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Schwierigkeits-Stufen / Anforderungs-Kategorien zu Klettersteigen in den Alpen und anderswo.

Klettersteig

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KlettersteigWie beim Klettern auch, gibt es für Klettersteige unterschiedliche Schwierigkeitsskalen.

Wandern im Quadrat System Hüsler

Eugen Hüsler hat sehr viele Klettersteigführer veröffentlicht, und dafür eine eigene Schwierigkeitsskala entwickelt.

* Leicht: Trassierter Steig, komfortabele Sicherungen, große natürliche oder ersatzweise künstliche Tritte, für geübte Bergsteiger noch keine Selbstsicherung erforderlich

* Mittel: abschnittsweise Steilfels, Routen aufwändig gesichert, senkrechte Passagen mit Leitern, Drahtseilsicherung auch in weniger schwierigem Gelände, Selbstsicherung auch für geübte Bergsteiger empfehlenswert

* Ziemlich schwierig: teilweise anspruchsvolles Gelände, aber üppige Sicherungen (trifft auf sehr viele KS zu)

* Schwierig: steileres und schwierigeres Gelände, oft nur kleine Tritte und Griffe, Sicherungen sparsamer, auch an exponierten Stellen oft nur ein Drahtseil, künstliche Haltepunkte nur an den schwierigsten Stellen

* Sehr schwierig: extremes Felsgelände, senkrechte bis leicht überhängende Passagen, vielfach nur Fixseile, Armkraft und Erfahrung erforderlich

* Extrem schwierig: in dieser Kategorie gibt es nur ganz wenige extreme Routen

Wandern im Quadrat System Rother

Hier wird die vorgestellt, die von den Rother-Klettersteigführern verwendet wird, und die ich für recht gelungen halte. Die Bewertung der Routen ist allerdings immer subjektiv!

Die Bewertung besteht am Anfang aus den Buchstaben KS (Klettersteig), um eine Verwechslung mit Kletterrouten zu vermeiden. Dann folgt eine Zahl (1-6), die die technische Schwierigkeit angibt. Am Ende folgt ein Buchstabe (A-E, S), der sich auf die Alpinen Rahmenbedingungen bezieht. Eine Bezeichnung könnte also KS3-C heißen.

KS1: Abgesicherte trassierte Steige und sehr einfache Klettersteige. Ohne die Sicherungen entspräche die Kletterei der UIAA-Skala Stufe I.

KS2: Einfache Klettersteige. Ohne die Sicherungen entspräche die Kletterei der UIAA-Skala Stufe I-II.

KS3: Mäßig schwierige Klettersteige. Gewisses Maß an Armkraft erforderlich. Ohne die Sicherungen entspräche die Kletterei der UIAA-Skala Stufe II-III.

KS4: Schwierige Klettersteige. Sehr steiles Felsgelände, teilweise senkrecht. Exponierte Führen. Kletterfähigkeiten und gehöriges Maß an Armkraft erforderlich. Ohne die Sicherungen entspräche die Kletterei der UIAA-Skala Stufe III-IV.

KS5: Sehr schwierige Klettersteige. Senkrechter, trittarmer Fels, sehr exponiert. Klettertechnik und sehr große Armkraft erforderlich. Ohne die Sicherungen entspräche die Kletterei der UIAA-Skala Stufe V-VI. Hier muss man schon genau wssen, was man tut.

Klettersteige RosengartenKS6: Dies ist eine Sonderstufe. Es handels sich eher um leichtere Kletterrouten, als um Klettersteige. Keine oder kaum Sicherungen. Oft auch kombiniertes Gelände mit Firn und Gletschern. Fähigkeit zum absolut sicheren Klettern im Grad II, auch im Alleingang.

A: Leichte Bergwanderungen unter 2000 m. Kürzere Kletterstellen. Gut für Einsteiger.

B: Lange Bergwanderungen zwischen 2000 und 2700 m mit kürzeren Kletterstellen.

C: Lange Bergwanderungen zwischen 2300 und 2700 m, längere Klettersteigstellen. Ausreichend Bergerfahrung erforderlich!

D: Lange Bergtouren, z. T. hochalpin. Längere schwierigere Klettersteige. Größere Bergerfahrung, Ausdauer sowie Orientierungsvermögen erforderlich.

E: Hochalpine Touren um und über 3000 m. Ggf. Pickel, Steigeisen, Seil erforderlich. Nur für sehr erfahrene Bergsteiger.

S: Sportklettersteige. Niedrige Lage, kurze Anstiege oder Hüttennähe, aber technisch sehr anspruchsvoll.

KS3-C wäre also ein mäßig schwieriger Klettersteig auf einer langen Bergtour in Höhen zwischen 2300 und 2700 m.

Wandern im Quadrat Buchstaben-Kategorien nach Kurt Schall

A (wenig schwierig) B (mäßig schwierig) C (schwierig) D (sehr schwierig) E (extrem schwierig)
A = Schwierigkeit: einfach

Gelände: flach bis steil, meist felsig oder von Felsen durchsetzt, ausgesetzte Passagen möglich
Sicherung: Drahtseile, Ketten, Eisenklammern („Klampfen”) und vereinzelt kurze Leitern; Begehung größtenteils ohne Verwendung der Sicherungseinrichtungen möglich
Voraussetzungen: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit empfohlen, Bürokondition (hängt allerdings von der Länge der Tour ab)
Ausrüstung: Klettersteigausrüstung empfohlen. Geübte Geher werden hier auch ohne Selbstsicherungen anzutreffen sein.

B = Schwierigkeit: einfach bis mäßig schwierig, teilweise etwas anstrengender bzw. kräfteraubend

Gelände: steileres Felsgelände, teilweise kleine Tritte, mit ausgesetzten Stellen ist auf jeden Fall zu rechnen
Sicherung: Drahtseile, Ketten, Eisenklammern, Trittstifte, längere Leitern (u. U. auch senkrecht); Begehung ohne Sicherungseinrichtungen möglich, aber Schwierigkeiten bis zum 3. Schwierigkeitsgrad (UIAA) sind zu erwarten
Voraussetzungen: wie bei A, allerdings bessere Kondition und etwas Kraft und Ausdauer in Armen und Beinen deutlich von Vorteil
Ausrüstung: Klettersteigausrüstung empfohlen; Begehung auch im Seilschaftsverband möglich

C = Schwierigkeit: größtenteils schwierig, anstrengend und kräfteraubend

Gelände: steiles bis sehr steiles Felsgelände, meist kleine Tritte, längere bzw. sehr häufig ausgesetzte Passagen
Sicherung: Drahtseile, Eisenklampfen, Trittstifte, oft längere und sogar überhängende Leitern, Klammern und Stifte können auch weiter auseinander liegen; in senkrechten Abschnitten manchmal auch nur ein Drahtseil; Begehung ohne Benutzung der fixen Sicherungseinrichtungen möglich, Schwierigkeiten liegen aber oft schon im 4. Schwierigkeitsgrad (UIAA)
Voraussetzungen: gute Kondition, da längere Anstiege in diesem Schwierigkeitsgrad bereits zu den großen Klettersteig-Unternehmen zählen
Ausrüstung: Klettersteigausrüstung wie B ist dringend zu empfehlen, Ungeübte bzw. Kinder sind eventuell an ein Sicherungsseil zu nehmen

D = Schwierigkeit: sehr schwierig, sehr anstrengend und sehr kräfteraubend

Gelände: senkrechtes, oft auch überhängendes Gelände; meist sehr ausgesetzt
Sicherung: Drahtseil, Eisenklammern und Trittstifte (liegen vielfach weit auseinander); an ausgesetzten und steilen Stellen oftmals nur ein Drahtseil
Voraussetzungen: wie bei C, allerdings guter körperlicher Zustand, genug Kraft in Armen und Händen, da längere senkrechte bis überhängende Stellen auftreten können; auch kleinere Kletterstellen (bis zum 2. Schwierigkeitsgrad) ohne Sicherungseinrichtungen sind möglich
Ausrüstung: Klettersteigausrüstung obligatorisch, selbst erfahrene Klettersteiggeher sind im Seilschaftsverband anzutreffen; für Anfänger und Kinder nicht empfehlenswert

E = Schwierigkeit: extrem schwierig, da sehr anstrengend und äußerst kräfteraubend

Gelände: senkrecht bis überhängend; durchwegs ausgesetzt; sehr kleine Tritte oder Reibungskletterei
Sicherung: wie D, allerdings öfter mit Kletterei kombiniert
Voraussetzungen: viel Kraft in Händen (Fingern), Armen und Beinen, erhöhtes Maß an Kondition, Beweglichkeit, über längere Strecken kann die Hauptlast auf den Armen liegen
Ausrüstung: Klettersteigausrüstung obligatorisch, Seilschaftsverband gerade bei Touren mit Stellen ohne Sicherungseinrichtungen überlegenswert; für Anfänger und Kinder nicht zu empfehlen

Wandern zum SeitenanfangLiteratur

Klettersteig-Technik

... siehe > Literatur Klettersteig

Klettersteig-Touren

... siehe > Klettersteige Alpen

weitere Literatur

... zu Klettersteigtouren siehe > Tourenvorschläge Alpen

Wandern zum Seitenanfang© Andreas Happe