Nationalpark BerchtesgadenNationalpark Berchtesgaden
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Flora, Fauna, Geologie ... Wissenswertes zum Naturparadies um Watzmann, Königssee und Steinernes Meer.

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Allgemeines & Spezielles zum Nationalpark

Ein Großteil der Region um Watzmann und Königssee ist zusammengefasst im einzigen alpinen Nationalpark Deutschlands. Dieser wurde 1978 gegründet.

Wie immer bei Nationalparkprojekten gab es zuerst großen Widerstand der Lokalpolitiker und weiter Teile der Bevölkerung. Polemische Auseinandersetzungen, Drohungen und Beleidigungen prägten die Diskussion. Viele Profiteure eines ungebremsten Tourismus wollten eine stärkere Erschließung der Region durch Seilbahnen (z.B. zum Watzmannhaus oder von St. Bartolomä zum Watzmann) und andere touristische Infrastruktur (Bus-Shuttles auf Asphaltstraßen, Skiabfahrten nach Ramsau, 1967 geplant für die Olympia-76-Bewerbung).

Auch auf Druck der Landesregierung wurde der Nationalpark letztlich umgesetzt. Heute stehen die meisten Menschen der Region hinter ihrem Park, viele andere aber verlangen immer noch eine stärkere Ausbeutung des Naturraumes.

Wandern zum SeitenanfangPflanzen & Tiere im Nationalpark

GemsenDer Watzmann und seine Umgebung haben aufgrund seiner großen Höhendifferenzen und der großen ökologischen Vielfalt eine besonders artenreiche Pflanzen- und Tierwelt.

Wanden & Trekking. Flora

Dabei werden die Tieflagen besonders von montanen Buchenwäldern dominiert, welche in subalpine Mischwälder übergehen. Die obere Waldstufe wird bestimmt durch Nadelgehölze, vor allem durch Fichte, Lärche und Zirbe. Allerdings wurden diese natürlichen Wälder vor allem auf der leicht zugänglichen Nordseite des Massivs wegen des starken Holzbedarfs der Berchtesgadener Saline durch Fichten-Monokulturen ersetzt.

Der Wald wird heute in weiten Teilen sich selbst überlassen und wird mit den Jahren natürlicher. Wald und Weide sind im Gegensatz zur früheren Waldweide heute getrennt. Die aufgeforsteten Fichten weichen in der Kernzone des NP langsam dem natürlichen Mischwald.

Ab einer Höhe von etwa 2000 Metern ist kein Waldwuchs mehr möglich. Hier dominieren Zwergstrauchheiden, die beispielsweise aus der Bewimperten Alpenrose (Rhododendron hirsutum) gebildet werden, Latschen- und Grünerlengebüsche, Rasengesellschaften (Blaugras-Horstseggenrasen, Rostseggenrasen und Polsterseggenrasen) sowie Felsspalten- und Felsschuttgesellschaften.

Im Nationalpark und auch speziell am Watzmann kommen zahlreiche > Pflanzenarten der Ostalpen vor, die im übrigen bayerischen Alpenraum fehlen, etwa das Wilde Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens), die Schneerose (Helleborus niger), Einseles Akelei (Aquilegia einseleana), Clusius-Schlüsselblume (Primula clusiana), Bursers Steinbrech (Saxifraga burseriana), den Dolomiten-Mannsschild (Androsace hausmannii), das Tauernblümchen (Lomatogonium carinthiacum), den Österreichischen Bärenklau (Heracleum austriacum) und das Eberrauten-Greiskraut (Senecio abrotanifolius).

Wanden & Trekking. Fauna

Die Tierwelt des Watzmann sowie des gesamten Nationalparks Berchtesgaden ist geprägt durch verschiedene Huftiere wie das Reh, Rot- und Gamswild. Der Wildbestand - natürliche Feinde fehlen weitgehend - wird stark reguliert, um den Wald zu schonen.

Hinzu kommen alpine Tiere wie das Murmeltier, der Schneehase, das Auerhuhn und das Birkhuhn sowie das Alpenschneehuhn und das Haselhuhn, der Steinadler (etwa 30 Steinadler im NP, sie fressen Gämsen, Murmeltiere, Schneehühner und Schneehasen), der Alpensalamander sowie die schwarze Kreuzotter.

Der > Steinbock kommt gelegentlich als Wechselwild aus dem Hagengebirge/Röth vor. Viele weitere Arten von Vögeln und natürlich auch Insekten sind in den verschiedenen Höhenlagen des Watzmann anzutreffen.

Wandern zum SeitenanfangGeologie

Die Gipfelregion des Watzmanns und weite Teile der Umgebung bestehen aus relativ witterungsresistentem gebankten Dachsteinkalk und Plattenkalk. Die zum großen Teil organischen Sedimente stammen aus dem jüngeren Trias, sie wurden ab etwa 230 Mio. Jahren vor unserer Zeit in der Tethys abgelagert.

Die Schichtung des Dachsteinkalkes in Form aufeinander gelagerter Bänke ist vor allem im Relief der Ostwand zu erkennen, wo im zentralen Wandbereich die großen "Bänder" ihre Umgebung prägen. Die ehemals horizontalen Schichten fallen dabei heute in einem Winkel von 30 bis 40 Grad nach Nordwesten ab, da sie bei der Alpenentstehung durch tektonische Bewegungen gekippt wurden.

Typisch für diesen Kalk ist der Fossilienreichtum, vor allem Muschelquerschnitte und Korallen sind gut zu erkennen. Durch Regenwasser und darin gelöste schwache Säuren wie das Kohlendioxid löst sich das Kalkgestein auf, es verkarstet. Typische Formen wie Dolinen und Karren entstehen. Bei der Gebirgsbildung entstehen aufgrund der recht hohen Flexibilität des Gesteins eindrucksvolle Falten.

Der Sockel des Gebirges besteht aus brüchigerem Ramsaudolomit. Der ist ein dem Kalk verwandtes Gestein, enthält allerdings wesentlich mehr Magnesium. Dadurch ist er hart und spröde und zerbricht bei der Gebirgsbildung.

Besonders durch Frostsprengung entstehen durch Verwitterung enorme Mengen an Schutt. Dolomit tritt besonders auf der Westseite des Gebirges im aufgeschotterten Wimbachtal und auf dem Schwemmkegel des Eisbaches zu Tage. Durch den ständigen Materialtransport aus dem Eisbachtal zu Füßen der Ostwand wird dieser Schwemmkegel den Königssee in erdgeschichtlich kurzer Zeit in zwei Hälften teilen.

Literatur, Führer, Karten ...

Nationalpark Berchtesgaden: Tiefe Seen und schroffe Höhen. Hier geht es um Erdgeschichte und Geologie von Watzmann und Umgebung.

National Geographic Wildes Deutschland: Der Reiseführer für alle Nationalparks mit Tourenempfehlungen und individuellen Tipps

Alpenvereinskarte Nationalpark Berchtesgaden, Watzmann. 1:25.000

Mehr Literatur, vor allem Wander- und Reiseführer siehe > Watzmann - Literatur

Links

Nationalpark Berchtesgaden: Offizielle Webseite des Parks.

> Alpen-Pflanzen

> Alpen-Tiere