WeserberglandDer Unterschied zwischen Trekking, wandern, Bergwandern & Bergsteigen
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren


... und die nicht immer leichte Abgrenzung zwischen den Wander-Disziplinen.

Die Grenzen zwischen Wandern, Bergwandern und Bergsteigen sind fließend. Sie unterscheiden sich in den Anforderungen an die Kenntnisse und Fähigkeiten des Outdoor-Akteurs. Nur das Trekking (auch "Tracking" oder "Trecking" geschrieben) lässt sich mit deutlichem Unterschied zu den anderen Wanderklassen klarer definieren.

Auf dieser Seite:

 

Auf separaten Seiten:

Trekking

Fangen wir mit dem Trekking an. Hier gibt es viele Unklarheiten und Missverständnisse. Von vielen wird Trekking als Synonym für eine anspruchsvolle Wanderung verwendet. Das stimmt so nicht. Trotzdem hat sich der Begriff Trekking auch als cooles Modewort für anspruchsvolleres Wandern eingebürgert.

Unter Trekking versteht man ursprünglich die Fortbewegung von einem Ort zum anderen über mehrere Tage und aus eigener Kraft. Zum Trekking gehören also immer auch eine oder mehrere Übernachtungen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob das ein Biwak, ein Zelt, eine Berghütte oder ein Hotel ist.

Genausowenig ist relevant, ob das Trekking über eine Strecke von A nach B verläuft, oder einem Rundkurs beschreibt. Die klassische Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg ist eine Art von Trekking. Die mehrtägige Hüttentour in den Alpen ist gleichzeitig ein Hüttentrekking. Die Umrundung des Mont Blanc oder der Annapurna ist Trekking und auch eine Durchquerung Mallorcas von Hotel zu Hotel ist eine Trekkingtour.

Der Begriff Trekking sagt nichts aus über die Schwierigkeit des Unterfangens. Eine Trekkingtour kann aus leichten Tageswanderungen bestehen, aber auch aus anspruchsvollen alpinen Bergetappen. Letztere sind dann beides: Bergsteigen und Trekking.

Trekking kann man übrigens auch per Fahrrad oder Kanu betreiben.

Wandern zum SeitenanfangWandern (als Leistungsklasse)

WandernDer Begriff Wandern ist einerseits ein Sammelbegriff für eine Outdoor-Aktivität, die aus zu Fuß gehen besteht. Im Unterschied dazu bezeichnet Wandern aber auch eine Anspruchs- oder Leistungs-Klasse, die zwischen Spazierengehen und Bergwandern angesiedelt ist.

Wo genau die Grenzen liegen, ist nirgendwo festgelegt und wird nicht immer gleich beurteilt. Für mich dauert eine Wanderung mindestens zwei Stunden - reine Gehzeit - zzgl. Pausen. Alles darunter würde ich als Spaziergang bezeichnen.

Wandern als Leistungsklasse findet im Flachland oder in leichtem Hügelland statt. Der Wanderer möchte sich bewegen und dabei die Landschaft erleben.

Sportwandern

Der relativ neue Begriff Sportwandern erweitert die Definition dann noch um eine sportliche Komponente. Das heißt, hier will man sich körperlich stärker anstrengen als beim Wandern. Es wird im Unterschied zum klassischen Wandern länger ohne Pause durch gewandert, und das auch in einem höheren Tempo als beim normalen Wandern. Das klassische Wandern hat in erster Linie mit Genuss und Entspannung zu tun, während das Sportwandern - nomen est omen - Sport sein soll.

Bergwandern

BergwandernBeim Bergwandern wird das Gelände im Vergleich zum Wandern anspruchsvoller. Bergwandern findet im Mittelgebirge oder im Hochgebirge statt.

Der Bergwanderer benutzt meist angelegte Wege und Pfade, die häufig markiert sind. Die Routen fordern eine gewisse Erfahrung, aber noch keine speziellen technisch-alpinistischen Fähigkeiten. Trotzdem sollte auch der Bergwanderer über eine gute Selbsteinschätzung und genügend Erfahrung für das anvisierte Gelände verfügen.

Auch beim Bergwanderer steht die Landschaft und der Genuss der Tour meist im Vordergrund. Hier geht es um ein intensives Naturerlebnis, schöne Aussichten und vielleicht auch attraktive Einkehrmöglichkeiten.

Bergwandern kann auch anspruchsvoll sein

Obwohl es um das Landschaftserlebnis geht, können anspruchsvollere Bergwanderungen auch durch absturzgefährdetes Gelände, über Höhenwege, drahtseilgesicherte Passagen, Schneefelder oder leichte Kletterstellen führen. Eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und eine gute Tourenplanung sind hier - im Unterschied zum einfachen Wandern - für die sichere Heimkehr erforderlich. Auch die entsprechende Ausrüstung, Erfahrung und Kondition ist für anspruchsvolle Bergwanderungen nötig.

Die Bandbreite an Anforderungen zwischen leichten und schweren Touren ist im Bereich Bergwandern besonders groß.

Bergsteigen

BergsteigenNoch anspruchsvoller wird es beim Bergsteigen. Hier überwiegt der sportliche Anspruch, und der reine Genussgedanke tritt in den Hintergrund. Damit will ich nicht sagen, das sportliche Herausforderungen keinen Genuss verschaffen.

"Der Weg ist das Ziel" sagt der Bergwanderer. Dem Bergsteiger geht es aber meist weniger um den Weg, sondern um ein Ziel - wie z.B. einen Gipfel oder Aussichtspunkt.

Der Bergsteiger ist in alpinem Gelände unterwegs. Hier findet er seine Route auch in weglosen Bereichen, über steile, abschüssige und absturzgefährdete Passagen und über herausfordernde Kletterstellen.

Bergsteiger-Touren sind nur von alpin erfahrenen Akteuren sicher zu meistern, die über viel Erfahrung, eine gute Körperbeherrschung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sowie eine ausgezeichnete Kondition und Fitness verfügen. Die Ansprüche an die Tourenplanung, die Wetterbedingungen, die Orientierungsfähigkeit und weitere technische Voraussetzungen sind hier sehr hoch.

Im Unterschied zum Wandern und Bergwandern sollten sich nur Menschen an das Bergsteigen herantrauen, die schon über gewisse alpine Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.