es einige Läden, und Zeit dafür ist auch.

? Können wir in Kathmandu Sachen für den Rückflug aufbewahren? Gibt es dann einen gemeinsamen Sack, in den man die Sachen stecken kann, oder muss jeder eine eigene Tasche, abschließbar - haben?

! Wir können Gepäck in KTM deponieren. Am sinnvollsten ist vielleicht, wenn sich mehrere zusammen einen Seesack, abschließbare Tasche (Schloss nicht vergessen) o. Ä. teilen.

? Kann man den Föhn, Ladegerät etc. wohl irgendwo anschließen und bräuchte ich da einen Adapter???

! Flache Eurostecker (nicht die dicken Schuko-Stecker) passen meist irgendwie, aber nicht unbedingt immer. Mit einem Adapter, dessen Pole etwas enger und dicker sind als unsere (engl. Kolonialländer), ist man am besten versorgt. In den Städten wird wegen Energieknappheit oft der Strom abgeschaltet, auf dem Land ist die Versorgung noch unsicherer, während des Trekkings gibt es oft über längere Zeit gar keinen Strom.

? Ich hatte schon lange kein Rail & Fly Ticket mehr bekommen und jetzt macht mich die Aufschrift "Nicht gültig innerhalb von Verkehrsverbünden" etwas stutzig. Wir werden mit dem Regionalzug von der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein in den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und dann per ICE zum Flughafen fahren. Gilt das Ticket dann auch?

! Der Aufdruck auf der Fahrkarte bedeutet, dass die Fahrkarte nicht gültig ist für Fahrten, bei denen der Start und der Zielbahnhof innerhalb eines Verkehrsverbundes liegen. Die Karte kann also beispielsweise nicht genutzt werden, wenn man seine Fahrt in Hanau antritt und in Frankfurt/Flughafen beendet, da Start und Ziel im Verkehrsverbund Rhein/Main liegen. Die Fahrt ab einem Abfahrtsbahnhof im Verkehrsverbund z. B. zum Zielbahnhof Frankfurt/Flughafen im Verkehrsverbund Rhein/Main ist mit der Fahrkarte möglich. Leider ist der Passus "Nicht gültig innerhalb von Verkehrsverbünden" von Seiten der Bahn zwingend auf den Fahrkarten aufgedruckt.

? Wieviel Taschengeld sollte man in etwa einplanen?

! Das ist etwas schwer zu beantworten, da der "Verbrauch" sehr unterschiedlich sein wird. Ich würde für den Trek zwischen 150-250 € einplanen. In KTM und Pokhara fällt für Mittag- und Abendessen pro Tag vielleicht so um die 15,- € an. Da man in KTM bequem über die Geldautomaten Rupien ziehen kann, muss man da nicht weit planen. Auf dem Trek sollte man dann aber genug Rupien dabei haben (kaum Umtauschmöglichkeiten) und - für unerwartete Fälle und für die Trinkgeldkasse - kleine Scheine in Euro oder US-Dollar. Ich würde in KTM für den Trek 200-250 € in Rupien tauschen. Die restlichen Rupien kann man dann am Ende des Treks für die Trinkgelder (Sirdar, Assistenten, Köche, Träger = ca. 40 €) verwenden und nach dem Trek ja auch noch in Pokhara und KTM ausgeben.

? Klamotten mal so per Hand waschen - ist das möglich auf den Treks?

! Ja. Vorher Rei in der Tube besorgen und vor Ort von der Küche warmes Wasser und eine Plastikschüssel geben lassen.

? Besondere Hinweise:

! Ab mittags kommt oft starker Wind auf, der von Süden nach Norden bläst. Darauf sollte man sich einrichten, z.B. mit einer Sonnenbrille, die an den Rändern möglichst eng anliegt, oder mit einem Tuch, das man sich vor den Mund binden kann ... und wenn man den Sonnenhut fest binden kann, ist das auch ganz nützlich!

Weitere Hinweise, die für diese Tour interessant sein könnten, findet Ihr auf meinen Seiten unter ...

> ausruestung

> reisevorsorge

> knowhow

Geographie Mustangs

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Mustang liegt im Norden der Himalaya-Hauptkette in Nepal und grenzt an Tibet. Das Gebiet liegt auf über 2.500 m Höhe nördlich des Annapurna-Massivs. Es ist aufgrund seiner Lage im Regenschatten der umgebenden Berge recht trocken. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt um die 250-400 mm.

Das Land wird durchzogen vom Kali Gandaki (Thak Khola) und seinen Nebenflüssen. Der Fluss verläuft von Nordosten nach Südwesten Richtung Ganges und teilt dabei das Gebiet Mustangs. Das Tal am Fluss war einst die wichtigste Haupthandelsroute zwischen Tibet und Indien, insbesondere für Salz. Der Fluss durchläuft die tiefste Schlucht der Welt zwischen Dhaulagiri und Annapurna.

Die traditionelle Hauptstadt des Königreiches ist Lo Manthang. Verwaltungssitz des gesamten Distrikts ist Jomosom, das einen Flugplatz besitzt und sich seit der Öffnung des Distrikts zum Haupttourismusort entwickelt hat.

Das gesamte Gebiet Mustangs steht unter besonderem staatlichen Schutz. Seit 1992 ist Lomanthang eines der sieben "unit conservation offices" im Annapurna Conservation Area Project (ACAP), dem ältesten und größten Schutzgebiet in Nepal. Das Projekt will den Naturschutz fördern und gleichzeitig die Situation der Bevölkerung verbessern, wobei es in jeder Region unterschiedliche Schwerpunkte setzt. In Mustang soll besonders der kontrollierte Tourismus entwickelt, das kulturelle Erbe geschützt und alternative Energien gefördert werden.

In der Bevölkerung ist ACAP nicht unumstritten. Kritik wird insbesondere an den trägen bürokratischen Entscheidungswegen geübt, es gibt auch Vorwürfe von Korruption und Vetternwirtschaft. Insbesondere steht die Begrenzung der Touristenzahlen durch hohe Gebühren bei potentiellen Gastwirten und Lodgebetreibern in der Kritik, die gern mehr "Masse" bewirten würden.

Religion in Mustang

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Siehe auch Wandern im Dreieck Tibet Buddhismus

Die Bewohner von Mustang sind Buddhisten. Die vorherrschenden tibetisch-buddhistischen Schulen sind die Nyingma und Sakya-Schule.

Das Land besitzt eine alte buddhistische Tradition. Bereits vor 2000 Jahren wurde die erste Meditationsstelle (Gompa) gegründet. Der gr0ße buddhistische Einfluss erreichte Mustang mit dem indischen Meister Padmasambhava im 8. Jh.. Er gründete die Nyingma-Schule. Etwas später, im 11. Jh., kam die Sakya-Schule nach Mustang. Der ehemalige König Jigme Palbar Bista wird als eine Emanation des Bodhisattva Manjushri angesehen.

Zwischenzeitlich haben im Lauf der Jahrhunderte viele Lamas Mustang verlassen. Heutzutage gibt es aber zunehmend mehr bewohnte Klöster, wie zum Beispiel in Geling, Tsarang, Lo-Manthang und Namgyal. Bei der Renovierung der Klöster wirkte die Bevölkerung aktiv unter der Anleitung vor allem von italienischen Restauratoren mit.

Siehe auch Wandern im Dreieck Tibet Buddhismus

Geschichte Mustangs

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Mustang war ein unabhängiges Königreich, gegründet um 1400 von dem legendären Krieger Ame Pal. Durch Sprache und Kultur war es eng an Tibet gebunden. Am Ende des 18. Jh. wurde das Reich von Nepal annektiert, blieb jedoch bis zur Mitte des 20. Jh. ein innenpolitisch autonomes Territorium. Nach der Besetzung Tibets durch China und dem Zusammenbruch der Handelsrouten büßte das Land den Rest seiner Unabhängigkeit ein und ist seit dem in die Verwaltungsstruktur Nepals eingegliedert. Die Monarchie lebte bis Sommer 2008 als Königreich von Lo fort, die nepalesiche Regierung hat aber nach dem Sturz der Monarchie die Tradition der Rajas in Nepal aufgelöst. Der ehemalige Raja (tib.: Gyelpo) führt seine Abstammung auf den Reichsgründer Ame Pal zurück und sieht sich als Nachfahre des tibetischen Königs Trisong Detsen (8. Jh.). Der ehemalige König Jigme Palbar Bista ist sein direkter Nachfolger in 25. Generation. Er genießt weiterhin ein hohes Ansehen in der Bevölkerung trotz der Aberkennung seines Raja-Titels will er als Privatier weiterhin zum Wohle der Bevölkerung von Lo (= Mustang) aktiv sein.

Bis 1974 hielten sich tibetische Widerstandskämpfer im Mustang auf. Das Gebiet war unter anderem deswegen für Reisende gesperrt. Der südliche Teil des Distrikts durfte bis in die 1970er Jahre, das Königreich von Lo bis 1992 nicht betreten werden (von wenigen Ausnahmen abgesehen). Für den Besuch des ehemaligen Königreiches ist auch heute noch eine besondere Genehmigung notwendig.

Wirtschaft & Verkehr

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Traditionell bezog Mustang einen Großteil seiner Einkünfte aus dem Salzhandel auf der Transitstrecke zwischen China und Indien, die im Flusstal des Kali Gandaki verläuft. Nach der Besetzung Tibets durch China brachen die Handelsrouten zusammen und der Lebensstandard sank kontinuierlich. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft, seit den 1990er Jahren kommt der Tourismus hinzu. Im Winter wandern jedoch etwa die Hälfte der Bevölkerung auf der Suche nach Erwerbsmöglichkeiten in den Süden (Nepal, Indien) ab. Sogar in Südindien trifft man dann auf Händler aus Mustang, die in den dortigen Tourismusregionen einen kleinen Laden betreiben.

Der Ackerbau ist wegen der Trockenheit auf Bewässerungssysteme angewiesen. Angebaut werden Buchweizen und Gerste, in klimatisch günstigen Regionen auch Gemüse und Obst. Die Vegetationsperiode dauert von Mai bis September. 5 Monate im Jahr ist der Boden von Schnee bedeckt. Im Süden können zwei, im Norden nur eine Ernte pro Jahr eingebracht werden. Die Viehzucht ist stark zurückgegangen, seit die Bauern ihre Herden nicht mehr auf die Weiden jenseits der tibetischen Grenze treiben dürfen. Die wichtigsten Nutztiere sind die Yaks, Schafe und Ziegen sowie in den tieferen Lagen Wasserbüffel.

Von Lo Manthang nach Tibet besteht seit 2001 eine Straßenanbindung. Die Fortsetzung nach Süden ist mittlerweile auch fertig, so dass auch Nepal auf holpriger und gegen Erdrutsche anfälliger Piste erreichbar ist. Die Straße verändert massiv die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Preise für importierte Waren wie Brennstoff und Reis sind gesunken, eigene Produkte sind nicht mehr marktfähig, die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten verstärkt sich.

Karte & GPS-Daten Mustang-Trek

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Literatur zu Mustang

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Literatur über Mustang bei Amazon

Grundsätzlich findet sich auf dem internationalen Buchmarkt nur sehr wenig Literatur über die Region Mustang im nordwestlichen Nepal. Zudem sind die deutschsprachigen Titel entweder vergriffen, wie der Reisebericht des französischen Ethnologen Michel Peissel aus dem Jahre 1964 und der kulturelle Reiseführer des Kunsthistorikers Michael Henss aus dem Jahre 1992, oder in die Jahre gekommen, wie beispielsweise der Reisebericht von Bruno Baumann, der ebenfalls aus dem Jahre 1992 stammt. Seitdem haben sich viele neue Erkenntnisse über die Region ergeben, die bislang aber noch nicht im Rahmen einer deutschsprachigen Publikation zusammengestellt und veröffentlicht wurden.

Eine Ausnahme bietet das Buch von Michael Beck "Mustang - im Lande der Lo-Pa". In umfangreichen Recherchen, sowie eigenen Erfahrungen, ist das Buch entstanden, das neben auflockernden Beschreibungen der Reiseerlebnisse aus dem Jahre 2008 vor allem kulturelles Hintergrundwissen vermittelt. Nicht nur Text und Fotos stammen aus der Hand des Autors, auch Skizzen- und Kartenmaterial wurde anhand früherer Publikationen, sowie mittels Fotos und eigener Skizzen völlig neu erstellt. Im Rahmen des Unternehmens beschritt das fünfköpfige Team mit einigen Umwegen abseits der Piste sowohl die West-, als auch die Ostroute zwischen Jomosom und Lo Manthang. Neben einem informativen Gespräch mit dem Herrscher von Lo (Mustang) und den Schönheiten der Landschaft, sind sicherlich die Beschreibungen der monastischen Kunstschätze von vordergründigem Interesse, zumal mit der Erkundung und Fotodokumentation des schwer erreichbaren Höhlenheiligtums Tashi Kabum bei Yara, sowie mit der Dokumentation des Felsentempels Mentsi Lhakhang bei Chhusang, zwei Objekte von höchster kunsthistorischer Bedeutung berührt werden, die bislang kaum bekannt sind.

Bruno Baumann: Das verborgene Königreich Mustang: Expedition in ein unbekanntes Land.  

Dhungel, Ramesh: The kingdom of Lo (Mustang). A historical study. Kathmandu, Tashi Gephel Foundation, 2002.

US Army Map Service Karten Indien & Pakistan zum Download (Mustang teilweise abgedeckt)

Links zu Mustang

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Mustang bei Wikipedia

Geographical Field Studies in Southern Mustang / Kali Gandaki Valley (Universität Gießen)

Schulverein Lo Manthang

Tibetan Buddhist Wall Paintings of Mustang (a photographic survey, Philip and Marcia R. Lieberman)