Unterkühlung (1)
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Die Unterkühlung ist die kleine Schwester der Erschöpfung. Beide zusammen verursachen viele Todesfälle beim Bergwandern und Bergsteigen. Teil 1 von 3.

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Allgemeines & Spezielles

Eine der größten, und dabei eine der am meisten unterschätzten Gefahren beim Bergwandern, Bergsteigen oder Trekking ist die Unterkühlung. Natürlich kann man problemlos auch immer mal etwas frieren, aber wenn das Frieren nicht unter Kontrolle zu bekommen ist, weil man sich nicht wieder aufwärmen kann, dann kann das gefährlich werden.

Gerade in Kombination mit körperlicher Anstrengung und Erschöpfung wird aus der Unterkühlung schnell eine große Gefahr. Warum wird diese Gefahr so oft nicht ernst genommen? Jeder, der bei schlechtem Wetter schon in Hochgebirgen unterwegs war, kennt das Gefühl, zu frieren. Meist erreicht man aber irgendwann eine warme Hütte oder ein Dorf, wo man sich wieder aufwärmen kann. Mit dieser Erfahrung scheint das Frieren im Rückblick häufig kein großes Problem zu sein.

Stubaier Alpen
Wegweiser im Stubai. Hat man hier im Notfall Empfang?

Kann aber die Hütte nicht schnell genug erreicht werden und auch keine andere Möglichkeit des Aufwärmens gefunden werden, dann wird es schnell gefährlich. Gerade in den Bergen kommt zu den entsprechenden Temperaturverhältnisse schnell auch noch der extrem stark auskühlende Wind hinzu. Der ist besonders fatal, wenn der Bergsportler oder die Sportlerin geschwitzt hat oder durch Niederschlag oder den Fall in ein Gewässer nass geworden ist. Dann wird die Person durch Verdunstungskälte noch zusätzlich ausgekühlt.

Wanden & Trekking. You never know ...

Jetzt braucht es nur noch eine kleine Verzögerung in der Tourenplanung, vielleicht durch einen leichten Unfall, durch einen blockierten Weg oder durch eine Blockierung des Bergsteigers an einer anspruchsvollen Wegpassage (kommt häufiger vor, als man denkt!), dann kann es schnell zu Unterkühlung und anschließend zum Erfrierungstod kommen.

Hilfe zu holen ist besonders bei schlechten Wetterverhältnissen oft nicht so einfach. Helikopter fliegen dann oft nicht. Außerdem gibt es im Gebirge bei weitem nicht überall Handyempfang.

Körperreaktionen

Wenn der Körper anfängt zu frieren, reagiert er auf den Wärmeverlust mit verschiedenen Maßnahmen. Die Gefäße in den Extremitäten werden enger. Damit will der Körper die Wärmeabgabe über die Haut reduzieren und das warme Blut im lebenswichtigen Körperkern behalten.

Außerdem fängt man an zu zittern. Das Muskelzittern erzeugt zusätzlich Wärme, verbraucht aber viel Energie. Auch hier sieht man wieder den fatalen Zusammenhang zwischen Erschöpfung und Unterkühlung.

Hat der Wanderer oder Bergsteiger sowieso schon viel Energie verbraucht, verschwendet er durch das Zittern den übrig gebliebenen Rest. Erschöpfung und Unterkühlung verstärken sich also gegenseitig.

Die Körpertemperatur sinkt immer weiter und die Prozesse in den Körperzellen werden immer langsamer. Bei stärkerer Auskühlung kommt es dann zu Beeinträchtigungen lebenswichtiger Organe wie Gehirn, Herz und Lunge. Der nächste Schritt ist dann der Kreislaufstillstand.

Wandern zum SeitenanfangAktive Bewegung

Ein großer Faktor für das Eintreten einer Unterkühlung ist mangelnde aktive Bewegung. Wenn man, aus welchen Gründen auch immer, an aktiver Bewegung gehindert wird, dann kühlt man sehr schnell aus. Das kann z.B. passieren, wenn man vor schlechtem Wetter unter einem Felsen oder in einer Höhle Unterschlupf sucht, und dort unbeweglich längere Zeit verbringen muss.

Auch schon kleine Verletzungen können das Weitergehen blockieren. Schnell kann man sich mal den Fuß umknicken, und muss dann auf Hilfe warten. Dieses Warten kann aber bei ungünstigen Wetterverhältnissen und / oder schlechter Ausrüstung lebensgefährlich werden. Und das passiert nicht nur bei sehr niedrigen Temperaturen.

Ich erinnere mich an Rettungsübungen bei moderatem Wetter, bei denen ich den Verletzten spielen musste. Da habe ich schnell erfahren, wie schnell einem kalt wird, wenn man sich nicht oder nur wenig bewegen kann. Dadurch habe ich einprägsam gelernt, dass es im Notfall eine der wichtigsten Maßnahmen ist, den Verletzten warm zu halten.

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