TIBET - KAILASH:
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren


mit Peking - Lhasa - Shigatse - Gyantse - Manasarovarsee - Everest Base Camp und Kathmandu ...
ein Reisebericht

 
Reisebericht
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Der Kailash: Zentrum des Universums für Hindus, Buddhisten, Bön und Jains. Seinem Ruf folgte im vergangenen Sommer (20.08.-12.09.2014) eine 14köpfige Gruppe der DAV-Sektion Göttingen.

Zuerst standen jedoch Peking und die Chinesische Mauer auf dem Programm. Die Hauptstadt des bevölkerungsreichsten Landes der Welt präsentierte sich modern und lebendig, gab aber mit der Verbotenen Stadt und dem Kaiserpalast auch seine Geschichte preis. Die stimmungsvollen Nachtmärkte zwischen Glas und Stahl einer modernen Megastadt gehörten zu den stärksten Eindrücken. Das kulinarische Angebot reichte von Huhn über Schlange bis zum gegrillten Skorpion.

Gyantse Dzong, TibetIn einer ganz anderen Welt liegt die Große Mauer, auf der die erste Wanderung unserer Reise stattfand. Natur und Architektur gehen hier eine harmonische Verbindung ein, obwohl die Intention des Mauerbaus alles andere als harmonisch war.

Am vierten Tag brachte China Air uns nach Lhasa. Auf langsame Akklimatisierung in 3.700 m Höhe bedacht, tauchten wir in die Welt tibetisch buddhistischer Tempel und Paläste ein. Ein Ausflug in die Umgebung von Lhasa führte uns zum berühmten Kloster Ganden, bevor wir am siebten Tag Richtung Westen aufbrachen.

Über weite Ebenen, hohe Pässe und vorbei an großen Gebirgsseen erreichte die Gruppe die alten tibetischen Städte Gyantse und Shigatse. Erstere begeisterte durch ihr traditionelles Erscheinungsbild mit großen Lehmhäusern, engen Gassen, einer gut erhaltenen Festung und dem stufenförmigen Kumbum-Tschörten. Die modernere Stadt Shigatse lockt besonders mit dem prächtigen Kloster Tashi Lunpo, dem Sitz des Panchen Lama.

Viel einsamer wurde dann die weite Landschaft des tibetischen Hochlandes bei der Fahrt zum Manasarowarsee, den wir am 10. Reisetag erreichten. Wanderungen am See, Klosterbesuche und die Kulisse des Gurla Mandata (7.694 m) verschönerten die dreitägige Akklimatisationspause auf 4.540 m.

Nach Darchen (4.620 m), zum Ausgangspunkt der Kailash-Umrundung, brachte uns der 12. Tag. Gut akklimatisiert starteten wir am nächsten Morgen unseren Trek. Auch hier, wie schon seit Shigatse, waren wir als einzige westliche Reisende unterwegs. Die chinesische Regierung hatte, nach neuester politischer Direktive, anderen Gruppen keine Genehmigungen erteilt, so dass wir während der Umrundung des Kailash nur von tibetischen Pilgern, einigen Chinesen und einer Gruppe von indischen Pilgern begleitet wurden, die ebenfalls das außergewöhnliche Glück einer Genehmigung bekommen hatten.

Die nächsten drei Tage bestanden vor allem aus laaaangsamem Wandern auf der jahrtausende alten Pilgerroute, unterbrochen von Picknickstops oder Teezeltbesuchen. Die eindrucksvolle Landschaft, die am Weg liegenden Klöster und besonders die freundlichen aufgeschlossenen Menschen bereicherten die Wanderer und füllten die Kamera-Speicherkarten. Der spirituellen Atmosphäre der Pilgerroute konnte sich kein Trekker entziehen, und so hängten auch wir am höchsten Pass, dem Drolma la (5.670 m), unsere Gebetsfahnen in den Wind.

Viele unserer Bergfreunde hatten sich mit der Kailash-Umrundung einen lange gehegten Traum erfüllt. Durch die langsame Akklimatisation und weil unser Gepäck von Yaks getragen wurde, konnten alle das erhebende Gefühl auf dem höchsten Punkt der Tour genießen, bevor es wieder hinunter ging.

Aber die Reise war mit der Kailash-Umrundung noch lange nicht zu Ende. Ein weiterer Höhepunkt erwartete uns am wunderschönen See Pigutso mit tollem Licht, fantastischen Blicken auf den Himalaya und einem Eindruck vom Leben der Yak-Nomaden.

Tag 18 bis 20 verbrachten wir in der Nähe des Klosters Rongbuk am tibetischen Everest Base Camp. Auch hier war die mit wechselndem Licht immer wieder neue Erscheinung des höchsten Berges der Welt die Hauptattraktion, von der wir uns nur schwer trennen konnten.

Als Westler immer noch allein auf den tibetischen Straßen brachte uns unser Bus zur Grenze nach Nepal. Eine letzte Nacht in Zanghmu auf der tibetischen Seite, dann ging es weiter Richtung Kathmandu. Ein enormer Bergsturz, der die einzige Straße zwischen Nepal und Tibet verschüttet hatte, fügte unserer Reise eine ungeplante Wanderung hinzu, bevor wir Nepals Hauptstadt erreichten.

Altstadt, Tempel, Paläste oder Shopping - Kathmandu bot viele Möglichkeiten für einen interessanten Reiseabschluss. Die letzten Abende verbrachten wir in märchenhaften Restaurants, bevor wir am 24. Reisetag wieder wohlbehalten in Frankfurt landeten.

Wandern zum Seitenanfangvon Andreas Happe

Letzte Änderung: 20.10.2014