Unterkühlung (3)
Wandern - Trekking - Radfahren - Kanutouren


Vermeidung von Unterkühlung, die Rolle der Ernährung und die Tourenplanung. Teil 3 von 3.

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Vermeidung

Wanden & Trekking. Wie kann Unterkühlung verhindert werden?

Die kurze Antwort lautet: Wärmeverlust und Erschöpfung vermeiden. Das klingt erst mal banal, so einfach scheint es aber nicht zu sein. Obwohl die Kleidung für Outdoor-Aktivitäten heutzutage sehr professionell und vielfältig geworden ist, haben die Fälle von Unterkühlung im Gebirge nicht abgenommen. Woran das liegt?

Das beste Werkzeug ist sinnlos, wenn man es nicht richtig einsetzt oder erst gar nicht dabei hat. Beispielsweise Softshelljacken oder Windstopper werden oft mit dem Argument verkauft, dass sie auch einen leichten Regen abhalten können. Das verführt Anfänger und Leichtsinnige schnell dazu, auf die Regenjacke zu verzichten. Und das ist natürlich Unsinn. Die Idee, Gepäckgewicht zu reduzieren ist nachvollziehbar und richtig. Trotzdem sollte auch hier die Sicherheit vor gehen. Moderne Regenkleidung und Daunenjacken passen in jeden Rucksack und wiegen nur wenig, können aber Leben retten.

Abstieg im Regen
Abstieg im Regen ...

Jede Bergtour beginnt mit einer guten und umfassenden Tourenplanung. Dazu gehört nicht nur die Erfassung der Route und das Studieren der Wetterprognosen, sondern auch die Planung der mitgenommenen Ausrüstung. Die Faktoren Feuchtigkeit, Kälte und Wind sollten dabei alle (!) berücksichtigt werden.

Selbst die dickste Daunenjacke hilft bei längerem Regen nichts. Und die 800 € Arcteryx Outdoorjacke hält zwar trocken, ohne zusätzliche Isolierschicht friert man aber bei entsprechenden Temperaturen auch in diesem edlen Stück.

Beachten sollte man auch die weniger spektakulären Teile wie Mütze, Schal und Handschuhe. Sie benötigen nur wenig Platz, wiegen nicht viel aber bringen große Effekte. Zusätzlich plant man wie bei der Gehzeit auch bei der Ausrüstung eine Sicherheitsreserve ein. Dazu gehören z.B. auch ein Biwaksack oder eine Rettungsdecke.

Ernährung

Wanden & Trekking. Welche Rolle spielt die Ernährung bei Unterkühlungen?

Für die Produktion von Wärme braucht der Körper ausreichend Speisen und Getränke. Energie ist das Stichwort. Denn nur, wenn dem Körper Energie zugeführt wird, kann er daraus Wärme produzieren.

Umgekehrt gilt, je mehr Energie der Körper verliert, z.B. durch anstrengende Aktivitäten wie Bergtouren, desto schwieriger ist es für ihn, warm zu bleiben. Auch hier sehen wir wieder den Zusammenhang zwischen Erschöpfung und Unterkühlung.

Übrigens geht es bei der Energieaufnahme nicht nur um feste Nahrung, sondern explizit auch um Getränke. Die braucht der Körper, um seinen Kreislauf zu regulieren und Erschöpfungszustände zu verhindern. Bei kühlen oder kalten Temperaturen sind warme Getränke natürlich ein Geschenk-für Körper und Geist.

Bei beidem, bei Speisen und Getränken, sollte man auch an eine gewisse Reserve denken, die über den unmittelbaren Bedarf hinausgeht.

Tourenplanung

Ja, auch bei diesem Thema liegen die Wurzeln allen Übels meist in der schlechten oder nicht vorhandenen Tourenplanung. Zur Planung gehört natürlich die intensive Betrachtung der Wetterprognose. Dabei sollte man aber mit neutralen Blick auf die Informationen schauen, und sich die Ansagen nicht schön reden, weil man unbedingt diese Tour machen will. Die Wetterberichte sollten sowohl im Vorfeld der Tour, als auch kurzfristig beobachtet werden.

Ebenfalls in das Feld der Tourenplanung gehört die Planung von Abkürzungen und Alternativen, die eine Reaktion auf widrige Umstände erlauben. Auch die realistische Einschätzung der beteiligten Akteure (Wanderer, Bergsteiger, Radfahrer ...) im Verhältnis zum Anspruch der Tour ist ein wesentlicher Punkt.

Und dann heißt es natürlich auch, die notwendige Ausrüstung (Kleidung) und Verpflegung plus jeweiligen Sicherheitsreserven einzuplanen.

Mehr zur diesem Thema findest Du unter > Tourenplanung

Tiefgekühltes hält sich

Bei allen Warnungen und Schreckensszenarien zum Thema Unterkühlung: Es gibt auch eine gute Nachricht. Bei starker Unterkühlung und einem dadurch verursachten Kreislaufstillstand ist der Exitus unter Umständen noch nicht endgültig.

Man hat immer mal wieder Menschen z.B. aus eisigem Wasser oder aus Schneewehen geborgen, die keine Vitalfunktionen mehr zeigten. Da der Körper aber bei extrem niedrigen Temperaturen in eine Art Tiefschlaf versetzt wird, können diese extrem unterkühlten Personen unter Umständen wiederbelebt und gerettet werden - oft sogar ohne bleibende Schäden.

Ist man als Ersthelfer mit solchen Fällen konfrontiert, nie aufgeben! Trotzdem sollte man genau wissen, was in solchen Fällen zu tun ist - und wie man den Bergungstod vermeidet.

> Zum Anfang (Teil 1)

Literatur ...

Siehe > Handbücher Bergrettung & Notfälle