Sicher Reisen
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Wie steht es mit der Sicherheit auf der geplanten Reise und wie gehe ich mit dem Thema um? Was kann ich tun, um auf Kriminalität, Krisen und Notfälle vorbereitet zu sein?

Allgemeines & Spezielles

Potala, Lhasa, TibetGerade bei Fernreisen, aber auch im Mittelstreckenbereich wird die Frage nach der Sicherheit des Reisenden immer wichtiger. Einerseits wechseln Krisensituationen in Reiseländern immer schneller und häufiger, so dass man schnell den Überblick über die aktuelle Lage verliert. Andererseits wird auch die Kriminalität international nicht weniger, und die Akteure haben es immer häufiger auf Touristen abgesehen. Ehemals sichere Reiseländer, in denen man sich sorglos bewegen konnte, erfordern unter Umständen jetzt doch etwas mehr Aufmerksamkeit bezüglich der eigenen Wertsachen, Papiere oder Gesundheit.

So sollte man sich vor der Reise überlegen, welches Ziel man dem persönlichen Sicherheitsempfinden und der individuellen Risikobereitschaft entsprechend ansteuern will. Dazu gibt es die Travel Risk Map von International SOS.

Informationen über die Sicherheit in Städten weltweit bietet der Safe Cities Index der vom englischen Wirtschaftsmagazin The Economist herausgegeben wird.

Hat man sich dann für eine Reiseregion entschieden, hilft das Deutsche Auswärtige Amt bei der Beurteilung der aktuellen Lage vor Ort. Auf deren Webseiten werden Reiseinformationen aller Länder weltweit dargestellt. Vor allem werden hier auch die aktuelle Lage und entsprechende Verhaltensempfehlungen an den Reisenden mitgeteilt.

Das Auswärtige Amt verfasst auch eine digitale Krisenvorsorgeliste namens Elefand. Dort kann sich der Reisende eintragen lassen, um auf dem Laufenden zu bleiben bezüglich der Entwicklung von kritischen Situationen. Gleichzeitig verfügt das Auswärtige Amt über Kenntnisse bezüglich deutscher Reisenden in potentiellen Krisenländern. Für Österreich und die Schweiz gibt es ähnliche Angebote.

Reiseversicherung

KubaZur Sicherheit gehört auch eine vernünftige Reiseversicherung. Für besonders wichtig halte ich dabei die Auslandskrankenversicherung. Sie sollte vor allem im Mittelstrecken- und Fernreise-Bereich auch einen Rücktransport beinhalten. Dieser versicherte Rücktransport sollte nicht nur bei medizinischer Notwendigkeit erfolgen, sondern auch schon wenn es medizinisch sinnvoll und vertretbar ist.

Die Preise für Auslandskrankenversicherungen sind vergleichsweise niedrig - ab 10 bis 15 € pro Jahr. Das sollte sich jeder Reisende leisten können.

Reisegepäckversicherungen würde ich eher nicht empfehlen. Die sind ziemlich teuer, und im Falle eines Falles, wenn z.b. der Rucksack oder die Reisetasche gestohlen wurden, machen die Bedingungen es schwer, das entwendete Gepäck zurück zu bekommen. Das ganze hängt damit zusammen, dass die Reiseversicherung früher die am meisten betrogene Versicherungssparte war. Entsprechend scharf sind heute die Versicherungsbedingungen.

Bucht man eine Reise pauschal, oder hat man z.B. bei Flugtickets hohe Stornokosten, dann lohnt sich oft auch eine Reiserücktrittsversicherung. Am besten ist es, dann auch den Reiseabbruch mit zu versichern. Ich hatte z.B. Gäste, die durch einen Vorfall zu hause ihre Reise abbrechen mussten. Das war dann mit der Reiseabbruchversicherung kein finanzielles Problem.

Sinnvolle Reiseversicherungen sind z.B. der Auslandskrankenschutz von American Express. Die Auslandskrankenversicherung gibt es ab 12,50 € jährlich.

Ebenfalls gut ist der American Express Reiserücktrittschutz. Für alle Reisen im Jahr kostet das ab 42 € jährlich. Das ist deutlich günstiger, als jede einzelne Reise zu versichern.

Papiere & Dokumente

Mexiko, RadfahrenBezüglich verlorener oder gestohlener Papiere ist das Leben etwas leichter geworden. Flugtickets gibt es so gut wie nicht mehr. Es reichen zum Einchecken die Buchungsnummer und der Personalausweis oder Reisepass.

Die persönlichen Ausweisdokumente sollte man vor der Reise einscannen und sich z.b. selbst per E-Mail schicken, oder auf andere Art und Weise in einer Cloud speichern. So hat man auch Zugriff auf die Kopien, wenn z.b. das Handy mit den gescannten Dokumenten mit dem Gepäck verschwunden ist. Natürlich sollte man dann die Zugangsdaten zur Cloud im Kopf haben, oder daheim hinter einer bekannten Telefonnummer deponiert haben.

Neben Personalausweis und Reisepass scannt man sinnigerweise auch gleich seine Krankenversicherungsunterlagen, seinen Impfpass, wichtige Telefonnummern und Adressen, Buchungsbestätigungen, Voucher sowie andere Daten, die wichtig werden können.

Wanden & Trekking. Hilfsmittel

Natürlich ist es am besten, wenn Reisepass und Co. erst gar nicht weg kommen. Dabei helfen immer noch am besten die bewährten Mittel wie z.B. der flache Bauchgurt, den man dann aber unter (!) der Kleidung trägt. Diverse, teils auch recht ausgeklügelte Bauchgurte, Taschen oder Geldgürtel findet man bei Amazon. Den Brustbeutel würde ich nicht empfehlen, weil der leicht zu sehen ist und schnell abgerissen oder abgeschnitten werden kann.

Mehr zu diesem Thema, auch zu verschiedenen Tricks oder zum Verstauen der Wertsachen habe ich geschrieben unter > Taschendiebe & Trickbetrüger

Kommunikation: Pläne mitteilen

Ist man vor Ort unterwegs, sollte man vor allem als Alleinreisender immer Nachrichten hinterlassen, welchen Plan man verfolgt. Wanderer sollten z.b. ihre geplante Route im Hotel hinterlegen oder mit den Freunden oder Verwandten zu Hause kommunizieren.

So kann man z.b. morgens per WhatsApp seinen Tagesplan durchgeben und sich abends wieder zurück melden, wenn man heil im Hotel angekommen ist. Das sollte man dann aber auch nicht vergessen, damit die Angehörigen keine überflüssige Rettungsaktion auslösen. Hier kommt es vor allem auf die Klarheit der Absprachen zwischen den Beteiligten an.

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