Unterkühlung (2)
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren


Hier geht es um die Einflüsse von Wind und Nässe auf die Auskühlung. Teil 2 von 3.

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Wandern zum SeitenanfangSchutz vor Wind & Wetter

Wanden & Trekking. Isolation durch angemessene Kleidung

Warm halten ist natürlich grundsätzlich die Maßnahme gegen die Unterkühlung. Allerdings ist Isolation allein nur dann hilfreich, wenn der Körper noch in der Lage ist, Wärme zu produzieren. Zu einem effektiven Erhalt der Körperwärme braucht es aber die notwendige Ausrüstung. Gerade heute sind in den Bergen jedoch viele Wanderer und Bergsteiger unterwegs, die auf unvorhergesehene Situationen nicht eingerichtet sind.

Die Menge an mitgenommen Kleidung richtet sich oft nach den optimalen Bedingungen der Tour. Manchmal ist dann auch der Wunsch Vater des Gedanken: Das Wetter wird schon halten! Gestern hat es auch nicht geregnet ...

Regenkleidung? Isolierschichten? Verpflegung? Man möchte ja kein sinnloses Gewicht durch die Berge schleppen. Werden die erhofften optimalen Bedingungen aber durch unvorhergesehene Gegebenheiten (Wetterverschlechterung, Unfälle, falsch eingeschätzte Wegverhältnisse uvm.) verschlechtert, fehlt es oft an der nötigen Reserve. Damit meine ich vor allem isolierende, windabweisende und wasserdichte Kleidungsstücke und z.B. ein Ersatz T-Shirt, um feuchte Kleidungsstücke gegen trockene zu ersetzen. Aber auch Ernährung und Ausstiegsoptionen sind hier gemeint.

Regenunterstand
Regenunterstand: Selten so gut ausgeschildert ...

Übrigens: Die Gefahr der Unterkühlung ist bei Tagestouren höher als bei Trekkingtouren, weil man bei letzteren i.d.R. besser mit Ausrüstung ausgestattet ist.

Wie schon gesagt gibt der Körper permanent Wärme an die Umgebung ab. Der Kopf, der Hals und die Oberschenkel verlieren die meiste Wärme an die Umgebung. Um die Wärme am Körper zu halten, sind daher Mützen und Schals entscheidende Ausrüstungsgegenstände. Auch eine warme Hose ist sehr hilfreich.

Dummerweise hat man gerade am Kopf, am Hals und an den Beinen seltener das Gefühl, zu frieren, als Rumpf. Hier muss dann die Vernunft ins Spiel kommen: Friere ich, sollte ich eine Mütze und ein Schal benutzen und auch die Stellen isolieren, die mir nicht unbedingt ein Alarmsignal senden.

Wanden & Trekking. Regen und Wind

Da wir gerade bei der Ausrüstung sind, möchte ich gern auch mal auf Regenkleidung zu sprechen kommen. Anders, als der Name impliziert, ist diese nicht nur gegen Regen zu empfehlen. Die wichtigste Eigenschaft der Regenkleidung ist vielmehr, den Windchill-Effekt zu reduzieren.

Die Regenkleidung soll natürlich einerseits den Körper trocken halten, andererseits den Körper aber vor allem gegen Auskühlung durch Wind schützen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, braucht es auf alpinen Touren neben der Regenjacke dafür auch eine Regenhose. Denn ein großer Teil der Wärme verliert der Körper über den Lendenbereich.

Sieht man die Regenkleidung als Schutz vor Wind an, werden auch gleich einige Nachteile von Regenponchos klar. Die flattern einen bei Wind eher unkontrolliert um die Ohren und geben deutlich weniger Schutz vor Auskühlung, als die Kombination aus Regenjacke und Regenhose.

Wanden & Trekking. Windchill-Effekt

Was bedeutet eigentlich Windchill-Effekt? Warum kühlt der Wind den Körper so stark aus?

Im Normalfall ist der menschliche Körper von einer warmen Luftschicht umgeben, die durch den Körper selbst erwärmt wird und die durch die Strahlung auf unserer Körperoberfläche erzeugt wird. Diese Schicht schützt wie eine wärmende Hülle vor Auskühlung. Die Kleidung, die wir tragen, wärmt natürlich nicht von selbst. Sie isoliert nur und hält damit die selbst erzeugte Wärme am Körper. Weht jetzt aber Wind durch die Kleidung hindurch, dann transportiert er diese Schicht fort, und der Körper ist seiner schützenden Wärmehülle beraubt.

Wanden & Trekking. Auskühlung bei Nässe oder Feuchtigkeit

Ein weiterer Faktor ist die Verdunstungskälte. Immer, wenn Feuchtigkeit verdunstet, wird der Umgebung Wärme entzogen. Weht nun Wind über eine nasse oder feuchte Fläche wie den schwitzenden Bergwanderer, so verstärkt sich die Verdunstung. Merksatz aus der Grundschule: Wind und Wärme beschleunigen die Verdunstung. Bei diesen Vorgang wird der Umgebung Wärmeenergie entzogen.

Den Effekt kann man im Sommer am Strand nutzen, um mit nassen Handtüchern die Getränke kühl zu halten. Bei zweifelhaften Wetterverhältnissen im Hochgebirge kann dieser Mechanismus aber tödlich sein.

Wanden & Trekking. Weitere Abkühlungen

Der Verlust von Wärme geschieht aber nicht nur über die Haut, die man mit Kleidung isolieren kann. Wärme verliert der Körper auch über die Befeuchtung und Erwärmung der Atemluft.

Enorm viel Wärme verliert der Körper bei Kontakt mit Schnee, Eis oder Wasser. So reizvoll manchmal das Bad im kalten Gebirgssee ist, bei grenzwertigen Wetterverhältnissen sollte ich mir sicher sein, dass ich danach wieder warm werde.

> Fortsetzung Teil 3