Erste Hilfe beim Wandern. Wie erkenne ich ...
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... Kreislaufprobleme, Unterzuckerung, Sonnenstich, Dehydrierung, Hitzeerschöpfung ... ? Wie kann ich helfen?

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Allgemeines & Spezielles

Helikopter GrönlandAuch, wenn man bei Notfällen beim Wandern, Bergwandern oder Bergsteigen meist zuerst an umgeknickte Knöchel oder Stürze denkt ... viel häufiger hat man es mit Problemen zu tun, die nicht auf eine kurze Unachtsamkeit zurück zu führen sind.

Die Vermeidung dieser Erscheinungen ist die Kunst des Wanderers und die Aufgabe einer guten > Tourenplanung. Wird man auf einer Wanderung mit den folgenden Problemen konfrontiert, ist meist vorher schon etwas schief gelaufen.

Wenn es aber nun auf der Tour zu Problemen kommt, sollte ich erkennen können, um was es sich handelt und was die Ursachen für die Schwäche des Mitwanderers sind. Ich sollte in der Lage sein, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen und eine Entscheidung fällen können, ob ich den Notruf einleite, oder nicht.

Im Folgenden ein paar Hinweise für die richtige Diagnose, Behandlung und Entscheidung.

Wandern zum SeitenanfangKreislaufprobleme, Kreislaufkollaps

Wanden & Trekking. Wie erkenne ich Kreislaufprobleme und Kreislaufkollaps?

Kreislaufprobleme tauchen beim Wandern und Bergsteigen zunehmend auf. Mangelnde Erfahrung und ein im Vergleich zu früher höheres Durchschnittsalter der Wanderer mögen Faktoren dafür sein. Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass häufig die Anforderung der geplanten Tour nicht richtig eingeschätzt wird.

Der Wanderer mit Kreislaufproblemen ist sehr schwach und blass. Kalter Schweiß und Frösteln, auch bei warmen Temperaturen, sind ein weiteres Zeichen. Später kommen ggf. Schwindel, Übelkeit, Herzrasen und ein plötzliches Wegsacken der Beine dazu. Im fortgeschrittenen Stadium kann auch Ohnmacht auftreten.

Wanden & Trekking. Wie kann ich bei Kreislaufproblemen helfen?

Der Wanderer braucht eine sofortige Pause. Die Anstrengung muss heruntergefahren werden und am besten sorgt man auch für Schatten. Solange die Person noch selbst trinken kann, braucht sie viel Flüssigkeit. Zwischen dem Trinken sollte sie in Schocklage liegen, das heißt, Oberkörper und Kopf sollten flach liegen und die Füße und Unterschenkel erhöht gelagert werden.

Die Stirn wird gekühlt, und enge Kleidung oder Gürtel werden gelockert. Man sollte die Person warm halten und sie gut betreuen, das heißt, mit der Person sprechen und sie beruhigen. Sind nach 10 Minuten die Symptome vorbei, kann man die Person langsam (!) aufsetzen. Erholt sie sich weiter, kann sie dann langsam wieder aufstehen. Wird die Person bewusstlos, soll sie in der stabilen Seitenlage positioniert werden. Setzen Atmung und Herzschlag aus, ist Reanimation nötig.

Wanden & Trekking. In welchen Fällen muss ich einen Notruf absetzen?

Ein Notruf wird erforderlich, wenn sich die Situation nach zehn Minuten nicht verbessert hat oder der Wanderer mehr als 30 Sekunden ohnmächtig war.

Dehydrierung, Hitzeerschöpfung

Wanden & Trekking. Wie erkenne ich Dehydrierung und Hitzeerschöpfung?

Zu wenig getrunken und zu warm angezogen - das sind auch zwei Klassiker beim Wandern und Bergwandern. Vor allem älter werdenden Menschen geht das richtige Gefühl für Durst und angemessen warme bzw. luftige Kleidung oder nötigen Sonnenschutz verloren. Kurz gesagt: Zu wenig getrunken und zu warm angezogen => Dehydrierung und Hitzeerschöpfung.

Bei Dehydrierung oder Hitzeerschöpfung wird der Wanderer sehr schwach und blass. Bei normaler Körpertemperatur tritt kalter Schweiß und Frösteln auf, evtl. auch Krampfanfälle. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Verwirrung und Halluzinationen. Im weiteren Verlauf kann es dann zur Bewusstseinstrübung und Bewusstlosigkeit kommen.

Wanden & Trekking. Wie kann ich helfen?

Auch in diesem Falle bessert sich die Lage des Wanderers oft, wenn er sofort Ruhe und Schatten bekommt, in Schocklage positioniert wird und genug zu essen und zu trinken bekommt. Beim Essen sind Müsliriegel eine gute Wahl. Wenn der Patient fröstelt, sollte er warm eingepackt werden. Außerdem ist die gute Betreuung und Beruhigung hilfreich.

Wanden & Trekking. Wann brauche ich den Rettungsdienst?

Bei Bewusstseinseintrübung, Halluzinationen oder Bewusstlosigkeit sollte die 112 angerufen werden. Auch, wenn sich der Zustand trotz oben genannter Maßnahmen über längere Zeit nicht wesentlich verbessert.

Sonnenstich

Wanden & Trekking. Wie erkenne ich einen Sonnenstich?

Bei klaren sonnigen Wetterlagen und vor allem in den Bergen ist die Strahlung besonders hoch. Besonders unerfahrene Bergsteiger und schönheitsbewusste Wanderer, die braun werden wollen, sind sehr häufig betroffen. Dabei vermeidet meist schon eine >vernünftige Kopfbedeckung den Sonnenstich.

Beim Sonnenstich hat der Wanderer oft einen heißen, roten Kopf trotz normaler Körpertemperatur. Kopfschmerzen, Schwindel und möglicherweise ein steifer Nacken stellen sich ein. Dem Betroffenen Wanderer wird übel und er erbricht sich. Oft ist er von allgemeiner Unruhe erfasst. Im Extremfall kommt es zur Bewusstseinstrübung und zur Bewusstlosigkeit. Zu beachten ist, dass diese Symptome oft auch erst ein paar Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne eintreten können.

Im Hochgebirge ab 3000 m Höhe ist es oft schwer, einen Sonnenstich von > Höhenproblemen zu unterscheiden, da die Symptome ähnlich sind.

Wanden & Trekking. Wie kann ich bei Sonnenstich helfen?

Bei einem Sonnenstich braucht der Wanderer natürlich schnell Schatten sowie eine Kühlung für Kopf und Nacken. Er sollte ruhig liegen, aber nicht in Schocklage, sondern mit erhöhtem Oberkörper. Gute Betreuung heißt auch hier, das Bewusstsein kontrollieren und den Patienten beruhigen. Meist verschwinden die Symptome dann, aber erst nach einigen Stunden.

Wanden & Trekking. Wann rufe ich den Notruf?

Tritt Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit auf, sollte man den Rettungsdienst anrufen.

Unterzuckerung, Diabetes

Wanden & Trekking. Wie erkenne ich Unterzuckerung oder Diabetes?

Eine Unterzuckerung tritt beim Wandern öfter mal auf. Gerade, wenn die betreffende Person morgens nicht ausreichend gefrühstückt hat, kann das schnell passieren. Das bekomme ich heraus, indem ich die Person frage, wie viel sie im Laufe des Tages schon gegessen und getrunken hat.

Als Symptome treten bei Unterzuckerung oder Diabetes ein starker Leistungsabfall, weiche Knie, Zittern, Übelkeit und oft auch eine ausgesprochen miese Laune auf. Manchmal kommt auch Heißhunger dazu, manchmal haben Wanderer mit Unterzuckerung aber auch überhaupt keinen Hunger. Bei Diabetikern treten auch noch Unruhe, Orientierungslosigkeit, Krampfanfälle und im Extremfall Bewusstlosigkeit auf. Die genannten Symptome bei Unterzuckerung oder Diabetes treten aber nicht immer unbedingt alle zusammen auf.

Wanden & Trekking. Wie helfe ich bei Unterzuckerung oder Diabetes?

Durch Befragung versuche ich herauszubekommen, ob die Person die Symptome schon kennt. Diabetiker wissen oft selbst am besten, was für sie gut ist, und/oder haben Medikamente dabei. Und nach deren Wünschen sollte man sich natürlich auch richten.

Manche Unterzuckerte erleben diese Situation aber zum ersten Mal. Dann ist eine Zufuhr von Flüssigkeit und Zucker hilfreich. In Fällen von Unterzuckerung gibt man zuerst das sonst nicht sehr empfehlenswerte Traubenzucker oder süße Getränke wie Cola oder gezuckerten Tee. Anschließend sind für die längerfristige Genesung Müsliriegel oder belegte Brote empfehlenswert. Warm halten, beruhigen und gut zu reden sind in jedem Falle hilfreich.

Siehe auch > Ernährung beim Bergwandern

Wanden & Trekking. Brauche ich den Rettungsdienst?

Meist erholen sich die Wanderer mit Unterzucker oder Diabetes bei richtiger Behandlung recht schnell. Sollte dies längerfristig nicht der Fall sein, rufe ich die 112.