Hartschalenkoffer oder Weichschalenkoffer?
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Hallo? Wir sind doch hier beim Thema Outdoor & Trekking... da braucht man doch wohl nicht über Hartschalenkoffer nachzudenken, oder? Hier zählen doch eher Rucksäcke, Fahrradtaschen oder vielleicht noch wasserdichte Seesäcke. Aber wer geht schon mit Koffern auf Kanu- oder Trekkingtour? Ich zum Beispiel.

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Packen Trekking Himalaya

Was erstmal etwas merkwürdig klingt, wirkt auf den zweiten Blick gar nicht so absurd. Der Einsatz von Koffern im Outdoorbereich kann auch wohl überlegt sein. Natürlich ist bei einer individuellen Trekkingtour, wo man sein komplettes Gepäck selber tragen muss, der Rucksack erste Wahl. Aber z.B. bei einer organisierten Trekkingreise, wo das Gepäck auch während der Trekkingtour häufig von Tragtieren transportiert wird, spielt der Koffer einige Vorteile aus.

Auch auf mehrtägigen Kanutouren im Canadier habe ich oft einen Koffer dabei, und das hat schon viele Zweifler überzeugt. Was daran beim Paddeln so interessant ist, schildere ich euch weiter unten.

Wandern zum SeitenanfangWeichschalenkoffer

Zuerst aber zum Thema Trekkingreise. Jedem ist klar, dass der Koffer bei der Anreise ein praktisches Gerät ist. Es passt viel rein, das Gepäck ist gut geschützt und heute verfügen fast alle Reisekoffer über Rollen, so dass ich mein Gepäck auf dem Weg zur Bahn oder zum Flugzeug nicht schleppen muss.

Aber was soll ich dann vor Ort damit? Wenn ich auf Trekkingtour im Himalaja oder in den Anden unterwegs bin, wird das Gepäck häufig von Tieren getragen. Yaks, Lamas, Mulis oder Pferde kommen hier zum Einsatz. Da ist es praktisch, wenn mein Gepäck im Koffer gut geschützt ist. Und da heute viele Koffer ein eingebautes Zahlenschloss haben, ist der Inhalt vor ungefragtem Zugriff sicher. Außerdem kann ich Kleidung und andere Dinge im Koffer wesentlich besser organisieren und komme abends im Zelt wesentlich schneller an das gesuchte Teil heran, als wenn ich in einem Rucksack oder Seesack graben muss.

Beim Verladen auf die Tiere ist es aber günstig, wenn der Koffer flexibel ist. Er muss auf dem Rücken das Tragtiers verzurrt werden, und dafür eignen sich Hartschalenkoffer nicht. Hier wäre also der Weichschalenkoffer oder eine Reisetasche die bessere Wahl. Praktisch sind auch Schnallen und Riemen, die beim Befestigen des Gepäcks verwendet werden können. Allerdings sollte der Koffer für diese Einsätze strapazierfähig und stabil sein, denn das Verzurren mit Seilen und Riemen belastet die Oberflächen des Materials sehr. Außerdem kann man nie wissen, ob das Muli nicht auch mal an einer Felswand entlang schrappt. Wer Koffer beim Trekking einsetzt, sollte also nicht damit rechnen, dass sie nach der Tour noch so neu und schön aussehen, wie vorher im Laden.

Hartschalenkoffer bei Kanutouren

So richtig praktisch und für mich erste Wahl ist der Einsatz eines Hartschalenkoffers bei Kanutouren im Canadier. Auf meinen Touren über die Seenplatten Schwedens oder Mecklenburgs oder auf großen Flüssen habe ich fast immer einen dabei. Perfekt geeignet für den Einsatz im Kanu sind Hartschalenkoffer, die mit einer umlaufenden Dichtungslippe versehen sind. So ist der Koffer nach dem Schließen wasserdicht. Spritzwasser oder Regenwasser bleiben draußen, während der Inhalt trocken bleibt.

Anders als die sonst oft verwendeten wasserdichten Tonnen hat der Koffer aber einen Vorteil: Wenn man ihn flach auf den Boden des Kanus legt, dann beeinflusst der niedrige Schwerpunkt die Fahreigenschaften des Kanus sehr positiv. Während die Tonne oft hoch über die Bordwand hinausragt und schwankt, liegt der Koffer flach auf dem Boden und stabilisiert das Boot.

Komme ich abends an meinem Lagerplatz an, schnappe ich mir den Koffer, klappe ihn auf und habe ohne langes Suchen den direktem Zugriff auf das, was ich brauche. Das ist bei meinen Kanutouren dann meist der Proviant, der im Koffer untergebracht wird. Und nachts kann ich den wasserdichten Koffer einfach neben dem Zelt liegen lassen. Weder Ameisen noch diebische Vierbeiner kommen dann an den Proviant heran, und trocken bleibt er auch.

Leichtbau-koffer

Gepäck HimalajaErlaubt mir auch noch ein Wort zu den Koffern, die quasi ein Zwischending zwischen Hartschalenkoffer und Weichschalenkoffer darstellen. Diese haben den Vorteil, dass sie oft besonders leicht sind. Sie bestehen aus zwei Gehäusehälften aus dünnen Kunststoffen, die per Reißverschluss verbunden und geschlossen werden.

Diese Koffer sind für Anreise und Abreise auch für Trekkingreisen praktisch, da sie durch Ihr Gewicht ein hohes Maß an Zuladung erlauben, bevor die Gepäckgrenze der Fluggesellschaft erreicht ist. Aber sie sind weniger gut geeignet, um auf Tragtieren oder dem Dachgepäckträger des Busses verzurrt zu werden. Durch die Spannung der Riemen verschieben sich die Gehäusehälften gegeneinander und belasten gerade den Reißverschluss sehr stark. Der kann dann auch schon mal reißen oder platzen.

Diese Konstruktion zahlt den Vorteil ihres geringen Gewichts also nur aus, wenn ich den Koffer am Ausgangspunkt des Trekkings zurücklassen kann und ihn dort als Gepäckdepot für Dinge verwende, die ich erst nach der Outdoortour wieder brauche - z.B. Ersatzwäsche, präsentable Schuhe und zivile Kleidung. Auch hier sorgt das eingebaute Zahlenschloss dafür, dass die Dinge nach der Tour alle noch da sind.

Fazit

Der Koffer ist nicht nur ein geeignetes Gepäckstück für Geschäftsreisen oder Hotelurlaub. Auch beim Trekking und besonders auf Kanutouren spielen Koffer ihre Vorteile aus: Stabilität, starker Schutz, viel strukturierter Raum und leichter Zugriff.