César Manrique
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren


Der Universalkünstler und Gestalter Lanzarotes.

Feigenkaktus

César Manrique

César Manrique Cabrera (1919-1992) war Architekt , Bildhauer, Maler und engagierter Umweltschützer auf der Kanareninsel Lanzarote. Durch seine Arbeit und seinen Einfluss prägte er die Insel entscheidend und verhinderte erfolgreich die Bau- und Infrastruktursünden anderer Kanareninseln.

Manrique verstand Kunst als harmonische Verbindung zwischen Natur und Mensch. Er empfand seine Heimat als wilde und lebendige Naturschönheit, die er zur touristischen Besonderheit und zu einem attraktiven Lebensraum für die Bevölkerung umgestalten wollte. Manrique verstand sich selbst aber immer zuerst als Maler. Auch hier thematisierte er immer wieder die Symbiose von Mensch und Natur.

Er baute oder plante verschiedene Touristenattraktionen für Lanzarote und die Nachbarinseln. Typisch ist die Integration von Felsen und erstarrten Lavaströmen in harmonische Wohn- und Zweckräume. Er ließ die Natur, wie sie war. Durch Einrahmen und Hervorheben versuchte er, die Schönheit sichtbar zu machen, damit sich andere Menschen daran erfreuen.

Die Naturmaterialien setzte er dazu häufig im Kontrast mit runden, weichen, von Hand gestalteten Formen. Die Farben Schwarz und Grau der Lava stehen dann im Kontrast zum Weiß der gekalkten handgeformten Attribute. Draußen installierte Manrique oft auf Verkehrsinseln große Windspiele, die sich im Passat bewegen.

Ein gutes Beispiel seiner Tätigkeit ist der Bau des Lago Martiánez (1971). Das ist eine Gruppe von Meerwasserschwimmbädern in Puerto de la Cruz an Teneriffas Nordküste. Durch den Bau gewann Puerto de la Cruz sehr stark an touristischer Attraktivität, da es kaum geeignete natürliche Bademöglichkeiten gab.

Wandern im Quadrat Lebenslauf:

César Manrique wächst in Arrecife auf. Durch Zeitschriften seines Vaters kommt er früh in Kontakt mit Werken von Picasso, Matisse und Braque.

Während des spanischen Bürgerkrieges (1936- 1939) kämpft er als Freiwilliger auf Seiten Francos. Seine Kriegserfahrungen blieben zeitlebens ein Tabuthema.

Es studiert nach dem Krieg Bauingenieur auf Teneriffa und beschäftigt sich mit Malerei und Bildhauerei. In seinen Familienurlauben in Caleta de Famara fasziniert und inspiriert ihn die Steilwand des Risco de Famara mit ihrem Farbspiel bei wechselnden Wetterlagen.

1942: Im Alter von 23 Jahren präsentiert er seine erste Ausstellung in Arrecife.

1945 - 1950 studiert er an der Kunstakademie in Madrid Malen und Zeichnen.

Manrique ist Mitte der 50er Jahre einer der Vorreiter der avantgardistischen Kunst in Spanien.

Nach 1964 kommt er bei einem Stipendium in New York in Kontakt zum Abstrakten Expressionismus, der Pop Art, der Neuen Plastik und der Kinetischen Kunst.

1968 kehrt er endgültig nach Lanzarote zurück. Hier beschließt er, seine Heimatinsel zu einem der schönsten Plätze der Welt zu machen. Pepin Ramírez, der damalige Inselpräsident, ist ein alter Freund der Familie Manrique und unterstützt die Pläne Césars:

  • nur die traditionelle Bauweise Lanzarotes zulassen
  • auf mehr als zweistöckige Bauwerke zu verzichten
  • die Werbeplakate von den Straßen der Insel zu entfernen

1968 entsteht auch das Monumento al Campesino.

1970: Zusammen mit seinem Freund, dem Künstler Luis Ibañez, kauft er ein altes Haus in Yaiza. Das war eins von nur drei Gebäuden, die nach den Vulkanausbrüchen von 1730 bis 1736 noch stehengebliebenen waren. Zusammen bauen sie es zum Restaurant La Era um.

1970: Auf einem Ausflug in Tahíche entdeckte Manrique einen Feigenbaum, dessen leuchtend grüne Spitze aus einem dunklen Lavastrom herausragte. Er nahm das als Zeichen, sich hier seine Wohnung zu bauen.

Die Besitzer des Landes schenken Manrique so viel Land, wie er braucht. Für sie ist der Lavastrom wertlos. Manrique entdeckt beim Bau seines Hauses fünf Lavahöhlen. Diese baut er zu Wohnräumen aus. In diesem Bau wird 1982 auch seine Stiftung eingerichtet.

1974 weiht Manrique das Kulturzentrum El Almacén in Arrecife ein. Es dient als internationalen Treffpunkt für Kunstinteressierte. Die Galerie El Aljibe soll internationalen Künstlern die Möglichkeit geben, ihre Werke erstmals auf Lanzarote auszustellen.

1988 zieht Manrique in ein von ihm restauriertes Bauernhaus in Haría, das heute als Museum dient.

1992 kommt Manrique vor seiner Stiftung in Tahíche durch einen Verkehrsunfall ums Leben, den er selbst verschuldet. An der Stelle liegt heute ein Kreisverkehr, in dem das von Manrique geschaffene Windspiel von Tahíche steht. Er wird auf dem Friedhof von Haría beigesetzt und bis heute als Beschützer von Lanzarotes Ursprünglichkeit verehrt.

Literatur: Führer, Karten ...

Der Einfluss César Manriques auf den Tourismus der Insel Lanzarote: Konzepte, Realisierungen, Bewertungen.

César Manrique auf Lanzarote (Posterbuch DIN A3 hoch): Flipart. Gibt einen Einblick in das Schaffen des Künstlers.

César Manrique - Eine Kunst fürs Leben

Links

Stiftung: Fundación César Manrique