Grenze Bayern Tschechien im Bayerischen WaldGeschichte BAYERISCHER WALD
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Die Historie des Bayerischen Waldes ... Grenzland und Handel, von Slawen, Germanen und Römern bis in die Gegenwart.

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Die Region, um die es hier geht, hieß im Verlauf der Geschichte Böhmerwald, und der wurde von innen und außen als naturräumliche und kulturelle Einheit gesehen.

Ber Begriff "Bayerischer Wald" wurde erst nach der Säkularisation 1805 erfunden, um mit aufkommendem Romantik-Tourismus das jetzt königlich bayerische Teilgebiet des Böhmerwaldes zu kennzeichnen. Die Grenzen des Bayerischen Waldes sind rein politisch und finden in der Landschaft keine natürlichen Linien.

Bis heute tauchen immer wieder Unklarheiten bei den Begriffen Bayerischer Wald und Böhmerwald auf. 1950 kam es zu einer offiziellen Festlegung, wonach der Begriff Böhmerwald sich nur auf die außerhalb Bayerns liegenden Landschaften beziehen soll. Aber nicht jeder Autor oder Kartograph hält sich daran.

Der Böhmerwald (im weiteren Sinne) verteilt sich heute auf drei Länder: Bayern, Tschechien und Oberösterreich.

Die Begriffe Böhmen und Bayern gehen auf den keltischen Stamm der Boier zurück.

Wandern zum SeitenanfangGeschichte Bayerischer Wald

bis 500 n. Chr.

wenige Slawen und Germanen siedeln im Bayerischen Wald, die Römer stehen an der Donau

um 800

  • die Region des Bayerischen Waldes wird von den Franken erobert
  • die Rodung, erste zaghafte Besiedelung und Missionierung des Böhmerwaldes geht von den Donauklöstern sowie Passau und Regensburg aus

um 1000

Es entstehen erste dauerhafte Siedlungen im Böhmerwald, die von den Donauklöstern gegründet werden.

ab 1000: Goldener Steig

  • Salztransport durch den Bayerischen Wald (Passau -> Prachatitz/Prachatice) von Hallein und Reichenhall über Passau ins salzarme Böhmen.
  • Salz = Gold des Mittelalters: Haltbarmachung von Speisen
  • Hinweg: Salz, Wein, Früchte, Tuch aus dem Salzburger Land, Rückweg: Getreide, Hopfen, Malz, Häute aus Böhmen
  • Ortsgründungen als Säumerplätze, Mautstellen, Wehranlagen zum Schutz des Pfades
  • Erst benutzte man Tragtiere (Säumer), später Wagen und Zugpferde. Es gab 3 Routen.
  • Ab 14. Jh. Konkurrenzroute der Bayerischen Herzöge (Goldene Straße): Vilshofen -> Grafenau (bekam dadurch Stadtrechte) -> St. Oswald -> Waldhäuser -> Lusen -> Bergreichenstein.

ab 1212 Königreich Böhmen

  • verliehen von Friedrich II
  • gehörte zum Deutschen Kaiserreich
  • Böhmen bis zum 1. Weltkrieg Teil der Habsburger Monarchie

ab 1300 Goldbergbau

ab 1350 Glasherstellung

  • Rohstoffe: Pottasche (2 kg aus 1 Tonne Buchenholz, das am Fällort verbrannt wurde, kaliumreich, 15 %), Kalk (15 %) und Quarzsand (aus den Pfahl, einem Quarzband, 70 %), Brennholz für die Schmelzöfen (1500° C) => starke Nutzung der Wälder
  • vor 7000 Jahren in Ägypten erstes Glas, vor 5000 Jahren erste Glasgefäße (Kern aus Ton oder Sand, der nachher entfernt wurde), vor 2000 Jahren Glaspfeife
  • Glaskunst kam mit den Römern an die Donau und verließ die Region mit ihnen im 5. Jh.
  • Wiederbelebung im 13. Jh. über den Handelsweg von Venedig aus
  • Wichtigster Standortfaktor war Holz (Scheiterwald = Energie, Aschenwald = Pottasche)
  • erste Glashütten waren Wanderhütten, ab 18. Jh. ortsfeste Hütten, zur Hochzeit 62 feste Hütten
  • starke Übernutzung des Waldes, Entspannung ab 1877 mit der Eisenbahn
  • Zwiesel wird Glaszentrum
  • ab 1997: Glasstraße

Uhuab 1450 Silberbergbau, Perlmuscheln

  • freie Bergstädte
  • Perlmuscheln (Wilderei wurde hart bestraft, z.T. mit dem Tode)

1618-1648: Verödung im 30jährigen Krieg

  • anschließend erste Wiederbesiedlung am Goldenen Steig.

ab 1700 viele Freibauern in Waldhufendörfern

1805: Säkularisation

Erst, als nach der Säkularisation das Hochstift Regensburg und das Hochstift Passau an Bayern fallen, wird das entsprechende Gebiet des Böhmerwaldes bayerisch. Etwas später (um 1829) entstand der Begriff Bayerischer Wald.

ab 1847: Regen wird floßbar, Granitabbau

  • Stämme wurden im Herbst geschlagen, im Winter per Schitten zu den Triftbächen gebracht
  • im Frühjahr wurden Klausen und Schwellen geöffnet und das Holz durch Triftkanäle geschwemmt
  • viele Sägewerke und Möbelbau
  • Granitabbau für Pflastersteine und Quader, Export auch ins europäische Ausland
  • Boom nach 1918: Pflastersteine als Reparation an Frankreich

ab 1890: Eisenbahn

  • Anschluss an die Donauregion
  • 1910 Spiegelauer Waldbahn, um 1950 von LKW ersetzt

ab 1918: Tschechoslowakei

  • Differenzen zwischen Nachbarländern werden größer
  • Begriff Bayerischer Wald bürgert sich für den deutschen Teil des Böhmerwaldes ein und wird nach 1945 offiziell

ab 1920: Tourismus

1970: Nationalpark Bayerischer Wald

  • ab 1991 tschechischer Nationalpark Sumava