Potala, Lhasa, TibetKultur in Tibet
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Teil 1: Ein paar Bemerkungen zur tibetischen Kultur: Religion und Landschaft, Klischees.

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Allgemeines & Spezielles

Ob Tibet ein Land ist, darüber lässt sich streiten. Ein Staat ist es nicht mehr. Eine tibetische Kultur gibt es aber in jedem Falle, und die geht weit über die Grenzen der heutigen chinesischen Autonomen Region Tibet hinaus.

Sowohl innerhalb, als auch außerhalb Chinas sind weite Gebiete vom tibetischen Buddhismus, dem Lamaismus, geprägt. Zu letzteren gehören Regionen in Indien und Nepal sowie Länder wie die Mongolei oder Bhutan.

Wandern zum SeitenanfangReligion und Landschaft

am KailashReist man in tibetischen Gebieten, fallen schnell die Installationen auf, die gläubige Buddhisten eingerichtet haben. Bunte Gebetsfahnen flattern im Wind, am Weg stehen Wälle aus fein gemeißelten Manisteinen mit religiösen Formeln.

An kleinen Bächen stehen wasserbetriebene Gebetsmühlen, die durch das gleichförmige Drehen die Mantras (meditative Gebete ) zum Himmel schicken - diese sind auf Zetteln in ihren Trommeln notiert. Kleine und große Schreine, die Stupas, sind überall gegenwärtig.

Die Landschaft ist von Religion durchdrungen, so scheint es. Das gilt aber auch für die Menschen. Die tragen schützende Amulette, Glückssymbole und Segensbänder hochstehender Lamas, drehen die Gebetsmühle oder umrunden einen Stupa im Uhrzeigersinn.

Klischees

Von der Ausübung der archaisch anmutenden Religion und von traditioneller Kleidung sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Zu leicht urteilt der Reisende in Klischees. Zu schnell wird kritisiert oder romantisiert. Dazu eine kleine Anekdote aus dem Jahr 2006, als Mobiltelefone bei weitem noch nicht so verbreitet waren, wie heute:

Ich besuche mit einer Reisegruppe ein abgelegenes Kloster im tibetischen Hochland. Wir stehen in der Versammlungshalle. Sie wird nur spärlich von Butterlampen erleuchtet. Der leicht ranzige Buttergeruch schwebt im Raum. Im flackernden Licht scheinen sich die Götterbilder auf den uralten verrußten Lehmwänden zu bewegen. Im Saal herrschte andächtige Stille, alle sind von der Atmosphäre sehr ergriffen . bis plötzlich ein Handy schrillt.

Die Reisenden sehen sich gegenseitig strafend an - wer stört hier die heilige Andacht?

Am Altar steht eine Tibeterin. Die tiefen Furchen in Ihrem ausdrucksstarken Gesicht zeugen von einem langen, harten Leben im kargen Hochland. Sie trägt einfache, abgewetzte, traditionelle Kleidung in dunklen Farben und steht ob Ihres hohen Alters leicht gebeugt. Überraschend flink jedoch fischt sie in den Falten ihres langen Kittels - und fördert ein plärrendes Handy zu Tage, bevor sie routiniert das Gespräch annimmt .

Unsere verblüfften Gesichter werde ich nie vergessen.

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