Zypern: Geschichte
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Historischer Überblick über Zypern.

bei Paphos

Vorgeschichte bis Hellenismus
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Vorgeschichte

Ende der Altsteinzeit vom Menschen besiedelt > inseltypische Zwergformen von Säugetieren (z. B. das zyprische Zwergnilpferd und der Zwergelephant) überlebten lange.
Etwa 9.000 vor Chr. Jäger aus der Levante erreichen die Insel und rotteten die Zwergfauna aus.

Neolithikum

ab 8.200 v. Chr.: Einwanderung von der Levante, dauerhafte Besiedlung der Insel in festen Dörfern.
Im Gepäck: Emmer und Einkorn, Hund, Katze, Rind, Schaf, Ziege, auch Wildtiere wie den Damhirsch.
Rinderhaltung bald aufgegeben. Runde Häuser mit den Terrazzo-Fußböden.
Für Trinkwasser wurden Brunnen in den Fels getrieben.

Kupfer- und Bronzezeit 3800 - 2000 v. Chr.

Kontinuierlicher Übergang von Jungsteinzeit zur frühen Bronzezeit.
Zypern wichtiger Handelsposten zwischen Kreta, Griechenland, der Levante und Ägypten und sogar Sardinien.
Zypriotisches Kupfer sehr begehrt.

Kupfer erstes Metall, dass Menschen nutzten.
Kupfergegenstände zuerst aus Anatolien importiert.
Ab ca. 3000 - 2300 v. Chr. werden Kupfervorkommen der Insel ausgebeutet.
Als Grabbeigaben Keramik, Kupferwaffen und Idole.
Kupferlagerstätten sehr ergiebig, Zypern wird als "Kupferland" bezeichnet.
Antike Kupferminen im Gebiet von Tamassos, bei Politiko und Mitsero.
Der moderne Bergbau hat viele antike Minen und Schächte zerstört.

Abbau, Verarbeitung und Export des Metalls verändert die Gesellschaft. Spezialisten und hoher Organisationsgrad.
Entdeckung: durch Zugabe von 5-30 % Zinn erhält man Bronze => weitere Metalle mussten importiert werden => Förderung des Außenhandels.
Kreta und Mykene durch ähnliche Impulse => Palastwirtschaften mit starken Hirarchien. Zypern im bürgerlich-städtischen Rahmen mit wenig mächtigem König.

1600 v. Chr.: Einwanderungswelle von mykenischen Giechen

bis Ende 14. Jahrhundert v. Chr.: Zypern unabhängig

Ab ca. 1200 v. Chr. stärkere Einflüsse der mykenischen Kultur. Neue Bauelemente wie zyklopisches Mauerwerk (wie auf griechischem Festland). Gegen Ende des 13. Jh. wahrscheinlich starke Einwanderungswelle von Mykenern, die nach dem Zusammenbruch der Palastzivilisation flohen.

Eisenzeit

Zypern Mittelpunkt des Handels. Kontakte nach Westen erst selten, später mehr (vor allem Euböa, Kykladen, Attika).

Phönizier

Phönizische Präsenz ab 11. Jh. v. Chr., Expansion vor Ende des 11. Jh..
Seit 800 v. Chr. phönizische Kolonien (z. B. das heutige Larnaka und Salamis).

Herrschaft wechselt zwischen Ägypten (570/560-545 v. Chr.), Assyrien und Persien.

Hellenistische Persische Zeit

Ionischer Aufstand: Griechen (Ionier) und Zyprioten rebellieren gegen die persische Herrschaft.
Nach Niederlage des Landheeres kehrt ionische Flotte nach Griechenland zurück.
Salamis war bereits wieder unter persische Herrschaft gekommen, die anderen Städte mussten nun ebenfalls aufgeben.
5 Monaten Belagerung hielt Soli stand. Es fiel als letzte Stadt, nachdem die Perser die Mauern untergraben hatten.

Während der Herrschaft von Darius galten Zyprioten und Phönizier als die erfahrensten Seeleute in der persischen Marine.

Hellenistische Zeit - Ptolemäer

333 v. Chr.: Nach Schlacht von Issos schlossen sich Könige von Zypern Alexander an und schickten 332 v. Chr. 120 Schiffe nach Sidon.

331 v. Chr.: Als Alexander nach Mesopotamien zog, stellten Zypern und Phönikien jeweils 100 Schiffe zum Schutz Griechenlands.

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bis 58 v. Chr.: Zypern Teil des Ptolemäerreiches.
Zypern wird durch ägyptischen Statthalter regiert und bildet während der Machtkämpfe des 2. und 1. Jh. zeitweise eigenes Königreich. Enge Handelsbeziehungen zu Athen und Alexandria.

Die Königsgäber von Paphos stammen aus hellenistischer Zeit.
Im 3. und 2. Jh. v. Chr. ließen Ptolemäer die Gräber für bedeutende wohlhabende Familien ca. 1300 m außerhalb der Stadt anlegen. Trotz der täuschenden Bezeichnung sind hier keine Könige begraben.
Bis in römische und frühchristliche Zeit wurden die Gräber für Bestattungen genutzt.
Im Mittelalter waren viele Gräber bewohnt.
Im 19. Jh. wurden Gräber und viele andere archäologische Stätten vom Konsul der USA (Luigi Palma) geplündert.
1915: Erste wissenschaftliche Grabungen.
ab 1977: systematische Forschung .

Grabungen noch nicht abgeschlossen. Reiche Grabbeigaben: Münzen, Öllampen, Glasgefäßen, Keramik, Gold- und Silberschmuck.
Zu besichtigen im Archäologischen Museum von Pafos und im Zypern-Museum in Nicosia.

Bauweise unter dem Niveau der Erdoberfläche spiegelt das damals gängige oberirdische Wohnhaus, besondere Einflüsse stammen aus Alexandria/Ägypten. In den Grabhäusern liegen mehrere Einzelgräber für Familienmitglieder. Die Fassaden erinnern an Tempelfassaden, das Atrium diente Zeremonien und Familientreffen. Noch heute existiert in Ägypten der Brauch, auf dem Friedhof Familientreffen abzuhalten.

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Römer bis Byzantiner
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PafosRömische Zeit

Um 57 v. Chr. wurde Zypern den Römern tributpflichtig.

Es galt dort als hafenreich und außerordentlich fruchtbar. Besonders bedeutend waren Salamis mit dem Zeus-Heiligtum, und Paphos mit dem Tempel der Aphrodite.

Wenig später wurde die Insel ins Römische Reich eingegliedert und die Schätze der Ptolemäer wurden nach Rom gebracht.

48/47 v. Chr. erhielt die jüngere Schwester Kleopatras von Julius Caesar zusammen mit ihrem Bruder Ptolemaios XIV. die Herrschaft über Zypern.

Ab 22 v. Chr. war Zypern römische Provinz.

ca. 46 n. Chr.: Das Christentum wird durch die Apostel Paulus und Barnabas nach Zypern gebracht. Barnabas war angeblich in Salamis geboren und erlitt dort auch das Martyrium.

325 nahmen 3 Bischöfe aus Zypern am Konzil von Nikäa teil.

Eine besondere Sehenswürdigkeit sind die Mosaiken aus römischer Zeit, die in Paphos zu sehen sind.

Erste byzantinische Zeit

Mit der Verlegung der Hauptstadt von Rom nach Byzanz durch Konstantin I. wird das Christentum Hauptreligion im Römischen Reich und das Griechische verdrängt das Lateinische als Amtssprache.

Den Besuch Helenas, der Mutter Konstantins des Großen, nutzte die Kirche Zyperns zum Ausbau ihrer Unabhängigkeit gegenüber dem Patriarchat von Antiochia.

395: Bei der Teilung des Reiches wird die Insel in das griechisch geprägte Oströmische Reich eingegliedert.

Bereits 410 hatte sich Alexander von Antiochia bei Papst Innozenz I. beschwert, dass die Bischöfe der Insel ihre Bischöfe selber wählten, statt sie durch ihn ordinieren zu lassen. Auf dem Konzil von Ephesos 431 erhielt die Zyprisch-Orthodoxe Kirche als erste die Autokephalie, d. h. Selbstverwaltung und Unabhängigkeit von den 5 Patriarchaten. Noch 488 jedoch versuchte Patriarch Petrus den Kaiser Zenon zu überzeugen, dass dem Patriarchen von Antiochia die Oberhoheit über die Insel zuzustehen habe. Die Regierung in Konstantinopel war aber nicht gewillt, den Einfluss der zweitreichsten Reichsprovinz Syrien und ihres mächtigen Patriarchen weiter wachsen zu lassen.

Nachdem unter Kaiser Justinian Seidenspinner aus China eingeschmuggelt wurden, entwickelt sich Zypern zu einem Zentrum der Seidenproduktion.

Arabisch-byzantinisches Kondominium

649: Nach der Eroberung von Alexandria griffen arabisch-moslemische Truppen von Akra aus mit 1700 Schiffen Zypern an. Die Insel wurde erobert und geplündert. Die byzantinische Flotte kam zu spät. Zypern schließt Tributvertrag mit dem Kalifen, aber auch weiter Steuern an Konstantinopel.

Nach 650: zweiter Angriff der Moslems, vielleicht, weil Tribut nicht gezahlt wurde. Moslemische Garnison auf Zypern. Ansiedlung von syrischen Muslimen. Garnison 683 aufgelöst.

659: Friedensabkommen des Kaisers Konstans II mit Mu'awiya

685: Konstantin IV. schließt Abkommen mit dem Kalifen Abd al-Malik, gemeinsame Kontrolle über Zypern, Entmilitarisierung, Teilung der Steuern

690: Justinian II. siedelt eine Anzahl an Zyprioten gegen deren Willen und den Willen des Kalifen in andere Teile des Reiches um. Viele Zyprioten flohen davor nach Syrien. Nachdem der Kaiser auf die Münzen, mit denen auch die arabischen Steuern zu bezahlen waren, ein Bild Christi prägte, kam es zum Krieg. Justinian verlor, weil seine zwangsumgesiedelten Truppen zu den Moslems überliefern.

Theodosios III. kehrte zum alten Vertrag zurück.

743, 806 und 912 gab es Überfälle der Araber, weil angeblich der Vertrag gebrochen worden war.

Unter Basileios I. wurde Zypern für 7 Jahre von Byzanz zurückerobert.

Zweite byzantinische Zeit

965: Niketas Chalkutzes restaurierte die byzantinische Herrschaft über Zypern unter Nikephoros II. Phokas.

zweite byzantinische Zeit

Kreuzritter bis Venezianer
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Kreuzritter und Königreich Zypern

Venezianische Herrschaft

Osmanen
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1571 - 1878: Zypern ist Teil des Osmanischen Reichs.

Osmanische Zeit

Briten - Gegenwart
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Britische Herrschaft

1878 wurde das Osmanische Reich gezwungen, die Insel für 500 Mio $ US an Großbritannien zu verpachten, das im Gegenzug dem Osmanischen Reich Unterstützung gegen die russische Bedrohung des Bosporus zusagte. Später wurde Zypern englische Kolonie.

Britische Herrschaft

Unabhängigkeit

1960: Die britische Kolonie wird unabhängig.

Unabhängigkeit

Türkische Invasion und Besetzung 1974

Versuche der Wiedervereinigung, EU-Beitritt des griechischen Teils

Libanonkrieg 2006

Links & Literatur
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Literatur Zypern Geschichte:

Ausbüttel, Frank: Abiturwissen Griechische und Römische Antike 1997

Bayer, Erich: Griechische Geschichte 1987

Höcker, Christoph: Griechische Antike (DuMont-Schnellkurs) 1999

Lotze, Detlef: Griechische Geschichte : Von den Anfängen bis zum Hellenismus (Beck`sche Reihe : Wissen) 2008

Piepenbrink, Karen: Das Altertum (Grundkurs Geschichte ) 2006

Ricken, Friedo: Philosophie der Antike 2000

Rosen, Klaus: Griechische Geschichte erzählt: von den Anfängen bis 338 v. Chr. - 2000

Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge. München 1978.

Schuller, Wolfgang: Griechische Geschichte 1991

Schwab, Gustav: Griechische Sagen - die schönsten Sagen des klassischen Altertums 1986

Links:

SPIEGEL-Länderlexikon: Zypern

Siehe auch :

Zypern-Konflikt

Neuere Geschichte Zyperns

Letzte Änderung: 09.10.2013 Wandern zum Seitenanfang