KaukasusTrekking in Russland
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3 attraktive Trekkinggebiete im Land des Bären.

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Trekking in RusslandDas Trekking in Russland ist vor allem in der westlichen Hälfte Deutschlands noch wenig bekannt. In den neuen Bundesländeren gibt es schon viele Fans. Und auch vor der Wende waren die russischen Gebirge für einige DDR-Bürger schon ein magisches Reiseziel. Auch viele unserer östlichen Nachbarn, vor allem polnische, tschechische und slowakische Trekkingfreunde, kennen sich in den russischen Gebirgen schon gut aus.

Trekking in Russland ist also nichts Neues. Trotzdem überraschen die Regionen zwischen Ostsee und Pazifik immer wieder mit ihren wilden, ungezähmten, mächtigen und prächtigen Naturlandschaften.

Das riesige Land hat vor allen in seinem Gebirgen ein riesiges Potenzial für Bergwander- und Trekkingtouren. Und das wird auch schon genutzt. Dabei ist Trekking in Russland von der Infrastruktur nicht so komfortabel wie Trekkingtouren z.B. in den Alpen oder Nepal. Dafür ist die Landschaft aber weitaus ursprünglicher und naturnäher geblieben. Und es gibt viele zuverlässige Agenturen, die bei der Organisation behilflich sind oder attraktive Pauschalprogramme anbieten.

In den russischen Trekkinggebieten findet man noch ein wirklich wildes Land, und die Touren mit Rucksack und Wanderstiefeln bieten dem Trekkingfreund wirklich abenteuerliche und authentische Erlebnisse. Hier stelle ich drei Regionen vor, die in jedem Fall eine Reise wert sind.

Wandern zum SeitenanfangKaukasus

Elbrusim Südwesten Russlands liegt z.B. der Kaukasus. Hier treffen sich u.a. die Trekkingfreunde und Bergsteiger, die den höchsten Gipfel Europas besteigen wollen, den Elbrus mit 5642 m.

Die umgebenden Gletscher prägen das Landschaftsbild. Viele lokale und internationale Anbieter haben hier Touren in ihrem Programm. Der direkte Nachbar an dieser Stelle, Georgien, erlebt gerade sogar einen Boom an Wander- und Trekkingreisen. Bleibt abzuwarten, wann dieser Boom auf die russische Seite herüber schwappt.

Landschaftlich ist der Kaukasus ausgesprochen vielfältig. Er erstreckt sich über eine Länge von mehr als 1000 km zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Eigentlich ist der Kaukasus ein Faltengebirge wie der Himalaja oder die Anden, trotzdem findet man hier auch viele Vulkankegel.

Im Westen, zum Schwarzen Meer hin, ist die Vegetation recht üppig mit viel Wald. Die Baumgrenze erreicht der Wanderer bei 2500 m und darüber liegen, wie in den Alpen, die sommerlichen Almweiden sowie die Fels- und die Eisregion. Hier im Westen nahe Sotschi liegt auch das Kaukasus-Naturreservat, dass von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Hier leben u.a. Steinböcke, Bären, Wölfe, Luchse und Wisente. Die hier zwischenzeitlich ausgestorbenen Leoparden sollen wieder angesiedelt werden.

Der Kaspische Kaukasus im Osten liegt im Lee der vorherrschenden Winde. Er ist daher vergleichsweise trocken und steppenhaft. Wälder findet man hier kaum.

Altai

AltaiViel weiter im Osten, in der geographischen Mitte Asiens, liegt das russische Altai-Gebirge an der Grenze zu Kasachstan, China und vor allem zur Mongolei. Auch hier lassen sich fantastische Touren unternehmen.

Das Relief ist abwechslungsreich gegliedert. Steile Gipfel wechseln sich mit weiten Hochflächen ab, in den Tälern findet der Wanderer viele Seen.

Das Gebirge ist über 2000 km lang und die Gipfel des Altai reichen bis über 4500 m Höhe hinauf. Auch der Altai ist in seinen höchsten Lagen stark vergletschert, die auch hier kürzer werdenden Gletscherzungen reichen bis auf 2300 m hinunter. Einige Regionen des Altai gehören mittlerweile zum Weltnaturerbe der UNESCO, und das auch wegen seiner Tierwelt: Geier, Adler, Steinböcke, Wildschafe, Rentiere, Elche, Moschustiere, Gazellen und Yaks sind hier zu hause.

Im russischen Teil des Altai trifft die sibirische Taiga auf alpine Landschaften. Mächtige Flüsse und felsige, schneebedeckte Höhen prägen eine wunderbare Umgebung. Unterhalb der Baumgrenze (1800 - 2400 m) sind die zauberhaften und trotzdem wilden Wälder geprägt von Kiefern, Zedern, Lärchen, Fichten und Birken. Bei Wanderern beliebt und besonders geschützt sind die sog. "Goldenen Berge des Altai" im russischen Teil. Sie stehen in starkem Kontrast zu den steppenhaften Regionen des südöstlichen Altai.

Das Altaigebirge galt lange als Geheimtipp, mittlerweile liegt es unter Kennern aber durchaus im Trend. Sehr beliebt sind z.B. Touren zum höchsten Berg Belucha (= Weißer Berg, 4506 m), die auch von Reiseveranstaltern durchgeführt werden. Die organisierten Trekkingtouren im Altai werden oft - wie z.B. in Tibet oder Ladakh - mit Packpferden unternommen. Sie tragen Zelte, Schlafsäcke, Verpflegung und Kochutensilien, denn die Region ist nur sehr dünn besiedelt und nur spärlich erschlossen. Aber zwischendurch kann man in den Bergdörfern oder einsam gelegenen Hütten immer wieder die russische Gastfreundschaft genießen.

Zu weiteren landschaftliche Highlights im russischen Altei zählt der breite sibirische Fluss Katun. Auf seinen türkis leuchtenden Wassern erfreuen sich auch Wildwasserkanuten und Rafter. Auch der Telezker See, der kleine Bruder des Baikalsee, ist unbedingt eine Reise wert.

Kamtschatka

KamtschatkaDas dritte von mir empfohlene Trekking-Reiseziel in Russland ist die Region Kamtschatka ganz im Südosten des riesigen Landes, ist aber per Flugzeug von Deutschland aus gut zu erreichen. Auch diese Region wird in Trekking-Kreisen langsam immer bekannter. Sie ist erst seit 1990 für Touristen zugänglich und war vorher in Gänze militärisches Sperrgebiet.

Die Landschaft Kamtschatkas erinnert in weiten Teilen an Island, Alaska oder den Yellowstone-Nationalpark. Feuer und Eis prägen die Natur. Vulkankegel, Geysire oder Thermalquellen zeugen von vulkanischer Aktivität. Von etwa 160 Vulkanen sind 29 so aktiv, dass es im Durchschnitt mehrere Ausbrüche pro Jahr zu erleben gibt. Der höchste Vulkan ist mit 4750 m der Kljutschewskoi im gleichnamigen Naturpark. Und ... Ihr habt´s erraten ... auch diese Region gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Die Flora erinnert ebenfalls an nordische Landschaften. Dass die Tundra auf der 1200 km langen und 450 km breiten Halbinsel Kamtschatka die vorherrschende Vegetationsform ist, liegt auch an den kalten Meeresströmungen im Nordwestpazifik. Die Beringsee ist nicht weit und Bären, Adler, Waale und Lachse fühlen sich hier wohl.

Ein landschaftlicher Leckerbissen, an dem man auch gut Bären beobachten kann, ist der Kurilensee. Er liegt in der Caldera eines erloschenen Vulkans.

Auch, wenn es im Sommer bis zu 25° C warm wird, für Kamtschatka ist eine gute Trekkingausrüstung erforderlich. Vor allem warme, isolierende Kleidung und wirklich gute Regenkleidung machen die Trekkingtour zu einem ungetrübten Erlebnis.

Literatur, Führer, Karten ...

Einen deutschsprachigen Führer zu Trekking in Russland insgesamt gibt es meines Wissens nicht.

Zur Besteigung des Elbrus gibt es ein Outdoor-Handbuch Elbrus aus dem Conrad-Stein-Verlag.

Zum Altai erschien der Führer Altai - Berg-, Wander- und Treckingtouren.

Zu Kamtschatka gibt es meines Wissens keinen deutschsprachigen Trekkingführer.