Tibet: Ausflüge und Touren von Lhasa aus
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren


Ausflugs- und Tourenziele in der weiteren Umgebung von Lhasa. Die Ziele sind in einer - teilweise langen - Tagestour zu erreichen (hin + zurück). Oft empfiehlt sich aber eine Übernachtung. Die Ausflugsziele, die an der Straße nach Kathmandu liegen, sind dort beschrieben. Nahegelegenes siehe bei Lhasa.

Letzte Änderung: 24.08.2014

Tsethang, Yarlung, Tibet

Ganden

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Kloster Ganden, TibetGanden (Kloster) liegt auf 4.300 m, 62 km nordöstlich von Lhasa, oberhalb des Flusses am Kyichu-Talhang schön gelegen. Tolle Ausblicke.

Einfaches Restaurant/Guesthouse. Laden: Kekse, Cola, Wasser ... vielleicht besser ein Picknick machen und Verpflegung aus Lhasa mitbringen?

1:15 h Fahrzeit. Taxi ab Lhasa 80-100 Yüan (2006). Es gibt auch einen Bus (Ticketbox auf der Südseite vor dem Jokhang, hinter den Verkaufsständen etwas versteckt, nachmittags meist offen, Tickets einen Tag vorher holen).

Wandern im Quadrat Wander-Tipps:

Wandern im Dreieck Die Kora ...

... verläuft um das Kloster und um den Bergsporn, zu dessen Füßen es liegt (ca. 1:00 h, etwa 2:00 h mit Pausen). Nicht verpassen! Schöne Aussicht auf Fluss und Berge. Leichtes auf und ab, phantastische Sicht ins Tal. Oft viele Schneegeier zu sehen (wegen der Himmelsbestattungsplätze). Am Ende oberen Weg nehmen. Hauptversammlungshalle und Tsongkhapas Grabchörten besuchen, später zurück zur Strasse (Kurve) laufen (0:30 h) und ggf. da abholen lassen.

Wandern im Dreieck Die Wanderung ...

Starthöhe 4200 m, maximale Höhe 4500 m, Anstieg 350 hm, Abstieg 350 hm. Gehzeit ca. 3 - 3:30 h.

Vom Eingangstor des Klosters: Am Hang zieht sich ein Pfad links den Berg hinauf Richtung Südosten (nicht der Schotterpiste nach rechts oben folgen und auch nicht dem am rechten Teil des Hanges sichtbaren Pfaden nach oben folgen, das ist der Abstieg). Diesem Pfad folgen, mäßig steil, Serpentinen. Nach 0:10 h an Gabelung rechts (links geht es nach Hepu und auf den Trek nach Samye). Auf dem Grat oben Gebetsfahnen, dies ist die Richtung.

Nach ca. 1:00 h erreicht man die Gebetsfahnen erreichen, tolle Aussicht. Weiter dem Grat nach rechts (Westen) folgen, mäßig steil, uneben, leicht geröllig. Auf und Ab dem Grat bis zur klar erkennbaren Antenne folgen. Schöner Blick auf Ganden. Von dort Abstieg nach rechts durch den Hang bis zur Scharte links oberhalb von Ganden. An der Scharte beginnt rückwärtig ein Pfad, der um den gesamten Klosterberg herumführt (s.o., Kora).

Wandern im Dreieck Trekking Ganden - Samye

4-5 Tage, 80 km, 2 Pässe (5240 und 5090 m), meist wandert man in etwa 4500 m Höhe.

... Beschreibung und Karte z. B. im Stefan Loose Reiseführer Tibet.

Wandern im Quadrat Kloster Ganden

Ganden = das Freudenvolle, ist die Sphäre, in denen die Buddhas verweilen, bevor sie ein letztes Mal auf die Erde kommen, um das Dharma zu lehren.

1409 als Reformkloster von Tsongkhapa gegründet, der 1419 hier starb.

Reliquien von Tsonkhapa (Zahn, Trinkschale, Vajra ...). Sein unversehrter Leichnam war im Stupa (im roten Hauptgebäude im ersten Stock) begraben, wurde aber in der Kulturrevolution zerstört. Nur Teile des Schädels wurden gerettet und im neu aufgebauten Stupa wieder eingemauert.

Religiöses Zentrum der Gelugpa. Vor 1959 etwa 200 Gebäude mit bis zu 3.000 Mönchen.

In der Kulturrevolution stark zerstört, jetzt teilweise (ca. 25-30 %) wieder aufgebaut. Statuen und Malereien fast alle jüngerer Entstehung.

Tsongkhapas Nachfolger als Klostervorsteher ist der Ganden Tripa. Dieser wird aus den drei wichtigen Gelugpa-Klöstern gewählt (keine Reinkarnation) und ist gleichzeitig das spirituelle Oberhaupt der Gelugpa.

Nam Tso

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Nam Tso, Salzsee, TibetZweitgrößter Salzsee Tibets in rund 4.700 m Höhe.

Unterwegs von Lhasa spektakuläre Ausblicke auf den Nyanchen Thangla (7.100 m).

Der Nam Tso La (La = Pass), der den See von Damzhung trennt, ist knapp 5.200 m hoch.

Die Strasse führt zu einer Halbinsel. Dies ist ein beliebtes Ziel für chinesische Touristen, die sich aber kaum vom Busparkplatz entfernen.

Man sollte unbedingt eine Rundwanderung (Chora) um die Halbinsel machen. Schöne Blicke auf See und Berge.

Später kann man noch die Gipfel der Halbinsel erklimmen. Die Aussichtskanzel über dem Busparkplatz z.B. liegt auf 4.850 m. Weiter rauf geht es noch zu einem kleinen Doppeltempel.

Reting (Rateng)

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beim Kloster Reting, TibetKloster. Lage nördlich des Lhundrup Dzong. Erstes Kadampa-Kloster, gegründet von Dron Tonpa vor ca. 900 Jahren. Im 15. Jh. von den Gelugpa übernommen. Hauptstatue: Jamyang Dorje. Sehr schöne Lage im Wacholderwald!

Das Kloster wurde stark zerstört und nur zu einem kleinen Teil wieder aufgebaut. Das ist an der Versammlungshalle besonders gut zu beobachten. Diese umfasst heute nur noch einen Teil der ehemaligen Größe. Die Ostwand entspricht der alten Wand, die Westwand sieht eher aus wie ein Provisorium. Der westlich anschließende Innenhof war früher auch noch ein Teil der Versammlungshalle. Wenn man von oben auf das Kloster schaut, kann man das gut erkennen.

Wandern im Quadrat Tipp: Wandern bei Reting!

Das Kloster allein ist nicht sooo spektakulär. Die Umgebung ist aber sehr attraktiv. Man kann oberhalb vom Kloster schön Wandern. Aus dem talabwärts das Klostergelände begrenzenden Rücken ragt ein markanter Granitsporn heraus, den man leicht erklettern kann. Tolle Aussicht auf das Tal und die gegenüberliegenden Berge. Ambitionierte können noch viel weiter rauf auf die hinter dem Kloster liegenden Berge. Von unten sind Gebetsfahnen auf dem Gipfel zu erkennen.

Tridum / Drigung Til

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Frauenkloster, Tridum, TibetWandern im Quadrat Tridum (auch Tredum):

Wandern im Dreieck Tipp: Wanderung zu den heißen Quellen. Beginn im Dorf (4380 m), bevor die Strasse sich rechts den Hang hochzieht. Weg läuft links (orographisch rechts) oberhalb des Flusses, nicht zu verfehlen, 4500 m an höchster Stelle der Wanderung. Gut 1:00 h hin, gut 0:30 h zurück. Bei den heißen Quellen liegt ein kleines Frauenkloster.

Heiße Quellen: Eintritt 5 Yüan. Kleine gemauerte Becken. Sehr schön, wenn wenig los ist. Badewannentemperatur. Nicht zu lange drin bleiben (Kreislauf / Höhe!).

Wandern im Quadrat Drigung Til (auch Trigung Til):

Kloster in der Nähe von Tridum. Strasse runter bis zur Gabel, dann links weiter. Kloster oben am Berg in schöner Lage.

Tsethang & Yumbhu Lhakhang

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Tsethang (Tsetang, Tsetong ...), Yarlung Tal, Yumbu Lhakhang (Yumbhu Lhakhar ...):

200 km von Lhasa. 12 km von Tsetang. Der Yumbhu Lhakhang (Yumbhu Lhakhar) ist eine wunderschön auf einem Felsrücken gelegene Burg, der Legende nach von Nyatri Tsanpo, dem ersten tibetischen König im 2. Jh. vor Chr. erbaut. Damit das älteste Gebäude Tibets. Ausgangs- und Übernachtungsort ist i. d. R. Tsethang.

Die Architektur deutet eher auf das 7./8. Jahrh., weitere Modifikationen wurden bis in das 17. Jahrh. vorgenommen. Der 5. Dalai Lama ließ z. B. das goldene Dach auf den vorher offenen Turm setzen. Früher eine Burg, wurde das Gebäude wegen seiner großen Bedeutung für die tibetische Identität im 17. Jh. zur Kapelle ausgebaut.

Im Erdgeschoss finden sich rechts und links vom Buddha Shakyamuni vor allem politische Größen der tibetischen Geschichte (siehe auch dort):
Sambhota (Erfinder der tibetischen Schrift, hält ein Buch in der Hand)
Trisong Detsen
Lha Thothori
Nyatri Tsenpo (Finger zeigt nach oben und deutet auf seine himmlische Herkunft)
Songtsen Gampo
Rälpachen
Prinz Ngada Ösung
Songtsen Gampos Minister Lönpo Gar (holte Wencheng nach Tibet)

Im ersten Stock:
gleich links Palden Lhamo (Gemälde)
21 Taras
Szenen aus der tibetischen Ursprungslegende (Nackentrohnkönig, Schriften fallen auf den Yumbhu Lhakhar u.a.)
Hauptfiguren Avalokiteshvara, Shakyamuni
Triade Padmasambhava, Shantarakshita, Tisong Detsen
35 Buddhas der Sündenbekenntnis
Dharmapala Yarlha Shampo (Schutzdämon des Yarlung Tales, der auf dem 7000 m hohen heiligen Berg Yarlha Shampo residiert. Von diesem Berg sind die Himmelskönige herabgestiegen)

Auf dem Berg Gongpori (4600 m), östlich des Zentrums von Tsethang, lebten einst die mythologischen Urahnan der Tibeter (siehe > Geschichte Tibets). Die Kinder des roten Affen und der weißen Dämonin sollen diese Platz als Tsethang (= Spielplatz) benutzt haben.

Samye

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Kloster Samye, TibetAnlegestelle bei km 164 (von Lhasa). Vom Highway Fähre über Tsangpo (1:00 h) + 0:20 h Busfahrt (einfach) auf der anderen Flussseite bis Samye.

Besichtigung des Klosters 1:00 h.

Bergbesteigung 1:30 - 2 h.

Wandern im Quadrat Kloster Samye

Samye = die über alle gedankliche Vorstellung Hinausgehende. Erstes Kloster Tibets. Hier wurde gleichsam die Tauglichkeit der Tibeter für das Mönchsleben getestet. Zu der Zeit der Gründung tobte der Machtkampf zwischen Buddhismus und Bön, daher liegt Samye so weit weg von Lhasa. Padmasambhava hatte die Dämonen in Tibet für Buddha gewonnen. Viele Opferstätten wurden gebaut.

Nach Prüfung der Geomantie durch Padmasambhava beauftragte Trisong Detsen den indischen Meister Shantarakshita mit dem Bau. Angewand wurde das Modell eines bengalischen Tempels, Vorbild war die buddhistische Kosmologie. Der Haupttempel symbolisiert den zentralen Weltenberg Meru. 12 weitere Tempel verteilen sich auf die 4 Himmelsrichtungen. 2 Schreine nördlich und südlich des Haupttempels entsprechen Sonne und Mond. Die runde Außenmauer ("Eisenring") trug früher 108 Stupas.

Südlich des Haupteingangs befindet sich eine rote Stele, auf der Trisong Detsen (799) den Buddhismus als Staatsreligion festlegt.

Besonders interessant: In einem Schrein in der Haupthalle (Richtung 11:00 h) eine Vitrine mit den Statuen von Shantarakshita, Padmasambhava, Songtsen Gampo, Trisong Detsen. Hauptstatue (Richtung 12:00 h): Padmasambhava. Haupttempel hinter der Halle: Shakyamuni. Von der Haupthalle (auf 14:00 h) Eingang zur Schutzgötter-Kapelle. Außen links vom Halleneingang Kapelle von Avalokiteshvara.

Im Tempel findet sich auch eine Statue des Brückenbauers Thangtong Gyelpo. Der "verrückte Heilige" ist eine Emanation von Avalokiteshvara. Er erfand viele nützliche Dinge wie das Lederboot und die geschmiedeten Kettenglieder. Dargestellt wird er als dickbäuchiger Siddha mit langem Haar. Er trägt eine Vase bzw. Schädelschale mit Nektar in der linken, eine Kette in der rechten Hand.

Samye wurde aufgrund der Abgelegenheit in der Kulturrevolution wenig zerstört, die Flächen innerhalb des Klosters aber später frei bebaut. Eigentlich war die Entfernung der moderneren Gebäude aus dem Kloster geplant, aber vor Ort sieht es eher so aus, als würde man sie als Restaurants, Läden etc. beibehalten. Das Kloster erreicht man von der Strasse auf der Südseite des Tsangpo per Fähre. Die letzten Kilometer über eine Sandpiste fährt ein Pendelbus. Z. Zt. (2007) wird aber auch die Piste Richtung Osten zur Strasse ausgebaut. Viele Neue Gebäude entstehen.

Heute leben hier etwa 100 Mönche der Nyangmapa und Sakyapa.

Wandern im Quadrat Wander-Tipp:

Auch hier gibt es eine tolle Wandermöglichkeit. Vom Kloster aus kann man auf schmalen Pfaden über einen Bergrücken neben dem Kloster zum Gipfel steigen und hat eine hervorragende Sicht auf die Anlage. Die Pfade sind gut zu finden. 1:30 - 2:00 h.

Wandern im Quadrat Trekking-Tipp:

Trekkingroute Ganden - Samye siehe > Ganden

Yerpa

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Yerpa, TibetEin schöner Platz mit Höhlenklöstern in einer steilen Felswand. Bis 4.400 m hoch gelegen. Gehört zu den 4 bedeutendsten Meditationsplätzen Tibets. Schön zum Wandern und Spazierengehen. Oft Geier zu sehen. Liegt in einem Seitental des Kyichu, oberhalb (nordöstlich) von Lhasa.

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