Tibetischer Buddhismus
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren


Lamaismus - Mahayana - Vajrayana - Bön. Wichtige Personen aus der Religionsgeschichte findet man auf einer separaten Seite.

 

Gebetsfahne

Rongbuk Kloster

Wandern zum SeitenanfangAllgemeines & Spezielles

Wandern im Quadrat Wiedergeburt:

Solange man nicht die vollkommene Erleuchtung erlangt hat, wird man immer wiedergeboren. Samsara = Kreislauf der Wiedergeburten, Inkarnation = Fleischwerdung. Das Karma (Ergebnis der Summe aus Schuld und Verdiensten) bestimmt die Form der Wiedergeburt. Geistig weit entwickelte Personen können sich an frühere und zukünftige Formen ihrer Person erinnern. So gab der 13. Dalai Lama konkrete Hinweise, wo seine Reinkarnation (der heutige Dalai Lama) zu finden sei. Nach verschiedenen Tests wurde der gefundene Junge als Wiedergeburt anerkannt.

Wandern im Quadrat 3 Juwelen:

Buddha, Dharma (Lehre), Sangha (Gemeinschaft der Gläubigen, oft auch nur als Gemeinschaft der Mönche gesehen)

Wandern im Quadrat 5 Geistesgifte:

  1. Unwissenheit
  2. Hass
  3. Gier
  4. Neid
  5. Stolz

Wandern im Quadrat 6 Tugenden (Paramita):

  1. Freigiebigkeit
  2. Sittlichkeit
  3. Nachsicht
  4. Willenskraft
  5. Meditation
  6. Weisheit

Wandern im Quadrat 10 Untugenden:

  1. Töten
  2. Stehlen
  3. moralische Unreinheit
  4. Lüge
  5. verschleiernde Rede
  6. Unglaubwürdigkeit
  7. Verleumdung,
  8. Habgier
  9. Schädigung
  10. Folgen irriger Ideologie

Wandern im Quadrat Hinayana (Theravada):

das kleine Fahrzeug. Die ursprüngliche Form. Ziel: die eigene Erleuchtung. Methode: Sutra (Lehre der buddhistische Schriften).
Mönch lebt bettelnd und beschäftigt sich mit seiner eigenen Erleuchtung.
Laien können, mit wenigen Ausnahmen, nicht erleuchtet werden. Aber sie können glücklich leben und ihr Karma verbessern, wenn sie 5 Gebote befolgen (kein Töten, kein Diebstahl, keine sexuellen Verfehlungen, keine Lüge, keine Rauschmittel), den 3 Juwelen die Treue halten, sich den Mönchen ggü. großzügig erweisen und die Reliquien des Buddha verehren.
Verbreitung erst in Indien, später in weiten Teilen Südostasiens.

Wandern im Quadrat Mahayana:

das große Fahrzeug. Ziel: die eigene Erleuchtung und Hilfe zur Erleuchtung der Anderen. Methode: Sutra.
Hier ist das Mitgefühl mit allen Kreaturen hervorgehoben (siehe Bodhisattvas). Verbreitung: Tibet, Ladakh, Zanskar, Sibirien, Westchina, Mongolei, Nepal, Buthan. Vajrayana oder Tantrischer Buddhismus ist ein Zweig des Mahayana.

Wandern im Quadrat Vajrajana:

... die in Tibet verbreitete tantrische Richtung des Buddhismus. Zweig des Mahayana. Ziel: die schnelle eigene Erleuchtung und schnelle Hilfe zur Erleuchtung der Anderen. Methode: Sutra und Tantra. Kraftvolle Yogamethoden sollen subtile Energien im Körper mobilisieren und schnell zur Buddhaschaft führen. Tantra ist schwierig und gefährlich, und daher nicht für jeden geeignet. Vajra = unzerstörbarer Diamant, Donnerkeil. Eine Kette aus Totenschädeln kennzeichnet den tantrischen Meister.

Wandern im Quadrat Prajnya und Upaya

Methode (= Mitgefühl, Upaya) und Weisheit (Prajnya), verkörpert in der Darstellung von männlichen (Upaya) Gottheiten mit ihren weiblichen (Prajnya) Partnern.

Prajnya ist auch die Bezeichnung für die weiblichen Partner von Göttern oder Buddhas in der Yab-yum-Darstellung.

Wandern im Quadrat Linkvorschläge

Nepalwelt von Gregor Stratmann mit Glossar zu Begriffen aus dem Buddhismus.

Wandern zum SeitenanfangRituale, Riten & Symbole

Wandern im Quadrat Riten:

Mantras: Silben und Laute, die den ganzen Körper durchströmem sollen.

Mudras: rituelle Bewegungen und Stellungen der Hände und Finger bei der Meditation.

Abhaya: keine Angst!

Berührung der Erde: Buddhas Sieg über die Versuchung, Konkakt mit der Gegenwart

 

Geste der Meditation

Anbetung

 

Lehre des Gesetzes, das Rad der Lehre in Gang setzen. Dharmachakra-Mudra.

Geste des Lehrens

 

Warnung!

Vereinigung aller Gegensätze

 

Geste der Argumentation

 

 

Wandern im Quadrat Ritualgegenstände:

Amulette, auch mehrere pro Person: gefaltete Zettel mit Segenswünschen. Gahu: Amulettschatullen mit Reliquien, auch Salz von der Konservierung der Leiche eines hohen Lamas.

Dreizack Khatvanga: wird oft mit Padmasambhava oder weiblichen Gottheiten (Vajrayogini, Daikinis) dargestellt. Von oben nach unten: Dreizack, darunter Totenschädel, roter Kopf eines Alten, blauer Kopf eines Jünglings, Vajra-Kreuz, Kalasha (Vase mit Lebenswasser).

Farben (z. B. bei Fahnen, Steinen etc.): Blau = Himmel, Weiß = Äther, Gelb = Erde, Rot = Feuer, Grün = Wasser. 5 Elemente, aber auch weitere/tiefere Bedeutungen wie Himmelsrichtungen plus Zentrum, 5 Dhyani-Buddhas, 5 Sinne ...

Gebetskranz mit 108 Kugeln. 108 ist eine heilige Zahl, die immer wieder auftaucht.

Gebetsmühlen (mit Mantras beschriebebe Zettel in der Mühle): Einheit von Bewustsein und Handlung setzt die Kraft der Mantras frei

Gebetsfahnen (oft mit Windpferd Lungta): Ausbreitung der Lehre in alle Himmelsrichtungen => Glück für alle Lebewesen. (Farben s. o.)

Manimauern mit eingemeißelten Mantras

Sungdü: dünne rote Bänder um den Hals getragen, gesegnet, werden von Lamas nach Audienzen oder bei Klosterzeremonien verteilt

Thangka: religiöses Bild als Gemälde oder gewebter Stoff, Motive sind oft Mandala, Rad des Lebens ... Die Darstellungen folgen festen Regeln. Die Herstellung ist ein aufwändiger Prozess und eine rituelle Handlung, an der mehrere bis viele Spezialisten mitarbeiten.

Torma: Speise-Opfer. Ritueller Opferkuchen aus Tsampa, oft angereichert mit anderen Lebensmitteln und mit bunten Butterverzierungen. Opfer für zornige Götter = dreieckig mit Flammenkranz, Opfer für friedfertige Götter = weiß mit weichen Formen.

Tsha tsha: Lehmfigürchen oder Tontäfelchen, oft mit der Asche verstorbener Lamas angereichert, werden als Opfergabe oft an Stupas oder Höhlen abgelegt.

Vajra und Glocke: das männliche und weibliche Prinzip, Ursache und Wirkung, Methode und Weisheit, bei Vereinigung: das Ende aller Gegensätze (die Erleuchtung, die Erkenntnis, dass alle Gegensätze letztlich auch nur Illusionen sind).

Acht Tibetische GlückssymboleWandern im Quadrat Die acht tibetischen Glückssymbole:

Fische (Möglichkeit, durch die Lehre den Ozean des Samsara zu durchschwimmen),
Schirm (der Schutz, de die Lehre bietet),
Muschel/Meerschnecke (Ruhm der Lehre),
Endlosknoten (die endlosen Verstrickungen des Karmas),
Rad (Acht Speichen, Symbol des achtfachen Pfades. Das Gesetz, das Allem zu Grunde liegt.),
Lotusblume (Klarheit, Reinheit der Lehre),
Vase (Lebenswasser, ewiges Leben),
Fahne (Siegesbanner, Sieg der Lehre).

Wandern im Quadrat Mandala

Das Wort Mandala (Sanskrit) bedeutet soviel wie Kreis und bezeichnet ein kreisförmiges oder quadratisches symbolisches Gebilde mit einem Zentrum, das ursprünglich im religiösen Kontext verwendet wurde.

In vielen Kulturen, insbesondere im Bereich des Buddhismus und Hinduismus, wurden und werden Mandalas zu religiösen Zwecken benutzt, als Symbol und bei Riten. Mit dem Buddhismus fand das Mandala als Meditations-Objekt, von Indien und Tibet ausgehend, Verbreitung in ganz Ostasien.

Im tibetischen Buddhismus Vajrayana zeigen Mandalas die Sicht von oben auf einen sogenannten Mandala-Palast. In solch einem Palast werden verschiedene Buddhas oder ganze Versammlungen von Buddhas durch den Praktizierenden visualisiert. Mandalas sind im Vajrayana also meist eine zweidimensionale Darstellung eines dreidimensionalen geistigen Objekts. Diese Mandalas werden im Vajrayana dazu benutzt, die dreidimensionale Form optisch-geistig zu projizieren. Dies führt je nach Abstraktionsgrad des Mandalas zu vertiefter geistiger Konzentrationsfähigkeit. Die Ich-Anhaftung wird dabei vermindert, da man geistig die Grenze zwischen Körper-Identifikation und Raumerfahrung überschreitet.

Elementar von Sandmandalas ist dabei das anschließende Wegwischen der in stunden- bis sogar wochenlanger Arbeit entstandenen Werke. Das soll die Vergänglichkeit des Lebens und das Ideal von Entbindung der materiellen Welt symbolisieren.

Wandern im Quadrat Sonne/Mond

Das Symbol findet man auf vielen Tschörten und auf Türen. Der Mond symbolisiert Mitgefühl, die Sonne Weisheit.

Wandern im Quadrat weitere Symbole

Wandern im Dreieck Garuda:

Naturgottheit aus dem indoarischen Bereich. Bezwinger der Nagas. Auch als zornvolle Erscheinung des Vajradhara.

Wandern im Dreieck Makara

Seeungeheuer, vorn Delphin, hinten Eidechse. Lebensspendende Kraft des Wassers, Abwehr von Unheil. Stammt aus der indischen Mythologie.

Wandern im Dreieck Sechs Ornamente

... befinden sich auf der Rückenlehne eines Thrones: Von oben nach unten Garuda, Naga, Makara, Knabe, Einhorn, Elefant.

Wandern im Dreieck Sieben Arten von Opfern

Butterlampen als Lichtopfer, Tormas als Speiseopfer, Räucherstäbchen als Rauchopfer, Blumen als schönes Opfer, Trinkwasser, Wasser zur Körperreinigung, Wasser zur Fußwaschung.

Symbolisiert werden die 7 Opfer durch 7 Schalen mit Wasser, die oft auf den Altären zu sehen sind.

Wandern im Dreieck Sieben Juwelen der Königsherrschaft

Ausstattung des Cakravartin = Weltenherrscher. Dharmachakra, Wunschjuwel, Königin, Minister, Kriegselefant, Pferd, Heerführer. Ursprünglich aus Indien. Der mongolische Khan strebte die Rolle und den Titel des Cakravartin an, um seine Herrschaft zu festigen. Tibetische Lamas vergaben den Titel an ihn, um im Gegenzug Schutz zu erhalten.

Wandern im Dreieck Spiegel

= Wahrheit. Er zeigt die Dinge wie sie sind.

Wandern im Dreieck die "tibetischen Stadtmusikanten":

der Stärkere hilft dem Schwächeren.

Wandern im Dreieck Swastika

Hakenkreuz. Symbolisiert im Lamaismus Festigkeit, Ausdauer und Beständigkeit. Bei den Buddhisten rechtsläufig (senkrechter Balken biegt oben nach rechts und unten nach links), bei den Bön linksläufig.

Wandern im Dreieck Windpferd, Lungta:

Meist auf Gebetsfahnen mit dem Juwel der Lehre gesattelt und von den Tieren der 4 Himmelsrichtungen umgeben. Lehre soll zum Wohle aller Lebewesen in alle Richtungen verbreitet werden.

Wandern im Dreieck Der Mongole, der den Tiger führt:

Der mongolische Khan führt mit Hilfe der Religion (Kette = Tibet) den chinesischen Kaiser (= Tiger)

Wandern zum SeitenanfangRad des Lebens

Samsara ist der Zyklus der Wiedergeburten, bei dem die Seele nach dem Tode in den neuen Körper übergeht, um ein weiteres Leben in der Welt des Leidens hinter sich zu bringen. Erst die Erleuchtung durchbricht diesen endlosen Zyklus.

Diese Zyklen des Leidens symbolisiert das Rad des Lebens, dargestellt auf vielen Thangkas und an den Eingangswänden zu den Versammlungsräumen im Kloster.

Das Rad wird von Yama, dem Gott des Todes, in den Klauen gehalten. Schlange, Hahn und Schwein in der Mitte symbolisieren die 3 Gifte Hass (Schlange), Gier (Hahn) und Dummheit/Ignoranz (Schwein). Sie halten sich gegenseitig an den Schwänzen fest = die 3 Übel gehören zusammen, sie verhindern die Erkenntnis.

Die Verkettung der Leiden ist im äußeren Ring in 12 Sektoren symbolisiert. Beginn bei 12 Uhr und Verlauf im Uhrzeigersinn:
1. alter, blinder Mensch: Nichtwissen. Unfähigkeit, die äußere Welt und das Ich als Illusion zu sehen.
2. Töpfer: jeder Mensch formt sein Schicksal (Karma) selbst.
3. Affe: greift blindlings nach Allem, unfähig, seinen Geist zu kontrollieren. Verblendung verhindert höheres Bewustsein.
4. drei Männer in einem Boot: das Boot symbolisiert unseren Körper als Fahrzeug, das unseren Geist durch das Leben transportiert.
5. Haus mit Tür und 5 Fenstern: 5 Sinne plus Denkvermögen.
6. Liebespaar: Berührung und Kontakt mit den Sinnesobjekten.
7. Mann mit Pfeil im Auge: Gefühle können so stark werden, dass wir geblendet sind. Blind vor Begierde, kann Wahrheit nicht sehen.
8. Mann trinkt Wein: Begierde ist ein unstillbarer Durst nach immer mehr.
9. Mann sammelt Früchte: er ist abhängig von seinen Glücksgefühlen, an die er sich klammert.
10. schwangere Frau: Schaffung eines neuen Karma.
11. Gebärende: bringt neues Leben auf die Welt, das ist aber auch bald wieder ein -> alter Mann
12. Alter Mann: Kreislauf schließt sich. Der Alte läuft mit seinem Packen Sünden zum See (= Tod) und erwartet seine nächste Wiedergeburt.

In die 6 Daseinsbereiche werden die Lebewesen abhängig vom Karma hineingeboren:
In den drei oberen Welten leben Götter, Halbgötter und Menschen. Nur hier gibt es das Potential zur Erleuchtung.
In die drei unteren Welten (Tiere, Hungergeister, Höllenbewohner) müssen die Sünder.

Wandern zum SeitenanfangBön und Volksglaube

Wandern im Quadrat Bön Religion:

Animismus der frühen Jäger, Sammler und Nomaden. Glauben an beseelte und von Göttern bewohnte Natur. Der Kosmos ist ein geordnetes System von Kräften, die nach einem zwingenden Plan ablaufen. Die Kräfte beeinflussen sich gegenseitig und werden von Göttern und Dämonen ausgelöst. Der Schamane kann die Kräfte auch beeinflussen.

Das Zentrum eines großen Bön-Reiches (Zhang Zhung) lag in der Nähe des > Kailash, hier stieg der Religionsgründer Shenrab Mibo in seinen Emanationskörper herab. Das Bön-Reich wurde im 7. Jh. von Songtsen Gampo unterworfen.

Die Bön-Religion ist im Buddhismus aufgegangen, hat diesen stark beeinflusst und ist im heutigen Volksglauben immer noch stark präsent. Viele Bräuche wie das rituelle Verbrennen von Wacholderzweigen stammt aus der Bön-Religion.

Heute ist auf den ersten Blick kaum ein Unterschied zwischen Bön und Buddhisten erkennbar. Beide Religionen sind bis auf einige Rituale fest miteinander verschmolzen. Die Bön erscheinen wie eine Schule des tibetischen Buddhismus.

Wandern im Quadrat Volksglaube in Tibet:

Das Volk kann im Allgemeinen weder die schwierigen philosophischen Texte verstehen, noch die vielen Abbildungen von Göttern, Reinkarnationen und Dämonen erklären oder auseinanderhalten. Aber ist das so wichtig, wenn diese doch alle nur Teil des großen Einen sind?

Der kleine Mann kümmert sich darum, die bösen Geister von seinem Dorf und seinem Haus fernzuhalten, und die guten anzulocken. Ergebnis dieser Bemühungen sind Lhadhos (dreistufige Steinsetzungen: Himmel, Luftraum, Erde) als Behausung guter Geister, die weiß (bei guten Geistern) oder rot (bei zornigen Schutzgöttern) gestrichen sind. Familiengötter wohnen in unregelmäßigen Steinhaufen (Lhadses). Außerdem gibt es Mauern um Dörfer, Zeichen an den Häusern und Geisterfallen, um die bösen Mächte abzuschrecken.

Wandern zum SeitenanfangGötter

800 Götter im Mahayana. Götter sind für den gebildeten Buddhisten Meditationshilfen, sie symbolisieren jeweils einen bestimmten Aspekt des Großen Ganzen, eine Eigenschaft o. Ä..

Tantrische Götter werden in übernatürlichen Formen dargestellt: mehrere Arme, Köpfe etc.
Friedvolle Götter: friedvolle Ausstrahlung, oft in Mönchsroben oder fürstlicher Kleidung, das dritte Auge der Weisheit
Zornige Götter: lodernde Flammen, hervorquellende Augen, fletschende Zähne, Totenköpfe, unästhetisch dargestellt

Wandern im Quadrat Rahu, Rahula:

Planetengottheit. Bei einer Mondfinsternis glauben die Tibeter, Rahu würde den Mond fressen. Lautes Geschrei und Lärm soll ihn davon abhalten. I. d. R. klappt das.

Wandern im Quadrat Yidam:

im Herzen gebundene Gottheiten. Geheimgehaltene persönliche Götter die helfen, Hindernisse zu überwinden.

Wandern im Quadrat Weitere Götter:

siehe auch > weibliche Gottheiten

siehe auch > Dharmapalas

siehe auch > Gruppen von Göttern

Wandern zum SeitenanfangBuddhas

Wandern im Quadrat Amitabha

Siehe Fünf Dhyani Buddhas

Wandern im Quadrat Amitayus

Buddha des langen Lebens. Dargestellt meist rot in Meditationshaltung mit einer Vase (Kalasha, Wasser des Lebens). Oft zusammen mit Tara und Ushnishavijaya als Dreiergruppe des langen Lebens.

Wandern im Quadrat Amoghasiddhi

Siehe Fünf Dhyani Buddhas

Wandern im Quadrat Adi Buddha:

der Ur-Buddha. Erschaffer des Universums, alle anderen Buddhas sind Abbilder von ihm. Dargestellt als:
- Samantabhadra: blaue Körperfarbe (= vollkommene Erkenntnis), der All-Gute. Keine Ornamente oder Kleidung, oft in Umarmung mit seiner (weißen) Partnerin Prajnya.
- Vajradhara: auch blau mit Vajra (= Unzerstörbarkeit) und Glocke sowie Krone.

Wandern im Quadrat Fünf Dhyani Buddhas:

(Himmelskönige, Lokapala = Wächter des Universums) spirituelle Söhne des Adi Buddha. Verkörpern 5 menschliche Sinne, die alle Phänomene dieser Welt erschaffen. Werden oft zusammen dargestellt. Mönchsrobe oder Krone und Ornamente der Bodhisattvas. Oft mit spirituellen Gefährtinnen.

- Akshobhya: Gehör, blau. Östliche Himmelsrichtungen.

- Amithaba/Opagme (von unermesslichem Blau/Licht): Geschmack, Darstellung rot, Westen, Feuer, Lotos. Der Buddha des ewigen Lichtes. Weisheit der essentiellen Gleichheit. Herr über das westliche Zwischenparadies, das Reine Land. Nur spirituell erfassbar und damit nur den Fortgeschrittenen sichtbar. In Panchen Lama reinkarniert. Darstellung: Rot. Beide Hände halten Almosenschale. Häufig im Kopfschmuck von Avalokiteshvara dargestellt, da als dessen spiritueller Vater angesehen. Emanator von Avalokiteshvara und Amitayus.

- Amoghasiddhi: Gespür, grün, Norden. fehlerlose Vollendung. Die Weisheit, dass alles Karma seiner Vollendung bedarf. Luft, Vajra-Kreuz.

- Ratnasambhava: Geruch, Darstellung gelb, Süden. Weisheit der Unterscheidung. Element = Erde, Symbol = Wunschjuwel.

- Vairocana: Sehen. Sitzt im Zentrum, weiß, Äther. Der bekannteste Adibuddha, "der Sonnengleiche", der das Zentrum des höchsten Mandala beherrscht. Er durchstrahlt das Weltall und gilt als allwissend. Er vereint die Weisheit aller Buddhas in sich und gilt auch als kosmischer Buddha, der alles bedingt. Er wird manchmal mit vier Gesichtern dargestellt, mit denen er in alle Weltgegenden schaut. Sein Symbol ist eine Sonnenscheibe und sein Mudra ist der von der linken Hand umschlossene rechte Zeigefinger als Symbol der Vereinigung der Gegensätze. Er ist im Mandala umgeben von den Buddhas der vier Himmelsrichtungen, Akshobya, Amitabha, Ratnasambhava und Amoghasiddhi.

Den 6. Sinnn (Weisheit, Seele, Geist) verkörpert der Adi Buddha selbst.

Oft auch nur als vier Himmelskönige: 4 Himmelsrichtungen, 4 Jahreszeiten, 4 Elemente.

Wandern im Quadrat Sieben Manushi Buddhas:

Buddhas der 7 Weltzeitalter. Menschliche Buddhas, die aus Mitleid auf die Erde kamen, um die Lehre zu verkünden. 7 waren auf der Erde und vertreten je ein Zeitalter. Der letzte von ihnen ist Shakyamuni (alz Einziger historisch). Werden alle ähnlich dargestellt, meist in Mönchsrobe und Meditationshaltung, oft nur an den Mudras zu unterscheiden.

Wandern im Quadrat Siddharta Gautama, 563 - 483 v. Chr.

Geboren in Lumbini, heutiges Nepal, als Königssohn.
Nach Entdeckung der Welt und der ersten edlen Wahrheit verließ er mit 29 Jahren den Hof und begann mit strengen Yoga- und Askeseübungen unter Anleitung indischer Gurus.
Seine Erleuchtung (Bodhi) erlangte er mit 35 Jahren in Bodh Gaya (Bihar) unter einem Pappelfeigenbaum und wurde zum Buddha (Erwachten).
In Sarnath bei Varanasi (Benares) verkündete er erstmals alle vier Wahrheiten und setzte damit das Rad der Lehre (Dharmachakra) in Gang.
Zwei weitere Lehren kamen hinzu: über die Natur der Leerheit allen Seins und über die perfekte Buddhanatur, die in jedem Lebewesen steckt.

Als Buddha Shakyamuni (Buddha der Gegenwart) wanderte er enthaltsam und asketisch in Nordindien und Nepal umher und verkündete seine Lehre. Er starb 483 v. Chr. und vollzog damit das Parinirvana, das große Verlöschen.

Darstellung: doppelter Lotustrohn, Körper gelb, Haare blau, Bettelschale in linker Hand, rechte Hand berührt den Boden (= Gegenwart). Alternativ: beide Hände liegen ineinander und halten Schale. Viele weitere Darstellungen.

Wandern im Quadrat Maitreya (tib. = Jampa)

Buddha der Zukunft. Er kommt in 3.000 (5.000, 30.000) Jahren nach Siddharta Gautama.
Der 5. von 1.000 Buddhas, evtl. verwandt mit Mithra, der persischen Rettergestalt.
Ikonographie: sitzend, oft auf Stuhl, Füße berühren Boden (Bhadrasana, hat seinen Platz noch nicht eingenommen), oft Wassergefäß in linker Hand.
In der Zukunft sind die Menschen so dekadent, dass sie nur 10 Jahre alt werden und so klein sind wie ein Daumen. Dann kommt Maitreya, um sie die Prinzipien der Ethik neu zu lehren.

Dharmachakra-Mudra: dreht das Rad der Lehre = setzt die Lehre wieder in Gang.

Wandern im Quadrat Medizinbuddhas

Medizinbuddhas mit Zweig der Myrobalan-Frucht. Bhaishajyaguru: dunkelblau, der tibetische Medizinbuddha. In der Linken oft Bettelschale (Dhyana-Mudra). Symbolisiert die heilenden Kräfte der Lehre, deren Praxis die Gesundung des Geistes bewirkt.

Wandern im Quadrat Vajradhara (Vajra-Träger), Vajrasattva

Vajradhara: Dunkelblau, hält Vajra und Gantha im Vajrahumkara-Mudra vor der Brust.

Oft auch als Vajrasattva in weiß, der den Vajra mit der Rechten aufrecht vor der Brust hält und die Glocke in der Linken.

Wandern im Quadrat Weitere Buddhas:

Wandern im Dreieck 35 Buddhas

... der Reinigung und Sündenerkenntnis: oft an Tempelwänden dargestellt, sitzen um Shakyamuni herum. Werden um Hilfe beim Reinigen von Sünden gebeten.

Wandern im Dreieck 1000 Buddhas:

Ihre Erscheinung wird für die Zukunft prophezeit.

Wandern im Dreieck Yidams:

persönliche Buddhas der praktizierenden Buddhisten, werden geheim gehalten. Siehe auch Yidams.

Wandern zum SeitenanfangBodhisattvas

Bodhisattvas werden oft auch als Buddhas bezeichnet.

Sie sind vom Verlangen getrieben, die Erleuchtung zu erlangen, und sind von Weisheit und Barmherzigkeit durchdrungen.

Acht Bodhisattvas = Erleuchtungswesen. Sie gehen, obwohl erleuchtet, noch nicht ins endgültige Nirvana ein, um erst noch anderen auf dem Weg dahin zu helfen. Die drei beliebtesten:

Wandern im Quadrat Avalokiteshvara, Tschenresig, Chenresi:

Der Herr, der gütig herabblickt. Bodhisattva der Güte und des Mitgefühls sowie des gegenwärtigen Zeitalters. Schutzpatron Tibets. In seiner Form als Chenresig verkörpert im Dalai Lama. Gefährtin: Weiße Tara. Das Mantra Om mani padme hum ruft ihn an. In China als weibliche Gottheit Guanyin verehrt.

Darstellung: Oft mit seinem spirituellen Vater Buddha Amithaba im Kopfschmuck. 14 unterschiedliche Darstellungen, i. d. R. weiß, oft mit Gefährtin. Am häufigsten dargestellt mit 11 Gesichtern (Fähigkeit, alles Leid zu sehen), 1000 Armen, aufgeblühtem Lotus (sein Hauptsymbol), Gebetskette, Gefäß (Lebenswasser). Oder: Volle Lotosposition, weißer Körper, 4 Arme, 2 Hände halten Wunschstein, über linker Schulter hängt Hirschhaut.

Verkörperung liebevoller Hinwendung zu allen im Leiden verhafteten Lebewesen. Verkörpert nicht nur in den Dalai Lamas, sondern auch im tibetischen König Songtsen Gampo und in den Karmapas.

Bei seinem Wirken in der Hölle ist ihm der Kopf angesichts des unendlichen Leids in 10 Teile zersprungen. Daraufhin hat Amithaba aus den Teilen 10 neue Gesichter geformt, sie in 4 Köpfe gefügt, und sein eigenes Haupt obenauf gesetzt. Außerdem wuchsen ihm 1000 Arme, von denen 993 die Geste des Gebens als Ausdruck des liebevollen Mitgefühls vollführen.

Wandern im Quadrat Manjusri:

(Manjushri) Herr der Weisheit. Zerstörung der Unwissenheit und Erweckung der Weisheit. Schwert der Weisheit gegen den Schleier der Ignoranz, Buch des Wissens. Buddha der Weisheit und Literatur. Gefährtin: Sarasvati. Schreckliche Formen: Yamantaka (siehe Yama), Vajrabhairava (als Schutzgott vieler Klöster).

Wandern im Quadrat Vajrapani:

(Halter des Vajra) abgeleitet aus Gott Indra (Hinduismus: Regen, Krieg), dessen Blitz wurde zum Vajra (Donnerkeil). Gehört zu den 8 Bodisatthvas. Kraft, Tatkraft. 3. Auge, Flammen der Weisheit, furchterregendes Gesicht, Schlangen am Hals (durch Weisheit kontrollierter Zorn), Tigerfell um Hüften. Meist dunkelblau in stehender, zornvoller Haltung abgebildet, die seine Aktivität symbolisiert. Vajra drohend mit der Rechten erhebend. Auch als Buddha der Geheimnisse und des geschickten Handelns. Regen und Gewitter, Schutz gegen Schlangenbisse.

Er erscheint seltener in seiner friedlichen Form zweiarmig zusammen mit dem Bodhisattva Padmapani an der Seite von Buddha Amitabha im Reinen Land von Dewachen.

Wandern zum SeitenanfangWeibliche Gottheiten

Wandern im Quadrat Tara, Drölma (tib.), 21 Taras

Retterin, Verkörperung der Liebe, Mitgefühl. Aus einer Träne Avalokiteshvaras entstanden. Darstellungen oft als 8 Taras oder 21 Taras.

Wandern im Dreieck Weiße Tara, 7-äugige Göttin

(weiß = perfekte Reinheit und übersinnliches Wissen), Gefährtin von Avalokiteshvara.

Darstellung:

2 Augen plus 3. Auge plus Augen an Händen und Füßen = 7 Augen. Sie kann alles Leid sehen. Attribute Rad, Sonnenschirm, Pfeil. Friedvolle Erscheinung, ihre Körperfarbe ist meistens weiß. Sie hat ein Gesicht und zwei Arme, der rechte ist im Mudra der Freigebigkeit (Handfläche nach vorn) ausgestreckt. Die linke Hand hält in Herzenshöhe den Stängel einer voll geöffneten Lotusblüte (Vitarka-Mudra). Sie sitzt in Meditations -Sitzhaltung, teilweise auch mit hochgezogenem rechten Bein auf einem Lotusthron.

Die weiße Tara kann als Begleiterin des Avalokiteshvara dargestellt werden. Sie erscheint manchmal mit einer Vina (Laute) ähnlich der indischen Göttin Sarasvati.

In einer anderen Form hat sie tausend Köpfe und Arme, sowie je ein Auge in den tausend Handflächen als Symbol ihrer alles schauenden Augen des Mitgefühls. Ihre Attribute sind dann u. a. Rad, Sonnenschirm sowie Pfeil und Bogen.

Die weiße Tara ist eine der 21 Taras, ein weiblicher, friedvoller Bodhisattva.

Sie gehört zusammen mit Nangyelma und Amitayus zu den Gottheiten des langen Lebens.

Als Emanation der Weißen Tara gilt die chinesische Tangprinzessin Wen Cheng, die zweite Gemahlin des tibetischen Königs Songtsen Gampos, die die große Buddhastatue nach Tibet brachte, die noch heute im Jokhang-Kloster verehrt wird.

Die weiße Tara symbolisiert die transzendentale Wahrnehmung und die vollkommene Reinheit, gewährt ein langes Leben und schützt vor Krankheiten. Ihre sieben Augen symbolisieren höchstes Bewusstsein und ihre Fähigkeit, jegliches Leid schauen zu können.

Mantren der Tara: Unter den Anhängern des Vajrayana wird die Meinung vertreten, dass man Schaden nehmen kann, wenn man diese rezitiert ohne die entsprechende Einweihung erhalten zu haben. Insbesondere werden im tibetischen Buddhismus die Mantren, die zu diesen Praxen gehören, geheim gehalten. Man erfährt sie erst bei der Einweihung.

Wandern im Dreieck Grüne Tara/Drolma Jang

(auch Shyama-Tara, tib.: Drolma Jang, Döldschang, sgrol ljang , wörtlich grüne Befreierin): Müttelicher Aspekt des Mitgefühls.

Die Grüne Tara ist ein weiblicher, friedvoller Buddha und Bodhisattva. Sie ist die Hauptform im Mandala der 21 Taras, die jeweils verschiedene Facetten ihrer Buddha-Aktivität ausdrücken. Sie stammt ursprünglich von einer indischen Sternengöttin ab und wird auch im indischen Mahayana verehrt. Im tibetischen Buddhismus wird die grüne Tara inzwischen verehrt wie kaum ein anderer Bodhisattva.

Die nepalesischen Prinzessin Bhrikuti, eine der Gemahlinnen des Königs Songtsen Gampo, gilt als ihre Emanation. Bhrikuti brachte die ersten Buddhabildnisse nach Tibet.

Die Grüne Tara wurde der Legende nach aus den Tränen des Mitgefühls von Avalokiteshvara geboren.

Einer anderen Legende nach hat die grüne Tara vor vielen Zeitaltern als Prinzessin Jnanachandra viele Verdienste erlangt. Mönche, die dies erkannten, drängten die Prinzessin dazu um eine Wiedergeburt als Mann zu bitten, damit sie so die volle Erleuchtung erlangen könne. Die Prinzessin lehnte dies aber ab, bezeichnete die Unterschiede zwischen den Geschlechtern als Trugbild und legte das Gelübde ab, bis zur Befreiung aller Wesen fortan in einem weiblichen Körper zu wirken.

8 Arten der Angst:
1. Löwe Stolz
2. Elefant Verblendung
3. Feuer Zorn
4. Schlange Neid
5. Räuber Falsche Ansichten
6. Gefängnis Geiz
7. Überschwemmung Begierde
8. Dämonen Zweifel

Die grüne Tara verkörpert das aktive Mitgefühl aller Buddhas und sie soll vor den acht Arten der Angst schützen. Desgleichen soll sie die ursprüngliche Weisheit vermehren und wird für ihre wunscherfüllenden Qualitäten gepriesen. Es wird ihr eine besondere Schnelligkeit bei der Erfüllung von Wünschen und dem Schutz vor Gefahren zugeschrieben, was durch ihre zum Aufstehen bereite Sitzhaltung symbolisiert wird.

Obwohl die grüne Tara auch weltliche Wünsche erfüllen soll, besteht ihr eigentliches Anliegen darin, die Praktizierenden zur Erleuchtung zu führen. In dieser Weise kann man die acht Ängste, vor denen die grüne Tara schützt, auch als Symbole für die inneren Hindernisse auf dem Weg verstehen.

Zur grünen Tara gibt es auch die zugehörigen Mantras. Da man Schaden nehmen kann, wenn man diese rezitiert ohne die entsprechende Einweihung erhalten zu haben, werden die Mantren der Grünen Tara geheim gehalten, man erfährt sie erst bei der Einweihung. Allerdings ist das friedvolle Mantra der grünen Tara in Tibet weit verbreitet: "Om tare tuttare ture soha".

Ihre Darstellung erfolgt oft als friedvolle Erscheinung von grüner Körperfarbe. Ihr besonderes Kennzeichen ist, dass die mit ausgestrecktem, auf einem Lotus ruhendem rechten Bein (zum Aufstehen bereit, Position der Aktivität) und in Meditationshaltung angezogenem linken Bein auf dem Lotusthron sitzt. Das ausgestreckte Bein macht sie in den Darstellungen leicht unterscheidbar von der Weißen Tara.

In der am meisten verbreiteten Darstellung hält sie in ihrer rechten Hand im Mudra der Freigebigkeit (Handfläche nach vorn ausgestreckt) eine voll entfaltete weiße Lotusblüte. Mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand hält sie auf Herzenshöhe den Stängel einer blauen, halbgeöffneten Utpala-Lotusblüte. Jede dieser Blumen hat drei Knospen, womit sie die grüne Tara als Verkörperung der erleuchteten Tatkraft als die Mutter der Buddhas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft symbolisieren.

Sie wird allein, oder in Gesellschaft anderer (21) Taras abgebildet, sie hat ein Gesicht und zwei oder (seltener) vier Arme.

Wandern im Dreieck Rote Tara:

Göttin der Liebe. Kommt zu unglücklich verliebten Männern, wenn keine Frau in der Nähe ist. Ganz in Rot dargestellt. In der Hand Pfeil der Liebe und roter Lotus.

Wandern im Quadrat Sarasvati (= weiße Tara, s.o.):

Gefährtin von Manjusri, Göttin der Musik und Poesie. Schöne Frau, weißer Körper, Buch, Laute. (vgl. Hinduismus: Saraswati).

Wandern im Quadrat Parnasavari

(tib.: Loma Gyönma): die mit Laub bekleidete, Patronin der Heilkräuterkunde. Dargestellt im Laubrock mit Heilkräutern, Granatapfel, Ähren.

Wandern im Quadrat Dakinis:

Himmelswandlerinnen, schon in der Bön Religion verbreitet, vergleichbar mit Feen. Darstellung oft nackt tanzend (= nackte Wahrheit) mit gruseligen Attributen (Schädel, Hackmesser, Schürze aus Menschenknochen, Zauberstäben) auch bei friedvollen Dakinis. Stellen Vergänglichkeit des irdischen Daseins unverblümt dar.

Wandern im Dreieck Vajravarahi:

Vajra-Bache. Schweinekopf, Vajra, Schädelschale, Khatvanga (Dreizack). Symbolisiert Freude durch Erkenntnis der Natur der Leere.

Wandern im Quadrat Palden Lhamo:

(Pälden Lhamo), einzige weibliche Dharmapala. Schwert oder Vajrastab in der Rechten, blutgefüllte Schädelschale in der Linken, reitet auf einem Esel oder Pferd durch einen Blutsee, als Sattel die Haut ihres Sohnes benutzend. Sie hatte geschworen, ihr Kind zu töten, falls nicht alle Menschen Buddhisten werden würden.

Verwandt mit der hinduistischen Kali. Beliebt auch als Yidam. Schutzgottheit des Dalai Lama.

Aller Schrecken hat keine Realität und ist auch nur eine Erscheinungsform der Leere.

Wandern zum SeitenanfangDharmapalas

Dharmapala = Schützer der Lehre. Untere Ebene der Gottheiten. Meist alte Hindu- oder Bön-Götter, die der Magier Padmasambhava bekämpft und vom Buddhismus überzeugt hat. Kämpfen gnadenlos gegen die Feinde des Buddhismus. Furchterregende Darstellung. Tigerfell um den sonst nackten Körper, Girlande aus Totenköpfen, Schlangen, Knochen, Flammenmeer. Abbilder stehen im Gonkhang, einem speziellen Schutzgottheiten-Tempel in jedem Kloster.

Wandern im Quadrat Acala:

Schwarz oder dunkelblau. Der Unbewegbare, gemischt friedvoll / zornvoll, Ausfallschritt, erhobenes Schwert, Fangschlinge. Helfer gegen Habgier und Geiz. Steht oft auf 2 Ganesha, im Budhismus (nicht immer) ein Symbol für Geiz.

Wandern im Quadrat Garuda:

Im Lamaismus Bezwinger der Nagas oder als zornvolle Erscheinung von Vajradhara.

Wandern im Quadrat Hayagriva (Tandim):

pferdeköpfiger Schutzgott der Pferdezüchter, verjagt Dämonen durch sein Wiehern. Zornvolle Erscheinung von Avalokiteshvara.

Wandern im Quadrat Mahakala

(= der große Schwarze) (entspricht dem hinduistischen Bhairab) (tib. = Gönpo): buddhistische Form von Shiva, 75 Manifestationen. Schwarz oder blau, bis 8 Köpfe und 16 Arme. Der Schreckliche, der Zerstörer, starker Schutzgott. Oft als Türwächter (dvarapala) und Glaubenswächter (dharmapala). Entstehung mit Beginn der tantrischen Epoche. Vahana: Hund. Darstellung: viele Köpfe, viele Arme, nackt, rollende Augen, 3. Auge, lange Zähne, Kette mit Schädeln, Schlangen und Flammen.

Weißer Mahakala: mit 6 Armen und vor der Brust gehaltenem Wunschedelstein.

Wandern im Quadrat Palden Lhamo:

einzige weibliche Dharmapala, reitet auf einem Esel oder Pferd, dessen Rücken mit der Haut ihres Sohnes bedeckt ist. Sie hatte geschworen, ihr Kind zu töten, falls nicht alle Menschen Buddhisten werden würden. Mit der hinduistischen Kali verknüpft.

Wandern im Quadrat Pehar

Erster Schutzgott des tibetischen Buddhismus. Wurde von Tisong Detsen 790 nach dem Sieg über die Uiguren mit nach Samye gebracht.

Wandern im Quadrat Yama, Yamaraja (König Yama):

Gott des Todes. König des Totenreiches. Alter indoarischer Gott. Totenrichter und Höllenkönig. Oft mit Stierkopf und 2 Armen mit Schädelschale und Opfermesser (Polaritäten) dargestellt. Durch Yamantaka zum Buddhismus bekehrt und durch Eid gebunden.

Legende: Ein alter Mann meditierte in einer Höhle 49 Jahre, 11 Monate und 29 Tage und stand kurz vor der Erleuchtung. Da kamen Diebe mit einem geraubten Stier, den sie in der Höhle zerlegen wollten. Der Mann bettelte und flehte, ihn doch noch einen Tag bis zu seiner Erleuchtung am Leben zu lassen, da sonst fast 50 Jahre Meditation umsonst gewesen wären. Um keinen Zeugen zu haben, schlugen die Diebe ihm jedoch den Kopf ab. Daraufhin verwandelte sich der Yogi in Yama, setzte sich den Stierkopf auf, tötete die Diebe, und trank Blut aus Ihren Schädeln. Seine Wut und sein Blutdurst wurden so stark, dass er in ganz Tibet wütete und unzählige Menschen tötete. In ihrer Not riefen die Tibeter Manjusri, den Gott der Weisheit, zur Hilfe. Dieser verwandelte sich in die schreckliche Form Yamantaka und besiegte in einer fürchterlichen Schlacht Yama.

Wandern im Quadrat Yamantaka, Vajrabhairava:

Dunkelblau, 9 Gesichter, 34 Arme, Stierkopf. Form des Manjusri. Besieger des Totengottes Yama, Yamantaka = Richter des Yama.

Wandern zum SeitenanfangGruppendarstellungen

Wandern im Quadrat Beschützer der 3 Familien:

Avalokiteshvara (Emanator der Dalai Lamas, Lotos-Familie), Manjushri (Emanator des chinesischen Kaisers, Tathagata-Familie), Vajrapani (Emanator des mongolischen Khans, Vajra-Familie).

Wandern im Quadrat Buddhas der 3 Zeiten:

Dipamkara, Shakyamuni, Maitreya. Allgegenwärtigkeit der Buddhaschaft.

Wandern im Quadrat 3 Gottheiten langen Lebens:

Amitayus, Ushnishavijaya (Nangyelma), Tara. Gewährung von langem Leben.

Ushnishavijaya: 3 Gesichter, 6 Arme, friedlich/zornig gemischt, in der Rechten hält sie eine Amithaba-Statue.

Wandern im Quadrat 4 Lokalapas, Weltenhüter

Könige der 4 Welten, Beschützer der Himmelsrichtungen. Der mythische Berg Meru ist das Zentrum des Universums, um den sich die 4 Welten gruppieren. Erinnern an Aussehen zentralasiatischer Krieger.

Darstellung in vielen Klostereingängen. Dort sollen sie Befleckungen und Verunreinigungen von den heiligen Räumen fern halten. Auch an den 4 Eingangstoren von Mandalas abgebildet.

Wandern im Dreieck Vaishravana:

Dick dargestellt, gewährt Wohlstand. Auf einem Löwen reitend, das Siegesbanner in der Rechten, die juwelenspeiedne Manguste in der Linken. Er bewacht den Norden.

Wandern im Quadrat Fünf Dhyani Buddhas:

siehe Buddhas

Wandern im Quadrat 5 Tathagatas:

Emanationen des Adi-Buddha. Stellen grundlegende physikalische, psychische, kosmische und philosophische Prinzipien dar.

Wandern im Quadrat Sieben Manushi Buddhas:

siehe Buddhas

Wandern im Quadrat 16 Arhats:

die wichtigsten Schüler Buddhas Wandern im Dreieck siehe unter Personen/Persönlichkeiten

Wandern im Quadrat 35 Buddhas der Sündenbekenntnis:

Um Shakyamuni herum dargestellt. Werden bei Vollmond von Mönchen angerufen, um Verfehlungen durch Selbstbekenntnis und Besserungsgelöbnis zu tilgen.

Wandern im Quadrat 84 Mahasiddhas:

indische Yogis, die mit magischen Kräften Wunder vollbringen ... siehe unter > Personen/Persönlichkeiten

Wandern zum SeitenanfangHeilige, Lamas, Sektengründer, Orakel

Wandern im Dreieck Details siehe unter Personen/Persönlichkeiten

Wandern im Quadrat 16 Arhats:

die wichtigsten Schüler Buddhas

Wandern im Quadrat 84 Mahasiddhas:

indische Yogis, die mit magischen Kräften Wunder vollbringen

Wandern im Quadrat Nagarjuna:

Vater des Mahayana. Theorie der Leere.

Wandern im Quadrat Padmasambhava

(Guru Rinpoche) siehe unter Personen > Padmasambhava

Wandern im Quadrat Milarepa

siehe unter Personen > Milarepa

Wandern im Quadrat Atisha/Jowoje:

Erweckte den tibetischen Buddhismus im 11. Jh. zu neuem Leben. Geistiger Ahnherr der Gelukpa. Darstellung: Mönchsgewand, roter Spitzhut, Lotosposition.

Wandern im Quadrat Tsonghkapa:

siehe unter Personen > Tsonghkapa

Wandern im Quadrat Panchen Lama:

siehe unter Personen Panchen Lama

Wandern im Quadrat Karmapa

siehe unter Personen Karmapa

Wandern im Quadrat Lhapa (männliches) oder Lhamo (weibliches) Orakel:

Prophezeiungen, Ratschläge, Heilungen. Jeder kann von einer Gottheit ausgewählt werden, und wird dann immer wieder besucht.

Wandern im Quadrat Der Brückenbauer Thangtong Gyelpo:

Der "verrückte Heilige" ist eine Emanation von Avalokiteshvara. Er erfand viele nützliche Dinge wie das Lederboot und die geschmiedeten Kettenglieder. Dargestellt wird er als dickbäuchiger Siddha mit langem Haar. Er trägt eine Vase bzw. Schädelschale mit Nektar in der linken, eine Kette in der rechten Hand.

Wandern zum SeitenanfangDalai Lama

Wandern im Dreieck siehe Personen Dalai Lama

Wandern zum Seitenanfangdie Vier Wahrheiten & der Achtfache Pfad

Die erste Wahrheit entdeckte Siddharta Gautama, als er die Welt außerhalb des Königshofes sah, und darüber nachgrübelte. Die anderen drei Wahrheiten verkündete er nach seiner Erleuchtung.

1. Wahrheit:

Alles Leben ist Leiden. Leben ist vergänglich, tragisch und leidvoll. Glück, Vergnügen und Fröhlichkeit sind Formen des Leidens, weil sie vergänglich sind und Traurigkeit hinterlassen.

2. Wahrheit:

Der Ursprung des Leidens ist das Begehren.
Leiden entsteht durch 3 Grundübel:
- Gier nach Besitz, Macht und Glück
- Hass auf Alles, was unangenehm erscheint
- Verblendung und Unwissenheit über die Vergänglichkeit

3. Wahrheit:

Die Befreiung vom Leiden besteht in der Abschaffung des Durstes. Wenn die Grundübel aufgehoben werden, endet das Leiden

4. Wahrheit:

Wege zur Befreiung. 8facher Pfad der Selbstzucht. Selbstdisziplin. Rechtes Handeln, das niemanden verletzt. Meditation. Das illusorische Ich wird überwunden. Der Kreislauf der Wiedergeburten wird gestoppt. Der letzte Zustand ist rein und körperlos = Nirvana. (vgl. Aufgehen in der Weltenseele)

Der achtfache Pfad

1. Rechte Anschauung: Die Dinge so sehen, wie sie sind.
2. Rechtes Denken: Die 3 Grundübel ablegen.
3. Rechtes Sprechen: Nicht lügen, nicht verleumden, nicht unbedacht sprechen.
4. Rechtes Handeln: Kein Lebewesen töten, nicht stehlen, unerlaubte Wollust vermeiden.
5. Rechtes Leben: Das Leben so gestalten, dass alle Gebote erfüllt werden können. Beruf, Kleidung, Ernährung ...
6. Rechtes Bemühen: Sich immer bemühen, nie müßig werden.
7. Rechte Besinnung: Man besinnt sich bei Allem auf die Lehre und ist wachsam.
8. Rechte Konzentration: Die Einheit des Geistes unbeeinflusst von Trieben und Durst durch tiefe Konzentration erreichen.

Wandern zum SeitenanfangGeschichte des tibetischen Buddhismus

528 Erleuchtung Shakyamunis.

Der indische Kaiser Ashoka (im 3. Jh. v. Chr.) war begeistert vom Buddhismus und verbreitete die Lehre in Indien, sandte aber auch Missionare in alle Himmelsrichtungen aus. So gelangten weite Teile Südostasiens unter den Einfluss des Buddhismus. (Wandern im Dreieck siehe Geschichte Indien Ashoka)

Im letzten Jh. v. Chr. gelangte der Buddhismus über berühmte kashmirische Universitäten nach Ladakh.

Um Christi Geburt erste Aufzeichnungen der Lehre. Vorher nur mündliche Weitergabe, damit sie nicht in unwürdige Hände gelangte.

In den Jahren n. Chr. teilte sich der Buddhismus in 2 Richtungen: Mahayana (großes Fahrzeug) und Hinayana (kleines Fahrzeug).

Um 650: Buddhismus erreicht Tibet.

Im 8. Jh. n. Chr. Integration der Bön-Religion (Animistischer Kult im Himalaya) in den Vajrayana-Buddhismus: Padmasambhava, größter Tantriker seiner Zeit, reiste im Himalaya (Zanskar, Ladakh, Tibet) und besiegte böse Bön-Geister, die das Land plagten. Die Bön-Geister wurden Anhänger der neuen Philosophie und mutierten zu machtvollen Beschützern des Buddhismus. Kurze Zeit später verdrängte der Bön den Buddhismus wieder weitgehend.

10. und 11. Jahrh.: zweite große Verbreitungswelle von Kashmir über Ladakh nach Tibet. Rinchen Zangpo (958-1055 n. Chr.) ließ zwischen Leh und Lhasa 108 Tempel und Tschörten errichten, gründete eine Übersetzerschule und das damals wichtigste buddhistische Zentrum der Region in Guge.

Um 1200: islamische Eroberung Kashmirs und Schließung der dortigen buddhistischen Universitäten. Tibet wird neues Zentrum des Vajrayana. Intensiver Austausch mit den heute in Indien liegenden buddhistischen Gebieten (Ladakh, Sikkim), Nepal und Buthan, bis die Chinesen im 20. Jh. die Grenzen nach Indien schlossen und fast alle Klöster zerstörten.

Wandern zum SeitenanfangKlöster und Mönche

Traditionell ging ein Sohn jeder Familie ins Kloster. Eintrittsalter 6-8, nach 2 Jahren werden Knaben zu Novizen (Getsül) mit den niedrigen Mönchsweihen. Novizen müssen 10 Grundgebote und 36 Gelübde einbhalten. Eine spätere Rückkehr ins weltliche Leben ist möglich, wird aber oft mit Unverständnis quittiert. Frühestens mit 20 Jahren werden die Novizen zu richtigen Mönchen (Gelong) mit 253 Gelübden. Die intelligentesten von ihnen werden an die buddhistischen Hochschulen in Indien geschickt, die meisten leben aber ein einfaches Leben mit geringer Bildung. Die Hirarchie im Kloster ist stärker ausgeprägt als in westlichen Klöstern. Die Mönche haben hohes Ansehen in der Bevölkerung.

Lama = Guru = Lehrer. Trotzdem werden auch einfache Mönche oft Lama genannt.

Gompa: = Ort der Einsamkeit, Kloster

Die Bedeutung und die Ausprägung des Klosterlebens unterscheider sich in den verschiedenen Schulen.

Wandern zum SeitenanfangDie vier Schulen des Tibetischen Buddhismus

Alle Mönche und Klöster unterstehen einer der vier Schulen. Unterschiede werden stark hervorgehoben, sind aber aus Sicht des Außenstehenden gering. Verschiedene Interpretationen der Tantratexte, Zölibat, Ordensregeln, magische Praktiken, Betonung des Yoga ....

In der Vergangenheit wurden Konflikte um religiöse oder politische Themen auch mit Waffengewalt ausgetragen. Dabei ging es oft um politischen Einfluss und Macht.

Als Rotmützen bezeichnet man die Nyingmapa oder die 3 alten Schulen, die Gelugpa werden Gelbmützen genannt.

Wandern im Quadrat Nyingmapa, Nyingma

(die Alten), älteste Schule. Mönche mit auffällig roten Kleidern. Gründer und Hauptguru Padmasambhava. Magische und okkulte Praktiken, früher Isolation in Einsiedeleien und Höhlenklöstern. Wettermacher, Wunderheiler, Dämonenbanner. Außerordentliche Fähigkeiten, die nicht gezeigt werden und über die nicht geredet wird.

Padmasambhava hat bei den Auseinandersetzungen mit den Bön heilige tantrische Texte, Ritualgegenstände und Reliquien in Höhlen versteckt, die nur von geistig reifen Menschen gefunden werden können. Diese Texte (Termas) wurden von den Schatzfindern (Tertön, häufig Inkarnationen der 25 Hauptschüler Padmasambhavas) der Nyingmapa gefunden und dienen nun als heilige Texte. So entstanden zwei Arten der Übertragung: Die sogenannte lange Übertragungslinie vom Meister auf den Schüler in einer ununterbrochenen Linie, und die kurze Übertragungslinie der Termas.

Diese Schule repräsentiert die erste Ausbreitung des Buddhismus in Tibet. Die alten Texte und ihre frühen Übersetztungen sind näher an den alten Meistern, die diese in Indien verfassten. Relativ unpolitische Schule, vielleicht etwas weltfremd, aber die Termas dienen zur ständigen Erneuerung.

Erste Überlieferungswelle begann mit Padmasambhavas und Shantarakshitas Lehren. Sie gründeten das erste buddhistische Kloster in Tibet, Samye, welches sich schnell zum wichtigsten Zentrum des tibetischen Buddhismus entwickelte. Von König Thrisong Detsen erhielten Padmasambhava und seine Schüler, von denen die 25 Hauptschüler wegen ihrer hohen Verwirklichung berühmt wurden, den Auftrag, die buddhistischen Lehren aus dem Sanskrit ins Tibetische zu übersetzen. Padmasambhava und Shantarakshita bildeten 108 Übersetzer aus, um diese Aufgabe zu erfüllen. Die Schriften dieser großen Übersetzungsphase bilden die Basis aller Schulen des tibetischen Buddhismus. Vom 8. bis zum 11. Jh. war die Nyingma-Tradition die einzige buddhistische Schule in Tibet. Ab dem 11. Jh. entwickelten sich dann die Schulen der "Neuen Übersetzungen", die sich hauptsächlich auf die Übertragung bislang noch nicht übersetzter Tantras konzentrieren.

Bis in das späte zwanzigste Jahrhundert gab es kein "Oberhaupt der Nyingma". Die Nyingma-Tradition war wegen der Vielfalt verschiedenster Übertragungslinien kaum bestrebt, zentrale Strukturen auszubilden. Eine Situation, die die Nyingma-Tradition (anders als die anderen Schulen) weitgehend aus politischen Konflikten in Tibet herausgehalten hat. Die Einführung eines Oberhauptes der Schule wurde mit der Errichtung der tibetischen Exilregierung nötig, in die nunmehr je ein Vertreter der großen Traditionen entsandt wurde. "Oberhaupt der Nyingma" ist also lediglich ein politisches Amt in der tibetischen Exilregierung.

Wandern im Quadrat Sakyapa, Sakya

1073 gegründet, Hauptkloster war Sakya. Die Zeit ist gekennzeichnet durch die zweite Ausbreitung des Buddhismus in Tibet (Atisha) nach einer Phase der Verdrängung. Schriften vom Weg und seinen Früchten. Anleitung zur Erlangung der Buddhaschaft innerhalb einer Lebensspanne. Magie und Orakel als hohe Wissenschaft. Erster Priesterstaat in Tibet. Großlama Sakya Pandita war wie später sein Nachfolger Phagpa (1235-1280) Günstling der Mongolen, die im 13. Jh. Tibet und China regierten. Phagpa führte Sakya zur Höhe seiner Macht. Kublai Khan und seine Erben setzten Sakya-Lamas als weltliche Herrscher über Tibet ein, bis sie Mitte des 14. Jh. von den Kargyüpa zur Lokalmacht zurückgedrängt wurden.

... siehe auch > Sakya (Ort & Kloster).

Matho, einziges Sakyapa-Kloster Ladakhs, verfügt über die fähigsten Orakel des Landes.

Wandern im Quadrat Kargyüpa, Kagyü

übernahmen nach 100 Jahren, nach Zusammenbruch des Mongolenreiches, die weltliche Macht von den Sakyapas. Sammlung mehrerer halbreformierter Rotmützenschulen, die auf die indischen Mystiker Tilopa und dessen Schüler Naropa (1016-1100) zurückgehen. Naropas wichtigster Schüler war Marpa, der als verheirateter Bauer lebte, und trotzdem die hohe Yogaschule praktizierte, Erzeugung innerer Körperwärme etc. Bis heute gibt es in dieser Schule kein verpflichtendes Zölibat (siehe auch Milarepa). Details unter > Kagyü, Karmapa, Drukpa

Wandern im Quadrat Gelugpa, Gelukpa

die Tugendhaften, Gelbmützen, jüngste der großen Schulen. Stammen von der Kadampa-Schule (Geistiger Vater Atisha, asketischer indischer Yogi, 11. Jh.) ab, die die mystisch-okkulten Praktiken der anderen Schulen stark kritisierten.

Tsongkhapa (1357-1419) kritisierte den geistigen und sittlichen Verfall sowie die schwarze Magie und gründete Reformklöster, in denen wieder die reine Lehre Buddhas im Mittelpunkt stehen sollte: Disziplin, feste Tagesabläufe, strenges Zölibat.

Das erste Kloster war Ganden, danach Drepung und Sera. Schnell wurden diese drei zu den größten Klöstern Tibets mit je fast 8.000 Mönchen bei letzteren beiden. Weitere Klöster: Chamdo und Tashilhunpo (Shigatse, Panchen Lama). Die alten Kadampa-Klöster (z. B. Spituk in Ladakh) wurden im 15. Jh. von den Gelukpa übernommen.

Bis 1951 war die Gelukpa-Schule die Staatsschule von Tibet. Sie stellte den Dalai Lama.

In Ladakh und Zanskar heute führende Schule (Klöster Spituk, Thikse, Likir, Rizong, Sankar, Rangdum, Tongde, Karsha, Mune, Phuktal).

Wandern zum SeitenanfangDer Stupa (Tschörten, Chörten)

stupa-systemDer Stupa (auch gebräuchlich: "die Stupa") ist ein Denkmal, ein Symbol für den Buddha und den Buddhismus.

Mit Stupa war in uralten Zeiten der Erdhügel gemeint, der über den Überresten einer toten Person errichtet wurde (aus dem Sanskrit stup : aufhäufen, ansammeln). Dieser Hügel hatte die Form einer Halbkugel und war meist aus Erde oder auch aus Stein gemacht: die Inder setzten einen Stab in den Mittelpunkt der Halbkugel und beerdigten die Gebeine unter ihm. Der Stab wurde als Verbindung zum Zentrum des Universums angesehen, welches alle Energie sammelte und die Geburt allen Lebens beeinflusste. Die (Halb-)Kugel als Symbol für Vollständigkeit zeigte die Balance von Energie im Universum, wurde zum Symbol des Universums.

Diese Idee wurde vom Buddhismus übernommen. In nur wenigen Jahrhunderten entwickelte sich der schlichte Grabhügel zu der Grundform der heutigen Stupas. Vorbild für alle späteren Stupas wurde der Stupa von Sanchi (Zentral-Indien). Bereits hier sind die vier Grundelemente zu erkennen: eine quadratische Plattform als Basis, das halbkugelige Kuppelgewölbe, eine Reliquien-Kammer, die Spitze, oft auch durch einen stilisierten Schirm ersetzt, die mit einer "Krone", einem "Juwel" abgeschlossen ist. Diese vier Elemente stehen für die Elemente des Buddhismus: den Sangha (Basis), das Dharma (die Kugel), den Buddha (die Reliquienkammer, die Spitze) und das Nirvana (das Juwel).

Aus dem Stupa entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte in Sri Lanka die Dagoba, in Thailand wurde daraus wiederum die Chedi weiterentwickelt. Daraus ergab sich in Laos der That. Die nördliche Entwicklungslinie zeigt in Tibet den Chörten, im chinesischen Raum den Ta und in Ostasien die Pagode .

Der Stupa ist ein Monument für Frieden und Glück in der Welt. Er wurde vom Buddha als Grundlage für die Ansammlung von guten Eindrücken (Verdienst) gelehrt. Er ist ein Symbol für den Geist Buddhas, gleichzeitig steht er für die Gemeinschaft der Praktizierenden (Sangha.)

Wandern zum SeitenanfangKloster (Gebäude)

Gompa (Kloster) = Ort der Einsamkeit

Zu einem Kloster gehören i. d. R.:

Lakhang = Kapelle. Hier steht oft die Statue der wichtigsten Person oder Gottheit des Klosters.

Gonkhang = spezieller Schutzgottheiten-Tempel in jedem Kloster. Darstellungen teilweise/zeitweise verdeckt (zu schrecklich).

Dukhang = Versammlungshalle. Hier wird gebetet, rezitiert, gesungen, meditiert, getrunken und gegessen ... der zentrale Raum des Klosters.

Klosterküche: Hier wird Tsampa und Buttertee in großen Bottichen zubereitet.

Mönchszellen

Wandern zum SeitenanfangLiteratur, Filme

Dalai Lama: Das Buch der Freiheit. Autobiographie.

Dalai Lama: Ratschläge des Herzens. An die Menschen gerichtete Gedanken und Ratschläge.

Ole Nydahl: Die Buddhas des Himalaya.

diese (ausführlicher kommentiert) und weitere Literatur-Tipps zum tibetischen Buddhismus siehe > Literatur Tibet

The Tibetan Book of the Dead: Film über die traditionelle Anwendung des Tibetischen Totenbuchs in Nordindien.

Wandern zum Seitenanfangvon Andreas Happe