Ruhige Routen in den Alpen
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren


Hier findest Du ein paar Empfehlungen für Wander-, Berg- und Trekking-Touren, die in schönen, aber weniger frequentierten Regionen der Alpen verlaufen.

Rummelplatz Alpen

WatzmannDie bekannten und teils weltweit berühmten Gebiete der Alpen werden immer voller. Das betrifft nicht nur Neuschwanstein, Hallstein oder Meran. Auch anspruchsvolle Bergwanderrouten, auf die sich früher nur eine kleine Bergsteigergemeinde getraut hat, werden heute zum Teil von Karawanen von Bergwanderern überschwemmt.

Dabei gibt es immer Routen, die mehr oder weniger im Trend liegen. Im Moment ist z.B. die "Alpenüberquerung" in aller Munde. Entsprechend viel los ist auf den klassischen Routen wie z.B. dem E5 von Oberstdorf nach Meran.

Aber auch andere Varianten werden beliebter: München - Venedig oder Tegernsee - Sterzing holen auf. Das liegt auch an der geschickten Werbung und PR der beteiligten Tourismusregionen.

Und auch die bekannten Gipfel ziehen ihr Publikum: Mont Blanc, Watzmann, Matterhorn oder Zugspitze stehen auf der Agenda vieler Bergtouristen. Ob die Erfahrungen und Fähigkeiten immer ausreichen für solch ein Unterfangen, wage ich zu bezweifeln. Viele steigen trotzdem rauf.

Andere Gebiete jedoch verlieren immer mehr Touristen an die klingenden Namen. So werden z.B. im Piemont immer noch Dörfer verlassen, weil die geringen Besucherzahlen nicht reichen, neben der kargen Berglandwirtschaft die Einwohner zu ernähren. Geld für eine touristische Infrastruktur fehlt häufig, für Werbung erst recht. Und so bleiben die Gäste fern.

Diese Diskrepanz findet man im gesamten Alpenraum, sowohl großräumig als auch kleinräumig. Nicht selten liegt zwischen zwei beliebten Wanderzielen ein Gebiet, das sich seine Ursprünglichkeit bewahrt hat und wo sich abseits überfüllter Hütten die Wirte noch auf die Gäste freuen.

Zusätzlich gibt es mehr und mehr Orte in den Alpen, die mit viel Geld ihre touristische Infrastruktur überentwickeln. Immer mehr Seilbahnen und Pisten werden dort gebaut, aber auch sommertouristische Installationen wie Skywalks, Hängebrücken, Seilrutschen oder halbe Vergnügungsparks auf Aussichtsbergen. Immer mehr Rummel lockt immer neue Besuchergruppen in die Alpen. Diese verkommen zur Kulisse.

Dass das nicht jedem Bergsteiger gefällt ist naheliegend. Und es gibt auch Orte, die einen anderen Weg gehen. Ein Beispiel ist der Zusammenschluss der "Bergsteigerdörfer", die sich in Hinblick auf einen nachhaltigen naturverträglichen Tourismus entwickeln wollen.

Abseits überlaufener Routen

WimbachtalImmer wieder werde ich nach Tipps gefragt, wo man in den Alpen landschaftlich schöne, aber noch ruhige, nicht überlaufene Touren begehen kann. Zunächst dazu der Hinweis, dass die Frage statt "wo" ja auch "wann" lauten könnte.

In der Vor- oder Nachsaison gibt es überall in den Alpen eine ruhige Zeit. Wenn auf den Hauptrouten die Hütten schließen oder noch nicht offen haben, lassen sich hier wunderbare Touren unternehmen - sowohl im Spätsommer und Herbst als auch im Frühling und Frühsommer. Wer trotzdem auf den Hütten übernachten will, kann sich den Schlüssel für die Winterräume besorgen. Wie das geht beschreibe ich auf der Seite > Berghütten

Es lohnt sich auch, mal einen Blick auf den Ferienkalender zu werfen. Besonders in den bayerischen, baden-württembergischen und nordrhein-westfälischen Sommerferien spült es besonders viele Wanderer in die Berge.

Ein Freund von mir wandert besonders gern von Hütte zu Hütte, wenn anderswo die Leute vor dem Fernseher sitzen und Fußball-Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft schauen. Auf den Hütten ist Fernsehen i.d.R. tabu - es sei denn, der Wirt verspricht sich eine Umsatzsteigerung mit der Übertragung wichtiger Spiele.

Lautet die Frage "wo", dann lassen sich dafür ein paar grundsätzliche Kriterien nennen:

Wie abgelegen ist die Region im Alpenraum? So ist z.B. das Piemont oder das Friaul recht wenig frequentiert.

Wie schnell lässt sich das Zielgebiet von Ballungsräumen aus erreichen? Das Wettersteingebirge oder das Spitzingseegebiet vor den Toren Münchens ist natürlich stärker vom Wochenendtourismus betroffen als z.B. das Lechquellgebirge oder das Rätikon.

Wie weit liegen auf einer Hüttentour die Hütten auseinander? Gibt es überhaupt ein Hüttennetz, das logische Mehrtagestouren erlaubt? Gerade in den zentralen Alpen liegen die Hütten oft 8:00 h Fußmarsch oder weiter auseinander. Vielen Bergwanderern is das zu weit, hier ist es also seltener voll. Manche Routen weisen eine lange Etappe auf, die man nur z.B. in einer Biwakschachtel unterbrechen kann. Auch das scheuen viele Bergsteiger.

Routen & Regionen

Sarntaler HufeisenHier liste ich ein paar Regionen auf, die sehr schön, aber trotzdem vergleichsweise wenig begangen sind.

Wanden & Trekking. Kreuzeck-Höhenweg

(Osttirol, südlich der Hohen Tauern): Wenig bekannt, aber mit fantastischen Ausblicken und toller Landschaft.

Wanden & Trekking. Sarntaler Hufeisen

(Südtirol, nördlich von Bozen): Die Gegend liegt mitten in Südtirol. Weil man aber keine namhaften Berge besteigt, sondern nur sieht, ist hier vergleichsweise wenig los. Hier lässt sich eine schöne Hüttenrunde in einer Woche bewandern. > Sarntaler Hufeisen

Wanden & Trekking. Ultental

(Südtirol, südlich von Meran): Erstaunlich aber wahr, das Ultental liegt direkt bei Meran, ist aber immer noch ziemlich unbekannt. Viele scheuen vielleicht die langen Anstiege vom Talboden zu den Höhenwegen und Gipfeln. So ist das Tal selbst, aber auch die Almregion sehr ursprünglich geblieben. > Ultental

Wanden & Trekking. Piemont

(westlich von Turin): Im Piemont trifft man am Wochenende zunehmend Wanderer aus Turin oder Mailand, besonders auf bekannten Hütten. In der Woche und auf weniger bekannten Hütten ist es aber meist sehr ruhig. > Piemont

Wanden & Trekking. Friaul

(nördlich von Venedig): Auch hier hin verirren sich im Sommer vergleichsweise wenige Bergwanderer. Die Anreise aus Deutschland, wo die meisten Bergtouristen her kommen, ist weit und etwas kompliziert. > Friaul

Wanden & Trekking. Belluno

(südöstliche Dolomiten): Die Belluner Dolomiten stehen etwas im Schatten der besser erreichbaren Geschwister. Trotz ihrer tollen Landschaft sind sie daher immer noch ein Geheimtipp.

Wanden & Trekking. Gesäuse

Hier gibt es sogar einen österreichischen Nationalpark. Aber von dem haben die wenigsten bisher gehört. > Gesäuse

Literatur: Führer, Karten ...

Die Reihe Vergessene Pfade aus dem Bruckmann-Verlag hat sich zum Ziel gesetzt, ruhige Wanderrouten zu beschreiben. Trotzdem müssen sie das Buch natürlich verkaufen. Daher findet man hier nicht die abgelegenen unbekannten Highlights, sondern eher die Nebenwege in beliebten Gebieten.