Tanzania: Daten für Guides

Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren

(Letzte Änderung: 11.03.2010 )

Mawenzi

Organisatorisches
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Wandern im Quadrat Feiertage:
12. Januar - Jahrestag der Revolution auf Sansibar
5. Februar - Gründungstag der Staatspartei CCM
Karfreitag, Ostermontag
26. April - Union Day, Zusammenschluss von Tanganyika und Sansibar 1961
Pfingstmontag
1. Mai - Labour Day
7. Juli - Saba Saba Day, Tag der Bauern, Gründung der TANU
8. August - Nane Nane Day
9. Dezember - Independence Day (1961)
24. Dezember - Weihnachten
zusätzliche islamische Feiertage (Mondkalender)

Wandern im Quadrat Rettung:
Flying Doctors, Ali Hassan Mwinyi Road, Dar es Salaam, Tel 022-2116610.
In Arusha POB 543, Tel 027-2578126.
Zentrale in Nairobi, Wilson Airport, Tel für Mitgliedschaften 02-501301, Tel für Notfälle 02-336886.

Wandern im Quadrat Geld:
1 Euro = 1400 TSH (Tansania Shilling) (Stand 2005)
Geldautomaten in Arusha, Sansibar, Dar es Salaam.
Vorsicht vor Taschendieben!!

Landesinformationen
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Wandern im Quadrat Landesprofil
Name Tanzania: Tanganyika, Sansibar, Azania
Sprachen Swahili, Englisch
Hauptstadt Dodoma
Föderative Präsidialrepublik, Präsident max. 2x5 Jahre
80 % Arbeitsplätze in Landwirtschaft
Export: Kaffee, Tee, Tabak, Baumwolle, Sisal, Cashew, Gewürznelken
Stadtbevölkerung 26 %
Arbeitslosigkeit 30 %
Einwohner 33 Mio.
Bevölkerungswachstum 3,5 %
Lebenserwartung 51 Jahre
Analphabeten 20 %
Religion 43 % Christen, 38 % Moslems, 19 % traditionelle Religionen

Wandern im Quadrat Lage
1° - 12° südlicher Breite
2,5 x so groß wie Deutschland
N-S- und E-W-Ausdehnung je 1200 km

Geologie
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tertiäre Gneise und Granite, 35-40 Mio. Jahre, Bruchschollentektonik, Plateaubildung

Vulkane und Seen durch Grabenbruch-Aktivitäten, Beginn vor 20 Mio. Jahren.
Sea Floor Spreading, Kontinentalverschiebung.
Die heutige Formation wurde vor ca. 2 Mio. Jahren erreicht.

Shira, Mawenzi, Kibo (Kilimanjaro) entstehen vor ca. 1 Mio. Jahren (andere Quellen: 2-3 Mio. Jahre). Vorher befand sich hier eine sanfte ebene Fläche. Durch Risse nach Verschiebung der Erdplatten drang Magma auf. Die drei Vulkane wachsen in 500.000 Jahren unabhängig voneinander auf 5000 m, danach nur noch Kibo und Mawenzi.
Mawenzi erlosch als nächster, bevor er in die Gletscherzone wachsen konnte.
Danach brach Kibo noch 9 x aus, gilt jetzt als schlafend und stößt noch Schwefelgase und Wasser aus.
Neben dem Hauptkrater (2,5 km Durchmesser) gibt es 250 Nebenkrater. Grundfläche des Kili 100 x 65 km.
Größter Ausbruch vor 360.000 Jahren. Letzter (kleinerer) Ausbruch vor 200 - 400 Jahren (Legenden der Chagga).
Errosion durch Eis und Wasser haben die Form des Kili stark verändert. Die Schneegrenze zieht sich seit langem zurück.

Inseln und Küstenvorland, 50-200 km breit, lehmige und sandige Korallenkalke, Küste und Inseln durch Hebung über Meeresspiegel.

Östliches Plateau, in NE (1000 m, Berge) und SE Teil (200 - 600 m, Inselberge) getrennt durch Sountern Highlands

Grabenbruchsystem

Zentralplateau, Granitplatte mit vereinzelten Bergen, ca. 1200 m üNN., mit Victoria-See als tiefster Stelle

Tanzanit: Nur zwischen Arusha und Kili. Braun, nach Erhitzen blau/lila Edelstein. Liz Taylor. Story: Nach Brand blaue Steine gefunden.

Vegetationsformen & Pflanzen
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Wandern im Quadrat Vegetationsformen allgemein
über 4000 m Gebirgswüste mit Vulkanschutt (Flechten)
afro-alpine Vegetation (Lobelien, Senecien, tropischer Regenwald, Heiden, Hochmoore)
Halbwüste im nördlichen Rift Valley
70 % der Landesfläche Trockenwälder (Miombo = Brachystegia, sehr lichter Wald ähnlich Baumsavanne) und Savannen (Kurzgras-, Langgras-, Baumsavann)
tropische Bergregenwälder am Lake Tanganyika und in den Udzungwa Mountains

Wandern im Quadrat Savanne
Akazien, Wurzeln bis ins Grundwasser
Schirmakazie, typischer Baum Ostafrikas
Fieberakazie, beherbergt viele Mücken
Flötenakazie, Hohlkugeln an den Ästen pfeifen im Wind
Baobab, speichert Wasser im Stamm

Wandern im Quadrat Feuchtsavanne (in großen Senken oder Gebieten mit höherem Niederschlag)
Borassus-Palme
Leberwurstbaum: Früchte nicht essbar, Rinde für Medizin
Galeriewald: Antilopen, Leopard

Wandern im Quadrat Dornbuschsavanne, Trockensavanne (nördl. Rift Valley, Massai-Steppe)
Euphorbien-Bäume: 6-10 m hohe Wolfsmilch, Candelaberbaum, erinnert an große Kakteen
Mangobäume: an Routen der Sklavenhändler, durch weggeworfene Kerne
Jacaranda: Flammenbaum, rosa und lila, in Straßen und Parks

Wandern im Quadrat südliches Hochland und Usambara-Berge
Kiefern: Papierherstellung
Eukalyptus: durch Engländer, ökologische Probleme

Wandern im Quadrat Küste und Inseln
Kokospalme: Milch, Fruchtfleisch, Kopra (Fette, Öle, Seife), Blätter zum Dachdecken und Flechten (Körbe, Hüte, Matten), Palmwein (aus dem aus abgeschnittenen Fruchtstielen tropfenden Saft)
Tamarinde: Gewürz
Nelkenbäume
Vanille
Gewürz- und Fruchtplantagen
Mangroven: bis 5 m hoch, schützen die Küste

Essen/Trinken
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GerichtErklärung
Bajiasfriitierte Kartoffelbällchen
BizariCurry (Soße)
BokobokoVorspeise aus Mehl, Hackfleisch, ranziger Butter und Zucker. Zermanscht und gekocht.
CassavaManiok
Cassava CruspsManiok-Chips
ChaiTee. Häufig mit Milch und Gewürzen.
ChapatiFladenbrote
Chipsidicke Pommes
Chipsi ya MayaiChips-Omlett
CurrySoße
HaluaKandis aus Mehl, Erdnuss, Cashew, Zucker, Öl, Kardamom. Im Palmblatt.
KabejiKohlgemüse
Kachoriindisch gewürzte Kartoffelkroketten
KahawaKaffee. Stark, z.T. mit Kardamom oder Ingwer.
KatlesiKartoffelkroketten mit Hackfleisch
KimandaOmlett
KisanvuBrei aus Maniokblättern, wie Spinat
MaharagweBohnen
Mandaziähnlich Krapfen
Massalaindische Soße
MatlesiKartoffelkroketten mit Hackfleisch
MatokeKochbananenbrei
MayaiEier
Mayai ya KukorogaRühreier
MbogaGemüse
MchichaSpinat
MchuziSoße aus Tomaten, Zwiebeln, Gewürzen
MiksiMixtur aus allem Möglichen, klein geschnitten
Mishkakigegrillte Fleischspießchen
Mkate wa Ufutaangebratenes Weißbrot
Mshukojunger Palmwein
MuhogoManiok
MuwaZuckerrohr
NyamaFleisch
Nyama ya KukuHuhn
Nyama ya NgombeRind
PilauReis, mit Rosinen und Kardamom gewürzt, mit Fleischstückchen
Pilipili HohoChili-Soße
PoshoHirsebrei
SaladiSalat
Samaki wa KupakaFisch mit Kokosnuss-Curry-Marinade
Sambusafritierte Teigtasche mit Hack oder Gemüsefüllung (= Samosa)
Samosafritierte Teigtasche mit Hack oder Gemüsefüllung
SupuSuppe
TemboPalmwein
UgaliMaismehlbrei oder Hirsebrei
ViaziKartoffeln
Viazi VitamuSüßkartoffeln
WaliReis
Zanzibar Pizzagefalteter Teig gefüllt mit Hackfleisch, Käse, Salat, und Ei
Zanzibar Sweet Pizzagefüllt mit Schokolade

 

Zeittafel
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Vorgeschichte:

6.000.000 Jahre v.C.: älteste Menschenfunde in Ostafrika

Inland:
Urbevölkerung Khoisanden, Pygmäen und Buschmänner, Jäger und Sammler
ab 2000 v.C. bis 1000 n.C. Kushitische Einwanderer vom Horn von Afrika und aus Jemen, in späterer Zeit Bewässerungsfeldbau
um 1000 v.C. Ansiedlung von Bantuvölkern aus Westafrika am Victoria-See
um 1500 n.C. Beginn der nilotischen Einwanderungsbewegungen (Massai, Barabaig) von Norden
um 1850 von Süden Zuwanderung der Ngoni, Splittergruppe der Zulu. Ließen sich nach vielen Kämpfen im Süden Tansanias nieder.
Alle Einwanderer brachten Kenntnisse über Ackerbau, neue Anbaufrüchte und Viehhaltung mit.
Die Khoisanden wurden bis auf wenige Reste (Hadzabe, Sandawe im nördl. Zentraltansania) assimiliert oder verdrängt.

Küste:
Sumerer, Phönizier, Ägypter, Perser, trieben Handel mit Küstenregion
um 200 n.C. Bantuvölker besiedeln die Küste (von Westafrika über Viktoriasee)
ab 700 n.C. Araber aus Sultanaten Jemen, Hadramaut, Oman gründen Niederlassungen an der Küste
etwas später Perser
Vermischung mit Bantu führte zu Swahili- und Shirazi-Kultur
Handel bis Indien und China

Kolonialzeit vor 1884:

1498 Vasco da Gama umsegelt Kap der guten Hoffnung
Portugiesen erobern arabische Stützpunkte als Sprungbretter nach Indien und China
ab 17. Jahrhundert: Sultan von Oman verdrängt Portugiesen
blühender Handel, 1840 Verlegung des Sultanats nach Sansibar
ab Anfang des 19. Jh.: arabischer Einfluss und arabische Städte entlang der Karavanenrouten, aber keine Kolonisierung der Fläche. Nur Küstenstreifen und Inseln arabisch kontrolliert. Karavanenrouten bis Tanganyikasee und weiter in den Kongo.
Hauptgeschäft Sklaven für Arabien und Sansibar, außerdem Elfenbein, Nasenhörner, Gold, Edelsteine.
Araber gerieten in finanzielle Abhängigkeit von geschäftstüchtigen Indern. Über diese (Bürger der britischen Kolonie Indien) konnten die Engländer Druck auf Araber ausüben, damit diese sich vom Sklavenhandel anderen Aktivitäten wie Gewürzanbau zuwandten.
1843 Verbot des Sklavenhandels (aber nicht der Sklavenhaltung).

Kolonialzeit ab 1884:

1884 Gesellschaft für Deutsche Kolonisation, Carl Peters. Keine Unterstützung der Regierung. Diverse Verträge mit lokalen Herrschern gegen Schutzversprechen. Dann 1885 Anerkennung und Unterstützung durch Bismarck und Umbenennung in Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft.
Kriegsschiffe vor Sansibar, um Sultan und Engländer einzuschüchtern, die eigene Ansprüche auf das Land hatten.

Berliner Kongo Konferenz (Deutschland, England, Frankreich) hatte Afrika aufgeteilt. Sultan bekam nur 16 km schmalen Küstenstreifen.
Einigung mit England und Portugal über Nord- und Südgrenze.

1888 Zoll- und Küstenvertrag mit Sultan von Sansibar, daraufhin Araberaufstände, die Reichskommissar Wissmann 1889 mit herbeigebrachten Truppen niederschlägt. Aufbau der kaiserlichen Schutztruppe.

1890 sog. Sansibar-Helgoland-Abkommen. Komplexer Vertrag über zukünftige Einflusssphären, Verbindungskorridore zwischen Kolonien u. Ä.. Der Küstenstreifen des Sultans ging demnach für 99 Jahre als Pachtgebiet an Deutschland. Die gängige Meinung, dass Sansibar hier gegen Helgoland getauscht wurde ist falsch. Sansibar war nie deutsche Kolonie. Bagamoyo wurde erste Hauptstadt, Wissmann erster Governeur.

1891 Dar es Salaam wird wegen seines tieferen Hafens Hauptstadt. Die Küste wird kolonisiert, im Land entstehen entlang der Karavanenrouten Posten der Deutschen Schutztruppe. Strafexpeditionen gegen Aufstände im Süden. Kriege zwischen den Völkern im Chagga-Massai-Gebiet (Kilimanjaro), Niederschlagung und "Befriedung" durch die Schutztruppe. In den folgenden Jahren wurden Dampfer als Bausätze an die großen Seen im Westen getragen.

Größtes Problem der Kolonisierung war schlechte Infrastruktur und lange und teure Transportwege. Ab 1893 Bau von Eisenbahnen.

1907 endgültige Niederschlagung der letzten Aufstände durch Schutztruppe (knapp 3000 Askaris, 270 Europäer), Verwaltung geht in zivile Hände (79 Deutsche)
1908 Intensivierung des Eisenbahnausbaus, 1912 bis Moshi, 1914 bis Tanganyika-See (Mittelland-Eisenbahn, 1246 km). Dar es Salaam hat 24.000 Einwohner, davon 500 Deutsche. Tabora 40.000 Einwohner, davon 75 Weisse.

1914-1918 Erster Weltkrieg. Kämpfe gegen englische und belgische (Kongo) Kolonialstreitkräfte bis Wochen nach Ende des Krieges. General Lettow-Vorbeck, kein Nachschub, Zerstötung der Infrastruktur, Buschkrieg gegen vielfache Übermacht, Vorbild für Amerikaner in Vietnam, Aufgabe erst nach Befehl aus Deutschland. Kreuzer Königsberg.

Nach 1918 deutscher Besitz enteignet. 1921 Völkerbund: Tanganjika an England, Ruanda und Burundi an Belgien, Kionga-Zipfel an Portugal.
1925 System des Indirect Rule. Ausbau des Bildungssystems.
1929 TAA (Tanganyika Africa Association).

Nach 1945 britisches Treuhandgebiet der UNO. Ökologisches Desaster durch Erdnussmonokulturen.
1953 Julius Nyerere Vorsitzender der TAA, ein Jahr später Umwandlung zur TANU (Tanganyika African National Union), Slogan: Freiheit und Einheit.
1956 Ansprache Nyereres vor der UNO.
1958 erste Wahlen zum Legislativrat. 1/3 für Europäer, 1/3 für Asiaten, 1/3 für Afrikaner.

1961 Unabhängigkeit Tanganyikas. Vorteile gegenüber anderen ehemaligen Kolonien: Keine Religionsstreitigkeiten, keine ethnischen Probleme, gemeinsame Sprache.
1963 Unabhängigkeit Sansibars, blutige Unruhen.
1964 United Republic of Tanzania.
1965 Ein-Partei-Staat.
1967 Arusha-Deklaration: Afrikanischer Sozialismus, Ujamaa-System.
1977 TANU und ASP (Sansibar) zu CCM (Partei der Revolution). Wirtschaftliche Unterstützung von DDR, Bulgarien, Jugoslawien (Sansibar) und Chinesen, Sowjets, Kubaner (Festland).
1978 Idi Amin (Uganda) überfällt Tansania. Plünderungen und Brandschatzungen im Nordwesten. Tansanische Truppen schlagen Angreifer zurück und rücken nach Uganda ein. Sturz Amins. Rückzug 1981, Krieg bedeutete Bankrott für Staatskasse.
1985 Rüchtritt Nyereres, Übergabe an Mwinyi. Kurswechsel Richtung Marktwirtschaft und Demokratie.
1992 Neue Verfassung garantiert Mehrparteiensystem.
1995 Mkapa Präsident. CCM immer noch führend.

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